Kompetenzüberschreitung

Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Hallo,

ich würde mich gerne hier mal über die Erfahrung des Vorwurfs der Kompetenzüberschreitung mit euch unterhalten.

Mir ist das leider schon untergekommen. Und ich fühlte mich dabei immer zu Unrecht kritisiert.
Wobei ich durchaus nachvollziehen konnte, dass die Idee dieses Vorwurfs entwickelt wurde und er dann ausgesprochen wurde.
Für mich ist damit aber immer die Frage im Raum, ob mit kritischen Situationen adäquat umgegangen wird, oder ob man jemanden sucht, dem man einen Vorwurf machen kann, um sich selbst zu entlasten.
Die Zuständigkeiten und Kompetenzen sind für mich nämlich nicht immer wie mit einem Messerschnitt klar abzugrenzen und ich finde, dass es wichtig ist, bei kritischen Situationen zueinander zu stehen.

Na ja, genug "Bla bla":wink: , ihr wollte jetzt sicher ein konkretes Beispiel hören.

Einmal hatte ich einen MRSA-Befund an die OP-Abteilung tel. weitergegeben.
Eine Patientin hatte einen DK intraoperativ erhalten und wir hatten den Keim im Urin auf Station durch Urikult festgetellt.
Da kam es zu einer "Welle der Kommunikation" im OP, oder, auch anders gesagt, einem "Aufschrei", und letztendlich wurde mir vorgeworfen, dass ich meine Kompetenz überschritten habe, weil ich nicht den OP hätte anrufen sollen, sondern die PDL.

Ein anderes Mal hatte ich eine Praktikantin auf Station, für die ihr Vater anrief, um sich über die Dienstzeiten und die Einteilung von ihr mit mir auseinanderzusetzen, die ihm so nicht zusagten. Die Praktikantin selbst hatte sich nicht beschwert, übrigens auch schon 18 Jahre alt.
Ich habe dieses Gespräch zuende geführt und zum Teil was geändert (WE-Familienergeignis..), zum Teil erklärt, warum es so ist, wie es ist, und damit war eigentlich alles gut, aus meiner Sicht. Der Vater trat sehr unangenehm fordernd auf.
Nachdem meine Vorgesetzte davon Info bekam, fand sie das gar nicht so gut, hat die Praktikantin nochmals zum Gespräch gebeten, die darauf das Praktikum unschön beendete.

Daraufhin machte man mir wieder den schon genannten Vorwurf, Kompetenzüberschreitung. Ich hätte den Vater sofort mit der PDL verbinden müssen, und dann wäre dem Haus viel Ärger erspart geblieben, der auch tatsächlich folgte, den ich aber aus bestimmten Gründen jetzt nicht vertiefen will.
Ich dachte, dass ich als STL meinen selbst erstellten DP auch selbst hätte erläutern dürfen, dass ich da autonom hätte handeln dürfen. :angry:

Kennt ihr sowas auch? Wie fühlt ihr euch dann? Warum passiert das?

Ich fühle mich nach solche Vorkommnissen demotiviert und unangenehm "in die Schranken gewiesen".

Ich habe jetzt nachdrücklich um meine Stellenbeschreibung gebeten, um die ich noch nie gebeten hatte, weil ich bisher keinen Bedarf gesehen hatte.
Das erzeugte Erstaunen, aber ich bin gespannt.

Lieben Gruß, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
65
Rosenheim
0
Hallo Allround,

zuerst einmal: ein interessantes Thema hast du eröffnet:thumbsup2: !

Nun, an deinen Beispielen läßt sich für mich keine Kompetenzüberschreitung erkennen.

Einmal hatte ich einen MRSA-Befund an die OP-Abteilung tel. weitergegeben.
Eine Patientin hatte einen DK intraoperativ erhalten und wir hatten den Keim im Urin auf Station durch Urikult festgetellt.
Da kam es zu einer "Welle der Kommunikation" im OP, oder, auch anders gesagt, einem "Aufschrei", und letztendlich wurde mir vorgeworfen, dass ich meine Kompetenz überschritten habe, weil ich nicht den OP hätte anrufen sollen, sondern die PDL.
:sick: warum der OP hier so ein Theater macht, verstehe ich nicht, hätte man anders lösen können! Trotzdem ist das keine Kompetenzüberschreitung für mich.

