katheter legen beim Mann

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U

UlrichFürst

Themenstarter/in
Ich vermute nur, daß eine Variation des Ablaufs im med. Betrieb nicht erlaubt ist. ??
Ich denke schon, dass man variieren darf. Es muss dabei aber sichergestellt sein, dass der Arbeitsablauf hygienisch einwandfrei ist und auch keine Gefahr besteht dem Pat. anderweitig Schaden zu zufügen (Verletzung o.ä.)

Just my2c
Ulrich
 
K

KDS

Neues Mitglied
Basis-Konto
02.03.2006
66128
Hallo,
ich glaube, das katheterisieren eines Mannes hängt auch wohl mit der Scheu vorm männlichen Glied zusammen. ( Wenn man bedenkt, dass es schon häufig daran "hängt", dieses Körperteil in der Grundpflege den gültigen Standarts entsprechend zu versorgen!)
Meiner Erfahrung nach werden lieber Injektionen jeglicher Art verabreicht als z.B. einen Mann zu katheterisieren. Mit etwas Mut, Gefühl und gute anatomische Kenntnisse kann man die Scheu gut überwinden.
 
Qualifikation
Altenpflegeschüler 2.Kurs
Fachgebiet
Amb. Pflegedienst
M

Micki

Themenstarter/in
Au weia:blink: ! Habt ihr nicht die Möglichkeit, den Urologen zu wechseln?

Mit Urologen haben ich die Erfahrung noch nicht gemacht, wohl aber mit Hausärzten.
Sehr peinlich finde ich es dann, wenn eine Schülerin bei der ärztlichen Durchführung zuschaut, und sieht, was man alles falsch machen kann.:sad:
Leider wird sich wohl daran so schnell nichts ändern.

Gruß Manu
Geht das dann bei einer Blasenspiegelung genauso ab (vonwegen Hygiene usw.

Grüße

Micki
 
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Geht das dann bei einer Blasenspiegelung genauso ab (vonwegen Hygiene usw.
Hallo Micki:eek:riginal: ,

bei uns jedenfalls nicht, weil unsere Hausärzte keine Blasenspiegelung durchführen!

Grüßle manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
G

GPP

Themenstarter/in
Hallo Leute...
erstens ist das Legen eines Blasendauerkatheters ein Eingriff in eine anatomisch vorgeformte Körperhöhle und damit per Definition Arztaufgabe. Dass dies in der Praxis anders aussieht und dass wir das alle gelernt haben ist klar!
Zweitens ist das Katheterisieren von Männern nicht weniger risikobehaftet, als bei Frauen.
Richtig ist, dass bei Frauen die Nähe zum Anus gegeben ist. Richtig ist auch, dass es zu Fehllagen kommen kann.
Richtig ist aber auch, dass Männer eine längere Harnröhre haben, in der sich Keime pudelwohl fühlen! Des weiteren eine anatomische Biegung, an deren Ende eine vorgegebene Verengung kommt, die je nach Lebensalter schwer zu passieren ist. Verletzungen, auch noch so kleine führen einsdreifix zu satten Harnröhrenstrikturen, die operativ beseitigt werden müssen.
Die Frage, die ansteht ist nicht die rechtliche, nicht die anatomische und eine Hygienefrage sollte sich in Zeiten von DK Sets, Desi-mitteln und sterilen Handschuhen auch nicht stellen. Das Problem ist ein ethisches. Wahrung der Intimsphäre...
Ich denke es ist eine Frage der Indikationsstellung.
Wenn es um einen routinemäßigen Wechsel geht und die Möglichkeit gegeben ist, dass dieser durch einen Mann vollzogen werden kann, so sollte das auch so sein.
Wenn es sich um "Nothilfe" handelt (akuter Harnverhalt, DK nachts zu...) so denke ich, ist es egal wer es macht. Hauptsache qualifiziert und schonend.

