Studium & Beruf Kriterien zur Erfassung von Sturzgefährdung

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L

Lukas Buser

Mitglied
Basis-Konto
07.05.2005
3504
Ich arbeite in einem Akutkrankenhaus. Wir haben ein Instrument zur Erfassung der Sturzgefährdung unserer Patienten.

Ich suche Kriterien, die vorschreiben, bei welchen Patienten das Instrument angewendet werden muss (Alter, mehrere Diagnosen, usw.).

Habt Ihr Quellenangaben?

besten Dank

Lukas Buser
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Onkologie
phantasie

phantasie

Mitglied
Basis-Konto
04.02.2006
84152
Hallo, hierfür gibt es kein Kriterium, das Problem ist nämlich das es soviel verschiedene Instrumente zur Sturzerfassung gibt, aber laut MDK kein geeignetes. Im Prinzip ist jeder Sturzgefährdet, oder wenn du willst jeder über 80 oder. Bei Glatteis und Schnee wahrscheinlich jeder, du ich, also wo die Grenze ziehen.

Es gibt keine Grenze. Hier müsst ihr leider eure Standards oder festlegungen selber machen.

Hinzu kommt das Problem der Sturzprophylaxe, gerade bei älteren Menschen.

Soll man alle fixieren, weil sie eventuell Sturzgefährdet sind.

Ich hoffe, ich hab dir die Problematik etwas näher bringen können.
 
Qualifikation
Altenpflege
Fachgebiet
Altenheim
L

Lukas Buser

Mitglied
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Themenstarter/in
07.05.2005
3504
Lieber phantasie1

ich weiss, dass es keine festgelegten Kriterien gibt. Die werden z.T. von Instituion zu Institution verschieden festgelegt. - Das interessiert gerade:

was habt Ihr für Kriterien und auf was stützt Ihr sie ab?

lieber Gruss

Lukas Buser
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Onkologie
T

thneu

Mitglied
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29.12.2005
28195
www.ostipug.de
Qualifikation
Krankenpfleger; Student; Selbständiger
Fachgebiet
Bremen
U

UlrichFürst

http://www.dnqp.de/Veroeffentlichungen.htm, da gibt es die sogenannten Expertenstandards, so auch zur Sturzprophylaxe. Alles wissenschaftlich abgesichert und auf dem neusten Stand der Dinge.
Hast Du den gelesen? Steht da tatsächlich etwas verwertbares drin?
Ich habe ihn nämlich noch nicht gelesen und bin etwas skeptisch, nachdem ich mich durch den Expertenstandard Dekubitusprophylaxe gearbeitet habe, nur um festzustellen, dass die "Experten"
[übertreibung:devil: ]
1. für eine Pflegeplanung mehrere Jahre benötigen, für die ein Schüler etwa 20 Minuten bekäme
2. eine Megastudie machen, bei der leider nur herauskommt, dass es zwar sicher wirkungslose aber eben keine sicher wirksamen Methoden gibt...
Und dann steht im Standard: die Pflegekraft kennt Methoden zur Prophylaxe, obwohl das zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich Möglich ist:blink:
[/übertreibung:devil: ]

Nochmal, dass das hier nicht als reines Meckern empfunden wird:
Kennt jemand den Inhalt. Also die Methoden, bwz. stehen die im Standard?

Ulrich
 
S

Sonjaberlin

Mitglied
Basis-Konto
27.02.2006
10115
Guten Abend an alle,

bezüglich Sturzprophylaxe: Es ist eine Vorbeugung. Primär gilt bei uns jeder erstmal als gefährdet, deshalb füllen wir ein mal im Monat eine Sturzrisikoerkennung nach Tinelli aus.
(Und bei Bedarf: Krankenhausentlassung, Sturz, anderes akutes Ereignis)

Anhand dessen, können wir relativ sicher davon ausgehen, ähnlich wie bei der Braden-Skala für Dekubitusgefährdung, wer Sturzgefährdet ist.

Ein guter Hinweis auf eine "Sturzgefahr" ist, wenn man weiß, daß jemand schon mal gestürzt ist, da über 80 % der Menschen die schon mla gestürzt sind wieder stürzen.

