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Krankenpfleger in der Altenpflege

  1. Guten Tag,
    ich schreibe gerade meine Abschluss-Arbeit zum Thema "Mangelberufe in der Gesundheit und Pflege".

    Ich weiß, dass viele Krankenpfleger in der Altenpflege arbeiten, allerdings finde ich da nirgends eine Zitierfähige Quelle zu. Es sind ja beides geschützte Berufstitel, gibt es da irgend eine Verordnung oder ein Gesetz zu, dass Krankenpfleger in der Altenpflege arbeiten dürfen und haben Krankenpfleger auch die selben Befugnisse, oder ist es überhaupt nicht geregelt und jedem Betreiber selbst überlassen, welche Kompetenzen er seinen Mitarbeitern überlässt?

    Und wie verhält es sich eigentlich mit den Altenpflegehelfern, sind der ihre Kompetenzen sehr stark eingeschränkt?

    Wie gesagt es geht mir vor allem um belastbare Quellen, denn ich finde dazu wirklich keine Regelung, wer jetzt alte Menschen wie pflegen darf.

    Danke im Voraus und liebe Grüße
    Tobi
     
  2. Ui, belastbare Quellen. Dann würde ich direkt bei Pflegeheimen mal die Stellenanzeigen studieren. Anforderungsprofil. Und auch Ausbildungsinhalte der Altenpfleger sowie der Gesundheits- und Krankenpflege. Also studieren meine ich die Ausbildungsinhalte anschauen. Nützt ja nichts, wenn dir jemand aus der Altenpflege sagt, was er alles darf. Ob das eine belastbare Quelle genannt wird? Jedenfalls ist es wichtig, dass du erstmal einen Riesenunterschied machst zwischen einer Examinierten Altenpfleger- in und einer Altenpflegehelferin. Bei letzterem gibt es von bis. Heisst, es gibt von ungelernt und angelernt, weil mal Opa gepflegt oder probegearbeitet bis Sozialassistent-in, Pflegeassistentin.... . All diese dürfen zum Beispiel keine Medikamente stellen und verteilen. Es gibt aber auch da wieder Regelungen, dass eine examinierte Altenpfleger-in die Befugnis teilweise an ausreichend eingewiesene Mitarbeiter delegieren darf. Wo es aber nicht um Gutdünken geht oder man hat da ein gutes Gefühl. Denn grundsätzlich dürfen nicht examinierte all diese definierten Bereiche nicht.
    Heißt, Kompetenzen sind sicher da, teilweise. Jedoch dürfen diese nicht eingesetzt werden. Sie machen aber auch manches, was viele nicht examinierte nie gelernt haben. Transfer, Essen anreichen.... . Zur Zeit gibt es schon viele Krankenschwestern und Gesundheits- und Krankenpfleger, die in der Altenpflege arbeiten. Da man seit kurzem diese Arbeitsbereiche auch für examinierte zusammen ausbildet, sollte es da noch mehr Überschneidungen geben.
    In der Pflegehilfenausbildung wird schon lange sowohl Alten- als auch Krankenpflege gelernt. Es ist aber ohne staatliches Examen so, dass diesen per Vertrag ihre Aufgaben definiert sind.
     
  3. Hallo Tobi1702,
    für den Heimbereich regeln das die länderspezifischen Heimpersonalverordnungen. Auch im ambulanten Bereich gibt es länderspezifische Regelungen. In Baden-Württemberg ist das z.B. der Rahmenvertrag gem. $75 Abs. 1 SGB XI und die Maßstäbe und Grundsätze für Qualität und Qualitätssicherung siehe Ambulante Pflege in Baden-Württemberg - Baden-Württemberg.
    Viel Erfolg bei der Abschlussarbeit.
     
  4. Das ist aber eine sehr seltsame Frage.

    Hast du dir die Geschichte der Altenpflege angeschaut?