Daraufhin machte man mir wieder den schon genannten Vorwurf, Kompetenzüberschreitung. Ich hätte den Vater sofort mit der PDL verbinden müssen, und dann wäre dem Haus viel Ärger erspart geblieben, der auch tatsächlich folgte, den ich aber aus bestimmten Gründen jetzt nicht vertiefen will.
Na also ehrlich, soll man bei jedem Anruf von Eltern der Praktikanten gleich die PDL informieren, oder weiter verbinden?
Du bist Stationsleitung, du schreibst den Dienstplan, d.h. du nimmst eventuell notwendige Veränderungen vor, schließlich ist das dein Verantwortungsbereich.


Ich dachte, dass ich als STL meinen selbst erstellten DP auch selbst hätte erläutern dürfen, dass ich da autonom hätte handeln dürfen. :angry:
Genau richtig!:thumbsup2:

Ich habe jetzt nachdrücklich um meine Stellenbeschreibung gebeten
Richtige Handlung, denn nur so kannst du nachweisen, das es sich hier nicht um eine Kompetenzüberschreitung handelt. Übrigens finde ich es merkwürdig, das dir bisher keine Stellenbeschreibung vorliegt, bei uns sind sie transparent im Qualitätshandbuch nachlesbar!

Ich persönlich hatte bisher nur ein unschönes Erlebnis, wo mir Kompetenzüberschreitung vorgeworfen wurde.
Vorgeworfen wurde es mir von einem Hausarzt, den ich telefonisch um Abklärung der weiteren Behandlung bei einer Bew. bat.
Es handelte sich um eine Bew. mit sichtlicher Exsiccose, die sich für uns nicht im terminalen Stadium befand, ihre Trinkflüssigkeitsmenge bei weitem nicht erreichte und einen KH-Aufenthalt vehement ablehnte.
Mein Vorschlag an den Hausarzt auf sein Fragen hin, was man denn da noch machen sollte, wenn die Dame nicht ins KH möchte, war eine s.c. Infusion.
Diese lehnte er ab, weil er nix davon halte und warf mir sogleich einen Kompetenzüberschreitung vor.
Letztendlich ist meine damalige PDL stark für mich eingetreten, hat den Hausarzt um ein Gespräch gebeten und die Sachlage geklärt!:thumbsup2:


Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Danke, Manu, für deine Antwort! :flowers:

zuerst einmal: ein interessantes Thema hast du eröffnet:thumbsup2: !
Danke auch dafür.

Nun, an deinen Beispielen läßt sich für mich keine Kompetenzüberschreitung erkennen.
Eigentlich sehe ich das genauso, musste aber zum 4-Augen-Gespräch an oberste Stelle mich ordern lassen, mit der Bitte um "Sofort".
Na also ehrlich, soll man bei jedem Anruf von Eltern der Praktikanten gleich die PDL informieren, oder weiter verbinden?
Man sagte mir, dass ich doch anderes zu tun hätte, und mich mit sowas doch nicht belasten müsste.
Ich aber denke mir, dass die PDL auch anderes zu tun hätte, und sich mit sowas nicht belasten müsste.:wink:
Übrigens finde ich es merkwürdig, das dir bisher keine Stellenbeschreibung vorliegt, bei uns sind sie transparent im Qualitätshandbuch nachlesbar!
Unser QM ist noch in den Anfängen. Aber alles wird noch gut.
Mein Vorschlag an den Hausarzt auf sein Fragen hin, was man denn da noch machen sollte, wenn die Dame nicht ins KH möchte, war eine s.c. Infusion.
Diese lehnte er ab, weil er nix davon halte und warf mir sogleich einen Kompetenzüberschreitung vor.
Letztendlich ist meine damalige PDL stark für mich eingetreten, hat den Hausarzt um ein Gespräch gebeten und die Sachlage geklärt!:thumbsup2:
Das ist ein schön positives Beispiel für eine gute Unternehmenskultur und guten Zusamenhalt. :thumbsup2:
Mir hätte sie vielleicht gesagt, dass ich für die Therapie nicht zuständig bin.

