Keine Pflegeplanung

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Altenpflegel

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Hallo HL2917,
Eine Übergabe Pflicht? Also warum musst Du die Hilfskraft kontrollieren?
Regelmäßig Inhalt der Stellenbeschreibung.

Gruß, Altenpflegel
 
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Altenpfleger
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Langzeit- Pflegeheim für körperbehinderte, junge Menschen; PA
HL2917

HL2917

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Hallo,

wenn 3 was nacheinander lesen, dann dauert das 3x solange, wie wenn einer den 3en dasselbe vorliest. :innocent:
Macht Ihr noch Funktionspflege, dass jeder von jedem Patienten Bescheid wissen muss? Bei uns (Akutreha/Bezugspflege/Primary Nursing) beliest sich jeder über die Patienten, für die er an diesem Tag auch zuständig ist und bei meiner letzten Stelle (Intensiv/Bereichspflege) auch.

Code:
Um zu wissen, was eine Pat mit bestimmter OP am ersten Pop z.B. kann, dazu braucht's bei erfahrenem Personal keine PP. Dann reicht kurz Alter, soundsovielter Pop, und kurze Erläuterung, wie z.B "ist schwerhörig", "kommt mit UAG nicht zurecht und benutzt Gehwagen", usw.
Ist das nicht quasi bereits ein Teil der Pflegeplanung??

Würde ein Elektiker in einem Haus Kabel verlegen oder Reparieren ohne einen Plan zur Hand zu nehmen?
In fast allen Berufen arbeitet man nicht ohne Ziel und Plan - warum geht das in der Pflege? Und gefällt das den Patienten? Und wenn Ihr die Zeit zur Verfügung gestellt bekommen würdet - würdet Ihr dann mit Pflegeplanungen arbeiten?

Außerdem brauchen MA eine unterschiedliche Ansprache ihrer Eingangskanäle.
Manche müssen's erzählt bekommen, andere müssen sich dabei Notizen machen. Müssten alle lesen, dann muss das Ergebnis nicht deshalb besser sein.
Also jeder Mitarbeiter der seit 1985 eine dreijährige Pflegeausbildung absolviert hat muss in der Lage sein, eine Pflegeplanung zu erstellen und danach arbeiten zu können. Oder?

Schönen Sonntag HL
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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Also jeder Mitarbeiter der seit 1985 eine dreijährige Pflegeausbildung absolviert hat muss in der Lage sein, eine Pflegeplanung zu erstellen und danach arbeiten zu können. Oder?
:nono: :nono::nono:Das bezweifel ich sehr. Leider.
Ich wurde "nachgeschult", weil meine Ausbildung schon "etwas" länger zurück liegt. Aber was man so von den "Neulingen" lesen kann oder muss...
Mein erster Gedanke ist auch immer: "Die hatten das doch in der Ausbildung?"
:mad_2:Wassermann
 
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Krankenschwester
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Allround

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Hallo HL,

schön, dass du so viel Geduld hast und dich interessierst!

Macht Ihr noch Funktionspflege, dass jeder von jedem Patienten Bescheid wissen muss? Bei uns (Akutreha/Bezugspflege/Primary Nursing) beliest sich jeder über die Patienten, für die er an diesem Tag auch zuständig ist und bei meiner letzten Stelle (Intensiv/Bereichspflege) auch.
Dadurch dass unsere Station von Belegärzten aus 11 Praxen, z.T. Gemeinschaftspraxen bis zu 3 Ärzten, genutzt wird (davon eine intern/onkol., sonst operativ) und deren Patienten nicht sortiert liegen, haben wir es nicht ändern können, auch immer wieder Funktionspflege zu tätigen.
Punktuell versuchen wir das zu durchbrechen, indem wir uns absprechen: "Du versorgst die frisch op. "Gynnnis", "du machst die Aufnahmen", "du gehst beim Rest durch", "wer geht mit Dr. Soundso auf Verbandsvisite" usw.

