Kernarbeitszeit für die Leitung

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Henrike A.

Mitglied
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17.12.2001
Hi!
Wir wollen auf unserer Station demnächst (sobald wir personell gesehen wir auf Normalmaß angelangt sind) die Kernarbeitszeit für die Leitung einführen.
Nun meine Frage:
Macht ihr so etwas schon und wenn ja, welche Tätigkeiten habt ihr dabei übernommen?
Die Leitung, die dann diese Kernarbeitszeit macht, soll natürlich dann nicht in der Pflege direkt arbeiten.
Wenn die- oder derjenige dann z.B. um 8.00 Uhr beginnt, wie macht ihr das dann mit der Übergabe?
Wir haben ansonsten bei uns auf Station die Zimmerpflege, aber es ist halt doch wichtig, ab und zu einen festen Ansprechpartner im Dienstzimmer zu haben, der auch die etlichen Telefongespräche entgegen nehmen kann und dazu wäre eine gute und ausführliche Übergabe schon notwendig.
Über viele Tips würde ich mich freuen.
Gruß
Henrike A.
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Nephrologie
N

Noki

Neues Mitglied
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06.07.2000
22589
Hallo, ich leite eine Station und arbeite von Montag bis Freitag. Die Dienstzeit ist von 7:30 bis 15:42. Ich bekomme bei Dienstantritt eine kleine Übergabe und lese dann die Pflegebericht vom Spät- und Nachtdienst. Da ich in der Woche präsent bin, habe ich einen guten Überblick über das Geschehen auf Station. Ich stehe als fester Ansprechpartner (PDL, Ärzte, Sozialdienst, Küche etc.)zur Verfügung. Obwohl ich auf Gehalt verzichten muß (Nachtwachenzulage / Schichtzulage), kann ich mir keinen anderen Dienst als Stationsleitung vorstellen.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger
Fachgebiet
Psychiatrie
H

Henrike A.

Mitglied
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Themenstarter/in
17.12.2001
Hi!
Und welche arbeiten übernimmst Du zusätzlich?
Du wirst doch sicherlich nicht nur als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Telefondienst?
Visiten?
Gruß
Henrike
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Nephrologie
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
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17.07.2000
44225
Hallo Henrike

Wenn du als Leitung nur noch übergeordneten Dienst machst bist du dann im Endeffekt nicht der Sekretärinenersatz?Ich denke das es wichtig ist mehrmals im Monat so zu Arbeiten um von aussen den Ablauf zu beobachten und Administrative Aufgaben zu erledigen.Meiner Ansicht nach gehören wir als Stationsleitungen gerade mit in die aktive Pflege da wir auch eine Vorbildfunktion ausüben.Mit einem gebe ich dir allerdings Recht es sind in den letzten Jahren die Verwaltungstechnischen Aufgaben immens gestiegen genauso die Dokumentationspflichten so das es schwerer geworden ist beidem gerecht zu werden.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
H

Henrike A.

Mitglied
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Themenstarter/in
17.12.2001
Hi!
Das ist auch nicht mein Ziel mich ganz aus der Pflege zurück zu ziehen. Nur wie Du schon sagtest, die administrativen Arbeiten sind deutlich gestiegen und um ihnen gerecht zu werden, muß, meiner Meinung nach, einer in diese Kernarbeitszeit. Wie haben halt das Problem, daß durch ständige Unterbesetzung und das seit 2 Jahren, vieles unter den Tisch gefallen ist und so vieles nicht mehr zu schaffen ist. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten funktioniert nicht, der Chef kommt mehrmals die Woche rum und ist nur am zetern, daß dieses und jenes nicht läuft und dazu muß einer da sein, um die Übersicht zu bewahren.
Wir (d.h. meine Stellvertreter und ich) haben uns überlegt diesen Kerndienst zu teilen bzw. abwechselnd durchzuführen, da wir alle nicht ganz aus der Pflege raus wollen.
Also, welche Arbeiten erledigt ihr sonst noch so?
Gruß
Henrike
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Nephrologie
H

