Altenpflege Ist dies NORMAL? Eure Meinung bitte!!!!!

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nikita22f

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Würde gerne euren Rat haben, kurze Info.
Habe im Januar das Examen zur AP gemacht und direkt bei meinem "noch" Arbeitgeber angefangen. Gehalt liegt bei einer 40 Stunden Woche bei 1800 Euro Brutto ( was für ein Witz), nach einigen Monaten wurde mir Heimintern die Stelle der WBL angeboten welche ich aus mir nicht begreiflichen Gründen angenommen habe. Die Vergütung für die WBL Position liegt bei 120 Euro mehr, Witz komm raus. Wie dem auch sei, nun etwas zu der Situation in unserem " Garten Eden" Wir haben 34 Bewohner von denen 16 bettlägering sind Pflegstufen varieren bei diesen zwischen meistens 2 und einige wenige 3, desweiteren, 6 mobile Bewohner und 12 teilmobile Bewohner bei welchen die Pflege fast komplett übernommen wird.

Nun zu unserem Personalschlüssel, unsere Morgenschicht besteht aus einer PFK und zwei Pflegeassitenten. Wobei, wir das Frühstück bis auf 6 Bewohner noch komplett vorbereiten müssen ( Brote schmieren, verteilen, anreichen und das gleiche gilt natütlich auch für das Mittagessen). Da unser Haus auch kein Computersystem hat, wird alles von Hand geschrieben, d.h Wundberichte, alle Medis abzeichnen, Vitalwerte der übliche Wahnsinn eben bei einem Kadexsystem.

Zu unserer Spätschicht gehören eine PFK und eine Pflegeassistentin. Das heißt, die Exe verteilt Medis, die Pflegeassistentin fängt mit den Abendessen an und die PFK stößt nach dem Medis verteilen dann dazu. Ach ja, Lifter gibt es natürlich auch nicht, " das Heben von schweren Bewohnern" wird voraussgesezt. Falls man sich beschwert wird man als " Memme" bezeichnet. Pflegemittel werden für eine Woche immer von der PDL herausgegeben. Die üblichen Lieferung liegt bei etwa 140 Einlagen für 34 Bewohnern von denen 31 inkontinent sind. Also noch einmal Leute 31 inkontinent aber nur 140 Einlagen für 7 Tage. Falls man mehr Einlagen verbraucht und mehr anfordert, wenn man diese überhaupt bekommt muss man sich jede Woche bei der PDL und Heimleitung dafür erklären warum man nocht wirtschaftlich arbeitet. Mittlerweile werden Einlagen fast schon verweigert wenn man seinen " Satz " überschreitet. Desweiteren ist es gang und gebe in diesem Haus in der Regel 6 Wochenenden hintereinander zu arbeiten. Die üblichen Arbeitstage liegen zwischen 12- bis 19 Tagen ohne freien Tag natürlich. Schaut euch bitte noch einmal oben die Vergütung an und vergleicht das mit der Arbeitszeit. Falls man nun Überstunden macht und noch die " Dreistigkeit besitzt sich diese aufzuschreiben bekommt man aber etwa 1 mal im Jahr diese ausbezahlt aber nur zu 70%.
Desweiteren, muss die WBL natürlich auch Pflegevisiten durchführen, die PDL und Heimleitung erwarten das wenn man zu dritt bei 32 Bew ist, könnte man sich für etwa 1 Stunden mit einer Pflegeassistentin ausklinken und diese durchführen. Einmal am Tag ( morgens ) meldet sich die Exe ) bei der PDL und Heimleitung und macht jeden Tag eine Übergabe. Das heißt unsere Grazien, müssen immer wissen was auf den Stationen los ist. Den Sinn und Verstand dessen werde ich nie verstehen. Die Kollegen Fluktation ist naürlich dementsprechend, in den letzten 6 Monaten habe 10 angefangen und 10 gekündigt, ich bin zum Glück auch nicht mehr dort beschäftigt. Ich könnte noch Seiten weiter schreiben, ein Schmackerl ist die fehlende Einarbeitung musste am ersten Tag meiner Arbeit die Schichleitung übernehmen und kannte noch nicht einmal einen Bew, dann verabreiche diesen Menschen die richtigen Medis... Dadurch das so viele Kollegen gekündigt haben und mittlerweile auf dem Zahnfleisch gehen und sich Krankschreiben lassen mussten, ist unsere Heim immer wieder gezwungen sich Kräfte von Leihfirmen zu holen. Welche ganau wie jeder andere in diesem Haus am ersten Tag die Schichtleichtung macht, die Medis verteilt, lagert, essen anreicht, Medis bestellt, Arztanrufe macht und und und...
Einige Kollegen und ich sind mittlwerweile so weit das wir die Heimaufsicht und auch den MDK über diese Zustände informieren möchten.

