Krätze seit 4 Jahren im Pflegeheim. - geht nicht weg.

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ElisaCharlott

ElisaCharlott

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Hallo ihr Lieben.

In dem Pflegeheim, in dem ich seit 6 Jahren arbeite, haben wir es seit 4 Jahren mit Scabies (Krätze) zu tun. Die Fälle wurden immer mehr, mehr und mehr Bewohner sowie Mitarbeiter steckten sich an. Es wurden vereinzelt Behandlungen mit Tabletten sowie Salben (Infectoscab) durchgeführt. Daraufhin wurde es kurzzeitig besser, kurze Zeit später brach die Hauterkrankung aber wieder bei den jeweiligen Bewohnern aus, da Matratzen etc. nicht getauscht wurden oder andere Bewohner noch mit Krätze infiziert waren. Nachdem das Gesundheitsamt informiert wurde, wurde 2x in den 4 Jahren alle Bewohner sowie Mitarbeiter gleichzeitig behandelt. Die Krätze ging nur für ein paar Wochen weg, brach dann nach und nach erneut aus. Der Zustand in unserem Heim ist unmenschlich. Viele Bewohner kratzen sich Tag und Nacht die Haut blutig, können nicht schlafen, finden keine Ruhe, sind zunehmend psychisch belastet, stecken sich immer wieder gegenseitig an. Es gab bereits einige Todesfälle, aufgrund des stark reduzieren AZ's und dem geschwächten Immunsystem.. Offiziell ist dies natürlich nicht. Unsere Einrichtung ist berüchtigt dafür, Notstände unter den Tisch zu kehren.
Auf unserem WB erhalten 20 von 24 Bewohnern täglich Salben, die durch eine inkompetente Hautärztin verschrieben werden, um den Juckreiz zu lindern. (helfen kaum, Pustelbildung bleibt, immer wieder neue Salben werden verschrieben). Auch für die Mitarbeiter bedeutet das zusätzliche Belastung, da wir uns täglich mehrmals mit Plastikschutzkitteln schützen müssen. Dies kostet viel Zeit, Material und außerdem ist das bei den hohen Temperaturen kaum auszuhalten. Dennoch stecken sich viele Mitarbeiter immer wieder an, obwohl die Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Auch ich habe mich nun wieder infiziert, obwohl ich mich mehr als genug schütze, weil ich einfach Angst habe, mich wieder anzustecken. Ich musste bereits 4x die Behandlung durchführen. Die Kosten für die Tabletten sowie der hohe Aufwand, die Wasserkosten für die Reinigung, was nicht zu unterschätzen ist, werden nicht übernommen, da (laut EL) das Personal selbst Schuld ist, wenn man sich ansteckt. Dass ich meine Familie jedes Mal mit infiziere möchte ich auch noch erwähnen.

So kann das unmöglich weitergehen?!
Wisst ihr, was in solchen Fällen zu tun ist, wenn die EL und die Hautärztin nicht einsichtig und kooperativ sind?
Zu der Hautärztin möchte ich noch sagen, dass sie diese Hauterkrankungen nicht als Scabies diagnostiziert, nennt es "allergische Reaktion". Hausbesuche werden so gut wie gar nicht durchgeführt und Hautproben werden erstrecht nicht genommen. Als bei uns Scabies diagnostiziert wurde, war ein anderer Hautarzt als Vertretung in unserer Einrichtung tätig. Einen anderen Hautarzt können wir für unserer Einrichtung nicht gewinnen, da es nur diese eine Hautärztin in der Umgebung gibt, die Hausbesuche macht.
Ich weiß langsam nicht weiter. Besonders wenn man von der Chefetage sowas zu hören bekommt, wie, dass man selbst Schuld sei, dass es ja bald besser wird, dass es gar nicht ansteckend ist etc. fühlt man sich sehr im Stich gelassen und für dumm verkauft.

Ich hoffe, ihr wisst, was in solcher Situation zu tun ist oder welche Schritte, wir, als Pflegepersonal, gehen können?!

Vielen Dank im Voraus.
 