HexeJosie

Mitglied
Basis-Konto
16.11.2001
Hallo Henrike,
ich arbeite selbst als Stationsleitung auf einer inneren Abteilung. Wir haben 1995 die 5 - Tage - Woche und die Kernarbeitszeit eingeführt. Wir sind eine von drei Stationen die dies in unserem Haus praktizieren. Die Kernarbeitszeit gilt für alle MitarbeiterInnen und nicht nur für die Leitungen. Die tägliche Arbeitszeit hat sich dadurch auf 7,7 Stunden + 1/2 Stunde Pause erhöht. Durch die Einführung musste sich der gesamte Tagesablauf ändern und dies bedeutete auch - viele Gespräche mit Funktionsabteilung und Chefärzten sowie Ärzten.
Die administrativen Aufgaben wie Telefondienst usw.... übernimmt bei uns morgens von 8.00 - 12.00 Uhr eine Stationssekretarin. Ich bin gern bereit Dir noch mehr Auskunft zu geben. Also bei uns klappt dies sehr gut. Übrigens arbeite ich voll in der Pflege mit, weil ich wie auch schon gesagt eine Vorbildfunktion und auch für Qualität verantwortlich bin. Diese kann ich aber nur beurteilen, wenn ich weiß wie gearbeitet wird.
Gruß Josie :smile:
 
Qualifikation
Stationsleitung innere Abteilung
Fachgebiet
Innere
H

Henrike A.

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
17.12.2001
Hi Josie!
Auf keinen Fall will ich mich aus der Pflege zurückziehen. Nur irgendetwas müssen wir tun, denn diese administrativen Arbeiten versuche ich noch zusätzlich zu meiner Arbeit in der Pflege zu erledigen und das klappt halt nicht immer.Auch ich kann mich nun mal nicht zweiteilen.
Da ich mich nicht aus der Pflege zurückziehen möchte, hatten wir ja so angedacht, daß wir (meine Stellvertreter und ich) uns den Kerndienst teilen. Eine Stationsekretärin, die uns den Telefondienst abnimmt, haben wir leider auch nicht.
Momentan sieht es so aus:
Es handelt sich um eine 27 Betten-Station, die aber meist mit mindestens 30 Pat. belegt ist und wir morgens zu dritt sind, d.h. 3 Vollkräfte plus mit Glück einer Schülerin und einem Zivi, der aber die Rundgänge macht. Wenn ich mich dann um meine Pat. kümmere ( und die kommen für mich an erster Stelle) bleibt meist alles andere liegen und nach Dienstschluß kann ich dann sehen, wann ich noch die ganzen anderen Dinge erledige.
Deshalb wollen wir, sobald wir wieder eine normale Besetzung auf Station haben (momentan 2 Stellen unbesetzt)den Kerndienst einführen.
Gruß
Henrike A.
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Nephrologie
U

Uta

Mitglied
Basis-Konto
01.03.2002
Hey,
wir werden das Problem folgendermaßen versuchen zu lösen: unser Stationsleiter wird einmal pro Woche einen " Bürotag machen, an dem er außerhalb der Station die Möglichkeit hat, sich um die administrativen Tätigkeiten zu kümmern. Prinzipiell arbeitet er kein Wochenende und den Rest der Woche im Kerndienst am Patienten. Mit mir zusammen als Stellvertretung hat er einen Bürotag im Monat zusammen an dem wir uns austauschen können. Mal sehen, wie es funktionieren wird.
Gruß
Uta
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Hämato-onkologische Intensivstation
H

Henrike A.

Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
17.12.2001
Hi!
Einen Art Bürotag machen wir schon, bei uns heißt er Orga-Tag und findet ein bis zwei mal im Monat statt, an dem dann die BTM´s gemacht oder Dienstplan geschrieben, aber darum geht es mir nicht. Diese fast täglichen Anliegen von irgendwelchen Leuten im Haus bei uns. Einmal kommt jemand von der Wäscherei und will mit uns reden oder mal kommt irgendein anderer, mal ist ein klärendes Gespräch mit den Ärzten notwendig und das so alles nebenbei. Wie soll ich es sagen? Das paßt einfach nicht mehr. Ich müßte mich manchmal zwei bis dreiteilen, um alles zu schaffen und ehrlich gesagt, habe ich keine Lust jeden Tag länger zu bleiben und diese Sachen noch zu erledigen. Schließlich habe auch ich noch ein Privatleben und bin nicht mit meinem Beruf verheiratet. Obwohl es PDL´s gibt, die das gerne hätten.
Gruß
Henrike A.
 