Gerhard
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Hallo Leute...
erstens ist das Legen eines Blasendauerkatheters ein Eingriff in eine anatomisch vorgeformte Körperhöhle und damit per Definition Arztaufgabe.
Dazu hätte ich gerne ein verlässliche Quellenangabe, ein einschlägiges Urteil o.ä.
Nach dieser Definition ist mir eine spezielle Mundpflege verwehrt, da auch ein Eingriff in eine vorgeformte Körperhöhle.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
G

GPP

Themenstarter/in



Hallo Monika,
Du hast recht! Ich habe die Definition aus meiner Ausbildung. Hierbei handelt es sich wohl um eine Stellungnahme einer ärztlichen Fachgesellschaft. Wohl gemerkt, die ist schon n paar Jahre alt (1988) und es ist kein Gesetz!
Nicht desto trotz ist jeglicher Katheter in erster Linie eine ärztliche Aufgabe, die deligiert werden kann.

in § 3 Krankenpflegegesetz 2003 unter „Ausbildungsziel“:

Die Ausbildung für die Pflege nach Absatz 1 soll insbesondere dazu befähigen,...

2.die folgenden Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung auszuführen:

a) eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen,
b) Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation,
c) Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen,

Abschnitt 1/a hat was Nettes!...Ist die ärztlich veranlasste Aufgabe auch eine Aufgabe des Arztes?...Deligationsrecht???,
oder ist lediglich die Verordnung (z.B. der Katheter) eine vorbehaltliche Aufgabe der Ärzte?... und was bedeutet eigentlich "Mitwirkung"
...sollten wir im Rechtsforum diskutieren.

Wichtig ist mir vor allem der ethisch/moralische Aspekt:
Wenn ich nen DK brauche, so möchte ich den nach Möglichkeit von einem Mann gelegt bekommen und nicht von einer Frau! Mag sein, dass sich meine Einstellung hierzu irgendwann ändert...
Vielleicht raffe ichs auch irgendwann nicht mehr und mir ist es dann egal... aber bis dahin möchte ich als Person mit eigener Persönlichkeit und dazu gehört auch mein Geschlecht respektiert werden. Ich meine, dass geht den meisten Menschen, beiderlei Geschlechts genauso, oder?

Gerhard
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
Wichtig ist mir vor allem der ethisch/moralische Aspekt:
Wenn ich nen DK brauche, so möchte ich den nach Möglichkeit von einem Mann gelegt bekommen und nicht von einer Frau! Mag sein, dass sich meine Einstellung hierzu irgendwann ändert...
Vielleicht raffe ichs auch irgendwann nicht mehr und mir ist es dann egal... aber bis dahin möchte ich als Person mit eigener Persönlichkeit und dazu gehört auch mein Geschlecht respektiert werden. Ich meine, dass geht den meisten Menschen, beiderlei Geschlechts genauso, oder?

Gerhard
An der Stelle rennst Du bei mir offene Türen ein! Aber aus dieser Respekthaltung abzuleiten, dass eine Frau keinen Katheterismus bei einem Mann durchführen DARF kann nicht stimmen (ich behaupte, dass diese "Anorndnung" historische Gründe aus dem 19. Jahrhundert hat ..... ich habe noch nie von einer "Anordnung" gehört, die dem Mann das Katheterisieren einer Frau verbietet ...... vermutlich, weil es lange Zeit einfach keine Männer in der Pflege gab, die tatsächlich pflegten).

Also, wenn es die Möglichkeit gibt, dass eine gleichgeschlechtliche Pflegeperson den Kathetherismus durchführt, wird das von mir auch immer präferiert.
Aber wenn ich als Patient NOT habe, ist mir egal, ob die qualifizierte (!!!!) Pflegeperson Männlein oder Weiblein ist, wenn sie mich nur von meiner Not erlöst.

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
G

GPP

Themenstarter/in
Aber aus dieser Respekthaltung abzuleiten, dass eine Frau keinen Katheterismus bei einem Mann durchführen DARF kann nicht stimmen
Mmh...
Hallo Moni,

Können wir uns darauf einigen, dass
  • Blasenkatheter grundsätzlich der ärztlichen Anordnung bedürfen und die Pflege per Deligation mittlerweile die Durchführung übernommen hat.
  • DKs von allen 3jährig examinierten Pflegepersonen beiderlei Geschlechts gelegt werden dürfen, soweit sie dies erlernt haben und sich hierzu in der Lage fühlen.
  • Die Trennung Frau legt bei Frau, Mann bei Mann historisch begründet, aber auch heute noch unter moralischer Sicht ok ist.
  • Wir, wenn wir eigene Vorbehaltsaufgaben in unseren tollen Gesetzen hätten, diese Diskussion nicht bräuchten.
... konsensfähig?

