Intensiv Intensiv - Muss man da arbeiten?

HBR69

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Somit könnte man die Kollegen sensibilisieren, mehr aber auch nicht! Man könnte ihnen anhand von praktischen Erfahrungen (Lungenödem, wegen nicht druchgeführter Negativbilanzierung ect.) klar machen, wie wichtig solche Sachen auch auf der "Normalstation" sind. Aber lernen brauchen sie dies nicht, weil sie es bereits in ihrer Ausbildung gelernt haben. In innerbetrieblichen Schulungen machen wir genau das! Wenn wir Patienten mit Tracheostoma verlegen bieten wir grundsätzlich an, eine kurze Schulung durchzuführen für die Kollegen, die sich nicht sicher sind in der Handhabung. Dafür muß aber keiner 4 Wochen ins "Arbeitslager"....:wink:

Wie wird denn bei euch ein Durchgangsyndrom behandelt?? Meistens werden die Leute ruhig gespritz oder es laufen Perfusoren mit entsprechenden Medikamenten. Diese Medis werden bei uns im Haus aber nur bei uns gegeben. Die Stationen können einen solchen Handlungsablauf niemals so durchführen und brauchen es somit auch nicht "lernen".

Ausserdem werden wir wohl in Zukunft ein sogn. EWS einführen, was indirekt auch mit diesem Thema zu tun hat.


http://www.pflegeboard.de/forum/34203-early-warning-score.html

Gruß
Heike
 
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Intensivhäschen

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....was kann eine Pflegekraft von peripherer Station lernen?

Sie kann sehr viel lernen und zwar einen Blick über den Tellerrand erlangen und dadurch lernt sie auch eine adäquatere Einschätzung bezüglich dem Ammenmärchen Intensivler.

Es ist nämlich nicht wirklich so, dass Intensivler arrogante Menschen sind und sie nicht auch mal wieder auf eine periphere Station gehen würden. Das Problem ist ganz klar die fianzielle Situation und wenn ein Intensivler für vier Wochen auf die periphere im Austausch gehen würde, dann fehlt ganz klar Geld.
Wenn der AG jedoch genauso wie auf Intensiv zahlen würde, dann wäre die Sachlage anders zu beurteilen.
Wenn ich z.B. keine FWB hätte, dann wäre es für mich ganz klar leichter (bezüglich Kohle). So ist der bittere Beigeschmack nunmal einfach da.
 
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Aber das, was du beschreibst, sollte doch eigentlich bei allen Übergaben und sonstigen "Zusammentreffen" abgebaut werden. Wenn ich mir meiner "Aussenwirkung" bewußt bin, kann ich an dem, manchmal sehr miserabelen Ruf den die Intensivstationen teilweise haben, aktiv arbeiten und versuchen, eben nicht so arrogant oder lehrmeisterhaft aufzutreten. Auch dafür muß keiner auf einer ITS 4 Wochen lang arbeiten.

Verdienst du wirklich sooo viel Geld mehr als die Kollegen auf den Stationen?? Wenn es nur das Geld ist , na ja...dann würde ich mir allerdings ernsthaft überlegen ob der Bereich "Intensivpflege" noch so richtig und wichtig für mich ist.

Gruß
Heike
 
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Leontina

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Hallo Retungsmaus,
ich kann nicht glauben das du nach deine Examen oder wann du auf der Intensivstation kammst alles gut und richtig machen könntest.Arbeitest du immer noch auf der ITS.Ich bin seit 30 Jahren(13 jahre Frühgeborene Intensiv und 17 Jahre Erwachsener Intensiv)und kann ich dir sagen das ich immer noch was zu lernen ist oder eine Routine zu gewinen.
Meine Meinung nach ist das die Kollegen von "normalen"Station soll die "Intensivpersonal" kennen zu lernen,, dannach werden die nicht sagen dass die Intensivpersonal arrogant ist.Wir haben 2 Kolleginen von Normalenstation bekommen wegen neue Reorganisation,die beide sehen und verstehen warum man sagt das wir auf der Intensivstation arrogant sind.
Leider ich habe nie auf "normale Station"gearbeitet aber zum austausch bin ich bereit,trotzt das ich nie da gearbeitet habe.Waschen, Fiber messen,essen verteilen werde ich sicher können,alles anderes muss ich nicht machen,sogar da brauche ich auch nicht mitzudenken.nur mein Problem solche Sache werden mich nach ein paar tagen langweilen.
Ansonsten jeder darf eigene Meinung haben und wir sind in ein Demokratischeland wo man eigene Meinung sagen darf.
Lg
leontina
 