Die Frage die ich nun habe ist, sind die Zustände welche ich oben beschrieben habe "normal"? Ich habe versucht nur das nötigste zu erwähnen, wie ist eure Meinung. Sind wir die " Memmen", die jenigen wo das Heim, Perlen vor die Säue wirft. Oder denkt ihr das man unter solchen Bedingungen nicht arbeiten kann. Von unseren Bew möchte ich gar nicht erst sprechen. der Grund aus welchen ich ihre Zustände erst nicht erwähnt habe, ist nicht der das diese mir egal sind, sodern genau das Gegenteil. Ich kriege schon das Heulen wenn ich nur darüber nachdenke, nicht einmal habe ich einen Dienst beendet mit dem ruhigen Gewissen meine Bew gut versorgt zu haben.
 
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auzubildende zur Altenpflegerin
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auzubildende
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kakin

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Also ich kann nur sagen, das ist NICHT normal!!!!. Auf die dauer kann man so nicht arbeiten und wird früher oder später zu grunde gehen. Ich kann mir vorstellen das das der Grund ist, weshalb viele Pflegekräfte Psychisch Krank werden, überfordert sind und anfangen Ihren Beruf zu hassen.
Ich kann dir nur Raten, schau das du da weg kommst, melde es ggf. dem MDK und schau das du in eine Einrichtung mit Tarifverträgen gehst. Das man viel Arbeiten muss und auch viele Überstunden sammelt das ist normal aber nicht unter den Bedingungen wie du sie geschildert hast.
Da würde ich auch auf die WBL Stelle verzichten...
 
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Altenpflegerin
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Heimpflege
postoperativ

postoperativ

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Ich denke vom Gehalt kannst du nicht meckern.
Weiß ja nicht wie alt du bist und was für eine LSK du hast..... aber ich denke 1.800 brutto ist ok.
Mit 72% von 40h Woche incl. Nachtzuschlägen bekomme ich 700 Euro weniger, bei LSK1 und KR 5 im AVR.

Zu den Zuständen im Heim sag ich lieber mal nix. Ich kenne das.
Such dir was anderes bevor du da nicht mehr raus kommst.

LG, postoperativ
 
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exam. Altenpflergerin
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ambulante Pflege
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Marcus Franciscus

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ahoi nikita,

nein, es ist nicht normal! Wenn Du als normal bezeichnest was im Durchschnitt üblich ist. Leider ist es heutzutage üblich geworden den Arbeitnehmer maximalst in allen Beziehungen auszunutzen. Gute Qualität ist es jedenfalls nicht! Aber kommt immer öfters vor - wenn wir das so akzeptieren, uns nicht wehren, dann wird es normal sein. Menge Arbeit, Stress pur, kein Auskommen mit dem Einkommen und Frust. Aber schon mal aufgefallen: es gibt keinen Lohn, sondern ein Gehalt! Früher wurdest Du für Deine Arbeit honoriert (=belohnt, drum LOHN), jetzt bekommst Du ein Gehalt, wenn Dir was nicht passt, dann Ge(h)-halt!! Es wird Dir verklickert, Hunderte warten nur auf Deinen JOB! Stimmt leider und sobald die Sperre für tschechische und polnische Pfleger wegfallen wirds schlimmer.
Gruß
marcus franciscus
 
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Altenpflege
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i.w.S.d.W." Leerer" Pflegeberufe, Pflegetheoretiker "praktisch kann ich nur denken"
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romana

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Ostrach
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Hallo !