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resigniert

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03.01.2013
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ElisaCharlott

ElisaCharlott

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Ja, natürlich - kündigen!
Ja, na wow. Der Gedanke ist mir auch schon gekommen aber abgesehen davon, dass ich dort Aufstiegsmöglichkeiten sicher habe, sie mir derzeit und auch in Zukunft Weiterbildungen bezahlen, ich dort überdurchschnittlich verdiene und es der ideale Arbeitsweg ist, kann es ja so nicht weitergehen?! Es geht mir nicht allein um mich, sondern auch um die anderen Mitarbeiter und vor allem um die über 100 Bewohner, die dem Zustand ausgesetzt sind?!
 
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Microknee

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31.08.2011
Augsburg
Führt das Gesundheitsamt keine Kontrollen durch?
Was sagt der MDK zu solchen Zuständen?

Das wären die beiden Institutionen, die über diesen Hygienemangel in Kenntnis gesetzt werden müssen!!

Kündigen ist ein einfacher und leider immer sehr schneller Rat. Das löst aber nicht das Problem an sich!

LG Microknee
 
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Die Diagnose, sowie der Verdacht, auf Scabies sind meldepflichtig. Suche Dir im Haus die höchste Person im Organigram heraus, die mit Dir (euch) den Verdacht auf Scabies teilt und meldet es immer wieder dem Gesundheitsamt. Mehrfachmeldungen alle 14Tage. Mit genauen Schilderungen der Situation mit der Bitte um eine externe Begutachtung eines anderen Hautarztes.

Wenn Dir die Karriere dort wichtig ist, kannst Du auch anonym eine Meldung machen. Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt müssen dem dann trotzdem nachgehen. Nur bekommst Du dann natürlich keine Rückmeldungen, zu denen sie sonst verpflichtet sind.

So einen Befall zu verschleppen, führt zu dem was ihr da durchmacht. Es ist sehr tragisch, das ihr nicht einmal die Wahl zwischen verschiedenen Hautärzten habt.

Wir hatten sowas ähnliches auch. Aber "nur" ein Jahr lang. Es ist sehr, sehr aufwendig Scabies in diesem Ausmaß wieder loszuwerden. Bei uns leben an Demenz erkrankte Menschen, die sich teilweise die kontaminierte Kleidung auszogen und wieder in den Kleiderschrank legten, um dann neue Kleidung anzuziehen. Das führte dazu, das ganze Schränke als kontaminiert eingestuft wurden. Ebenso wie Dekokissen- und Decken, Plüschtiere, Polstermöbel ect. Vom Bett / Matratze ganz zu schweigen. Ein irrer Kreislauf.

Es gab ein Schreiben vom Gesundheitsamt, auf dem anfangs die Übertragung als schwer eingestuft wurde, da "enger Hautkontakt" nötig sei. Als unsere Hautärztin dann bei einem Bewohner Borkenkrätze diagnostizierte kippte die Situation. Bei dieser Form der Krätze ist jede Hautschuppe des Bewohners als kontaminiert zu betrachten und somit auch der Staub im Zimmer. Hier war eine Quarantäne erforderlich und wurde 3 Monate aufrecht gehalten. Eine wahnsinnige Belastung für Bewohner, Pflege und Reinigung. Die Übertragung wurde vom Gesundheitsamt auf "leicht" herabgestuft, wodurch die Quarantäne erst möglich war. Wenn ihr sowas dazwischen habt, fliegt euch die Krätze wortwörtlich, mit dem Staub, von einem Zimmer zum Nächsten.

Wenn ihr schon seit 6 Jahren mit so einer hohen Prozentzahl von betroffenen Bewohnern zu tun habt, würde ich das auch genau so dem Gesundheitsamt melden. Sowas können und sollten auch Angehörige tun.

Diese Einmalaktionen des Eincremens, mit Bewohnern und Mitarbeitern haben wir auch gemacht. Es stellte sich aber heraus, das die Übertragung vermutlich weniger von Mensch zu Mensch, sondern eher über Kleidung, Polstermöbel, Handtücher usw stattfand. Unsere Bewohner (mit Demenz) "besuchen" sich gegenseitig, tauschen Plüschtiere, Dekomaterial, legen sich teilweise in andere Betten, nutzen Toiletten in anderen Zimmern inkl Handtücher nach dem Toilettengang und die Utensilien der Betreuungskräfte (Fühlsäckchen, Handpuppen etc.). Puh, eine echte Herausforderung für das Personal.