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Liebe Leontina,:wink:

ich weiß nicht, was ich dir getan habe oder was du in meine Antworten "hinein liest". Aber ich habe weder geschrieben, dass ich nach meinem Examen "alles gut und richtig gemacht habe" noch das keiner auf einer ITS etwas lernen kann. Darum geht es doch garnicht!! Ich frage mich nur, WAS die Kollegen denn genau bei uns lernen sollen und WAS sie DANACH mit ihrem Gelernten anfangen können. Natürlich kann jeder, der Lust dazu hat, auf eine ITS gehen und dort reinschnuppern. Dort wird er sicherlich viele Sachen erleben, die interessant und wichtig sind. Dagegen habe ich hier niemals was geschrieben, oder? Die Frage war: MUSS ich auf einer Intensivstation arbeiten? Meiner Meinung nach NEIN da die Arbeitsgebiete sehr unterschiedlich sind und nicht jeder dort arbeiten kann und will (was vollkommen gut so ist) Wenn Interesse vorhanden ist und jemand das Gefühl hat, es bringt ihm etwas ist dies selbstverständlich von Vorteil.

Ausserdem bin ich froh in einem demokratischen Land zu leben und auf einer Intensivstation zu arbeiten.

Gruß
Heike
 
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Waschen, Fiber messen,essen verteilen werde ich sicher können,alles anderes muss ich nicht machen,sogar da brauche ich auch nicht mitzudenken.nur mein Problem solche Sache werden mich nach ein paar tagen langweilen.
Ansonsten jeder darf eigene Meinung haben und wir sind in ein Demokratischeland wo man eigene Meinung sagen darf.
Lg
leontina
So, dann hier mein "Darf ich":

Ich habe beides schon gemacht. Intensiv und Peripher.

Das Denken hat mir überall gleich viel Spaß gemacht. Macht mir übrigens auch auf meinem Sofa zuhause Spaß.
(Auch so komische Bewohner dieses wundervollen Planeten gibt es...)

Meine MA wären froh um jede 10 Minuten Kaffeepause. Und: Nirgendwo hatte ich so geregelt meine halbe Stunde wie auf der Intensiv....:coff:

:kopfkratz: Nora
 
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Intensivhäschen

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Arbeitete auch viele Jahre auf zwei peripheren Stationen, arbeitete im ambulanten Pflegedienst und seit 10 Jahren auf Intensiv (der unterschiedlichsten Fachbereiche), dazwischen auch mal in der Anästhesie und im Aufwachraum jeweils 3-6 Monate. Also ich kenne mittlerweile sogar das Instrumentieren und Co.
Also ich finde überall kann man etwas lernen und ein Blick über den Tellerrand hat noch niemanden geschadet. Dennoch kann kein AG von einer Fachpflegekraft verlangen, dass er auf eine periphere Station zum Austausch geht. Es sei denn derjenige stimmt zu.
Die Begründung liegt darin, dass es erstens mal eine nicht Qualifikationsentsprechende Tätigkeit, wie im Arbeitsvertrag darstellt und zweitens weil der Verdienst für diesen Austausch nunmal wirklich weniger sein wird. Dabei handelt es sich nicht einfach um Pienuts, die man damit verliert. Diese vier Wochen z.B. wieder finanziell ausgeglichen zu bekommen ist nicht ganz so einfach.
Ich selbst bin in diesem Job aus Berufung gegangen und bin es noch immer und dennoch weiß ich auch, dass ich mein monatliches Einkommen brauche, um mein Leben zu finanzieren. Das ist nur normal.
 