Lieben Gruß, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
20
63110
0
Na, da hat Manu aber sowas von recht.
Kann es sein, dass die PDL Schwierigkeiten mit den Kompetenzen hat?
Es soll ja KH und Heime geben, spez. kleinere, in denen die SL oder WBL's nur proforma "existieren". Meine, die PDL's meinen, alles selber regeln zu müssen.
Aber bei Fehlentscheidungen, er hält dann wohl den Kopf hin...

:wink: Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
P

paros

Ich fühle mich nach solche Vorkommnissen demotiviert und unangenehm "in die Schranken gewiesen".

Ich habe jetzt nachdrücklich um meine Stellenbeschreibung gebeten, um die ich noch nie gebeten hatte, weil ich bisher keinen Bedarf gesehen hatte.
Das erzeugte Erstaunen, aber ich bin gespannt.

Hallo allround und ihr Anderen

nicht jede PDL fühlt sich von solchen Vorkommnissen in ihrer Kompetenz bedroht.
Die Situation mit dem MRSA kann ich auch nicht nachvollziehen, da wäre auch für mich einfach Handeln angesgt gewesen( o.k. und ne Info an die PDL)
die Situation mit der Praktikantin- nun, ich denke, dass "meine " WBLer" viel Handlungsspielraum haben aber da wäre ich auch gerne zumindest telefonisch in Kenntnis gesetzt worden.Nicht um das selbst zu regeln aber um einfach Bescheid zu wissen.
Das du dich dadurch demotiviert fühlst, kann ich nachvollziehen.
Ich habe früher als Leitung einer onkol. Station immer viele Sachen für das KH initiiert- mit dem Efolg, dass meine damalige PDL sich damit geschmückt hat und sich irgendwann tatsächlich von meiner Kompetenz bedroht gefühlt hat- nun, damals habe ich mir fest vorgenommen, dieses Verhalten nie an" meinen MA" auszutoben.
Stellenbeschreibungen sind gut aber ersetzen doch nicht die reale Kommunikation, oder?
Wir haben tägliche Kurzbesprechungen, einmal damit ich informiert bin aber auch, damit die WBLer Probleme oder Aufgaben an mich abgeben können.Und zu guter Letzt, auch ich als PDL halte meinen Kopf hin und muß bei Konflikten oder Beschwerden Rechenschaft ablegen, da weiß ich doch gerne im Vorfeld, was eventuell so an Ärger auf mich zukommen könnte.
Das manche meiner KollegenInnen ihre Funktion nicht wirklich ausfüllen, Machtmißbrauch betreiben und ihre MA demotivieren, na klar, es gibt wirklich wenig, was ich noch nicht gesehen oder erlebt hätte.
Ich wünsche Euch trotzdem die Power weiterzumachen, in eurem Sinne aber insbesondere im Sinne derer, für die wir alle bezahlt werden.
Schönes Wochenende
 
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Und zu guter Letzt, auch ich als PDL halte meinen Kopf hin und muß bei Konflikten oder Beschwerden Rechenschaft ablegen, da weiß ich doch gerne im Vorfeld, was eventuell so an Ärger auf mich zukommen könnte.
Der Ärger entstand erst, nachdem das Gespräch zwischen der Abiturientin/Praktikantin und meiner Vorgesetzten stattgefunden hatte. Ich war überrascht worden mit der Aufforderung, dass sie mal zu ihr gehen sollte, nachdem ich von dem Telefonat erzählt hatte, und ich hatte gleich das Gefühl, dass das zu viel Druck für die junge Frau ist, was ja auch so war.

Ungünstig wirkte sich auch aus, dass ich halt ein anderes Rollenverständnis einer Praktikantin habe als meine Vorgesetzte.
Für mein Verständnis muss sie nicht Dienstlücken füllen, sondern ist eingesetzt, um den KH-Alltag kennenzulernen. Ja, ein bisschen empfinde ich auch einen pädagogischen Auftrag.....:blushing: ..
Ist dieses Gefühl fehl am Platze?
Sollte ich mehr die Haltung haben, dass sie meine Forderungen zu erfüllen hat und Ende?

Muss ich meine Praktikanten so sehen, wie es andere wünschen? Gibt es woanders dafür schriftliche Fixierungen?