Sobald aber einer woanders länger beschäftigt ist und woanders unaufschiebbare Tätigkeiten anfallen, muss auch jeder Bescheid wissen und "springen" können. Es ist auch nie ganz klar, wann irgendeine AO oder Visite oder Aufnahme kommt. Manches muss auch so schnell gleichzeitig erledigt werden, dann muss auch schnell delegiert werden können.

Ich würde gerne mit Primary Nursing arbeiten, bei der Anzahl von Examinierten, manchmal nur 2 in der Schicht, müsste jede mehrere Praxen übernehmen. Ob dann das ganze nicht zum löchrigen Käse mutiert, da die Ausnahme und "Mischmasch"zur Regel wird? :ermm:

Eine Station, auf der es zugeht wie im Taubenschlag, kann die das leisten?

Vielleicht hast du als Expertin gute Tipps für mich, auch wenn ich nicht der Initiator dieses Themas bin, so bin ich dankbar für Anregungen.

LG, Allround
 
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Stationsleitung Krankenschwester
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AreciboMessage

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Also, Eure Vorschläge sind teilweise sehr interessant. Die Hilfskraft, welche sich nur ums Essen austeilen Kümmert, habe ich schon vorgeschlagen, schriftlich an die PDir geleitet, und auch alles schön begründet.
Wir würden selbstverständlich eine korrekte PP für jeden Pat schreiben, wenn wir die Zeit dazu hätten, aber das schreiben allein reicht ja nicht, die PP muß ja praktisch täglich neu evaluiert werden. Es gibt ja ganz ausgezeichnete Software heutzutage, welche einem die PP äusserst einfach und angehmen zu schreiben macht. Leider gibt es sowas bei uns nicht, wir haben zwar natürlich pc(lorenzo software) aber es ist noch nicht alles freigeschaltet worden. Das problem bei uns ist einfach, das wir diese schweren Pflege pat und auch die(wenigen) "pflegeleichten" pat auf einer station zusammen liegen haben. und auch sehr oft gemischt in einem zimmer. Beide pat gruppen haben ja unterschiedliche ansprüche und bedürfnisse an uns pflegepersonal. jeder von euch, kann sich vorstellen was ich meine. Ausserdem habe ich vergessen zu sagen, das wir morgens früh, die Ambulanten Op auch noch versorgen müßen, d.h. das um 7 uhr ca. 4 bis 5 leute vor dem stationszimmer stehen und auf ein bett verteillt werden müßen. Da wir aber ein akutkrankenhaus sind, dürfen wir, per dienstanweisung, KEINE betten reservieren. Daher kommt es taglich zu flurbelegungen.
 
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Allround

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Bei uns (Akutreha/Bezugspflege/Primary Nursing) beliest sich jeder über die Patienten, für die er an diesem Tag auch zuständig ist und bei meiner letzten Stelle (Intensiv/Bereichspflege) auch.
Zum Thema "Übergabe" habe ich noch Folgendes gefunden:

Einbindung in das Qualitätsmanagement
Die Pflegeübergabe hat die Funktion einer „Informationsdrehscheibe“: Pflegepersonen der vorhergehenden, d. h. auskunftsfähigen Schicht sollen die nachfolgende Schicht umfassend, präzise und sachbezogen über den physischen und psychischen Zustand des Patienten informieren.
Durch die Weiterleitung pflegerischer Informationen soll eine individuelle und koordinierte, d. h. qualitativ und quantitativ gleichbleibend gute Pflege aufrecht erhalten werden. Die Sicherheit der Patienten und die Kontinuität von Arbeitsabläufen von Schicht zu Schicht sind dabei zu gewährleisten. Es soll sichergestellt werden, dass Beobachtungen und Erkenntnisse über den Patienten wertfrei interpretiert, ärztliche Verordnungen korrekt ausgeführt und Erfahrungen über die Pflege und den Behandlungsverlauf in Form einer Verlaufskontrolle ausgetauscht werden können.
und