Da kommt man ja schon beim Lesen ins Bornout-Syndrom !

Erst mal : Überlastungsanzeige schreiben, hier der Link, wo alles gut erklärt ist: Willkommen bei den Vertretungen der Mitarbeiter in der Erzdiözese Freiburg ,da auf Diag-B klicken und unter Arbeitshilfen Thema Überlastungsanzeige suchen.
Zum Thema Inkontinenzartikel : die bezahlt die Krankenkasse, es werden der Bedarf pro Bewohner ermittelt und bestellt, diese sollten auch bewohnerbezogen gelagert werden, wenn's nicht reicht, bei der Kasse mehr beantragen !
Die Besetzung kann nicht stimmen, fragt nach der LQV für Euer Haus und rechnet den Stellenschlüssel nach !
Zum Thema Überstunden unbedingt mit MAV/Betriebsrat reden, dass ordentlich abgerechnet wird.
Genauso mit den Dienstzeiten am Stück und vermehrten Wochenenddiensten, da gibt es Arbeitszeitgesetze, und der Tarifvertrag, die das klar regeln.
Besteht auf die Einhaltung der Gesetze und nehmt Euch den Betriebsrat dazu, die Option mit dem MDK/Heimaufsicht kann dabei erwähnt werden, aber erst mal sehen, wie der AG reagiert.
Das wird man so lange mit Euch machen, wie Ihr es Euch gefallen lasst !
Wehrt Euch, es geht nicht nur um Euer Wohl, sondern um die Versorgung von Menschen, die schließlich viel Geld für den Aufenthalt bezahlen und ein Recht auf angemessene Versorgung haben.

Viel Glück wünscht Euch

Romana
 
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Bin Praxisanleiterin und MAV
Weiterbildung Stationsleitung mit Zusatzqualif. QMB
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ajline

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also normal ist was anderes, jedoch kenn ich solche probleme. ich bin zwar noch in der ausbildung, doch solche Umstände vermießen einem wirklich den Beruf.
 
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Honigbonbon

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Hi nikita22f!

Habe ich das richtig verstanden, dass du dort nicht mehr arbeitest?
ich bin zum Glück auch nicht mehr dort beschäftigt.
Hast du schon eine neue Stelle? Wie ist es dort?

Glg
 
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rehauge2961

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Es ist eine Zumutung unter solchen Umständen zu arbeiten. Und es wird immer schlimmer wenn ich richtig gelesen habe hast du dieses Haus verlassen aber so ändert sich nichts solche Dinge müssen gemeldet werden. LG
 
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Punkrockmieze

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Sorry Nikita aber ich glaube nach AVR ist das relativ normal am Anfang! Und nach dem AVR richten sich oft auch private Träger.

bleib tapfer
Lieber Gruß
 
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Punkrockmieze

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PS: Die beschriebenen Umsände sin natürlich nicht ok!
 
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josephine

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Hi,

also normal finde ich das auch nicht.
Die Kohle find ich ganz o.k., dass ist selbst nach TVöd noch in Ordnung (so mal grob über den Daumen`. Da zwar selbst im TVöD die Leistungsgerechte Bezahlung drin steht und trotzdem ein blanker Witz ist, sei hier mal hintangestellt.

Die Arbeitsbedingungen, die du beschreibst kenne ich auch; allerdings der Fairness halber: bei uns war das ein (durch vieles begründeter) vorübergehender Zustand. Er dauerte fast ein Jahr, dann haben wir uns geschlossen gewehrt (mit Allen WBL und PDL dabei) und einen Betriebsrat gewählt. Das ist jetzt ein Jahr her und es ist deutlich besser, wenn auch nicht wirklich toll.

