Ist das nicht ein Kündigungsgrund????

katze

katze

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Hallo Leute
:eek:riginal: Bitte um Meinungen!


Auf meiner Staion hat am letzten Montag eine 35 jährige Altenpflegeschülerin angefangen, die auch am Wochenende mit Dienst eingeteilt war. Diese muß 300 Std. Geronto ableisten.
Sie hätte gestern von 11 - 19.30 Uhr arbeiten müssen und ruft um 10.30 Uhr an, sie wäre am Samstag abend ausgewesen und hätte Alkohol getrunken und könne deshalb nicht zur Arbeit kommen.
So haben meine Kollegen den Sonnatg zu viert "durchgezogen", auf einer 35 Bettendemenzstation, zur Zeit voll belegt.
Zwei von ihnen mußten geteilt arbeiten, da war die Begeisterung natürlich sehr groß.

Wenn ich den Anruf entgegengenommen hätte, hätte ich nur gesagt, komm bitte am Montag und hole Deine Schuhe und Deine Kittel ab und mach Dein Praktikum woanders.
Ich finds einfach dreist, unglaublich sowas!
Was meint Ihr dazu???:angry:


Liebe Grüße
Hannelore:eek:riginal:
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie, Schiziphrenie und Psychose
Weiterbildungen
Gerontopsychiatrie
Palliativ Care
S

Suseline

Hallo Hannelore,
was macht die Heimat?
Ich bin im August ein paar Tage dagewesen, wenn ich gewusst hätte wo du arbeitest, hätte ich mal vorbeigeschaut!
Zu deiner Frage:
Wenn es das erste Mal ist, sollte auf jeden Fall ein Gespräch mit ihr geführt werden. Manchen Azubis ist die Verantwortung und notwendige Verlässlichkeit in diesem Beruf (noch) nicht ganz klar. Du hast vielleicht recht, man könnte schon annehmen, diese zukünftige Kollegin hatte keine Lust am Wochenende zu kommen. Besonders schlau scheint sie auch nicht zu sein, ich würde niemals zugeben, wenn ich mir den Kopf zugesoffen habe, wie peinlich!
Allerdings würde ich wahrscheinlich genau das nicht tun, wenn ich weiss dass ich am kommenden Tag Dienst habe.
Auf der anderen Seite kann es tatsächlich passieren, dass ein Kollege einen Unfall hat oder wirklich plötzlich krank ist und dann muss das restliche Team sehen wie es zurecht kommt, da ist dann (hoffentlich) auch keiner nachhaltig böse.
Diese Umstände allerdings sind schon blöd und ein ernstes Gespräch ist fällig. Ich würde an Leitungsstelle auch eine AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag einfordern. Falls sie keine Einsicht zeigt, gibt es für euch keinen Grund, sie zu behalten.
Aber ich glaube nicht, dass du sie einfach "feuern" darfst.
Habt ihr eine Kooperation mit einer AP-Schule oder hat sie sich den Praktikumsplatz selbst gesucht und kriegt sie Geld dafür oder ist es ein Umsonst-Pranktikum?
Gruss
Susi
 
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mary_jane

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Hallo,

natürlich sollte man sich nicht betrinken, wenn man weiß dass man am nächsten Tag arbeiten muss.
Finde es irgendwie komisch, dass sie das so zugeben hat, hätte ja auch lügen können.

Was ich aber auch nicht versteh, warum bei euch Praktikanten als volle Arbeitskraft zählen und der Dienst nicht klappt, wenn diese fehlen.

Kündigen, find ich etwas hart.
Ein ernstes Gespräch wäre wohl sinnvoll.

Fettschrift bedeutet übrigens schreien;)

lg mary
 
Qualifikation
Gesundheits-und Krankenpflegerin/Studentin
Fachgebiet
chirurg. ITS
Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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Hallo Leute
:eek:riginal: Bitte um Meinungen!

