Innere Medizin Kohle bei Intoxikation

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Tröstereule

Tröstereule

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27.02.2007
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Hallo=)

Ich hab mal eine Frage, bei einer Intoxikation gibt man den Patienten ja oft KOhle um den Körper zu "reinigen" in dieser Kohle ist ja auch ein Abführmittel drinne....Wie lange braucht der Körper, bis dieses Zeug wieder ganz raus ist?

Liebe Grüße

Die Tröstereule
 
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meggy

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Hallo,

in Kohle ist kein Abführmittel drin, es bindet nur das Gift uns lässt es vom Körper nicht mehr aufnehmen.

Medizinische Kohle ist eigentlich sogar ein Mittel gegen Durchfall, könnte also theoretisch eher zu Verstopfung führen, daher hatten wir es früher im Krankenhaus noch mit Glaubersalz zum Abführen kombiniert, was jetzt aber wohl nicht mehr üblich ist.

Meist kommt der Kohlestuhlgang am nächsten Tag ganz normal, aber knallschwarz heraus.

Liebe Grüße,
Meggy
 
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Tröstereule

Tröstereule

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27.02.2007
40878
Hey du,

danke für deine Antwort.
In dem KH wo ich Praktikum gemacht habe, haben die das auch mit diesem Salz versetzt...muss wohl wahnsinnig ekelhaft schmecken, die KOhle miiiiiit diesem Salz...
Und wielange dauert es , bis man wieder ganz normalen Stuhl hat?

Liebe Grüße

Tröstereule
 
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Batz

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15.05.2006
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Hallöle!
Kohle schemckt super ecklig!! Man kann mit 2-3 Tagen rechnen bis der Stuhl wieder normal aussieht und somit die Kohle ausgeschieden ist. Kohle wird oft pur gegeben in fertigen Packs das glaubersalz bekommen die Patienten seperat. Aber egal wie schmeckt beides einfach grausam.
Lg Batz:eek:riginal:
 
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meggy

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Hallo,

ich kann mich erinnern, dass das Kohlegesöff im Krankenhaus nicht so gut ankam.

Als wir es bei der eigenen Tochter benötigten, habe ich es in einen undurchsichtige SIGG-Flasche gefüllt, dass zumindest nicht sichtbar war, wie ekelig es aussieht, so hat meine Tochter es gut getrunken.

2 Tage später war der Stuhlgang normal.

Liebe Grüße,
Meggy
 
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Batz

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Hallöle meggy!
Der renner ist es nicht aber wenn man auf ner giftzentrale anruft bekommt man bei manchen intoxikationen genau diesen hinweis.
Lg Batz:wink:
 
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ms81

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Hi...
bei unseren Patienten dauert es nur wenige Stunden bis die forcierte Diarrhoe einsetzt.... Wir versetzen die Kohle mit Sorbit ....und das bekommen die Patienten solange, bis sie den ersten Stuhlgang abgesetzt haben... Nicht schön, aber das gebundene Gift muss und soll schnell aus dem Körper raus..

Grüsse
Mareike
 
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S

Surrogat

Hallo miteinander,

wir verwenden Ultracarbon und Glaubersalz ebenfalls meist in Kombination, so nach Rücksprache mit der Giftnotzentrale indiziert.

Ultracarbon ist recht gut zuzubereiten, aber die geschmackliche Qualität entspricht in etwa der von 400 ml Heilerde...

Ich denke die Tatsache das man es nicht wirklich mit Geschmacksstoffen versetzt (heutzutage kann man sogar den sprichwörtlichen Besen wohlschmeckend machen) liegt daran, das das Hauptklientel Suizidpatienten sind und jenen möchten man das Pocedere aus therapeutischer Sicht auf keinen Fall zu angenehm machen. :kopfkratz:

Ausscheidung der Kohle via Darm aus Erfahrung so ca. 2 - 4 Tage.

Gruss,

Surrogat
 
G

GPP

Guten Morgen,

wir verwenden die gleiche Kombination, wie sie Surogat erwähnt. Schwierigkeiten bereiten mir hierbei jedoch 2 Dinge:
  1. Ist das Volumen, das verabreicht wird (400ml. Ultracarbon, 250 ml. Glaubersalzlösung) sehr hoch und eignet sich hervorragend zum erbrechen und aspirieren
  2. Dämpft die gleichzeitige Glaubersalzgabe, zumindestens theoretisch, die (katalythische?) Wirkung der Aktivkohle.
Andererseits hat sich die Geschichte bewährt und entspricht wohl auch noch dem Stand der heutigen Medizin...Hält sich schon lange!

Grüßle aus der Quadratestadt
Gerhard
 
Tröstereule

Tröstereule

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27.02.2007
40878
hey,

vielen Dank für eure Antworten.
Jo, ich glaube das schreckt Suizidpatienten wirklich ab...
weil ich denke nochmal möchte man diesen "Genuß" nicht erleben:ausheck:
Jedenfalls ist dieses Zeug immer eine riesengroße Schweinerei :rolleyes:

Liebe Grüße

die Tröstereule
 
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meggy

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Ich denke die Tatsache das man es nicht wirklich mit Geschmacksstoffen versetzt (heutzutage kann man sogar den sprichwörtlichen Besen wohlschmeckend machen) liegt daran, das das Hauptklientel Suizidpatienten sind und jenen möchten man das Pocedere aus therapeutischer Sicht auf keinen Fall zu angenehm machen. :kopfkratz:
Nun, das kann ich als Kinderkrankenschwester natürlich nicht bestätigen, die Hauptindikation bei Kindern ist in erster Linie das Ausprobieren unbekannter Dinge durch Kinder.

Aber da Kinder ziemlich vieles essen, essen sie zur Not auch die Kohle...

Gibt es eigentlich Kontraindikationen für Kohle?

Gruß,
Meggy
 
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Batz

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Hallöle!
Kohle soll bei Vergiftungen mit starken Säuren und Basen nicht eingenommen werden. Außerdem kannn sie die Wirkung bereits eingenommener Medikamente verringern.
LG Batz:wink:
 
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05.07.2001
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