Die schriftliche Information wird die mündliche Übergabe (und umgekehrt) nie vollständig ersetzen können, da sonst die Patientensicherheit leidet. Nur durch die konzentrierte und gezielte Kombination schriftlich dokumentierter und mündlich geäußerter Übergabeinhalte lässt sich eine umfassende Information auch in Zukunft gewährleisten.
Beides Zitate aus dem Archiv 2005 Bibliomed "Die Schwester/Der Pfleger",
"Pflegeübergabe, ein Auslaufmodell?" von R. Gratias

LG, Allround
 
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Nephron

bei einer gut geführten Dokumentation incl. Pflegeplanung braucht man keine Übergabe! Es sei denn, diese findet am Patientenbett statt - denn dann werden die tatsächlich relevanten Dinge besprochen- und gemeinsam mit dem Patienten werden Maßnahmen geplant. Wesentlich effektiver!:nono::nono::nono:
 
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Rosi S.

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Ich bin nicht deiner Meinung!!!!:nono:
Ich bin sehr gerne dabei neues anzunehmen, aber es muss beides sein: mündlich und schriftlich!!! Es geht sonst wirklich zuviel verloren! Die Übergabe ist ja kein Vortrag!!! Es wird doch miteinander erörtert und auch nachgefragt von den Zuhörenden, das würde ja dann ganz fehlen.
 
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Krankenschwester, PA
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HL2917

HL2917

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@ HL 2917
Ich kann keine genauen Angaben mehr darüber machen ob eine Pflegeplanung die Übergabe verbessern würde, ich arbeite ja jetzt auf einer ZNA. Aber meiner Erfahrung nach würde es zu keiner Zeitersparniss führen. Ich habe eher die Erfahrung gemacht das morgens die Diagnose, OP, ect. angegeben wurde, außerplanmäßige Medis, Allergien und Pflegestufe (A1, A2, A3). Das reichte in der Regel. Erfahrende Pflegekräfte sehen recht schnell wie sie einen Patienten versorgen müssen. Soll nicht heißen das eine Pflegeplanung unnötig sei, aber die realität im Akut KH ist nun mal so das die Patienten selten länger als eine Woche auf Station bleiben. Bei der Aufnahme ist schon recht schnell klar wo der Pat. Hilfe Braucht. Standardisierte Pflegeplanungen könnten da helfen. Individuell sind die naürlich nicht.
Hi,
egal wo man arbeitet, irgendwie muss doch sichergestellt werden, dass die Patienten das bekommen was sie brauchen und Informationen gezielt weitergegeben werden. Meine Schwiegermutter ist nach einem Busunfall im Ausland in deutschland in ein Krankenhaus gekommen und durchgecheckt worden. 3 Tage stationär - übrigens zusatzversichert. Jetzt ist sie zuhause mit BWK 12 Fraktur, Rippenfraktur, Fibulafraktur. Man hat Ihr Krücken mitgegeben. Aber sie hat keinerlei Instruktionen bekommen zu: Wieviel darf sie den Fuss belasten? Wieviel darf sie heben? Wie soll sie liegen? Was kann sie ausser Schmerzmittel nehmen gegen die Schmerzen machen? Soll sie sich ambulant irgendwo melden? Atmung bei Rippenschmerzen? NICHTS. Wie kann so etwas in der Pflege in Deutschland passieren? Das dauert doch keine 5 Min? Und während ihres stationären Aufenthalts hat sie eigentlich nur Essen bekommen.....

Meines Erachtens muss feststehen wer für die Pflege eines Patienten verantwortlich ist und der MUSS ihr die wesentlichen informationen zukommen lassen.

Oder?