Zur Sturzprophylaxe hat sich ein Konzept aus Ulm bewährt, das die Krankenkasse dort auch bezahlt: Eine Gruppe von Senioren werden 1x wöch. Balance und Kraftübungen erklärt, die sie dann noch einmal zu Hause machen sollen.

Die Damen und Herren haben nach kurzer eine geringere Sturzgefahr, besseren Schlaf und eine bessere Verdauung.

Bei Bedarf gerne nähere Infos,
Gruß Sonja
 
Qualifikation
Stellvertretende Pflegedienstleitung
Fachgebiet
ambulante Pflege, st. PDL, QMB
HL2917

HL2917

Mitglied
Basis-Konto
19.09.2005
Liebe Leute,

die Expertenstandards (Sturz, Schmerz, Dekubitus, Entlassungsmanagement etc.www.dnqp.de) sind das Beste für uns und die uns Anvertrauten und die Pflege in Deutschland.
Und bitte erst äussern, wenn man sie gelesen hat.

Welche Alternative gibt es statt dieser rechtlich und pflegefachlich anerkannten Standards?

Gruss

Pflegeexpertise
 
Qualifikation
Pflegende, Gesundheitswissenschaftlerin
Fachgebiet
Rehabilitation, Psychiatrie
L

Lukas Buser

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
07.05.2005
3504
Ich kann nur unterstützen, was die Pflegeexpertise sagt! Die Expertenstandards sind ein ganz wichtiges Fundament in unserer Pflege, auf das wir uns abstützen können. Darauf haben wir auch unser Sturzprophylaxenkonzept der Klinik aufgebaut. Wir haben ein gutes Instrument zur Erfassung der Sturzgefährdung.

Hier aber nochmals, etwas präzisiert meine Frage: Muss man mit dem Sturzerfassungsinstrument alle Patienten überprüfen, oder gibt es Kriterien wie zum Beispiel eine bestimmte Altersgrenze, ab der man mit der Risikoerfassung beginnt?

Besten Dank

Lukas Buser
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Onkologie
U

UlrichFürst

@Alle:
Meine Frage: "Hast Du den gelesen? Steht da tatsächlich etwas verwertbares drin?" ist eine reine Interressenfrage und da steht nicht "Meinst Du etwa im Ernst, dass da etwas sinnvolles drin steht". Letzteres wurde hier anscheinend herausinterpretiert. Ich habe ja deutlich gesagt, dass ich diesen Standard noch nicht gelesen habe. Ich wollte mich doch nur vorab informieren!

die Expertenstandards (Sturz, Schmerz, Dekubitus, Entlassungsmanagement etc.www.dnqp.de) sind das Beste für uns und die uns Anvertrauten und die Pflege in Deutschland.
Ja, das würde ich auch nie bestreiten. Ich war nur enttäuscht, dass eben so wenig praktisches beim Dekubitus-Standard herauskommt. Dass dafür der Standard/dessen Ersteller nichts kann ist mir schon auch klar. Die Datenlage gibt halt nicht mehr her.

Und bitte erst äussern, wenn man sie gelesen hat.
Oje, ich hab' doch nur gefragt, ob da auch Methoden drin stehen, die man anwenden kann etc. oder ob auch da die Datenlage nicht für echte Aussagen aussreicht. Und ich habe mich soweit nur zum Standard-Dekubitus-Prophylaxe geäußert, denn ich komplett gelesen habe (also alle hundertundeinbischenwas Seiten). Also bitte nicht aufregen! Ich habe kein Problem den Sturzprophylaxe-Standard auch noch zu lesen. Ich habe ja nur das (anscheinend große) Wagnis begangen, nachzufragen ob da tatsächlich was für die Praxis dabei herauskommt.
Wenn Fragen stellen nicht mehr erlaubt ist, dann wundere ich mich aber schon, warum man in einem Forum mit dabei ist...