Was sehr blöd ist, das eure EL hier "ihr Haus" als clean darstellen will und das auf Kosten der Leiden der Bewohner. Wenn diese Blase platzt und das Gesundheitsamt einen Aufnahmestop verhängt wegen dieser Endemie, wird euer Haus in der Öffentlichkeit sehr schlecht dastehen. Denn dann müssen alle Besucher über die mögliche Ansteckung informiert werden.

Ich wünsche euch viel Glück und viel Geduld bei diesem noch langen Weg.
 
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Pflegehelferin
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K.Heidrich

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24.05.2016
Velbert
In so einem Fall ist kündigen genau der richtige Rat. Das Problem ist weder der Hautarzt noch sonst was, sondern der, laut TE, berüchtigte Träger. Unter einem solchen Träger kann man machen was man will, es wird nichts bringen. Der Träger muss vom Markt und das geht nur über leere Häuser. Ist kein Personal mehr da sind auch bald keine Bewohner mehr da, irgendwer muss nur den Anfang machen und gerade Personen die schon lange im Haus sind müssen den Anfang machen. Neue Mitarbeiter gehen schneller wieder, am laufen gehalten wird soetwas durch falsch verstandenes Pflichtbewusstsein des alteingessesenen Personals.
Zu den ganzen "tollen" Gründen die gegen eine Kündigung sprechen (wobei, klingt alles vorgeschoben), da ist nicht ein vernünftiger Grund dabei der gegen eine Kündigung spricht. Aufstiegschancen? Was bringt es einem in einem solchen Unternehmen aufzusteigen? Auch andere Unternehmen wissen wie dieser Träger arbeitet, ergo sind "Erfolge" in diesem Haus wertlos. Geld? Geld vs Gesundheit, was ist wohl wichtiger? (Und damit ist nicht nur die Hautkrankheit gemeint sondern auch die aus der Situation resultierende psychische und physische Belastung) Fahrweg? Das selbe wie beim Geld wobei es nur wenige Landstriche gibt bei denen die nächste Pflegeeinrichtung unmenschlich weit weg ist. Weiterbildungen werden auch bei anderen Trägern bezahlt und nochmal: Erfolge bei einem solchen Träger bringen null.

Und auch wenn man die Einrichtung immer wieder bei GA, MdK etc meldet so läuft es doch erstmal und für lange Zeit einfach weiter. Am Laufen gehalten wird das ganze durch das Personal das sowas mitmacht. Würden ein paar Alteingessesenen mal Anfangen und gehen könnte das eine Kettenreaktion nach sich ziehen an dessen Ende entweder ein leeres Haus oder ein neuer Träger steht, aber solange alle brav weiter arbeiten gehen und dieses Spiel mitmachen, warum soll der Träger was ändern? Für den Träger zählt nur eins, die Einnahmen müssen stimmen und was das angeht, läuft doch. Der weiß jetzt nach 4 jahren auch ganz sicher das sein Personal sehr "belastbar" ist. Wo soll da also die Motivation sein was zu ändern.
 
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ex. AP
Fachgebiet
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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25.06.2000
Selbstverständlich könntest Du auch Strafantrag (nicht Strafanzeige) wegen Körperverletzung stellen, da Du selbst Geschädigte bist und Dein AG offensichtlich seine Pflichten des Arbeitnehmer- und Infektionsschutzes nicht nur nicht angemessen wahrnimmt, sondern augenscheinlich vorsätzlich ignoriert. Du wirst Dich natürlich entscheiden müssen, ob Dir Deine Karriere in diesem Haus wichtiger ist - oder ob es Dir um das Abstellen der Situation geht.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
B

