Komplett unwichtige Frage zum Dekubitus oder lügt das Fernsehen?

Karola Weissbrich

Karola Weissbrich

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Hallo,
ziemlich blöde Frage, die mir seit ein paar Tagen im Kopf rumspukt:
In einem Krimi hatte die Leiche eines jungen Mannes Druckstellen, die noch zu Lebzeiten entstanden seien.
Später wurde dann als Begründung gegeben, dass er unter erheblichen Depressionen litt und deswegen manchmal tagelang nicht aus dem Bett gekommen ist.
Ähm.. echt jetzt? Ich dachte, dass schon Mikro-Bewegungen einen Deku verhindern.. und wenn man nun zwei oder drei Tage im Bett bleibt, dann aber wieder aufsteht und das ganze meinetwegen nach 2 Tagen wieder von vorn los geht.. dann gibt es doch keinen Dekubitus, oder?
Ich weiß.. wenn ich keine anderen Sorgen habe :hrhr::fremdschaem::pfeif:
 
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resigniert

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E war ein Krimi! wie du geschrieben hast. Da arbeiten auch die Forensiker anders - ich kenne einen privat
 
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Na ja, wir sagen doch immer: umdrehn nach 2-3 Stunden, sonst ist ruckzuck eine Druckstelle da. Warum soll ein Krimi im TV anders funktionieren als ein Krimi im Heim?
 
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Willy_Wuff

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Hmmm......

Ich spinne mal nen büschen vor mich hin und überlege mir mögliche Gründe :)
Depressionen, können wirklich heftig werden, so das sich jemand kaum noch bewegt, ebenso können sie mit einem Verlust jeglichen Körpergefühls einher gehen, da Schmerz eine Empfindung ist, die komplett im Hirn entsteht ….. kann die Psyche auch schuld daran sein das man keinerlei Schmerzempfinden mehr hat.
Möglicherweise Psychopharmaka überdosiert oder andere Medikamente eingeworfen die einen Koma ähnlichen Zustand hervorrufen.
Und naja, normalerweise werden wir dazu veranlasst uns zu bewegen, spätestens wenns irgendwo drückt ….. Wenn man das nicht registriert bewegt man sich auch nicht, schwubs ist ein beginnendes Druckgeschwür da, wenn man das immer noch nicht registriert ist die Haut schnell offen, ist das erst mal passiert geht alles weitere sehr schnell.
Also, vorstellen kann ich es mir schon.
Man bedenke wie oft Patienten nach Sturz mit Ligetraumata in die Klinik kommen.
 
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lulli00

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Ich hatte mal einen Jungen Pat. der hat es sogar geschafft nen Dekubitus in 3 Tagen zu bekommen, obwohl er regelmäßig Rauchen ging ;) Sobald er wieder im Bett war hat er sich Haar genau in die gleiche Position gelegt wie er immer lag. Lagern wollte er nicht. Selber auf andere Liegepositionen achten war auch nicht sein Ding.

Pat. männlich, um die 40, chro. Pankreatitis, Kachektisch, großer bedarf an Opiaten. War zur Wippel auf Station.
 
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Willy_Wuff

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Bei ausreichend Opiaten tat ihm ja auch nix weh :)
Wenn der Typ zum Rauchen gehen kann und klar im Kopf ist, würde ich mich auch weigern ihn zu lagern.
Ich würde ihm 2-3 mal erklären was die Folgen seines Verhaltens sein werden (Dazu bin ich verpflichtet) selbiges dokumentieren, und dann ist er für sein Leben selbst verantwortlich.
Hätte da echt nen schlechtes Gewissen, wenn ich meine Kümmerliche Zeit wissentlich verpulvern würde, und dann nach hause gehen müsste, mit dem Wissen das ich selbige bei einem anderen Patienten hätte sehr viel sinniger einsetzen können.
Abgesehen davon ist ein solches verhalten ja auch eine Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen, und jeh mehr ich ihm davon gebe um so mehr bestärke ich ihn in seinem verhalten.
 
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