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Wenn ich den Anruf entgegengenommen hätte, hätte ich nur gesagt, komm bitte am Montag und hole Deine Schuhe und Deine Kittel ab und mach Dein Praktikum woanders.
Ich finds einfach dreist, unglaublich sowas!
Was meint Ihr dazu???:angry:

Hallo Hannelore,

um was geht es Dir mit dem Beitrag eigentlich? Nur um das Luft ablassen, um die Bestätigung Deiner Meinung oder um eine tatsächliche Rechtsauffassung ? Ich hab Deinen Beitrag mal umformatiert. Im Internet und auch in Foren wird das dem Anschreien gleichgesetzt - und ich lasse mich hier nun wirklich nicht so gern anschreien..

Gruß,
Christian.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
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ferdi

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Hallo,

mary_jane: Was ich aber auch nicht versteh, warum bei euch Praktikanten als volle Arbeitskraft zählen und der Dienst nicht klappt, wenn diese fehlen.
das wär auch meine 1. Frage gewesen.

Trotzdem, mit 35 Jahren sollte man wissen "Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst".

Selbst wenn sie als Schülerin nur als Mitläufer zählen darf, sollte sie wissen das in solchen Berufen Zuverlässigkeit das A und O ist.

katze: So haben meine Kollegen den Sonnatg zu viert "durchgezogen", auf einer 35 Bettendemenzstation, zur Zeit voll belegt.
Zwei von ihnen mußten geteilt arbeiten, da war die Begeisterung natürlich sehr groß.
da muss ich sagen das ist euer Fehler, Schüler/ Praktikanten sind Mitläufer und dürfen keinen Arbeitsplatz ersetzen.

katze: Ich finds einfach dreist, unglaublich sowas!
Was meint Ihr dazu???:angry:
ist das was ihr von Schülern verlangt auch.

Redet mit ihr und macht sie darauf aufmerksam das in unser Beruf Gewissenhaftigkeit das A und O ist.

ferdi
 
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AP,
Fachgebiet
nach Bedarf
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Manu5959

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Hallo,

ich schließe mich der Meinung von Ferdi an.
Kündigungen kann übrigens auch nicht jeder aussprechen, auch nicht am Telefon, zumal noch nicht einmal ein klärendes Gespräch stattgefunden hat.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
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Lisy

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Hallo,
ich teile durchaus eure Meinung, in unserem Beruf sollte man sehr verantwortungsbewußt und pünktlich sein.
Auf der anderen Seite sind wir auch Menschen, Menschen von denen in der Pflege viel Sponatität erwartet wird. Diese Eigenschaften machen vor dem Privatleben nicht halt.
Wir wissen nicht wieso die "junge Kollegin" soviel getrunken hat, das sie um 10:30 noch unter Alkoholeinfluss stand, wir wissen auch nicht, wann sie mit dem Trinken aufgehört hat (war vielleicht auf eier Hochzeit bis morgens um 4)
Klar ist, sie hätte nicht als Vollzeitkraft eingeteilt werden dürfen und ich vermute mal sie wußte das.
Ich denke die Kollegin ist sehr verantwortungsbewußt, sie steigt in kein Auto mit Alkohol im Blut und setzt keine Patienten einer Gefahr aus, die durch ihre Promille im Blut entstehen könnten.
Und sie ist ehrlich, redet sich nicht raus, lügt nicht und mit ihrer Aussage weiß jeder morgen ist sie wieder einsatzfähig.
Und sie scheut es nicht unter Umständen in die Ecke einer Alkoholikerin "gedrückt" zu werden. (oder sie sucht Hilfe)
Ich würde sie durchaus zu einem Gespräch einladen und ihr erklären was wir in unserem Dienst erwarten. Ich würde sie aber auch fragen, wie es zu dieser Krankmeldung kam.
Nie würde mir einfallen, sie einfach zu melden oder fristlos zu entlassen.
Wobei, aber auch das wurde schon geschrieben, eine Entlassung durchs Telefon gar nicht geht.
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
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Holzhacker