BoeSe

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Verlasse die Einrichtung. Die Scabies Wellen kommen meiner Erfahrung nach immer wieder. Ich habe das Gleiche mehrfach in über 20 Jahren in meiner früheren Einrichtung erlebt, auch mit Rundumschlägen und Personalbehandlungen. Wenn dir deine Gesundheit mehr Wert ist als ein Posten such dir einen anderen, möglichst tarifgebundenen Arbeitgeber. Hey, mir geht es nach dem Wechsel viel besser (ich hatte allerdings noch mehrere andere Gründe zum Kündigen).
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Altenpflege
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marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Hallo Elisa Charlett, Krätze ist ein heikles Thema, nicht nur im Pflegeheim. Insbesondere, da sich nicht alle Hautärzte gut damit auskennen. Teilweise gibt es sehr bedenkliche oder mangelhafte Tipps. Das betrifft sowohl die Verbreitung der Kraetze als auch die sogenannten Ansteckungswege. Als aber auch die komplette Sanierung. Eine Matraze an sich hält keine Krätze fest. Diese würden darin verhungern. ähm, keine Eiablage möglich.
Unempfindliche Leute stecken sich nicht in dem Sinne an, wohl aber Personen, die aus verschiedenen Gründen anfällige Haut haben. Nach einem Krätzebefall bleibt die Person noch Wochen empfindlich, die Haut bleibt entzündet. Es bleibt oft monatelang Juckreiz. Alle übertriebenen Massnahmen schädigen diese Haut weiter, als da sind, Weiterbehandlung trotz nicht mehr nachgewiesenen Befalls, häufiges Duschen und Behandleln mit viel Duschgel und verschiedenen Salben.. ....
Ja, die eigentliche Behandlung, die nur bei nachgewiesener Krätze erfolgen sollte, geht am Besten mit der Creme, diese abends von oben bis unten, aber vor allem Hände, eincremen. Bettwäsche sollte dann erst nächsten Morgen nach dem Aufstehen gewechselt werden. Da die Creme auch die Krätze auf dem Bettlaken tötet. Alle Plastikmatrazenbezüge übertragen eigentlich keine Krätze. Aber weitere Feinheiten sind tatsächlich, dass jeder, der es hatte, und behandelt wurde, eine richtige Kontrolluntersuchung erhält.
Daher ist es echt schwierig, es noch einzudämmen, wenn ein Heim wie verseucht ist. Denn das Bett an sich könnte man nach der Reinigung mit Plastikfolie oder einem neuen Plastikschutz bedecken. Gern krabbeln jedoch die Krätzmilben über dicht nebeneinandersitzende Bewohner oder von mehreren benutzte Handtücher, überhaupt kuscheliges Miteinander. Was in Schränken liegt, könnte man paar Wochen einfrieren, ist im Heim nicht möglich, separat sehr heiß waschen oder nach der Wäsche im Trockner behandeln. Ja, das ist eine Mammutaufgabe, ich finde, wenn sich euer Chef nicht dafür interessiert, dann solltest du nicht allein auf weiter Flur kämpfen
 
Qualifikation
Altenpflegeassistentin
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stationäre Altenpflege
Weiterbildungen
Einjährige Ausbildung Pflegeassistentin Alten- und Krankenpflege mit Ausbildung als Alltagsbegleiterin §87b, jetzt 53c
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Willy_Wuff

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01.12.2005
Deggendorf
Da dem Träger des Hauses scheinbar die Gesundheit und auch das Leben der Mitbarteiter und Bewohner ziemlich egal ist, sollte man sich wirklich überlegen ob es der richtige Arbeitgeber ist.
Ich fürchte auch das die Einzige Möglichkeit sein wird das die Mitarbeiter dieses Haus verlassen.
Ich muß gestehen, das ich es etwas bedenklich finde wenn man übertarifliche Bezahlung und Karrierepläne über seine Gesundheit stellt.
Noch bedenklicher finde ich es allerdings wenn diese höher eingestuft werden als die Gesundheit der Familie.
Muß aber ja jeder selbst wissen wie er die Prioritäten für sein Leben setzt.

Ich frage mich nur ….. hat niemand von den Bewohnern Angehörige die bei dieser Form der Misshandlung einschreiten ?
Was für ne Klinik ist es in eurem Einzugsbereich die die vermehrten Krätze fälle in eurem Haus nicht meldet ?
(Oder werden die Bewohner ga nicht mehr ins Krankenhaus geschickt wenn sie krank werden ? )

Was für Allgemeinmediziner habt ihr bei euch im Haus, das die nicht reagieren, wenn ihre Patienten die Krätze haben und sie scheinbar immer wieder auftritt ?

Sorry, für ne Skabies Diagnose braucht es keinen Hautarzt, das sollte jeder Mediziner diagnostizieren können. ( Übrigens, eine Diagnose die ich auch von einer Qualifizierten Pflegekraft erwarten würde )

Ich finde es allerdings sehr schön Das Du diese Sitaution hier gepostet hast, denn sie Zeigt was passiert wenn die letzten Anwälte der Patienten/Bewohner auch gekauft sind.
Jahrelange gnadenlose Folter ohne das jemand etwas gegen das vermeidbare leid einer ganzen Heimbevölkerung unternimmt.

