Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte zu fü

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brad7005

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

PKMS-Dokumentationsbögen sind für mich ein rotes Tuch!

Zur Finanzierung und Abrechnung hochaufwendiger Pflege ist das Ding sicherlich lieb gemeint und mühsam erarbeitet worden,
allerdings vollkommen an der Realität vorbei!
Das Problem der chronischen Pflegeunterbesetzung, das damit gelöst werden soll, dass durch PKMS Gelder fließen, kann paradoxerweise erst MIT der fehlenden Pflegekraft im Dienst erfolgreich bearbeitet werden.

Ist das nicht wie ein Feuerwehrauto, das ohne Mannschaft vor einem brennenden Haus abgestellt wird?

Wenn ich meine Arbeit dokumentieren und gleichzeitig dafür sorgen soll, dass es den Patienten nicht schlecht geht,
muss diese Dokumentation a) schnell b) einfach und c) übersichtlich vonstatten gehen.
Das geht nur entweder durch einen PKMS-Beauftragten, der mir die Last abnimmt und ohne mich den Score ausrechnet
oder per Software, die meine angeklickten Pflegetätigkeiten mit elektronischer Unterschrift verarbeitet.

Das System verdurstet also spätestens an der Basis. Der deutsche Pflegerat wäre gut damit beraten gewesen, sich ein paar Leute aus der Praxis zur PKMS-Entwicklung dazu zu holen...
 
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chrodechilde

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

da hat mir jetzt aber mal jemand aus der seele gesprochen
 
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Ledana

AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hi,
bei uns laufen gerade die Fortbildungen für PKMS.
Da wir einen super guten PKMS-Beauftragten haben ( unser Kollege, der dafür auch geschult wurde) ist die Erklärung der Durchführung sehr verständlich.
Mir, wie auch meinen Kollegen, ist auch klar das die früheren Gelder, versprochen von damaligen Gesundheitsministerin Fr.Schmidt, dieses Jahr, wie es früher vereinbart wurde, nur bis zur Ende letztes Jahres in die Pflege flossen.
Jeder weißt, unter welchem chronischen Geldmangel (= Pflegepersonal Defizit, und nicht nur...) das Gesundheitswesen leidet.
Natürlich PKMS ist mit mehr Arbeit verbunden.
Aber Leute, wenn der Weg zum Geld für die Mehraufwand, die wir leisten, auf diesem Weg führt, dann bleibt uns nichts übrig, als die PKMS, und zwar akribisch zu führen. Das weiß ich und meine Kollegen. Wir wollen nämlich unser Arbeitsplatz schützen, und für unsere Leistungen bezahlt werden.

Unser Job ist oft stressig und sehr belastend, aber um uns selber zu schützen, müssen wir es schaffen ein wenig positiver auf die Welt zu schauen, und den, auch oft unangenehmen Angehörigen, nicht unbedingt als einen Feind zu sehen, sondern als einen Menschen, der wie wir selbst in vielen Situationen unvollkommen reagiert. Ich validiere die Angehörigen. Auch wenn sie manchmal schlecht gelaunt sind, probiere ich die umzustimmen, statt sie zu bekämpfen, weil das keinem etwas bringt, weder mir, sonst den Anderen.
 
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fiutare

AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Wir haben nun doch - entgegen unserer früheren Absicht - mit der PKMS-Erfassung begonnen. Die Gründe sind hier teilweise schon benannt worden.

Natürlich geht es vor allem um das Zusatz-Entgelt. Allerdings darf auch nicht verschwiegen werden, dass der MDK massiv aufrüstet. Das interne Ziel soll eine bis zu 60%ige Ablehnung der Zusatzentgelte sein. Da die Erfassungsbögen Fehler geradezu forcieren, dürfte dieses Vorhaben auch gelingen.

Software-Lösungen helfen nur bedingt: Sie scheitern immer, wenn Prozesse beschrieben werden müssen, was unerlässlich ist.

Meine Meinung zu PKMS bleibt: Ein bürokratisches Monster mit vergleichsweise wahrscheinlich kleinem Nutzen.

Pflege heute.
 
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brad7005

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Jeder weißt, unter welchem chronischen Geldmangel (= Pflegepersonal Defizit, und nicht nur...) das Gesundheitswesen leidet.
Natürlich PKMS ist mit mehr Arbeit verbunden.
Aber Leute, wenn der Weg zum Geld für die Mehraufwand, die wir leisten, auf diesem Weg führt, dann bleibt uns nichts übrig, als die PKMS, und zwar akribisch zu führen. Das weiß ich und meine Kollegen. Wir wollen nämlich unser Arbeitsplatz schützen, und für unsere Leistungen bezahlt
Entschuldigung, aber ich habe die Nase so voll...
Was sollen wir zukünftig denn noch alles erledigen?
Die chronische Unterbesetzung, Überstunden ohne Ende, Stress durch höhere Patientenzahlen und kürzere Krankenhausaufenthalte und Übernahme ärztlicher Tätigkeiten.
Niemand merkt doch wirklich, dass wir schon längst diktiert werden vom knallharten Finanzkapital:
Wir sind die manipulierbare Variable, die schon immer alles mit sich machen ließ!
Ich habe schlicht keine Lust, mit diesem unausgegorenen System meine Daseinsberechtigung zu beweisen und dabei wieder wertvolle Arbeitszeit zu verlieren.
Es ist einfach nicht mein Job, meine eigene gute und harte Arbeit zu finanzieren. Ich gehöre ans Krankenbett und nicht ins Büro!
Aber eigentlich ist es nicht nötig, ärgerlich zu werden, denn unser Marktwert wird extrem in die Höhe schießen, wenn kein Nachwuchs kommt. Dann müssen wir nicht mehr unseren Arbeitsplatz schützen, sondern die Kliniken ihre Arbeitnehmer...
 