Eigentlich habe ich auch gerne einen eigenen Stil, mal ehrlich.
Aber der war jetzt nicht richtig.
Klar, daran wird auch die Stellenbeschreibung nichts ändern. Sowas steht da sicher nicht drin.

Ich meine inzwischen, dass ich mal einfach Gras drüber wachsen lassen sollte und mir selbst weiter treu bleiben. So sag ich mir das, um mich wieder aufzubauen. Aber es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

Ach so, die Infoweiterleitung mit dem Problemkeim in der anderen Geschichte
hatte der OP übernommen. Das hatte aber halt auch "nicht geschmeckt", eben weil ich das hätte ja machen sollen. Also gleich 2x falsch gemacht.
Aber dazu kann ich stehen, no problem :ermm: .

LG, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
65
Rosenheim
0
Hallo Allround,


neee Du, ändere bloß nicht Sichtweise über Praktikanten, sie ist vollkommen richtig!:thumbsup2:


Bleib so wie Du bist, man kann leider nicht allen Personen gerecht werden!


Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
J

Jungsmama4

Mitglied
Basis-Konto
0
95030
0
Hallo Allround,

mit Kompetenzüberschreitung hat das meiner Meinung nichts zu tun. :nono:
Das liest sich eher so, als hätte eure PDL ein Problem...fühlt sich im innersten vielleicht nicht richtig ernst genommen... und muss sich und euch mit solchen "Aktionen" beweisen, wie wichtig sie ist...:cry:

wenn man bei uns so arbeiten würde, wie es eure PDL verlangt (sie wegen jeder Kleinigkeit anrufen/informieren) würden uns wohl eher gesagt werden, dass sie auch noch was anderes zu tun hat.:laughing:

Deine Einstellung zu den Praktikanten ist völlig ok:thumbsup2: , nur schade dass es so immer weniger sehen :heul:
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Alten- und Pflegeheim
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Allround,
Einmal hatte ich einen MRSA-Befund an die OP-Abteilung tel. weitergegeben.
Eine Patientin hatte einen DK intraoperativ erhalten und wir hatten den Keim im Urin auf Station durch Urikult festgetellt.
Da kam es zu einer "Welle der Kommunikation" im OP, oder, auch anders gesagt, einem "Aufschrei", und letztendlich wurde mir vorgeworfen, dass ich meine Kompetenz überschritten habe, weil ich nicht den OP hätte anrufen sollen, sondern die PDL.
Kompetenzüberschreitung in dem Fall finde ich zwar etwas zu hoch gegriffen, dennoch würde ich sagen, dass dir hätte klar sein müssen, dass es zu so einem Aufschrei kommt und eine Abklärung und Weitergabe des Befundes mit dem Stationsarzt oder PDL , zumindest abgesprochen hätte sein müssen. Ich bin sicher da hätte man der Brisanz etwas entgegen wirken können.
Daraufhin machte man mir wieder den schon genannten Vorwurf, Kompetenzüberschreitung. Ich hätte den Vater sofort mit der PDL verbinden müssen, und dann wäre dem Haus viel Ärger erspart geblieben, der auch tatsächlich folgte, den ich aber aus bestimmten Gründen jetzt nicht vertiefen will.
In dem Fall hätte ich gesagt, dass ich mit der Praktikantin selbst sprechen, möchte, da sie ja nicht mehr minderjährig ist. Wenn ein Vater dann so hreausfordernd auftritt, bin ich auch der Meinung, dass du ihn an die PDL verweisen hättest müssen. Du bist für die Gestaltung und Koordination des Dienstplanes zuständig und entscheidest nicht über dei Einstellung oder Kündigung. Zumindest wäre eine Info für die PDL nach dem Gespräch, meiner Meinung nach wichtig gewesen, damit man auch als Vorgesetzte so einer 'Überraschung' nicht kenntnislos gegenüber steht. Stell dir vor, eine Mitarbeiterin von dir hätte dieses Gespräch geführt, vielleicht eine Entscheidung getroffen ohne dich zu informieren, wie hättest du dich gefühlt?
Wie gesagt Kompetenzüberschreitung finde ich in dem Rahmen zu hoch gegriffen, aber ich würde es doch als 'nicht gut durchdachtes Handeln' einstufen.
LG Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
65
Rosenheim
0
Hallo Sahawe,