    Es ist erst seit Ende der 90iger Jahre eine dreijährige Ausbildung. Meines Wissens nach um die Altenpflege zu "stärken", da Kostenträger bestimmte Qualifikationen für Tätigkeiten der Behandlungspflege forderten. Durch die zu dieser Zeit auf Länderebene geregelten Ausbildungsinhalte der Altenpflege wurde es unüberschaubar wer eigentlich was darf (in Hamburger ausgebildet mehr als die aus Sachsen oder umgedreht).

    Zu der besagten Zeit gab es noch Krankenpfleger und Krankenschwestern was die höchste Qualifikation im Pflegebereich darstellte. Ja auch damals sind schon viele Krankenpfleger und Krankenschwestern in Altenpflegeheimen tätig gewesen.

    Aktuell wird ja die gesamte Ausbildung neu Strukturiert - pflegeausbildung.net
     
  5. Die Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten:
    In der Altenpflege wird durch die Ländergesetze Heimgesetz oder Wohn- und Teilhabegesetz (z.B. NRW) geregelt, wer in Einrichtungen der jeweiligen Gesetze als Fachkraft gilt.
    In NRW z.B. im §1 Abs 1 WTG:
    § 1 Fachkräfte
    (1) Als Fachkraft in der Pflege und in der sozialen Betreuung nach § 3 Absatz 5 des Wohn- und Teilhabegesetzes ist anerkannt, wer über einen der folgenden Berufsabschlüsse verfügt:
    1. Altenpflegerin oder Altenpfleger,
    2. Gesundheits- oder Krankenpflegerin oder Gesundheits- oder Krankenpfleger,
    3. Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpfleger,
    4. in der Eingliederungshilfe auch Heilerziehungspflegerin oder Heilerziehungspfleger.

    Dies ist Landesrecht! Da bereits die "Heimpersonalverordnung" gefallen ist, welche Bundesrecht ist, hier der §6 HeimPersV - Fachkräfte:
    1) Fachkräfte im Sinne dieser Verordnung müssen eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, die Kenntnisse und Fähigkeiten zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Wahrnehmung der von ihnen ausgeübten Funktion und Tätigkeit vermittelt.
    2) Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer, Krankenpflegehelferinnen und Krankenpflegehelfer sowie vergleichbare Hilfskräfte sind keine Fachkräfte im Sinne der Verordnung.

    Ich würde sagen, das sind deine "belastbaren Quellen"!

    Wer was machen darf hängt davon ab, welche formale und materielle Qualifikation im Einzelfall die betreffende Fachkraft hat.
    Als Krankenpfleger habe ich zum Beispiel in Funktionsbereichen die formale und materielle Qualifikation erlangt, einen i.v. Zugang zu legen oder einen zentralen Venenkatheter zu versorgen. Dies wird wahrscheinlich kein Altenpfleger erlernen.
    Allerdings habe ich beide Tätigkeiten schon über 20 Jahre nicht mehr ausgeführt...würde mich also aus dem Stehgreif hüten, die Versorgung an einem ZVK durchzuführen, weil mir die materielle Qualifikation aufgrund mangelnder Erfahrung mittlerweile fehlt.

    Meiner Meinung nach besteht der große Unterschied zw. AP und GKP in den Ausbildungsinhalten. Bei der AP weniger medizinisch und der GKP weniger sozial-betreuerisch. Ob sich jeweils der eine im Fachbereich des anderen "wohlfühlt" hängt glaube ich eher von den persönlichen Neigungen ab. Ich bin z.B. direkt nach der Ausbildung in die Altenpflege gegangen, weil mir Beziehungspflege sehr am Herzen liegt. Im Umgang mit dementen Bewohnern war ich eher Autodidakt und Naturtalent (habe aber auch Fortbildungen besucht).
    Da Krankenpfleger aber auch als Fachkraft der Sozialen Betreuung angesehen werden (WTG NRW) spielt der geringere Anteil an Betreuung in der Ausbildung gesetzlich eine untergeordnete Rolle.

    Ich denke, mit der Antwort hast du zitierbare Quellen und Anregungen für deine Ausarbeitung erhalten. Viel Spaß damit!
     
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