Qualifikation
Stationsleitung
Fachgebiet
Nephrologie
N

Neusen

Mitglied
Basis-Konto
21.04.2001
Hallo Henrike,
ich arbeite als Stationsleitung auf einer pädiatrischen Intensiv und habe am anfang auch gemeint ich müsse alles nebenher erledigen. Aber seit diesem Jahr habe ich mir einen Bürotag einmal pro Woche eingerichtet. Alle wichtigen Leute aus dem Haus wissen, dass meine Vertretung oder ich an diesem Tag für die administrativen Tätigkeiten zur Verfügung stehen. Bis auf gewisse Ausnahmen (halten sich aber in Grenzen) klappt dies auch sehr gut. Die restliche Zeit arbeite ich voll in der Pflege mit und zwar hauptsächlich im Frühdienst, was mir auch die Möglichkeit giebt die Forbildfunktion auszuüben und wenn ich mal Luft habe mich auch um die Leitungsaufgaben zu kümmern.
Gruß Peter :cool:
 
Qualifikation
Kinderkrankenpfleger
Fachgebiet
Interdisziplinäre Kinderintensivstation
A

AGru

Mitglied
Basis-Konto
29.04.2002
Hallo Henrike!
Bei uns haben wir die Dienstzeit von 8.00 bis 16.12h. In diesem Dienst arbeitet eine der Leitungen und ggf. noch andere Kollegen. Die Leitungen übernehmen das Dienstzimmer ( d.h. Telefon, Ansprechpartner für jeden und alles, etc.) Ja nach Teamstärke ziehen sich die Leitungen aus der Stationsarbeit haraus und erledigen die organisatorischen Dinge, während eine andere Kraft des Mitteldienstes die Aufgaben im Dienstzimmer übernimmt. Das klappt im großen und ganzen recht gut.
Außerdem haben wir Aufgaben wie BTM-Führung, etc. innerhalb des Teams verteilt.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie/stv. Stationsleiter
R

Rolf

Mitglied
Basis-Konto
Hallo all
wir haben bei uns folgende Regelung :Die Stationsleitung kümmert sich primär um den administrativen Teil der Stationsarbeit,hilft aber,wenn es notwendig wird,beim betten oder bei Reas auch in der Pflege mit.
Die Arbeitszeit ist im übrigen von 8:00 bis 16:00 Uhr.
Greetz,Rolf
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
J

Japan

Mitglied
Basis-Konto
13.03.2002
Hallo Henrike,

vielleicht könnte ihr bei der Kernarbeitszeit als Idee mal aufnehmen,
1. Telefondienst
2. Neuzugänge aufnehmen
3. Entlassungen
4.Ansprechpartner
5. Bestellungen

Die Visiten würde ich bei der Zimmerpflege als Leitung nicht übernehmen da es doch dort häufig zu Fragen kommt die man nur klären kann wenn man die Patienten selbst pflegt.

Vielleicht hilft Dir dies ja weiter ;)
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Neurochirurgie
B

Bobbel

Mitglied
Basis-Konto
15.04.2002
Hallo,

Sorry, ich verstehe die Diskussion hier nicht so ganz, habt ihr so viel Personal, dass ihr euch aus der Pflege ganz zurückziehen könnt?

Was sagen die Pflegekollegen dazu, wenn ihr Kernarbeitszeit arbeitet von Montag-Freitag und sie Alle Tage?

Klar haben die administrativen Tätigkeiten seit Einführung der Pflegeversicherung zugenommen, doch ihr habt doch eine pflegerische Ausbildung, für Telefondienst und hauswirtschaftliche Verhandlungen etc. tut es doch sicherlich eine Stationssekretärin (die weniger Gehalt bekommt).

Meiner Meinung nach müssen wir Pflegekräfte uns davor hüten, nur noch der Bürokratie zu dienen, denn die ist dafür verantwortlich, dass die Pflege so teuer geworden ist.