Du bist für die Gestaltung und Koordination des Dienstplanes zuständig und entscheidest nicht über dei Einstellung oder Kündigung.
aber das hat sie doch auch nicht!:blushing:


Ein anderes Mal hatte ich eine Praktikantin auf Station, für die ihr Vater anrief, um sich über die Dienstzeiten und die Einteilung von ihr mit mir auseinanderzusetzen, die ihm so nicht zusagten.
keine Einstellung, sondern gewollte Dienstplanänderung von Seiten des Vaters

Ich habe dieses Gespräch zuende geführt und zum Teil was geändert (WE-Familienergeignis..), zum Teil erklärt, warum es so ist, wie es ist, und damit war eigentlich alles gut, aus meiner Sicht.
Hier ist sie dem Vater teilweise entgegen gekommen, hat aber auch ihren Standpunkt klar deutlich gemacht!

Nachdem meine Vorgesetzte davon Info bekam, fand sie das gar nicht so gut, hat die Praktikantin nochmals zum Gespräch gebeten, die darauf das Praktikum unschön beendete.
PDL wurde also informiert ( von wem eigentlich?), danach fand eine Art Kritikgespräch zwischen PDL und Praktikantin statt ,welches wohl sehr mies lief, denn die Praktikantin selbst kündigte!
Also wurde auch nicht von der SL gekündigt!


So verstehe ich das jedenfalls...
Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Manu,
aber das hat sie doch auch nicht!:blushing:
natürlich hat sie das nicht, habe ich auch nicht gesagt. Mir ging es darum, wenn das Gespräch über das 'normale' Maß der Dienstplanverständigung hinausgeht und das war für mich mit dem herausfordenenden Verhalten des Vaters gegeben, ist ein weiteres Gespräch mit der PDL notwendig, die wenn es nicht zur gegenseitigem Verständnis kommen kann, weitere Schritte (beispielsweise Kündigung) einleiten kann, was die Stationsleitung nicht kann. Deswegen steht ihr dieses Gespräch nicht zu.

PDL wurde also informiert ( von wem eigentlich?), danach fand eine Art Kritikgespräch zwischen PDL und Praktikantin statt ,welches wohl sehr mies lief, denn die Praktikantin selbst kündigte!
Also wurde auch nicht von der SL gekündigt!
Die PDL wurde informiert, aber soweit ich das verstanden habe nicht unmittelbar, sondern später, nachdem die Sache gelaufen war.

LG Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
20
63110
0
Bevor die PDL informiert wurde, waren alle Unklarheiten beseitigt.
Allround hatte alles geregelt und die Sache war eigentlich erledigt.

Erst nachdem die PDL ein weiteres Gespräch mit der Praktitantin geführt hatte, hat diese gekündigt.

:eek:riginal: Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
PDL wurde also informiert ( von wem eigentlich?), danach fand eine Art Kritikgespräch zwischen PDL und Praktikantin statt ,welches wohl sehr mies lief, denn die Praktikantin selbst kündigte!
Also wurde auch nicht von der SL gekündigt!
So verstehe ich das jedenfalls...
Richtig, Manu! :thumbsup2:

Eingangs schrieb ich ja auch:

Wobei ich durchaus nachvollziehen konnte, dass die Idee dieses Vorwurfs entwickelt wurde und er dann ausgesprochen wurde.
Für mich ist damit aber immer die Frage im Raum, ob mit kritischen Situationen adäquat umgegangen wird, oder ob man jemanden sucht, dem man einen Vorwurf machen kann, um sich selbst zu entlasten.
Die Zuständigkeiten und Kompetenzen sind für mich nämlich nicht immer wie mit einem Messerschnitt klar abzugrenzen und ich finde, dass es wichtig ist, bei kritischen Situationen zueinander zu stehen.
Ich möchte jetzt nicht meine Vorgesetzten an den Pranger stellen, das ist wirklich nicht meine Absicht, ich pflege da auch aus meiner Sicht und meiner Richtung heraus eine gute Kommunikation, so meine ich es.
Sicher passiert die Informationsweitergabe der Dinge, die ich für wichtig halte, nicht immer ganz zeitnah, was auch z.T. daran liegt, dass ich inzwischen nie zusätzlich zur Abdeckung der Mindestbesetzung da bin, sondern immer Teil der Mindestbesetzung bin und dadurch im Dauerstress, da ich ja beides gut machen muss.