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Ledana

AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hi brad7005,
.... und was für eine Lösung des Problems kannst Du vorschlagen ?
Liebe Grüsse.
Ledana
 
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brad7005

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hi Ledana,

ganz einfach: die Messung des Pflegeaufwandes und dessen Finanzierung nicht den Pflegenden selber aufbürden! Was spricht gegen einen Klinikbeauftragten, der diese Arbeit systematisch und zentralisiert übernimmt? Versteh mich nicht falsch: ich dokumentiere meine Pflege sicherlich gründlich und gewissenhaft, aber sobald es an Scores und Messungen geht, bin ich nicht mehr zuständig.
ICD10 Schlüssel werden bei uns auch von der Verwaltung bearbeitet, nicht von den Medizinern.
 
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seifenblase

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hallo Brad7005,du sprichst mir aus dem Herzen,genauso sehe ich das auch.wir sind seit einem Jahr eine 70-Betten-Station,natürlich ,um Kosten zusparen.Soweit so gut.Es gibt 4Fachbereiche,in allen wird operiert,dazu kommen Betten für ambulante OPs.die Station selber ist so riesig,dass ich auch nach 3.4 Tagen immer noch nicht alle Patienten mit Namen kenne-geschweige die Krankheitsbilder.Seit Ende des Jahres machen wir PKMS,Ich bin in der Arbeitsgruppe dafür,soll quasi ein Vorreiter für etwas sein, dessen Nutzen ich selber nicht unbedingt einsehe.Damit konnte ich bis jetzt gut leben,aber inzwischen bin ich so fertig, dass ich nachts schon davon träume.Nebenbei bin ich Lehrschwester und Vertretung für unsere Wundmanagerin-mit dem Ergebnis,dass ich keine der Aufgaben 100prozentig ausführen kann.Wie ich in diese PKMS-Gruppe gekommen bin-fragt mich nicht,die ausmaße dieses neuen Bereiches war mir wohl noch nicht bewusst.Es hieß damals nur,es geht um eine Verbesserung der Doku.Gibt es eine Chance, da wieder rauszukommen?
Die Stimmung auf Station ist einfach nur noch Scheisse,die Stationsleitung tut ,was sie kann;kann aber ihre Mitarbeiter kaum noch motivieren;bekommt ja selber keine Motivation von oben.Besserung -sprich mehr Personal-ist wie überall -nicht drin.Also-was tun? Krankenschein kann auch nicht die lösung sein,Überlastungsanzeigen schrieben wir viele-brachte nichts.Hat jemand ne Idee?
 
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brad7005

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hi seifenblase!

Von dem Mist zu träumen ist ein wichtiges Alarmsignal!!!! Bitte nicht ignorieren! Nachts im Bett zuhause hat die Klinik nichts zu suchen.
Bei deinen Multitasking-Arbeiten bleibt dir nur der Weg zur PDL, wenn mit der Stationsleitung keine Lösung zu finden ist. Vertrete klar deinen Standpunkt, dass du mit dieser Zusatzaufgabe die ohnehin massive Arbeit nicht mehr schaffst. Frage dich, wer von wem abhängig ist. In der Situation hast du eindeutig die besseren Argumente.
Nur Mut!
 
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Ledana

AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hallo seifenblase,
das, was Du schreibst klingt nicht gut.
In der Situation werde ich, auf Deiner Stelle, mit dem PDL sprechen, und ihm die Überforderung schildern, mit der Biete mich für gewisse Zeit von den Funktionen zu befreien.
Sonst droht Dir vielleicht auch der Burnout....

@ brand7005,
ich glaube nicht das es funktionieren könnte, dass PKMS einem Klinikbeafragten überlassen sein könnte.
Ein Klinikbeauftragter für PKMS kann vielleicht für eine Station funktionieren, aber einer für das ganze Krankenhaus ?
Wie soll es gehen ?
Bei jeder Aufnahme von Pat., die über Pflegestufe 3 raus schießen, derjenigen zu rufen, damit er bei der Aufnahme den Pat. einstuft, damit es später entsprechend dokumentiert sein kann.
Und was macht man bei mehreren gleichzeitigen Aufnahmen ? und zusätzlichen Prüfungen der Pflegeaufwand bei Pat., die schon stationär mehrere Tage da sind, und deren AZ sich aber über Pflegestufe 3 verschlechtert hat ?
In dem Fall funktioniert der eine Beauftragte für das ganze KH nicht.
Auserdem muss der PKMS-Nachweis ( z.B. Lagerungplan, Ernährungplan, usw... ) genau mit der Dokumentation ( Berichten stimmen ), sonst bekommt man keine Kohle.
Wie sollt das der Beauftragter durchführen ?
L.G.
Ledana
 