Gruß
Bobbel
 
Qualifikation
KS
Fachgebiet
verschiedene
A

AGru

Mitglied
Basis-Konto
29.04.2002
Hallo, ich möchte die Aussage unterstützen, daß die Visite nicht von der Kraft durchgeführt werden sollte, die in der Kernarbeitszeit keine Patienten betreut. Bei uns geht jede Pflegekarft des betreffenden Bereichs mit, denn sie/er hat den genausten aktuellen Informationsstand über die Patienten. Genauso verfahren wir auch mit den unzähligen Anrufen. Bei uns ist die Leitung nicht grundsätzlich für jegliche Fragen zuständig. Wir geben sehr viel direkt an die Ärzte weiter, wenn es diese auch betrifft. Fragen über Patienten werden an die betreffende Bereichskraft weitergegeben. So reduziert sich der Anschwall an Fragen und Aufträgen auf die Transportorganisation und halt Themen, die von den Leitungen betreut werden müssen.
Die Idee einer Sekretären ist im unseren Hause kontrovers diskutiert, denn auf vielen Stationen gab es solche ( und dadurch wurden Pflegestellen gestrichen). Momentan bedauern besonders die ärztlichen Kollegen das Fehlen einer solchen Kraft. Doch sind wir von der Pflege dagegen, diese wieder durch Pflegestellen zu finanzieren. Meiner Meinung nach ist es zumindest bei uns erstmal festzulegen, welche Aufgaben gerade in dem organisatorischen Bereich denn wirklich pflegerisch bedingt sind, und welche wir warum auch immer, für andere Berufsgruppen miterledigen. Eine klare Aufgabenteilung würde in meinen Augen weniger Streß hervorrufen. Die Pflege sollte hier klar versuchen, berufsfremde Tätigkeiten abzugeben, ohne mit Stellenstreichung dafür zu bezahlen. :D
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie/stv. Stationsleiter
R

Rolf

Mitglied
Basis-Konto
Sorry, ich verstehe die Diskussion hier nicht so ganz, habt ihr so viel Personal, dass ihr euch aus der Pflege ganz zurückziehen könnt?
Was sagen die Pflegekollegen dazu, wenn ihr Kernarbeitszeit arbeitet von Montag-Freitag und sie Alle Tage?
Ich verstehe die Diskussion schon,obwohl ich selber keine Leitung bin.Und wenn Du,Bobbel,mal auf einer grösseren Station gearbeitet hättest(vielleicht tue ich dir ja mit meiner Annahme unrecht,dann sorry),wüsstest Du,das neben der Telefonbedienung noch eine Vielzahl anderer Tätigkeiten anfallen,die in der Regel neben der pflegerischen Tätigkeit erledigt werden müssten.
Das da der Ruf nach Kernarbeitszeit und teilweisem Rückzug aus der Pflege aufkommt,ist nur zu verständlich.
Und eine Stationssekretärin ist auch eine keine wirkliche Alternative dazu: Viele anfallenden Arbeiten kann eine Stationssekretärin gar nicht ausführen.Und zum andern gibt es nicht in jedem Haus eine Stationssekretärin und die Anstellung geht immer auf Kosten des Personalschlüssels in der Pflege.StationssekretärInnen entlasten in erster Linie das "normale" Pflegepersonal und nicht die Leitung.
<BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>Meiner Meinung nach müssen wir Pflegekräfte uns davor hüten, nur noch der Bürokratie zu dienen, denn die ist dafür verantwortlich, dass die Pflege so teuer geworden ist.<HR></BLOCKQUOTE>
Die Bürokratie ist aber nun mal da und wir müssen damit leben.Davor die Augen zu verschliessen ist natürlich leicht.Und viele Vorschriften und Regelungen haben durchaus ihre Berechtigung,denn sie dienen dem Festschreiben bestimmter Qualitätslevels.

Was mich allerdings irritiert ist die immer wieder genannte Vorbildfunktion der Leitung:Wofür Vorbildfunktion?
Für bessere Pflege?Der Stationsleitungskurs hat kaum Inhalte dafür,der Schwerpunkt liegt auf Betriebswirtschaft und Führen/Leiten von MitarbeiterInnen.prädestiniert der Leitungskurs dazu,eine bessere Pflege als andere leisten zu können?Das ist nur möglich durch dauernde Fort- und Weiterbildung und Berufserfahrung.Und die wiederum kann Jede(r) besuchen,wenn er dazu bereit ist.
Wir sollten alle Vorbild für den Anderen sein.
Greetz,Rolf
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
A