Sorry, aber eure Bewohner tun mir unendlich leid, da das letzte Bollwerk das in unserem Land noch für die rechte von Kranken und Pflegebedürftigen eintritt in eurem Haus scheinbar auch eingerissen wurde.
Die Personengruppe die eigentlich für den Schutz der Hilflosen da sein sollte, hat sich komplett dem Kapitalismus unterworfen....... was schert mich das Leid anderer, wenn ich Gewinn daraus ziehen kann.

Oder gibt es in eurem Haus noch Pflegekräfte, die sich ihrer Pflichten und und ihrer Verantwortung Bewußt sind ?
Die sollten sich ganz schnell zusammen tun und Anzeige erstatten.

Was für ein Seuchenherd, Besucher Angehörige Personal alle verteilen sie die Milben in der ganzen Umgebung.
Mutti trägt es nach Hause, infiziert ihre Kinder, diese tragen es in die Schule, in den Kindergarten,
Mutti besucht eine Freundin mit Neugeborenem infiziert den Neugeborenen, bei dem dürfte es noch viel netter werden, denn der hat ja noch kein eigenes Immunsystem ….....

Super..........

Aber wenns um nen höheres Gehalt geht und mögliche Karriere...... dann kann man das auch mal in kauf nehmen, da hab ich volles Verständnis.

( So nun dürft ihr mich schlachten weil ich mal klare und deutliche Worte verwendet habe :) )
 
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Fachpfleger für Intensiv Medizin
Fachgebiet
IMC
C

Cutter

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16.11.2008
Hannover
Dem Willy werde ich da nicht widersprechen.:happy:

Es wurden hier schon einige Handlungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Ich denke das die TE nun ihren Weg gehen wird... wie auch immer der aussieht.

Mit viel Glück erfahren wir noch, wie es dann irgendwann ausgegangen ist.
 
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Pflegehelferin
Fachgebiet
Hannover
M

marinadiezweite

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10.09.2014
Uelzen
Ja, so seh ich das auch. Es nützt nichts ein einsamer Kämpfer auf weiter Flur zu sein. Es gibt halt viele Tipps, eine Sache einzudämmen. ES ist aber so, dass bei bestimmten Krankheiten alle Wege eingehalten werden müssen. Von Meldepflicht bis Ent''seuchung'' nach Plan. Es gibt einen PUnkt, wo ich ein wenig widerspreche. Es ist einem Lain und einer Altenpflegerin nicht immer möglich, eine Krätze eindeutig zu erkennen. Genauso wie manche Bewohner Hautveränderungen ausbilden, die nach einem Krätzebefall aussehen wie ein erneuter Befall. Deshalb bin ich persönlich gegen diese laienhafte Diagnose und Behandlung. Gerade diese Arglosigkeit und auch die Form, dass nur eine Tablette geschluckt wird, halte ich für nicht geeignet, da mal eben Ruhe reinzukriegen.
Unabhängig davon, wenn ich selbst das habe, egal, ob bei Bewohnern angesteckt, was sehr schlimm finde. Dann sollte man zu Hause einen eigenen Weg der Behandlung gehen. Der einem selbst vom eigenen Haus- oder Hautarzt vorgegeben wird. Denn die Krätze ist nicht einfach zu behandeln. Und noch weitergehend ist es nicht damit getan, eventuell befallene Personen zu behandeln. Die Behandlung ist dermassen schädlich für die Haut, dass man nur bei wirklichem Krätzealarm die ganze Familie behandeln sollte. Von Bett zu Bett springen diese Tierchen übrigens nicht.
 
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Rifka H

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10.04.2017
, DE
das ist ein Fall fürs Gesundheitsamt. Was sagt der MdK dazu??

Ich würde in dieser Einrichtung fristlos kündigen, da der Arbeitgeber anscheinend seinen Fürsorgepflichten nicht nachkommt. Ich arbeite nicht wo meine Gesundheit gefährdet ist.

