Keine Pflegeplanung

Allround

Allround

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Oh, da ist ja noch was offen..
Zitat von Allround
Die Notwendigkeit besteht unabhängig von der Pflegeorganisationsform. Die Erstellung einer individuellen Pflegeplanung (und die Pflege danach) setzt aber eine Bezugspflege voraus, da die Funktionspflege bewirkt, dass die Pflegkräfte nur einzelne Tätigkeiten am Patienten durchführen.
Diese Aussage versteh ich ehrlich gesagt nicht.
Ich versuche mal eine Erklärung, indem ich aus dem Buch "Pflegeplanung leicht gemacht" den ein oder anderen Satz zitiere:


Zur Funktionspflege (S. 30):
Bei der funktionellen Pflegeorganisation werden Klientinnen funktionell und aufgabenorientiert zergliedert. Pflegehandlungen werden automatisiert.
Es entstehen Informationsdefizite, da der Gesamtblick für die Klientinnensituation nicht gewährleistet ist.
Zur Bereichspflege (S. 32):
Da die Pflege umfassend gestaltet ist, werden Pflegeverlauf und Pflegeerfolge erkennbar. Informationsdefizite werden durch die direkte Pflegeübergabe der Bereichspflegekräfte minimiert.
Eine klientinnenorientierte Pflegeorganisationsform ist keine Utopie, sondern eine unumgängliche Grundlage für die Umsetzung der individuellen, geplanten Pflege.
Ist es jetzt klarer?
Wie soll denn eine Pflegeplanung zum Erfolg geführt werden, wenn immer wieder jemand anderes am Bett steht? So viele Übergabezeiten und Schreibzeiten hat doch keiner! :wink:

Lieben Gruß, Allround
 
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Stationsleitung Krankenschwester
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UlrichFürst

Es ist jedoch ein Unterschied, ob es sich dabei um Heparin-Salbe handelt (die frei verkäuflich ist) oder um beispielsweise Cortison-Salbe.
Ich habe gelernt, dass das eben rechtlich kein Unterschied ist. Beides ist ein Medikament. Wenn das falsch ist bitte ich um Korrektur mit Quellenangabe.

Aber da gings eigentlich gar nicht drum, sondern eher um die Grundhaltung von vielen Pflegekräften einschließlich dir, Ulrich zum Pflegeprozess. Eigentlich sollte man ihn wieder abschaffen, da er nur als zusätzliche Arbeitsbelastung gesehen wird!
Oh nein! Natürlich ist es zusätzliche Arbeit. Allerdings würde ich persönlich den Pflegeprozess sammt Planung begrüßen, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden (und da ist glaub ich nicht die Klinikleitung gefragt, sondern die Politik - letztendlich also unser aller berufspolitisches Engagement). Wirklich umgesetzt würde sich meiner bescheidenen Meinung nach nicht nur das Outcome vieler Patienten verbessern, sondern auch vieles unnötige erkannt und folglich weg gelassen werden können. Mit etwas Glück und schneller Schreibmöglichkeit ist das zeitlich sogar eine Nullrunde. Allerdings Langfristig gesehen; kurzfristig natürlich ein hoher Zeit und Lernaufwand.

@Allround:
Nein, leider nicht.
Wenn ich eine Pflegeplanung habe kann doch bei einer Funktionspflege jeder nachlesen was zu tun ist und es muss einen geben, bei dem alle Rückmeldungen einlaufen. Derjenige ist dann auch für den Pflegeprozess zuständig.
Bei einer Bezugspflege ist nur die Anzahl der Personen geringer, aber sonst bleibt doch alles gleich. Jetzt nur für die Planung/Prozess gedacht?! Oder nicht?


Ulrich Fürst
 
jackdanielsx84x

jackdanielsx84x

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Nun, ich kam in noch keinem Krankenhaus in den vielleicht oder vielleicht auch nicht fragwürdigen Genuss einer Pflegeplanung, außer zur Prüfungsvorbereitung und zur Prüfung...

Während meiner kurz Visite in einem Pflegeheim habe ich zwar welche verfasst, aber nie eine gelesen.
Kann man gut finden oder auch nicht.

Ich hab 3 Jahre gelernt, wichtige Informationen kann ich auch anderen Stellen entnehmen ohne einen haufen Text zu lesen, nebenbei mache ich mir gerne ein eigenes Bild von dem Patienten und akzeptiere, was er mir als Person offenbaren möchte und was nicht.

Ehrlich gesagt erachte ich auch diese Heiligkeit mit der manche Personen eine Auflistung machen, die oftmals sogar ein Maurer ohne jeglichen Bezug zur Pflege ausführen könnte, als überflüssig.

Wenn Pflegeplanung, kurz, knapp, für Berufsangehörgie verständlich und ohne das Gezänk.....dort musst du aber ein "ist" einsetzen und der Text ist zu kurz, das mag der MDK nicht....was ein Unsinn.
Ich muss verstehen was da steht und das nicht erst nach 4 Minuten lesen und dann mal weiter zu Punkt 2.


