Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

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Sam Whiskey

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Hallo Zusammen.
Ich bin mit der Information konfrontiert, dass tracheotomierte Patienten, solange sie die Kanüle tragen, nicht saniert werden, falls MRSA positiv: Die Begründung fiel bisher aus ( keine Zeit und Gelegenheit zum fortführen des Gesprächs).
Nun finde ich im Net nichts was dies bestätigt. Weiter habe ich die Erfahrung gemacht, dass Sanierungen bei eben diesen Patienten doch einen Erfolg haben.
Wer Kann mir Näheres dazu sagen. Vielleicht auch entsprechende Links.
Auf der Seite des RKI wurde ich dazu nicht fündig.
Danke im Voraus, S.W.
 
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Ameise

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Hallo Sam,

in der Anlage (beim RKI gefunden) die Information zum Nichtsanieren - egal wo der MRSA sitzt. Eine Sanierung ist unter Umständen notwendig, wird aber nicht mehr routinemäßig gemacht. Wir können jetzt über Sinn oder Unsinn diskutieren - fest steht, dass es "politisch" so gewollt ist, sonst würde das RKI eine andere Position fahren.

Grüße von der Ameise
 

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Sam Whiskey

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Hallo Ameise!
Danke für die Antwort.
Ich werde mir das Skript heute Abend mal anschauen.
Gruß, Sam Whiskey
 
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thorstein

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Hallo Ameise,

vielen Dank für den Link, aber ich finde darin keinerlei Hinweis,dass nicht saniert werden soll oder muss?

Grüsse
 
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stephank1987

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Also unsere Hygienefachkraft sagt das bei z.B. bei Tracheostoma oder PEG nicht saniert wird. Warum weiß ich nicht. Ich verstehe das sowieso alles nicht mit der saniererei. Wenn wir jemanden mit v.a. MRSA kommt würde ich mit der Sanierung sofort nach den Abstrichen anfangen. Bis das Ergebnis da ist sind schon 3-4 Tage vergangen. Verschnekte zeit wie ich finde.
 
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Chef de Saucier

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

(These !) Beim o.g. Personenkreis wird aufgrund der praktischen Erkennisse sicherlich keine Empfehlung zur Sanierung ausgesprochen. Aufgrund der Voraussetzungen bzw. der Lokalität ist eine Sanierung gegenüber einer oberflächlichen Behandlung erschwert, der Erfolg einer Sanierung kann bezweifelt werden und/ oder eine Neubesiedlung stellt sich möglicherweise ein. Die Strategie bezüglich des MRSA, so habe ich in einer Fortbildung des NLGA gehört, beruht nicht mehr unbedingt auf "search & destroy", sondern sollte abgewogen sein. Wenn nur eine Besiedlung vorhanden ist, dann bei Menschen mit Tracheostoma zunächst abwarten.

weitere Informationen können hier gefunden werden: MRSA-Netzwerke: MRSA-Dokumente: Empfehlungen und Schulungspräsentationen

Ich habe oben These geschrieben !!! Zu der Eingangsfrage habe ich einmal einen Text eines kompetenten Menschen gelesen. Da ich aktuell den Text nicht finden kann und nichts falsches verbreiten möchte, läuft das unter dieser Überschrift.