Was mich bei dir interessieren würde, Sabine, ist es bei euch denn üblich, dass die STL jede Dienstplanänderung an die PDL weitergibt, und vor allem tatsächlich auch die der Praktikantin?

Ich habe halt auf Grund des Status' der Praktikantin da eher eine andere Sicht, da sie doch eigentlich freier ist als eine Festangestellte, und ich meine Weisungsbefugnis da anders einstufe.

Wie geht ihr bei der Dienstplangestaltung von Praktikanten vor? Ich hätte gerne mal eine Vergleichsmöglichkeit.

Dass sie das Praktikum abbricht, erfuhren wir erst nach ihrem freien WE, tel. bei ihrem eigentlichen Dienstbeginn in der Frühe.

Das Telefonat mit dem Vater habe ich nicht als angenehm empfunden, aber dass es so brisant wichtig mal sein könnte, das habe ich beim Führen nicht gedacht, eben weil wir zu einer Einigung kamen. Ich habe eher das Gefühl gehabt, dass er noch nicht zulassen kann, dass seine Tochter jetzt eigenverantwortlich und erwachsen für ihre Aussagen einstehen muss. Ich kann verstehen, dass meiner Vorgesetzten das auch aufgestossen ist, da ich es selbst strange finde. Sie erfuhr von dem Telefonat, als sie sich nach der WE-Einteilung erkundigte.

Aber worum es mir in dieser Diskussion auch geht, ob dieser Vorwurf der Kompetenzüberschreitung gerechtfertigt ist, das habt ihr ja auch bisher bestritten, und wann ihr solche Vorwürfe erlebt habt und wie.
Und ich interessiere mich dafür, wie in anderen Häusern mit solchen Situationen umgegangen wird, ob man sich da auch nach eigentlich kleineren "Fehlentscheidungen" solche Vorwürfe anhören muss und sich so mies fühlen muss.

Im Übrigem kann sich meine PDL immer darauf verlassen, dass ich ihr wichtige Neuigkeiten weitergebe, die sie oft genug von mir aus erster Hand erfährt.


LG, Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
T

traveler

Aktives Mitglied
Basis-Konto
51
Kaufbeuren
0
Hallo,

ich habe deine Beispiele mehrmals gelesen. Ich habe den Eindruck, dass hier Sach- und Beziehungsebene unheilvoll miteinander verquickt sind. Ist hier vielleicht ein Machtkampf im Gange?

MRSA Information weitergegeben, wo ist das Problem? O.K. zeitnahe Info an die PDL auch gut, zuerst würde ich aber dem Stationsarzt die Info geben, denn der muss die entsprechenden Maßnahmen veranlassen - oder? Aus der Ferne wären mir die Probleme nur mit zwischenmenschlichen Umstimmigkeiten erklärbar.

Beim Beispiel mit der Praktikantin scheint auch mehr zu sein als nur ein kleine Dienstplanänderung, wenn daraus ein Kündigung wird. Aber du willst nicht mehr dazu sagen - akzeptiert.

Was ich allerdings nicht verstehe und für mich nicht akzeptabel wäre, weder als betroffener MA/Praktikant noch als Vorgesetzter, wenn mit Betriebsfremden, auch Verwandte über dienstliche Belange eines Erwachsenen am Telefon diskutiert wird und daraus sogar Konsequenzen (Dienstplanänderung) resultieren, womöglich noch ohne mit mir zu reden. Da wäre ich als MA oder Vorgesetzter stink sauer. Da hast du glaube ich daneben gehauen, das geht meiner Meinung nach nicht.

Vielleicht wollte die Prakt. ja ausgerechnet an dem Tag Dienst tun?! Wurden hier innerfamiliäre Zwistigkeiten versucht über dich zu lösen? Kann es sein, dass du dich etwas naiv als Kofferträger missbrauchen hast lassen?

Ein höflicher Hinweis, dass er sich darüber bitte mit seiner Tochter auseinandersetzen möge, da diese ja Erwachsen sei und du schon aus datenschutzrechtlichen Gründen mit einem Dritten am Telefon über den Dienstplan nicht reden darfst, hätte für dich zumindest die Situation entschärfen können.