Gruss HL
 
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Nephron

HL2917, du sprichst hier gerade am Thema vorbei- es geht nicht um die Weitergabe von Infos an Patienten, sondern innerhalb des Teams in Form einer Übergabe. Natürlich müssen Infos an Patienten weitergegeben werden. Man nennt das auch ABS - Anleiten, Beraten und Schulen. Ein wesentlicher Bestandteil der pflegerischen Erstausbildung, leider zu selten praktiziert.
Und practocless: Dass erfahrene Pflegekräfte recht schnell den Pflegebedarf erkennen, ist umunstritten; leider sehen Sie den oftmals sehr unterschiedlich und haben sehr undifferenzierte Vorstellungen, welche Maßnahmen denn nun die geeignetesten seien. Eine strukturierte Planung kann dabei helfen!!!
Aber scheinbar sind auch viele Pflegekräfte damit schlicht überfordert, systematisch und geplant zu pflegen???
 
L

Lisy

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Hallo Nephron,
und wer legt dann deiner Meinung nach die Maßnahmen fest, wer macht die Pflegeplanung?
Wir erarbeiten unsere Pflegeplanung und die Maßnahmen gemeinsam, dazu ist aber zwingend eine Übergabe notwendig. Nur so kann sichergestellt werden, das alle Beobachtungen in die Doku einfliesen und die von dir erwähnten Unterschiede nicht zum Tragen kommen.
Gruß aus der Welt der ambulanten
Lisy
 
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Altenpflegerin
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Nephron

Lisy, das macht i.d.R. die Bezugspflegekraft zusammen mit dem Patienten, nach dem Aufnahmegespräch. Maßnahmen können selbstverständlich auch im Team besprochen werden, die Übergabe ist dafür aber weniger der geeignete Rahmen. Ich schlage dazu Fallkonferenzen vor. Hier kann dann auch eine Evaluation stattfinden, ein meiner Meinung nach völlig zu kurz kommender Punkt in allen Pflegeplanungen!
 
Allround

Allround

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Aber sie hat keinerlei Instruktionen bekommen zu: Wieviel darf sie den Fuss belasten? Wieviel darf sie heben? Wie soll sie liegen?Was kann sie ausser Schmerzmittel nehmen gegen die Schmerzen machen? Atmung bei Rippenschmerzen?
Normalerweise hätte sie da Physiotherapie und Atemtherapie bekommen müssen. In diesem Rahmen hätten die Fragen geklärt werden können.

Das muss aber auch angeordnet werden!

Soll sie sich ambulant irgendwo melden?
Diese Fragestellung verstehe ich gar nicht, gab es keinen Brief an den Hausarzt? Also bei uns im Belegkrankenhaus, da ist die Verbindung von "Stationär" und "Ambulant" ja sowieso gesichert, Mensch, endlich mal ein eindeutig positiver Nebeneffekt! :prost:

NICHTS. Wie kann so etwas in der Pflege in Deutschland passieren? Das dauert doch keine 5 Min? Und während ihres stationären Aufenthalts hat sie eigentlich nur Essen bekommen.....

Meines Erachtens muss feststehen wer für die Pflege eines Patienten verantwortlich ist und der MUSS ihr die wesentlichen informationen zukommen lassen.
Oder?
Ja, das sehe ich hier anders. Hier hat eher der Stationsarzt versagt. Für mich klingt das so, als hätte er an deiner Schwiemu nicht genug verdienen können.:innocent:
Dass die Pflege versagt hat, sehe ich in deiner Schilderung noch nicht bestätigt. Es sei denn, du meinst, dass die Pflege die Therapie mitorganisieren muss.
Ich persönlich mache das leider oft genug, und denke dabei an den armen Patienten. :cry: Gleichzeitig ärgert mich die ab und zu anzutreffende Nachlässigkeit der Ärzte. :angry:
Was irgendeine Schwester zusätzlich leistet, dass sollte noch nicht zur Norm erhoben werden.

Lieben Gruß, Allround
 
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HL2917

HL2917

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Hallo Allround,

meine Auffassung ist klar, dass Prophylaxen aller Art oder Instruktionenz.B. für Medikamentengabe, BZ Messung oder gehen an Stöcken und Transfer im Kompetenzbereich der Pflege stehen. Über eine derartige Anordnung eines Arztes würde ich mich eher wundern, weil es sich um Dinge handelt, die selbstverständlich sind für meinen Arbeitsbereich und meine Verantwortung als Pflegende.