Gruß C
 
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Hypet

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Hallo Sam Whiskey,
die rennomierteste Organisation im Zusammenhang mit MRSA dürfte in Deutschland das MRSA-Net unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Friedrich sein, welches vor ca. 2 Jahren durch das EurSafety health-Net erweitert wurde und nun als solches fortgeführt wird. MRSA-Net hat eine recht gute FAQ-Seite und hier wird die Frage nach der Sanierbarkeit von Trachealkanülenträgern wie folgt beantwortet: "Ein Tracheostoma stellt einen klaren sanierungshemmenden Faktor dar. Eine Dekolonisierung kann über einen kurzen Zeitraum gemacht werden, um die Übertragungsgefahr zu mindern. Eine Eradikation gelingt nur in sehr seltenen Fällen und dann bei genauer Planung und Durchführung der Sanierung. Hat die Sanierung keinen Erfolg nach 2-3maligem Versuch, dann hört man mit den Sanierungsversuchen auf, kommuniziert jedoch die chronische Besiedlung, damit alle richtig handeln können (isolierte Pflege im Krankenhaus, korrekte kalkuierte Therapie im Falle einer Infektion etc.)."
Und ich kann nur darüber berichten, dass mir bei Trachealkanülenträgern kein einziger Langzeiterfolg (d.h. auch nach 6 Monaten noch MRSA-frei) bekannt ist, wogegen sich ein Kurzzeit-"Erfolg" (Sanierung, 2 oder 3 Tage Pause, dann Abstriche von 3 aufeinander folgenden Tagen) doch hin und wieder nachweisen lässt. Sich darauf zu verlassen ist m.E. Augenwischerei, da meist schon nach 14 Tagen unser Lieblingskeim sein schmutziges Haupt zeigt. Da bei einem bestehenden Tracheostoma keine reelle Aussicht auf einen langfristigen Sanierungserfolg besteht gibt es in diesem Fall auch seitens der MRSA-Netzwerke in Niedersachen keine Empfehlung zur Durchführung einer Sanierungsbahndlung; d.h. entweder Rückverlegung oder bleiben lassen. Das Gleiche gilt für Harndrainagen, PEG-Insertionsstellen, chronische Wunden und ekzematöse Hauterkrankungen.

Viele Grüße sendet Hypet

@Chef de Saucier: Stimmt das mit dem Boogie?
 
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Chef de Saucier

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Off Topic
Stimmt das mit dem Boogie?
Ich habe eine Gitane DG300
, aber es geht mehr so in die Richtung Swing, Jazz, Folk, Classic Rock...anstatt Boogie. Am Besten ein Mix aus verschieden Stilen, z.B. sowas:
[video=youtube;sp3G50jBRuU]http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU[/video] :whistling
 
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Rundumsorglospaket

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Eine Sanierung des MRSA bei Trachealkanülenträgern kann Erfolg bringen, aber aus meiner Erfahrung bei Langzeitpatienten (chronisch Kranken o.ä.) kann es auch nach dem x-ten Versuch zu sanieren keinen Erfolg bringen.

Ich erlebte leider schon zu häufig, dass es nicht möglich ist.
 
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ex. KS, FKS A+I, Diplom. GuKP, RbP, Studentin
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freiberuflich, Bayern, Studentin Pflegepädagogik staatliche Hochschule Ba-Wü
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Studentin Pflegepädagogik , Gründungsmitglied Bundesverband freiberuflicher Pflegefachkräfte e.V.
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silentnurse

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Schönen guten Abend:)

Meine Erfahrung ist, dass der Erfolg einer Sanierung dieser Patientngruppe mit mässigem Erfolg ist. Aber wir probieren trotzdem immer wieder zu sanieren, und das in 2 Durchgängen. Einmal mit Octinisept und beim 2. Mal mit Skinsan. Auch inhalieren wir dann bei den Pat. mit Collistin Inhalation. Und ab und an wird auch ein Antibiotiker von den Ärzten angesetzt, aber das ganz selten.
Aber wir haben doch ab und an Erfolg mit der Sanierung und von daher sanieren wir auch immer wieder unsere tracheomierte Patienten. Denn, wenn sie frei von MRSA sind, ist das für die Pat mehr Lebensquallität. Problematicher it es da mit ESBL und dem Acinikobacter baumanii. Die ind kaum sanierbar. :-(

GLG die nursi
 
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Hypet

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

@silentnurse,
für mich wäre interessant, in welcher Art von Einrichtung Du arbeitest und wie Ihr die Überprüfung des Langzeiterfolges (Abstrich nach 6 und 12 Monaten) gewährleistet.
Liebe Grüße sendet Hypet
 
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silentnurse

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AW: Keine Sanierung bei MRSA positiven Trachealkanülenträgern!?

Hallöle Hypet,

ich arbeite in einer neurologischen Frühreha. Und bei uns werden immer Montags rutienemässig Trachealsekret auf E+R abgenommen, und somit ist eine regelmässige Kontrolle gegeben. Und wenn dann wieder positiv, da gibt es komplette Abstriche.

Ganz liebe Grüsse, nursi
 
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neurologische Frührehabilitation und akut Neurologie
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