AGru

Mitglied
Basis-Konto
29.04.2002
und hallo.
selbst zur Entlastung der Pflegekräfte lehne ich die Einstellung von Sekretärinnen ab. Für mich ist es, wie schon gesagt, eine Frage der genauen Aufgabenbeschreibung, die die Pflege übernehmen kann und will.
Ansonsten können wir unsere Patienten auch von Frisören die Haare waschen, die Hautpflege von Kosmetikerinnen übernehmen, die Gespräche von Psychologen führen, die Verbände von Arzthelferinnen machen,und überhaupt das Waschen und Kleiden, sowie das bischen Lagern und Mobilisieren von den Angehörigen übernehmen lassen. Wir, die Pflegenden gehen derweil in die Küche und trinken Kaffee. Ist es das, was wir wollen? Naja, man kann dann ja Medizin studieren, um wenigsten Dekubiti richtig behandeln zu können...
Gerade weil der büroktatisch - organisatorische Bereich sich ausweitet, sollten wir genau hinschauen, welche Mehraufgaben tatsächlich in den pflegerischen Bereich fallen. Und uns klar gegen die Übernahme von Mehraufgaben wehren, für deren Erledigung andere Berufsgruppen zuständig sind.
Für mich gehören diese bürokratischen Aufgaben ebenso zur praktischen Arbeit einer Pflegekraft,wie das direkte Arbeiten mit dem Patienten. Wir müssen uns mit diesen Aufgaben auch auseinandersetzen, denn sie sichern z.T. unseren Nachweis, gesetzlichen, witschaftlichen und qualitativen Anforderungen zu entsprechen.

[ 04. Mai 2002 22:39: Beitrag editiert von AGru ]
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie/stv. Stationsleiter
R

Rolf

Mitglied
Basis-Konto
hallo AGru
schwingst Du dich da nicht ein wenig zum Gott hoch,wenn Du meinst,alle anfallenden Tätigkeiten selbst zu übernehmen?
Sicher ist es notwendig,eine klare Abgrenzung gegenüber anderen Berufsgruppen zu fordern;doch letztlich hat fast jede Tätigkeit in irgendeiner Form mit dem Patienten zu tun,nicht unbedingt primär,sehr wohl aber sekundär.

Warum nicht die Haarwäsche vom Frisör durchführen lassen,wenn der Patient einen Haarschnitt wünscht?
Warum nicht ein Gespräch mit dem Psychologen vermitteln,wenn wir nicht weiterkommen?
Warum nicht eine Kosmetikerin bestellen,wenn es sinnvoll ist?
Warum nicht die Fußpflege dem professionellen Fußpfleger überlassen?Oft machen wir mehr kaputt mit unsern Versuchen,Fußpflege durchzuführen.
Gerade die Angehörigen sind ein gewichtiger Faktor in der Pflege unserer Patienten;das wird zum Glück immer mehr erkannt und die Angehörigen in die Pflege integriert.
Das alles lässt sich zusammenfassen unter dem Stichwort multiprofessionelles Team.Nicht mehr Einzelkämpfer,die alles selbst machen,sind heute gefragt,sondern Teamarbeit.
Greetz,Rolf
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
Marc Baumann

Marc Baumann

Mitglied
Basis-Konto
17.11.2000
29227
Hallo Ihr,

einige Fragen stellen sich mir, wenn ich die Beiträge lese:

Henrike, wenn so viele Arbeiten anfallen, welche von einer leitenden Pflegekraft erledigt werden müssen, bin ich doch sehr überrascht, daß Du nach Aufgaben fragst, welche noch übernommen werden könnten. Ist es doch nicht soviel, um eine Kraft in der Ganzen Woche zu beschäftigen? Das ist mir in Deinen Beiträgen nicht ganz deutlich geworden.

Die Frage nach der "Vorbildfunktion" ist meiner Meinung nach berechtigt. Was berechtigt dazu, "Vorbild" für andere zu sein? Natürlich kann man nicht unkorrekt handeln und dann später untergeordnete Mitarbeiter für eine gleiche oder ähnliche Sache maßregeln. Wenn das mit "Vorbild" gemeint ist, dann habe ich es verstanden. Mitarbeiterführung klappt eben nur, wenn jeder den anderen in seiner Rolle achtet. Achtung muß erworben werden. Achtung erlangt man nicht durch eine Weiterbildung.