Gruss HL
 
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Hallo Allround,

meine Auffassung ist klar, dass Prophylaxen aller Art oder Instruktionenz.B. für Medikamentengabe, BZ Messung oder gehen an Stöcken und Transfer im Kompetenzbereich der Pflege stehen. Über eine derartige Anordnung eines Arztes würde ich mich eher wundern, weil es sich um Dinge handelt, die selbstverständlich sind für meinen Arbeitsbereich und meine Verantwortung als Pflegende.

Gruss HL
Hallo HL,

leider machst du in deiner Antwort nicht offenbar, ob deine Angehörige Physiotherapie- und Atemtherapiebehandlung im Rahmen des stat. Aufenthaltes hatte. Für mich wäre das die zwingendste Maßnahme gewesen. In unserem Haus wäre es so gelaufen, aber zur Abrechnung braucht die ausführende Praxis die ärztliche AO. OK, in einem KH der Regelversorgung mag das vielleicht inzwischen anders sein, da sollen andere sich zu äußern.

Natürlich erklärt auch die Pflege im Rahmen der Mobilisation die UAG-Benutzung und Teilbelastung oder "Nur Abrollen". Und mit einem Triflo Atemtrainer üben kann man auch mal. Die Physiotherapeuten können es aber noch besser und haben dafür mehr Zeit. Warum nicht das Angebot nutzen? Multiprofessionelles Netzwerk.

Was hat denn der Chefarzt gemacht? Ein paar Röntgenbilder und sonst freundlich "Guten Morgen", und das war's? Damit allein wäre doch gar kein stationärer Aufenthalt gerechtfertigt gewesen, was will er denn da abrechnen? :blushing: Na ja, privat geht ja immer...Oder wurde eine Osteosynthese gemacht? Fand das Ganze im Bereich des OSG statt?

Kein: "Kommen Sie mit den Schmerzmitteln aus?" (Atmung bei Schmerzen...heutezutage muss keiner Indianer spielen), "Waren Sie schon mit den UAG auf der Treppe?","Wie sind Sie versorgt zuhause?"?

Ist jetzt ein bisschen Exkurs, aber das interessiert mich jetzt mal.

LG, Allround
 
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Interdisziplinäre Station
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Flurin1001

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Guten Abend zusammen!

Ich verstehe alles, was auf den ganzen letzten vier Seiten steht, es wird sich viel über die momentane Pflegequalität aufgeregt, dann kommt aber auch der Spruch, man kann es aber wohl nicht ändern.

Es ist klar, so wie es momentan in Deutschland läuft, ist es nicht akzeptabel, man kann es so nicht mehr hinnehmen, was hier betreiben wird, ist eine "Gefährliche Pflege" anders kann man es nicht nennen , Sorry!

Aber was kann man dagegen tun? mal rebellieren? zur PD gehen und was sagen? Sicher nicht, dann kannst du gleich deine Papiere holen!

Na ja, es steht zwar genug Personal in Deutschland auf der Strasse, die sich über eine neue Stelle freuen würden, damit hätten die PD's Glück, bräuchten sich nicht mal Sorgen machen!
Wer geht kann doch sofort ersetzt werden.

Aber was mich an allem so aufregt, alle Meckern, aber tun nichts! dann kann es also nicht so schlimm sein! Sorry!

warum machen den heutzutage nicht mehr das, was am leichtesten ist? geht ins Ausland, sorgt dafür, das die heimischen Häuser kein Personal mehr bekommen und weiterhin sind nicht nur die Pflegerischen Bedingungen besser, sondern auch die finanziellen.

Ich habe es noch nie verstanden, warum immer nur meckern aber nichts Tun.

OK, Sorry, vielleicht könnt ihr es mir erklären! aber alle die hier sind, haben gesagt, sie haben den entscheid nicht bereut! und es sind nicht nur Singles, sonder auch Familien!

GLG, Flurin.
 