Welche Alternative gibt es statt dieser rechtlich und pflegefachlich anerkannten Standards?
Keine! Und ich finde die Existenz dieser Standards v.a. auch politisch sehr wichtig. Damit ist nämlich einfach mal eine Basis geschaffen. Und selbst wenn sie nur dazu dienen sollte, dass man weiß wo noch weitere Untersuchungen nötig sind. Also bitte nicht falsch verstehen. Ich bin mir über die Notwendigkeit und die Wichtigkeit dieser Standards durchaus im klaren. Ich wollte lediglich wissen, ob da etwas drin steht, das in der Praxis anwendbar ist und das ich nocht nicht schon vor Existenz des Standards in der Ausbilung gelernt habe (1998 - 2001).

Ulrich

P.S. Wie deutlich muss ich Ironie oder in diesem Fall Übertreibung kennzeichnen, damit sich keiner persönlich angegriffen fühlt??? Oder was mache ich sonst falsch in meinem Aussagen?
Damit das nicht OT wird, vllt. diesbezügliche Antworten als PM? Gehört ja nicht hierher, ich möchte aber halt nicht als Elefant im Porzellanladen hier erscheinen, nur habe ich keine Ahnung warum ich hier so aggressiv(?) oder was auch immer rüberkomme:sad: Das ist wirklich nicht meine Absicht!
 
B

BMG77

Mitglied
Basis-Konto
20.01.2006
28201
@Alle:
Meine Frage: "Hast Du den gelesen? Steht da tatsächlich etwas verwertbares drin?" ist eine reine Interressenfrage und da steht nicht "Meinst Du etwa im Ernst, dass da etwas sinnvolles drin steht". Letzteres wurde hier anscheinend herausinterpretiert. Ich habe ja deutlich gesagt, dass ich diesen Standard noch nicht gelesen habe. Ich wollte mich doch nur vorab informieren!

Ja, das würde ich auch nie bestreiten. Ich war nur enttäuscht, dass eben so wenig praktisches beim Dekubitus-Standard herauskommt. Dass dafür der Standard/dessen Ersteller nichts kann ist mir schon auch klar. Die Datenlage gibt halt nicht mehr her.

Oje, ich hab' doch nur gefragt, ob da auch Methoden drin stehen, die man anwenden kann etc. oder ob auch da die Datenlage nicht für echte Aussagen aussreicht. Und ich habe mich soweit nur zum Standard-Dekubitus-Prophylaxe geäußert, denn ich komplett gelesen habe (also alle hundertundeinbischenwas Seiten). Also bitte nicht aufregen! Ich habe kein Problem den Sturzprophylaxe-Standard auch noch zu lesen. Ich habe ja nur das (anscheinend große) Wagnis begangen, nachzufragen ob da tatsächlich was für die Praxis dabei herauskommt.
Wenn Fragen stellen nicht mehr erlaubt ist, dann wundere ich mich aber schon, warum man in einem Forum mit dabei ist...


Keine! Und ich finde die Existenz dieser Standards v.a. auch politisch sehr wichtig. Damit ist nämlich einfach mal eine Basis geschaffen. Und selbst wenn sie nur dazu dienen sollte, dass man weiß wo noch weitere Untersuchungen nötig sind. Also bitte nicht falsch verstehen. Ich bin mir über die Notwendigkeit und die Wichtigkeit dieser Standards durchaus im klaren. Ich wollte lediglich wissen, ob da etwas drin steht, das in der Praxis anwendbar ist und das ich nocht nicht schon vor Existenz des Standards in der Ausbilung gelernt habe (1998 - 2001).

Ulrich
Ist ja alles gar nicht so schlimm was du da schreibst. Es spiegelt aber nur wieder was sich in der Pflege immer wieder finden lässt. Die Pflegenden wollen häufig nur eine Handlungsanweisung die ihnen sagt das sie dieses und jenes so zu tun haben wie im Standard festgelegt.

Der Expertenstandard regt aber zum Denken an, da er nicht eine Bedienungsanleitung darstellt. Er umfasst nämlich in der jeweiligen Problemstellung alle pflegerischen Berufsfelder von KH bis Altenheim und kann demnach nicht als Bedienungsanleitung geltenda die strukturellen Gegebenheiten unterschiedlich sind. Hier muss dann der Standard adaptiert werden.

Da du den Standard gelesen hast weißt du ja auch das zur Implementierung Fortbildungen zum Thema Grundvoraussetzung sein soll, stärkt auf alle Fälle das Verständnis der Problematik.

