Kompetenz in der Notaufnhame

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wetterauer_Elf

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Mich würde mal interessieren wie ihr die Kompetenzen vom Pflegepersonal in einer Aufnahmestation seht. Was sollte oder kann man machen/ verantworten und was sollte man lieber die Ärzte machen lassen?
Standards die bei uns der Pflegedienst übernimmt (ausser die herkömmlichen Untersuchungen wie RR; Puls, Temp, EKG usw.) sind eigentlich nur:
- venöse Blutentnahmen bzw. legen von venösen Zugängen,
(das macht jeder), alles andere ist abhängig vom jeweilligen Mitarbeiter :blink: Ich sehe das allerdings eher etwas locker und bin auch mal froh wenn ich etwas mehr machen kann/ darf. Allerdings gibts dann meistenes immer Ärger mit der Cheffin.... :angry:
 
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PDL
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lotta1963

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Hallo, wetterauer_Elf, welche Tätigkeiten meinst du konkret? Dann kann ich dir eher meine Meinung dazu schreiben. Bei uns macht das Pflegepersonal auch nicht mehr, außer noch gipsen. Venöse Zugänge kann nicht jeder Mitarbeiter legen. Ich sehe das auch nicht vorrangig als unsere Aufgabe an. Das Pflegepersonal beschwert sich oft über Personalmangel, will aber andererseits fachfremde sprich ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Das passt für mich nicht zusammen. Deshalb meine Frage nach den Tätigkeiten. Gruß Christiane
 
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Krankenschwester
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Intensivstation
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Lucacino

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Ich bin Fachpfleger und in einer großen Uniklinik-Notfallaufnahme beschäftigt. Wir machen z.B. im Rahmen der Politraumaversorgung auch bei weitem mehr. Legen arterielle sowie zentralvenöse Zugänge und intubieren auch. Das wird nicht von allen verlangt, aber wer es kann und möchte, der macht das auch bei uns. Aber immer in Absprache und im Beisein des Arztes.
 
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Anaesthesiepfleger
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lotta1963

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Hallo, die Übernahme solcher Tätigkeiten steht in unserer Notaufnahme nicht zur Diskussion, da das Personal keine Fachweiterbildung hat und zur Zeit noch keine Polytraumen in die Aufnahme kommen. Ich leite diese Aufnahme bei uns im Haus seit einem halben Jahr und habe vorher lange auf Intensivstationen gearbeitet, davon die letzten 5 jahre als stellv. Leitung, wo es ähnliche Diskussionen gab. Ich sehe die Gefahr, dass fachfremde Tätigkeiten anfangs in Absprache übernommen werden, und später selbstverständlich verlangt werden( vom ärztlichen Dienst). Mitarbeiter der Pflege, die sich dagegen wehren, weil sie es nicht können oder zu Recht nicht wollen, müssen sich unnötigen Diskussionen aussetzen. Ich persönlich meine, dass Pflegepersonal nicht zwingend intubieren und arterielle Zugänge legen muss, wir haben andere Aufgaben, für die bei den knappen Personalressourcen bei uns jetzt schon zu wenig Zeit da ist. Gruß Christiane
 
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Krankenschwester
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Dirk

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Hallo

ich möchte dir dann sagen das der Beitrag von Christiane richtig ist, wir können nicht über Arbeitsverdichtung durch Fremdtätigkeiten jammern und dies als ein pflegenotstand verkaufen.
Aber ich möchte dir nichts unbegründet weitergeben und so auch nicht so banal, ohne Fachweiterbildung Anästhesie/Intensiv ist das legen von Venösen Kanülen nicht Dein Aufgabenbereich und du bist rechtlich nicht abgesichert, deine vorgesetzte hat recht wenn Sie Dir auf die Füsse tritt wenn Du deine Kompetenzen überschreitest. Ich empfehle Dir als Lektüre den Schelter das Tarifrecht der angestellten im KH, da wird die rechtlich jede Kompetenzfrage erklärt und am beispiel erläuter, oder du machst Die weiterbildung zur Stations/Heimleitung da kommt das auch alles. Das legen von Venülen darfst du nur mit einer schriftlichen Genehmigung(at personum - muss auf deine Person lauten) des anweisenden Arztes der sich davon überzeugen muss das Du es kannst und dann hast du die Übernahmeverantwortung und bist Haftbar für dein Handeln. genau so dürfen wir kein Blut anhängen abhängen und umhängen auch personal der intensivstationen nicht, dies ist eine tätigkeit welche von ärztlicher Seite nicht übertragen werden dürfen- ebenfalls schelter nachlesbar. usw....
falls Du noch Fragen hast: [email protected]

Mfg dirk
 
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Dirk

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Vielen Dank,
du sprichst Mir aus der Seele und wem unsere Aufgaben nicht langen dem empfehle ich ein Medizinstudium
MfG Dirk
 
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stellv. Stationsleitung/ Krankenpfleger
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wetterauer_Elf

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Zur Information:

Bluttransfussionen werden bei uns grundsätzlich vom Pflegedient angehangen bzw. gewechselt usw.;
Venöse Zugänge werden auch standardmäßig vom Pflegedienst übernommen (sogar in Absprache mit der PDL);
Intubieren müssen/ dürfen wir nicht;

im speziellen ging es bei mir um Blutgasanalysen, die ich aus der Femoralis abgenommen habe (in Absprache mit dem Arzt) oder um eigenständige Medikamentengabe (ich bin der Meinung das ich für ein Schmerzmittel im Nachtdienst keinen Arzt brauche...)
Zudem gab es noch die Meinung das ich keine i.v. Antibiosen bzw. i.v. Medis verabreichen darf- was allerdings bei uns jede Pflegekraft auf Station auch macht... (zumindest mit den i.v. Antibiosen)
 
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Lucacino

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Es muß sich jeder im klaren sein, dass man die Verantwortung für sein Tun übernimmt. Wenn wir z.B. intubieren, wird das immer zu zweit gemacht und somit ist der Arzt immer dabei. Wie in der Aneasthesie auch. Jeder gute Anaesthesiepfleger kann intubieren und venöse, zentralvenöse und auch arterielle Zugänge legen. Es wird aber von keinem verlangt und wer es nicht kann oder möchte hat dadurch keine Nachteile und keine Diskussionen zu erwarten. Wir sind ein Team was schon mehr als 12 Jahre zusammen arbeitet und jeder weiß was der andere kann oder macht und es gab bisher noch keine Beschwerden oder gar rechtliche Probleme. Wer eben gern bei seinen "Leisten" bleiben möchte, für den gibt es auch die richtigen Stellen in der Pflege. Das Notfallaufnahmepersonal besteht Nachts bei uns nur aus einem Anästesisten und einem Pfleger/Schwester. Da geht es oft um Zeit und nicht um darf ich oder darf ich nicht. Damit sind wir bisher immer ohne Probleme zurecht gekommen.
 
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Anaesthesiepfleger
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wetterauer_Elf

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GENAU!!! Das kann ich bestätigen! Oft gehts auch um Zeit und da mache ich eben auch viel in der "Notfallkompetenz" :innocent: (z.B. Viggos legen)
Bin eben oft alleine in der Aufnahme und bis der diensthabende Arzt kommt kann das u.U. schon mal 10-15 Minuten dauern...
 
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Lucacino

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...aber pass mit den Blutkonserven auf. Das kann schnell in die Hose gehn. Das ist z.B. was, dass ich nur im äußersten Notfall und nur im Beisein und mit der Zustimmung meines Dienstarztes mache. Und ich kontrolliere die Konserven peinlichst genau. Viel Erfolg! Wir haben auch niemanden in unserer NFA, der mit dem Gesetzestext winkt und auf Paragraphen pocht. Wollen wir auch nicht!
 
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Anaesthesiepfleger
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Isis

Isis

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Also, das mit den Blutkonserven finde ich sehr interessant, denn ich habe in der Ausbildung gelernt, das das Anhängen von Transfusionen überhaupt nicht vom Arzt an irgendjemand anderen delegiert werden darf, und unsere Intensiv-Pflegekräfte haben das auch nie getan (ich bin "nur" einfache Krankenschwester). Bei uns im KH war es üblich, daß auf Intensiv venöse Zugänge, und venöse Blutabnahmen vom Pflegepersonal gemacht wurden, in der Notaufnahme je nach Andrang (das galt vor allem am Wochenende und nachts). Auf der Intensiv wurden außerdem Medikamente i.v. von den Pflegekräften gegeben, bis auf wenige Ausnahmen.
 
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Krankenschwester/Nachtwache
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Altenpflegeheim
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wetterauer_Elf

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jupp... ich denke das liegt wohl auch ein bisschen an der Größe des Hauses. Ich arbeite in einem ca. 300 Betten Haus (also recht klein). Der Arzt in der Aufnahme ist ebenfalls für die peripheren Stationen zuständig. Allein aus diesem Grund sind wir oft alleine in der Aufnahme und sind gezwungen Entscheidungen zu treffen und gewisse Tätigkeiten zu übernehmen. Auf der anderen Seite sind wir lt. Krankenpflegegesetz ja auch verpflichtet lebenserhaltende Maßnahmen einzuleiten; sicherlich ist nicht alles Lebenserhaltend, aber ich sollte ja auch präventiv arbeiten (z.B. bin ich der Meinung einen venösen Zugang legen zu müssen wenn ich einen Pat. mit Krampfanfall bekomme; Medikamentengabe im Zweifel ebenso). Die Psyche des Pat. spielt auch eine Rolle- stellt euch vor es geht euch nicht gut, ihr kommt in ein Krankenhaus und es dauert ne halbe Stunde bis ein Arzt kommt der Euch ein Mittel gegen Übelkeit gibt... Wir sollen (auch lt. Krankenpflegegesetz) die physische und psychische Gesundheit fördern...(alles nachzulesen hier) Alles wohl nur eine Frage der Auslegung...:rolleyes: wie seht ihr das????
 
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