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seifenblase

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Danke für eurern Rat.Ich kann mir lebhaft vorstellen,was dann abgeht,wenn ich mich mit diesem Problem bei der PDL melde."Sie müssen aber auch sehen, dass man dafür nur die engagierten Mitarbeiter nehmen kann..."usw,usf,Also so lange Honig ums Maul,bis der MA ja und Amen sagt.Sollte das für jemanden verbittert klingen-jahrelange Erfahrung.Gibt es eine rechtliche Grundlage dafür,zu sagen-ich will nicht mehr, weil ich nicht mehr kann?Zumal ich auch denke-Mitarbeit gut und schön,aber es kann nicht sein,dass wir zu unserer eigentlichen Arbeit nicht mehr kommen.
Was sagt ihr zu der 70Betten-Station?Kennt ihr so was auch mir so vielen Fachgebieten? Wie läuft das bei euch?
 
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brad7005

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Ich kenne Bettenstationen nur in kleineren Einheiten. 25-30 Betten.
Die entscheidende Frage bei 70 Betten ist natürlich, für wieviele Patienten du in deinem Bereich
zuständig bist, und wieviele Leute pro Schicht im Dienst sind.
 
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Ledana

AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Hallo seifenblase,

bei uns sind die Stationen mit 36 Betten bestückt. Davon 70% Pfl.Stufe 3 und darüber, dazu viele (80-90%) alte dementkranke Pat.
Besetzung FD. 5-6, davon 2 oft Schüler. SD. 3-4, davon oft 2 Schüler. ND. 2.

In meiner langjährigen KP-Kariere habe ich noch nie erlebt, dass unser PDL kein offenes Ohr für die Probleme des Mitarbeiter hätte. Natürlich nicht immer findet sich für alles sofort eine Lösung, aber alles, was möglich ist, wir auch erledigt.
Er ist verpflichtet, Deine Gesundheit zu schützen.
Nach den rechtlichen Grundlagen kannst Du einen der Mitarbeiter des Personalrates fragen.
Auch die sind für Dich da, falls Dein PDL ganz andere Meinung darüber haben sollte.
 
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j962012

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AW: Ist es eigentlich wirklich machbar einen PKMS Bogen korrekt ohne Angriffspunkte z

Guten Abend!

Wir haben auch versucht im letzten Jahr mit PKMS zu beginnen. Meine Kollegin und ich nahmen daraufhin an einer Schulung der Firma RECOM aus Kassel teil. Sie bietet auch eine entsprechende EDV an. Aber es wird ja erstmal auf die Kosten geachtet und deshalb gab es keine für unser Haus. Die Zettel sind wirklich ätzend. Trotzdem muß man sagen, das die Schulung sehr gut war vor allem der Part MDK sicheres kodieren. Wichtig ist für den MDK das Mengenangaben (personell, Flüssigkeiten, Lagerungen, Absaugen ...) mindestens in der Anzahl dokumentiert werden. Mit entsprechend 1 oder 2 Unterschriften ( Bitte auf den Dienstplan achten). Man muß wissen das die Abrechnung ja möglichst schnell erfolgen soll, deshalb nicht zu lange damit warten. Aber bevor aus jedem Bereich das schwierigste rausgesucht wird muß man doch erstmal klären WAS KANN UNSERE STATION ÜBERHAUPT LEISTEN? 12 Lagerungen bei 3 Krankenschwestern für 25 Patienten. Das klappt nicht. Aber vielleicht gelingen 4 (mit 2 Personen) plus 4 Mikrolagerungen (durch eine Person). Und so muß man sich den ganzen Bogen anschauen. Es ist klar, dass Bei Patienten mit Trinkmengenbegrenzung manche Werte nicht zu erreichen sind. Und ja, da gibt es noch Fehler im System. Man darf gerne auf bekannte Formulare zurückgreifen/verweisen (hilft oft den älteren Mitarbeitern) z.B. Lagerungsprotokoll oder Trinkprotokoll. Wichtig ist auch das es mit anderen Komplexmaßnahmen kombiniert werden kann (z.B. Palliative Komplexbehandlung od. Komplexmßnahmen auf nicht spezieller isoliereinheit bei MRSA oder ESBL Befall). Meine Kollegin und ich sind übrigens als Dokumentationsassistentinnen eingestellt.(Wir kodieren, sortieren/ besorgen Akten, faxen und fordern Briefe an UND sind Ansprechpartner für die Pflegekräfte in Fragen der Kodierung und Dokumentation von PKMS) Kurz wir sind Mädchen für alles:eek:riginal:

So ich fürchte das war fürś erste mal sehr viel:verknallt

Hoffe ich konnte etwas helfen. Mehr Info lieber auf Anfrage.
 
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Lungenfachklinik
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