Gruß
Dennis
 
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GuK, Rettungssanitäter
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Nephron

Ich habe gelernt, dass das eben rechtlich kein Unterschied ist. Beides ist ein Medikament. Wenn das falsch ist bitte ich um Korrektur mit Quellenangabe.
Hierzu folgendes:

Das Ausüben der Heilkunde im umfassenden Sinne ist dem Arzt vorbehalten. Hierzu bedarf es der Approbation als Arzt oder einer ärztlichen Berufserlaubnis. Die Entscheidung darüber, welche konkreten Leistungen dem Arztvorbehalt unterliegen, hat der Gesetzgeber nur in
Einzelfällen ausdrücklich selbst getroffen. So darf z. B. nach § 48 des Arzneimittelgesetzes nur der Arzt oder Zahnarzt verschreibungspflichtige Arzneimittel verschreiben oder nach § 9 des Embryonenschutzgesetzes nur der Arzt eine künstliche Befruchtung vornehmen. Demgegenüber sind zu Leistungen der Geburtshilfe außer Ärzten auch Hebammen berechtigt
(siehe § 4 des Hebammengesetzes).
Meist hat der Gesetzgeber jedoch keine ausdrückliche Entscheidung über den Arztvorbehalt getroffen.
Ob eine bestimmte Leistung unter Arztvorbehalt steht, hängt in diesen Fällen nach der Rechtsprechung davon ab, ob das Erbringen einer bestimmten Leistung oder die notwendige Beherrschung gesundheitlicher Gefährdungen ärztliche Fachkenntnisse und damit das Tätigwerden eines Arztes erfordert.

Quelle: Delegation ärztlicher Leistungen

Nenne mir doch mal ein Gesetz, wo drin steht, dass ich Bepanthen-Salbe nur nach ärztlicher Anordnung applizieren darf.

Und zu den Rahmenbedingungen: Die Klinikleitung trägt in erster Linie die Verantwortung dafür, was in ihrem Haus läuft und was nicht und kann dies auch steuern. Natürlich ist die Pflegedirektion neben dem ärztl. Direktor und dem Verwaltungsdirektor diejenige, die am wenigsten Lobby und Ansehen hat- und dies kommt auch nicht von ungefähr. Wenn ich mich operieren lassen muss, suche ich mir ja auch das Krankenhaus mit dem besten ärztlichen Ruf aus - was interessiert mich da erstmal die Pflegequalität? Davon erfahre ich doch als Außenstehender i.d.R. erst, wenn ich im Krankenhaus bin.

LG Nephron
 
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AreciboMessage

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Hallo, Leute, danke für die ganzen meldungen, wir bekommen ab nächstes jahr eine neue software, die uns die pflegeplanung "kinderleicht" machen soll.

Mann soll nur max. 15 min pro pat benötigen um mit dieser software eine pp zu erstellen, nächste woche habe ich eine einführung , mal sehn, wie es wird.



Danke für die diskussion.
 
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HL2917

HL2917

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Hi Arecibo,

na das klingt interessant und ich hoffe Du berichtest uns. Ich persönlich habe natürlich viel mit Papierdokus gearbeitet und 8 Jahre mit elektronischer Pflegedoku - bin also etwas geübt und habe noch nie 15 Minuten für eine Pflegeplanung gebraucht - vielleicht 10-12 bei aufwändigen Patienten?
Ist keine Diplomarbeit sondern einfach eine mit dem Patienten erstellte Handlungsanweisung für die Kollegen...

Bin gespannt, muss ja was Spezielles ein,
Gruss HL
 
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Jana1

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Hallo,es ist schon ein Unterschied ob mann im Krankenhaus oder in der stationären Altenpflege arbeitet.Die Zeit für eine Pflegeplanung zu schreiben muß gut organisiert werden.Das Problem sollte mann in einer Dienstbesprechung anbringen.Vielleicht sollte mann überlegen,einen Bürotag in den Dienstplan mit einzubringen,wo mann in Ruhe die Pflegeplanung schreiben kann.Am Anfang bin ich manchmal für 2 Stunden eher zur Arbeit gekommen,nur dann hatte ich wieder zu viele Überstunden und das hat dem Arbeitgeber auch nicht gefallen.Jedenfalls muß mann gemeinsam eine Lösung finden.Zur Zeit schreiben wir die Pflegeplanung noch mit der Hand und in nächster Zeit müssen wir die Planung mit dem PC machen das Program heißt Sinfonie.Wir haben schon 2Fortbildungen hinter uns und es ist ziemlich zeitaufwendig.Bin gespannt,was die sich noch alles einfallen lassen.
Mann hat dann weniger Zeit für die Bewohner und sitzt mehr vorm PC;ob das alles so zu vereinbaren ist das wird die Zeit bringen.
Mann kann nur optimistich in die Zukunft schauen.Gemeinsam sind wir stark.
Jana1
 
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Altenpflegerin
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stationäre ALTENPFLEGE
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