Achtung ist jedoch auch das Stichwort: Mit dem Wunsch nach einer Stationssekretärin, auch nach einem ständig anwesenden und bereiten Ansprechpartner auf Station achten wir die Bedürfnisse aller anderen beteiligten Personenkreise, seien es Ärzte, Funktionsbereiche, Patienten, Angehörige, Hinz und Kunz, welche von außerhalb der Pflege in Kommunikation mit uns treten wollen. Aber wer achtet die Pflege mit ihren Bedürfnissen?
Jeder meint, es stände ihm immer und zu jeder Zeit ein Ansprechpartner in "Schwester Stefanie-Manier" hör- oder sprungbereit zur Verfügung. Und wir bedienen dieses Klischee. Es bedarf dringend neuer Modelle, um dem Selbstanspruch der Pflege nach Professionalität und der gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Teamarbeit, Aufgabendelegation und multiprofessionelle Fähigkeiten sind erforderlich. Da haben Uta, Peter und Josie schon einen interessanten Ansatz gebracht. Einen Rückfall in vergangene Zeiten mit starren Hierachien und Pseudospezialisten a´la Stationssekretärin halte ich für gefährlich. Dann haben uns die anderen da, wo sie uns gerne hätten.

Wenn neue Stellen geschaffen würden, um den Ausbau einer Hierachiestufe zu unterstützen, kann ich sagen "von mir aus.", obwohl der Trend in der Wirtschaft dahin geht, Hierachien abzubauen und stattdessen Aufgaben zu delegieren.
In Zeiten immer dünner werdender Personaldecken, offener Stellen und einer Zunahme der Belastung habe ich doch arge Zweifel, ob sich dieser Antitrend bei Mitarbeitern und Verwaltungen durchsetzen kann.

Falls ich das ganze Mißverstanden habe, dann bin ich interessiert daran, es anders zu verstehen. Solange stehen meine Fragen und Zweifel.

[ 11. Mai 2002 17:04: Beitrag editiert von Marc Baumann ]
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Neurologie
Weiterbildungen
2006/07 Konfiguration Philips PDMS auf einer Stroke Unit
B

Bobbel

Mitglied
Basis-Konto
15.04.2002
Hallo,

-wer von euch hat eine Stationssekretärin bei sich auf der Station und kann berichten, was die so macht?

-es ist leichter eine angelernte Stationssekretärin zu bekommen als examiniertes Pflegepersonal.

-Bei der derzeitigen Personalsituation muss man doch froh sein, wenn man wenigstens die pflegerischen Tätigkeiten erledigen kann und nicht wegen jedem Telefonanruf aus einer Pflegesituation weggerufen wird.

-eine Leitung, die nicht mehr in der Pflege mitarbeitet, entfernt sich von der Basis und ist auf Hörensagen der aktiven Pflegemitarbeiter angewiesen.

An Marc
Zitat:
"Einen Rückfall in vergangene Zeiten mit starren Hierachien und Pseudospezialisten a´la Stationssekretärin halte ich für gefährlich."
"Wenn neue Stellen geschaffen würden, um den Ausbau einer Hierachiestufe zu unterstützen, kann ich sagen "von mir aus."

Das verstehe ich nicht.
Einerseits keine Hierarchien, andererseits Ausbau einer Hierarchiestufe?

Warum sollten Stationssekretärinnen eine Stufe höher stehen als das Pflegepersonal?
Sie sind doch in einem ganz anderen Tätigkeitsfeld angesiedelt.

Gehört vielleicht nicht ganz hierher:
Meine allerschönste Arbeitszeit war in einem kleinen Krankenpflegeverein, in der ambulanten Pflege.
Dort war ich für Alles zuständig, von der Aufnahme über die Pflegeplanung bis zur Pflege.
Damals gab es in diesem Bereich die Hierarchien noch nicht, bzw. die Gruppe war zu klein um sich auch noch eine PDL zu leisten.
Ich habe damals viele Überstunden geschoben, aber ich war total befriedigt, das war sozusagen ganzheitliche Pflege.
Später wurden dann mehrere Pflegegruppen zusammengelegt, das war rationeller und es entstand eine grosse Station, in dem die einfache Pflegekraft eben nur die vorgegebenen Hausbesuche in vorgegebener Zeit erledigt.
Die Tourenplanung wurde mit den Jahren immer mehr gestrafft.
Die PDL war ja von der täglichen Pflege entbunden und musste sich bei dem täglichen Pflegezeitbedarf an Meinungen von Pflegemitarbeitern orientieren, klar orientierte sie sich lieber an den "schnellsten Mitarbeitern", da sie dann mehr Kunden aufnehmen konnte und vor ihrem Vorgesetzten besser dastand.

... und das Ende von der Geschichte ...

Man kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen.

Gruß
Bobbel
 
Qualifikation
KS
Fachgebiet
verschiedene
Status
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