Übrigens:
1. wie kann ich verifizieren wer wirklich an Telefon ist?
2. schon die Auskunft - MA ist im Urlaub oder Krank oder hat FD/SD/ND ist eine unerlaubte Weitergabe von Informationen.

Vielleicht solltest du die Situation nochmals mit einer unbeteiligten Dritten reflektieren hinsichtlich möglichem Machtkampf, der dir vielleicht gar nicht bewußt ist und meiner Meinung nach deutlicher Überschreitung der Kompetenzen, zumindest aber sehr ungeschicktes Handeln im Fall der Praktikantin.

Viel Erfolg

Gruß renje
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
Fachgebiet
Angestellt
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Oh, beim Schreiben ist ja einiges passiert.....:laughing: , muss jetzt mal lesen, aber vielleicht ist ja schon die eine oder andere Antwort dabei...
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
Allround

Allround

Aktives Mitglied
Basis-Konto
0
65779
0
Vielleicht wollte die Prakt. ja ausgerechnet an dem Tag Dienst tun?! Wurden hier innerfamiliäre Zwistigkeiten versucht über dich zu lösen? Kann es sein, dass du dich etwas naiv als Kofferträger missbrauchen hast lassen?

Ein höflicher Hinweis, dass er sich darüber bitte mit seiner Tochter auseinandersetzen möge, da diese ja Erwachsen sei und du schon aus datenschutzrechtlichen Gründen mit einem Dritten am Telefon über den Dienstplan nicht reden darfst, hätte für dich zumindest die Situation entschärfen können.
Ich hatte als aller Erstes gesagt, dass seine Tochter gesagt hatte, dass sie zu dem WE-Dienst bereit ist, und ich deshalb erstaunt bin über seinen Anruf. Darauf wurde auf die Höflichkeit und Schüchternheit und den übergroßen Respekt und das Nicht-Nein-Sagen-Können von ihr verwiesen.

Ich habe ihr im Anschluss deutlich gesagt, dass sie offener und ehrlicher mit uns umgehen soll in Zukunft. Darauf sagte sie, dass sie vergessen hätte, dass sie an dem WE nicht kann. Natürlich ist das Ganze crazy und ich hätte mir in diesem Alter niemals mehr was von Elternseite her dirigieren lassen...:spinner:

Aber ich fühle mich auch nicht für ihre Erziehung und Elternbeziehung verantwortlich.
Und vertraue darauf, dass sie noch lernt, Verantwortung zu übernehmen im Leben. Muss sie aber auch nicht gegen ihren Wunsch, sie hatte nicht vor, sich zu widersetzen, einteilen, da sie unentgeltliche Hilfe ist, so sehe ich das.

Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
Fachgebiet
Interdisziplinäre Station
Sahawe

Sahawe

Aktives Mitglied
Basis-Konto
Hallo Allround,
Was mich bei dir interessieren würde, Sabine, ist es bei euch denn üblich, dass die STL jede Dienstplanänderung an die PDL weitergibt, und vor allem tatsächlich auch die der Praktikantin?
nein natürlich nicht, aber es ist auch nicht üblich, dass man die Dienstplanänderung der Praktikantinnen mit dem Vater bespricht.
Ich denke da in Renjes' Richtung:
Beim Beispiel mit der Praktikantin scheint auch mehr zu sein als nur ein kleine Dienstplanänderung, wenn daraus ein Kündigung wird. Aber du willst nicht mehr dazu sagen - akzeptiert.
LG Sabine
 
Qualifikation
Lehrerin für Deutsch und Pflege
Fachgebiet
Berufliche Schule
Weiterbildungen
Studium der Germanistik und Pflegewissenschaften mit dem Schwerpunkt Gerontologie
E

E-Lyte

Mitglied
Basis-Konto
0
0
Richtig, Manu! :thumbsup2:

Sie erfuhr von dem Telefonat, als sie sich nach der WE-Einteilung erkundigte.

LG, Allround
Ist es üblich, dass eine PDL sich nach der WE-Einteilung sich erkundigt?

Mit verwunderten Grüßen E-Lyte
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Intensiv
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.