Grüße aus Mannheim

Gerhard
 
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
Basis-Konto
26.09.2005
Bonn
Mmh...
Hallo Moni,

Können wir uns darauf einigen, dass
  • Blasenkatheter grundsätzlich der ärztlichen Anordnung bedürfen und die Pflege per Deligation mittlerweile die Durchführung übernommen hat.
  • DKs von allen 3jährig examinierten Pflegepersonen beiderlei Geschlechts gelegt werden dürfen, soweit sie dies erlernt haben und sich hierzu in der Lage fühlen.
  • Die Trennung Frau legt bei Frau, Mann bei Mann historisch begründet, aber auch heute noch unter moralischer Sicht ok ist.
  • Wir, wenn wir eigene Vorbehaltsaufgaben in unseren tollen Gesetzen hätten, diese Diskussion nicht bräuchten.
... konsensfähig?

Grüße aus Mannheim

Gerhard
Voll konsensfähig :thumbsup:

Grüße aus Bonn
Monika
 
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Weißwolkenschaf

Mitglied
Basis-Konto
02.04.2006
10245
Ich will mal versuchen, auf die letzten Beiträge auch aus der Sicht eines Betroffenen zu antworten. Katheter zum ISK muß ich schon seit Jahren benutzen und es funktioniert alles perfekt. Keine Blasenentzündungen mehr, keine Probleme, absolut selbständig etc. Doch es gibt Situationen, in denen mir ein Dauerkatheter lieber ist - auf reisen z.B. (im Flugzeug ist es praktischer). Nun kann ich zwar auch einen DK legen, doch wenn man 3 Hände hätte, wäre es leichter. Also habe ich mir für diese Situation Hilfe organisiert. Eine befreundete Krankenschwester hilft mir dabei. Ich wäre irgendwie nicht auf die Idee gekommen, einen Mann (einen Krankenpfleger) um Hilfe zu bitten. Seit Jahren bin ich auch bei einer Urologin in Behandlung.
Vielleicht solltet Ihr, wenn es daraum geht, einem Mann diese Situation etwas leichter zu machen, einfach kurz fragen. Denn ich kann mir vorstellen, daß es auch anderen Männern so geht wie mir - denn ich würde mich sicher unwohler fühlen, wenn mich ein Mann katheterisiert.
 
Qualifikation
Angestellt
Fachgebiet
privat
G

GPP

Themenstarter/in
Guten Abend,
Ich kenne die Abläufe in medizinischen Einrichtungen nicht. Aber wann immer Krankenschwestern zu mir kamen, waren sie vorsichtiger, langsamer und gründlicher. Kann auch nur ein Eindruck sein
Vielen Dank Weißwolkenschaf für Deine Sicht als Betroffener...

wie Du bereits ausgeführt hast, kennst Du die Abläufe nicht. Es ist auch relativ schwer jemandem, der nicht im Regelbetrieb einer Pflegeeinrichtung arbeitet, die entsprechende Sichtweise zu vermitteln.
Oftmals ist es so, dass sich die hier erörterte Problematik allein dadurch löst, dass lediglich weibliches Pflegepersonal zugegen ist.
Was Deine Sichtweise bezüglich der vorsichtiger, langsamer und gründlicher arbeitenden Krankenschwestern anbetrifft, so verhält es sich so, als ob ich sagen würde, dass Männer die besseren Autofahrer sind... sichtweise des Betrachters und statistisch schwer zu belegen (beim Autofahren verhält es sich meines Wissens nach genau umgekehrt!).
Wenn Du den Wunsch äußerst, dass Du ausschließlich von weiblichen Fachkräften kathetert werden willst, so könnte Dir das auch gelingen. Meine Kolleginnen würden sich das jedoch verbieten, da auch Krankenschwestern Menschen mit eigener Intimität sind und bei professioneller Betrachtung diesem Wunsch nicht unbedingt entsprochen werden muss wenns auch anders geht...

Nix für ungut

Gerhard
 
Mike28

Mike28

Mitglied
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04.05.2006
46286
Zitat von Manu: Speziell das "Katheterisieren beim Mann" wurde mir während meiner Ausbildung( gut, ist schon 12 Jährchen her:sick: ) mit dem Hinweis der Möglichkeit des Ablehnens erklärt.


Guter Beitrag Manu, doch wenn eine Fachkraft das Kathederisieren verweigert, kann der Arzt eine Weiterbildung von dir verlangen damit du wieder sicherer wirst, weil das ja zu deiner Ausbildung gezählt hat.


Lieben Gruß
Mike
 
Qualifikation
PDL
Fachgebiet
Alteneinrichtung
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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