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Windwaste

Hallo miteinander,

habe zur initialen Fragestellung von Tjones ein wenig gegoogelt und bin dabei auf diese Aussage gestossen:

Ein Arbeitgeber darf Mitarbeiter innerhalb des Betriebes nach eigenem Ermessen versetzen (Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz - 10 Sa 612/04). Grenzen dieser Weisungsbefugnis ergäben sich nur, wenn im Arbeitsvertrag eine bestimmte Tätigkeit vereinbart oder die neue Tätigkeit nicht „standesgemäß“ sei beziehungsweise zu Gehaltseinbußen führen würde. Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage einer Krankenschwester ab. Die Klägerin wollte erreichen, dass sie nur auf einer bestimmten Station eingesetzt werden dürfe. Das Krankenhaus hatte dagegen argumentiert, in Ausübung des so genannten Direktionsrechts obliege es den Vorgesetzten der Klägerin zu entscheiden, auf welcher Station sie eingesetzt werden solle. Das LAG sah es auch so. Die allgemeinen Leistungspflichten, die durch den Arbeitsvertrag beschrieben seien, bedürften der Konkretisierung durch entsprechende Weisungen des Arbeitgebers. Diesen Direktiven müsse der Mitarbeiter grundsätzlich Folge leisten.

Quelle: Versetzung Umsetzung Rechtsanwalt Bonn Arbeitsrecht
Solche Entscheidungen sind natürlich immer auf Einzelfälle gemünzt und daher nicht global anwendbar.

So ganz verstehe ich den Sinn eines lediglich einmonatigen "Zwangs-Praktikums" wie vom OP geschrieben allerdings nicht - da definitiv nicht genug Zeit ist relevante Techniken sicher zu erlernen bzw. ausreichend zu trainieren...es bliebe bei dem bereits angesprochenen "...somit könnte man die Kollegen sensibilisieren, mehr aber auch nicht".
Denn auch hier gilt, das nur Übung den Meister macht und was nützt es schon einigermassen regelmässig einen Monat lang Dinge gesehen und Massnahmen ausgeführt zu haben - wenn man sie dann in den nächsten elf wieder so gut wie nie anwendet.

Das ist lediglich eine Variante des Notkompetenz-Problems im Rettungsdienst:
Im Regeldienst kaum Praxis in einer Massnahme erwerben können - für die man plötzlich im stressigen Notfall kompetent sein soll...:kopfkratz:


Gruss,

Windwaste
 
HBR69

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Das ist lediglich eine Variante des Notkompetenz-Problems im Rettungsdienst:
Im Regeldienst kaum Praxis in einer Massnahme erwerben können - für die man plötzlich im stressigen Notfall kompetent sein soll...:kopfkratz:

:wink: Bitte, bitte, bitte nicht das Thema......:heul:

Hatten wir alles schon!

Gruß
Heike
 
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Windwaste

Hallo und gute Morgen Heike,

ich weiss, ich weiss...aber es das Thema passte irgendwie zu gut hier 'rein...und es ist wie eine chronische Wunde...muss regelmässig daran herumplicken :wink:

Gelobe Besserung,

Windwaste
 
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marionette

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Ich finds schade, sich über die Arbeit anderer Fachbereiche so zu äußern, ohne je einen Einblick gehabt zu haben. Und wenn sich die Gelegenheit bietet, sich dieser auchnoch zu verweigern. Man könnte ja von seinen eigenen Vorurteilen eingeholt werden.

Ich kenn dieses Konkurrenzdenken von beiden Seiten, und ich kann dazu nur sagen: Faule gibts überall und ebenso die intellektuellen Blindgänger, die auf die Arbeit von "normalen" Plegekräften herabsehen.
Und solange ich meine Arbeit darüber definiere, "wieviele" Patienten ich zu betreuen habe, kann ich gar nicht darüber urteilen, wieviel Abeit ein Intensivpatient machen kann.

Die Versetzung (bei uns heißt das Prinzip "Rotation") ist ok, solange du nichts anderes in deinem Arbeitsvertrag stehen hast.
Sieh es doch nur ein klein wenig positiv: nachdem du die Intensivarbeit eh für Eierschaukeln hältst, wirst du sicherlich einen recht entspannten Monat vor dir haben ;-)
 
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