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Hallo zusammen,

ich bin auch eurer Meinung, aber leider sind wir doch permanent personell so knapp besetzt, dass wir ohne Schüler, FSJ, Zivis und Praktikanten kaum noch auskommen. Sie werden ausgenutzt und ihnen wird eine Menge Verantwortung aufgetragen.
ES sind unhaltbare Zustände, die auf Kosten der Patienten gehen. Wie lange das wohl noch gut geht?, :mad_2: aber das Thema hatten wir ja schon.
Ich kann dich ein wenig verstehen, aber eure Planung war leider fehlerhaft.

ich wünsche dir für heute, dass du dich wieder beruhigt hast, und dass du dem Gespräch mit der Praktikantin unvoreingenomen und gelassen entgegen sehen kannst.

Gruß
Marie
 
Qualifikation
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Fachgebiet
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Sittichfreundin

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Immerhin war die Schülerin so ehrlich, dass sie das Betrinken zugegeben hat, sie hätte sich auch ohne Begründung krankmelden können, das muß man ihr schon mal zugute halten!
Und ich gebe Lisy recht: Man weiß nichts über die Ursachen, und man sollte junge Menschen nicht vorschnell verurteilen. Nicht dass ich sie jetzt in Schutz nehmen will, aber manchmal können ganz andere Gründe vorliegen. Zum Beispiel hat sich letztens eine Schülerin bei uns krankgemeldet, die von ihrem Freund krankenhausreif geschlagen worden war. Ich denke, Druck ist kein gutes Mittel, solche Konflikte auszutragen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Innere, Stroke Unit
katze

katze

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hallo Ihr Lieben

bei uns ist es wirklich so, wenn z.B. auch " nur" ein Praktikant ausfällt, gibt es keinen Ersatz.
Praktikanten machen bei uns die gleiche grundpflegerische Arbeit, wie Pflegehelfer und Examinierte, nur keine Behandlungspflege, Verbände, Medikamente usw.
Auch ist das Personal sooo knapp, wenn einer ausfällt, gibt es selten jemand, den man telefonisch erreichen kann und der auch einspringt.
Inzwischen haben fast alle Mitarbeiter einen Anrufbeantworter!
An diesem Sonntag ist die Situation so eskaliert, es mußten 2 Leute geteilt schaffen ( was ja auch niemand freiwillig tut)


Gott bewahre mir meinen Nachtdienst, den ich liebe, ich möchte in meinem ganzen Leben nie was anderes machen!

liebe Grüße
Hannelore
 
Qualifikation
krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie, Schiziphrenie und Psychose
Weiterbildungen
Gerontopsychiatrie
Palliativ Care
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ferdi

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hallo katze,

da solltet ihr euch organisieren und was dagegen tun.

ferdi
 
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AP,
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Bernd-Kl

Bernd-Kl

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Moin,

ich will mal nicht die rechtliche Seite betrachten, sondern die menschliche und dazu eine Anekdote aus alter Zeit:

1983: Anruf der Freundin einer Kollegin: "M. kann heute nicht zur Arbeit kommen. Sie ist krank."
Ich springe ein und übernehme den Dienst.
1 Tag später:
M. ist wieder da und sagt: "Ich muss Dir was gestehen. Ich war überhaupt nicht krank. Wir haben in der WG am Tag vorher gefeiert und ich war morgens noch so angetrunken, dass ich unmöglich anständig arbeiten hätte können.
Tut mir leid.
Kann ich einen Dienst von Dir übernehmen? Egal welchen. Such Dir einen aus."

So - und nun?
Sie wäre mit der Lüge "Krank" ohne Probleme durchgekommen, doch sie bleibt ehrlich und fair und stellt das richtig.
Ach ja: Ich lebe mit M. nun seit 24 Jahren zusammen und wir sind seit 19 Jahren verheiratet.

Gruß

Bernd d.R.
 
Qualifikation
Heilerzieher/Krankenpfleger
Fachgebiet
Im Ruhestand
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