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Dipl. Pflegefachmann
Fachgebiet
Medizin / PA in Ausbildung
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Allround

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warum machen den heutzutage nicht mehr das, was am leichtesten ist? geht ins Ausland, sorgt dafür, das die heimischen Häuser kein Personal mehr bekommen und weiterhin sind nicht nur die Pflegerischen Bedingungen besser, sondern auch die finanziellen.

Ich habe es noch nie verstanden, warum immer nur meckern aber nichts Tun.
Hallo Flurin1001!

:ironie:

Warum meckert die gute Pädagogin in Berlin Kreuzberg darüber, dass die Kinder statt Frühstückbrotdose ein Klappmesser im Ranzen haben?
Am leichtsten wär's doch gewesen, sie hätte iin Berlin Zehlendorf angefangen.

Warum meckert der ärztliche Entwicklungshelfer darüber, dass er in Afrika bei den hygienischen Zuständen lebensgefährlich erkrankt ist?
Am leichtesten wär's doch gewesen, er wär' zuhause geblieben.

Warum meckert der Unternehmer über zu hohe Betriebsausgaben in Deutschland?
Am leichtesten wär's doch gewesen, er hätte die Produktion in's Ausland verlagert.

Warum meckert der Banker über sein niedriges Einkommen von nur 500 000 Euro Jahresgehalt?
Am leichtesten wär's doch gewesen zur Konkurrenz zu gehen und dazu ein bisschen die Moral zu vergessen.

Warum meckert die Klinikleitung über die roten Zahlen und die drohende Insolvenz?
Am leichtesten wär's doch gewesen, früher die Gehälter zu kürzen und die exam. Pflegekräfte stärker zu verringern.

Warum meckert der Krankenpfleger über die schlechten Arbeitsbedingungen und sucht Hilfe in einem Diskussionsforum? :spinner:
Am leichtesten wär's doch gewesen, einfach in die Schweiz zu gehen.

Meine These:kopfkratz: : Eben weil wir den leichtesten Weg so gerne gehen, ist es so, wie es ist.

Schönen Abend, Allround
 
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UlrichFürst

Gleich mal ein "Entschuldigung" am Anfang. Da ich so spät einsteige ist meine Antwort hier etwas zerstückelt:innocent:
Also jeder Mitarbeiter der seit 1985 eine dreijährige Pflegeausbildung absolviert hat muss in der Lage sein, eine Pflegeplanung zu erstellen und danach arbeiten zu können. Oder?
Mir ist keine Klinik/Station bekannt, die mit Pflegeplanung arbeitet. Selbst wenn ich es also mal gelernt habe (und dann ja meistens nur nach Schema F bei virtuellen Patienten) habe ich es seit meiner Ausbildung nicht mehr machen müssen (oder dürfen) - genau wie alle anderen Mitarbeiter. Das man das dann nach 10 oder 20 Jahren noch kann wage ich anzuzweifeln. :eek:riginal:

Man hat Ihr Krücken mitgegeben. Aber sie hat keinerlei Instruktionen bekommen zu: Wieviel darf sie den Fuss belasten? Wieviel darf sie heben? Wie soll sie liegen? Was kann sie ausser Schmerzmittel nehmen gegen die Schmerzen machen? Soll sie sich ambulant irgendwo melden? Atmung bei Rippenschmerzen? NICHTS. Wie kann so etwas in der Pflege in Deutschland passieren? Das dauert doch keine 5 Min?
Fünf Minuten? Du meinst pro Punkt!? Bei Patienten die langsam verstehen auch mehrfach!? Also etwa eine halbe Stunde für das erste Mal. Das das ganze trotzdem passieren muss, unter Umständen auch eine Woche lang jeden Tag, ist schon klar.

Und hier kommt dann übrigens wieder das Thema ins Spiel: Auch ich bin der Meinung, dass es einfach schneller geht zu erzählen, was ich dem Patienten gesagt habe, als das einer das niederschreibt und im Laufe einer Woche sich dass dann 4 - 8 Personen durchlesen. (Trotzdem sollte es niedergeschrieben werden).