Ich weis nicht, wo dieses Heim ist, habe aber Informationen, dass ihr wenig Chancen habt etwas zu verbessern für eure Bewohner, wenn ihr euch an die Heimaufsicht oder den MDK wendet. zmindest in meinem Bundesland nicht.
Beide haben wenig Interesse, etwas zu ändern, was mehr Geld kostet. Der MDK will konkrete Fälle, möglichst mit Details und da wird es dann meistens schwierig. Die Heimaufsicht hat bei ansonsten unbescholtenen Heimen eher ein Problem, weil sie nicht wissen, wo sie (im Falle eines Falles) die Bewihner hinbringen sollen.
Vielleicht gibt es bei euch auch einen Verein oder eine Beschwerdestelle, die sich für die Rechte der Heimbewohner einsetzt. Die sind meistens sehr aufgeschlossen und machen öffentlichen Druck. Das zwingt dann die HL und den Betreiber zum Handeln.
Ist kein sehr eleganter Weg, aber ich habe mit diesen Stellen die besten Erfahrungen gemacht.

Gut, dass du da weg bist; noch besser, dass dir die Bewohner und die Kollegen trotzdem nicht egal sind!

Viel Erfolg!!!

LG,
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mausefant

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Hallo nicita,
das darf nicht normal sein, denn dann macht man sich doch strafbar, wenn man solche Zustände duldet. Natürlich muss Du die Beine in die Hand nehmen und rennen, aber man kann sich auch anlegen für die Menschen, die uns anvertaut wurden. Es gibt doch einen Pflegeschlüssel. Genauso gibt es eine bestimmte Anzahl an IKM die dem Bewohner laut Inkonzinenzprofil (Expertenstandart Förderung der Kontinenz) zusteht. Die Pflegekassen bezahlen doch für jeden Bew. eine Pauschale die je nach Bundesland variiert.
Die Bezahlung ist noch mal eine andere Sache. wenn alles andere stimmt und man gern zur Arbeit geht, geht es vielleicht mit dem Gehalt.
Es geht auch anders!
Lieben Gruß Mausefant
 
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July1986

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Ich finde diese Umstände natürlich auch überhaupt nicht ok.
Wenn ich das höre stellts mir alle Haare auf.
Dort wo ich arbeite ist es auch schon sehr sehr stressig, arbeiteten immer nur zu zweit, aber nicht für 30 sondern für 14 Bewohner, von denen alle PS 3 haben und sehr stark aufwendig sind, davon auch 9 Bewohnern das Essen eingegeben werden muss aber wir haben was dagegen getan und können nun mit einer 3. PK im Früh- wie im Spätdienst rechnen außer es herrscht mal eine Krankheitsperiode dann kanns schon mal vorkommen, aber solche Engpässe gibts überall mal.
Die Geschichte mit dem Inkontinenzmaterial finde ich wahrlich krass. Bei uns wird das Inkomaterial auch einmal wöchentlich ausgegeben aber das ist eigentlich schon ziemlich genau ausgerechnet was der Bewohner in einer Woche braucht. Und sollte es mal nicht reichen dann können wir jederzeit noch etwas haben.
Das Gehalt finde ich auch etwas wenig, zumal ich auch erst letztes Jahr im Juli fertig geworden bin und schon etwas mehr bekomme.
Man darf sich einfach nicht alles gefallen lassen, ich denke eigentlich so: Wenn ich gute Arbeit leiste und mein Arbeitgeber das auch denkt und er nicht auf mich verzichten möchte dann muss er seinen Arbeitgebern schon etwas entgegen kommen, sicherlich kann nicht alles auf einmal geregelt werden aber in kleinen Stücken kann es nur besser werden. Schlimmer wie du es geschildert hast geht es nicht mehr.
Ich würde das auch auf jeden Fall melden, denn du tust dir selbst nichts gutes indem du dort bleibst denn du hast ja sichtlich ein schlechtes Gewissen und dem Bewohner tut es auch nicht gut wenn seine Pfleger/innen nur gestresst sind und noch nicht mal Zeit zur Grundpflege haben.......

Alles Gute
 
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examinierte Altenpflegerin
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Altenheim
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