EINE Infektion kann vorkommen. Aber über Jahre immer neue, da ist irgendwas nicht ganz koscher
 
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Altenpflegerin
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ElisaCharlott

ElisaCharlott

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Hallo mal wieder!
Ich möchte mich nun endlich ganz herzlich bei euch bedanken. Ich bin froh, dass hier jeder seine Meinung geäußert hat und mir vielleicht auch ein wenig die Augen geöffnet hat.
Ich wollte euch nur eine kurzen Bericht hinterlassen, wie sich die Situation in unserem Haus nun entwickelt hat...
Unser EL hat sich, nach etlichen Beschwerden und Kündigungsandrohungen vom Personal, (natürlich auch von mir) und von Angehörigen nun endlich darum gekümmert, dass unser Heim durch eine andere Hautärztin versorgt wird. Die hat für alle Bewohner sowie Mitarbeiter eine komplette Scabies-Behandlung und die entsprechenden strengen hygienischen Maßnahmen angeordnet. Alle Bewohner wurden gleichzeitig behandelt, alle Mitarbeiter am selben Tag. Mit Infectoscab und ScabiOral. Alle Kleidungsstücke wurden für eine Woche bei - 21° in Plastiksäcken gelagert und anschließend gewaschen. Dafür erhielten wir durch Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt ein spezielles Kühlhaus. Alle Decken und Kopfkissen wurden gegen neue ausgetauscht und es kamen neue Matratzen, welche sich desinfizieren lassen. Gleichzeitig mit der Behandlung wurden alle Polstermöbel von einer externen Firma gereinigt mit heißem Dampf und einem speziellen Mittel, die Böden und Flächen wurden ebenfalls spezialgereinigt. Ihr wisst sicher wie anstrengend, aufwändig und umfangreich die Aktion gewesen war, das muss ich nicht erklären, aber wir alle hoffen, dass wir nun endlich Ruhe haben. Ich hoffe auch sehr, dass alle Mitarbeiter die Maßnahmen Zuhause eingehalten haben, das kann man natürlich nicht sicher wissen aber ich habe die Zuversicht, dass alle von dem Zustand so genervt waren, dass sich jeder Einzelne daran gehalten hat.
Wenn nicht, werde ich das Haus verlassen, mehr kann ich dann auch nicht tun, nochmal möchte ich mir das nicht zumuten... Letzte Chance, sozusagen.. Und zum Glück sehen das einige Mitarbeiter so. Wisst ihr, ich war es natürlich leid, dass alles so mitzumachen und mir die Situation gefallen zu lassen, ohne das von der Chefetage was dagegen unternommen wurde.. Ich weiß, dass das für viele wahrscheinlich naiv klingt aber ich habe auch immer an das Befinden der alten Menschen denken müssen, die der Situation ausgeliefert waren, von denen kenne ich einige von Früher aber auch so konnte ich nicht glauben, dass 2018 noch bzw. wieder solche Zustände herrschen können und die alten Menschen sich damit abfinden und so leiden müssen..
Bisher ist insgesamt eine deutliche Verbesserung der Hautbilder zu sehen - Wir haben von über hundert Bewohnern nur noch eine, die sich noch immer sehr kratzt aber auch da hat sich die Pustebildung stark zurück entwickelt und wie ihr sicher auch wisst, kann der Juckreiz sich bis zu 4 Wochen nochmal verstärken, obwohl die Behandlung gewirkt hat. Ich hoffe nun einfach darauf, dass wir die Milben los sind und wieder Ruhe einkehrt. Und sollte es doch wieder anfangen, werd ich den Krankenschein einreichen und mich woanders bewerben.
Drückt die Daumen...

Vielen lieben Dank nochmal und viele Grüße!
 
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Altenpflegerin
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Cutter

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16.11.2008
Hannover
Whau :)
Das nenne ich mal konsequent. Zunächst einmal vielen Dank, das Du Dich hier nochmal zurück gemeldet hast. Viele Kollegen bitten hier um Rat und lassen dann nichts mehr von sich hören.
Zu lesen, das ihr das so fachmännisch hin bekommen habt, freut mich sehr. Das ist nicht unbedingt üblich. Großartig, wie ihr das angegangen seit. :thumbsup:
 
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Hannover
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Rifka H

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10.04.2017
, DE
Gratuliere!! da hast du direkt eine Heldentat vollbracht. Nicht jede Kollegin hätte das durchgehalten. Bravo!!!!
 
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Seniorenzentrum
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Administrator
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05.07.2001
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