@Nephron: Was habt Ihr für einen Personalschlüssel?

Ansonsten kann ich v.a. Allround zustimmen: Die Hauptverantwortung für Pflegemaßnahmen liegt (leider) bei den Ärzten. Das ist in Deutschland einfach rein rechtlich (noch) so.

@Flurin:
Ich sehe hier kaum jammern sondern nur eine Diskussion über Tatsachen und den möglichen Umgang damit.

Ulrich Fürst
 
Allround

Allround

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Hallo HL, Ulrich und alle anderen!

Ich finde dieses Thema immer noch interessant und würde die Diskussion gerne nochmal wiederbeleben!

Warum interessant?
Eben gerade der von HL eingebrachte Gedanke, dass die Pflegeorganisationsform die Möglichkeit der Arbeit mit individueller Pflegeplanung bestimmt, beschäftigt mich noch.

Ohne Bezugspflege keine Pflegeplanung heißt die These. Also, der zweite Schritt kann bekanntlich nicht vor dem ersten gemacht werden.

Nun habe ich heute die neue "Die Schwester, der Pfleger" bekommen, und da stand drin, dass man eine Rückkehr zur Funktionspflege auf Grund von Personalmangel in den Krankenhäusern beobachten könne. Und dass diese Beschäftigungssituation im Arbeitsalltag ein Gefühl von Panik entstehen lässt, wenn trotzdem gute Arbeit geleistet werden will, die Ressourcenknappheit aber Fehler vorprogrammiert.
Ich denke diese Situation kann man im Eingangsposting usw wiedererkennen.

Weiter heißt es, dass die Bereichspflege sich auf Grund der Personalsituation so verändert, dass die Bereiche zum großen Bereich der ganzen Station verschmelzen. Eine riesige Bereichspflege.
Ja, und genauso empfinde ich meinen chirurgischen/onkologischen Alltag.

Ich habe in den letzten Tagen versucht, die Fachrichtungen auf Schwestern aufzuteilen und so genaue Zuständigkeiten zu schaffen.

Es ist eine Illusion! :blushing:

Das Telefon klingelt permanent, die Klingel geht permanent, die Anforderungen wechseln zwischen den Fachrichtungen so abrupt, dass wir uns fast nur ständig suchen und Aufträge zuweisen müssten, würden wir uns sortieren wollen. Und die Zeit, die das kostet, davon mal abgesehen.
Es geht im Endeffekt nicht ohne eine ständige Zuarbeitung. Alle für den riesigen Bereich.
In puncto Pflege am Bett, da kann dann mal kurz auf Zimmerpflege umgesprungen werden. Das machen wir.

Ansonsten ist an eine durchgehende Bereichspflege nicht zu denken, es sei denn wir würden uns in der Umkleide klonen. :innocent:

Mir ist keine Klinik/Station bekannt, die mit Pflegeplanung arbeitet. Selbst wenn ich es also mal gelernt habe (und dann ja meistens nur nach Schema F bei virtuellen Patienten) habe ich es seit meiner Ausbildung nicht mehr machen müssen (oder dürfen) - genau wie alle anderen Mitarbeiter. Das man das dann nach 10 oder 20 Jahren noch kann wage ich anzuzweifeln. :eek:riginal:
Ulrich, welche Pflegeorganisationsform habt ihr denn so?

Ansonsten kann ich v.a. Allround zustimmen: Die Hauptverantwortung für Pflegemaßnahmen liegt (leider) bei den Ärzten. Das ist in Deutschland einfach rein rechtlich (noch) so
:ermm:? Habe ich nicht ganz so gemeint, ich meinte eigentlich nur die Physiotherapie und Atemtherapie, die angeordnet werden. Die meisten Pflegemaßnahmen, wie Dekubitusprophylaxe, Hautpflege usw, die machen wir doch selbstständig!?

Liebe Grüße, Allround
 
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