Zum eigentlichen Thema ist der Sturzstandard geeignet entsprechende Kriterien abzuleiten, da die im Standard angesprochenen und ausgewerteten Studien Rückschlüsse auf das jeweilige Patientenkli8entel zulassen.

Grüße

P.S.: Die einzige Aussage die mich stört ist die das die Experten Jahre brauchen wofür Schüler 20 min. brauchen. Wenn die nicht ironisch gemeint war dann ist sie m.E. ziemlich dumm (sry, meine Meinung).
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Daheim
B

BMG77

Mitglied
Basis-Konto
20.01.2006
28201
Achja, bestes Beispiel für unreflektierte Bedienungsanleitungen in der Pflege lassen sich auf www.pqsg.de wiederfinden. Das hier Pflegende diese sogenannten Standards einfach übernehmen ist m.E. nach fahrlässig und v.a. unprofessionell.

Wie gesagt, selber denken fällt halöt vielen schwer...
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Daheim
U

UlrichFürst

Da du den Standard gelesen hast weißt du ja auch das zur Implementierung Fortbildungen zum Thema Grundvoraussetzung sein soll, stärkt auf alle Fälle das Verständnis der Problematik.
Wobei die Frage ist was die Fortbildungen bringen, da ja die Datenlage für _neue_ Aussagen nicht aussreicht (bezogen auf Dekubitus). Und nein, ich will keine Bedienungsanleitung. Ich hatte mir einfach erhofft, mehr konkrete Aussagen zur Effektivität von Lagerungshilfsmitteln, -methoden etc. zu finden.

Zum eigentlichen Thema ist der Sturzstandard geeignet entsprechende Kriterien abzuleiten, da die im Standard angesprochenen und ausgewerteten Studien Rückschlüsse auf das jeweilige Patientenklientel zulassen.
Dann werd ich den wohl mal lesen und/oder auf eine diesbezügliche Fortbildung gehen.

Die einzige Aussage die mich stört ist die das die Experten Jahre brauchen wofür Schüler 20 min. brauchen. Wenn die nicht ironisch gemeint war dann ist sie m.E. ziemlich dumm (sry, meine Meinung).
Zumindest teilweise ironisch. Ich habe da etwas falsch formuliert: Ich meinte bei dieser Aussage nicht den Standard (der ja eine Metastudie beinhaltet) sondern ausschließlich, die theoretische "Pflegeplanung" bzw. in diesem Fall ja fast schon eine "Pflegepersonalplanung". Also diese Tabelle, in der steht, dass ich als Pflegefachkraft wissen muss, was zu tun ist. Und ja, mir ist klar, dass das (zeitlich) vermultich der kleinste Anteil am Expertenstandard ist. Insofern: ja es war natürlich überspitzt ausgedrückt!

Danke Dir für deine Antwort!

Ulrich
 
S

Simba

Mitglied
Basis-Konto
18.09.2006
35576
:eek:riginal: Hallo, Ulrich, da ich noch relativ "neu" hier bin, habe ich den Beitrag erst jetzt gelesen. Ich finde das "Nachfragen" ganz in Ordnung - und meiner Meinung nach darf auch mal ein bißchen Ironie sein, oder ? :grin:
Ich arbeite in der ambulanten Pflege und habe mir interessehalber das Buch "Sturzprophylaxe" vom Vincentz-Verlag besorgt. ISBN:3-87870-131-4. Da steht viel wissenswertes zum Thema drin. Ich würde jeden anfragenden oder uns anvertrauten Patienten von meiner "Fachsicht" ( :laughing: ) aus mit einem Risikofragebogen einschätzen. Viel Zeit nimmt das nicht in Anspruch - und meine Wahrnehmung dem einzelnen Patienten gegenüber wird erweitert.
Außerdem hat man dann einen "Ist-Stand" , auf dem man ggf. aufbauen kann, wenn notwendig - und man kann nachweisen, dass man dieser "Pflicht" dem Patienten gegenüber nachgekommen ist.
( Habe eben das erste Mal mit diesen goldigen Smileys gearbeitet....!!!!! ):eek:riginal: Gruß, Atta.






Gruß - Atta.
 
Qualifikation
Krankenschwester / PDL
Fachgebiet
Gießen
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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