Integrierte Versorgung - eine Chance für die Pflege?

Blauemoewe

Blauemoewe

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Hallo,

am 19.07.2001 hat Andre Gottlieb einen sehr interessanten Beitrag "BMG Ulla Schmidt" ins Forum geschrieben auf den ich nun zurück kommen möchte.
Ich schreibe zur Zeit an meiner Diplomarbeit zum Thema Integrierte Versorgung im Kontext der Pflege im ambulanten Versorgungsektor.
Im letzten Herbst habe ich ein Praktikum bei einer Krankenkasse absolviert und bin zu dieser Zeit mit dem Thema Integrierte Versorgung erstmalig in Kontakt gekommen. In den ersten Gesprächen mit meinen Mitarbeitern musste ich feststellen das die Integrierte Versorgung nur medizinisch orientiert war. Ich fragte mich wo bleibt die Pflege? Die Integrierte Versorgung wurde im Jahr 2000 eingeführt und unterlag 2003 einer erneuten Reform. Dabei verfolgte man das Ziel mit den Rahmenbedingungen der Integrierten Versorgung eine kontinuierliche und umfassende (medizinisch, pflegerisch und therapeutisch) Betreuung zu gestalten und somit zu einer Verbesserung der Versorgungssysteme beizutragen. Bisher sind nur vereinzelte Modelle bekannt, die die Pflege berücksichtigen. Für die mangelnde bisherige Berücksichtigung der Pflege konnte ich bisher nur zwei Dinge feststellen:
1. die Pflege befindet sich noch am Anfang des Professionalisierungsprozesses
2. die geschichtliche Prägung der Pflege und die daraus resultierende Hierarchiestellung zwischen Medizin und Pflege

Ich würde gerne Eure Meinungen hören: Hat die Pflege eine Chance in der Integrierten Versorgung und was meint ihr warum sie bisher so wenig Anklang fand?
 
Qualifikation
ex. Krankenschwester/ Dipl. Pflegewirtin (FH)
Fachgebiet
Sanitätshaus
K

KLEINGEISTKILLER

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Hallo Blaumöwe;

das Spektrum der IV (Integrierte Versorgung) ist eigentlich riesig. Aber es herscht völlige Vertragsfreihheit. Wenn Du als "pflegerisch" sektorenübergreifener Dienstleister eine Kasse als Kostenträger und Vertragspartner findet und ihr Euch eing werdet, dann gibt es eine pflegerische IV. Das Problem ist, wie Du richtig erkannt hast, kaum Jemand aus der Pflege macht sich Gedanken um die Mitgestaltung des zukünftigen Gesundheitssystems. Da sind die Doctors schon etwas innovatiever. Wir müssen erst Facharbeiten oder Ausarbeitungen zu einem Thema schreiben, um auf solche Ideen zu kommen.
Habe übrigens heute meinen Sozialfachwirt an der IHK abgeschlossen und mein Thema war die IV von Palliativpaitenten ;-) Bin also auch nicht unbedingt besser.
Mit kollegialem Gruß KGK
 
Qualifikation
Krankenpfleger, Sozialfachwirt, Heim- und Einrichtungsleiter
Fachgebiet
Einrichtung mit Ambulanter Pflege, Betreutem Wohnen, Pflegeheim
Weiterbildungen
Weiterbildung Anästhesie- und Intensivmedizin
P

Polly-Püppchen

Liebe Blaumöwe,
ich muss jetzt wirklich mal ganz dumm fragen: Um was geht es?
Vielleicht findet dieses Thema einfach wenig Anklang, weil kein Mensch davon hört, im Krankenhaus? Oder habe ich mal wieder jahrelang als einzige nichts mitbekommen? Wen betrifft dieses Thema? Uns alle? Dann klär uns auf!
Liebe Grüße,
Sonja
 
Blauemoewe

Blauemoewe

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Hallo hier eine kurze Erklärung zur Integrierten Versorgung. Es ist eine Form der medizinischen Versorgung, die bislang keine große Rolle im deutschen Gesundheitswesen gespielt hat. Erst mit Einführung des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG), das zum 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist, werden neue Verträge mit Integrierter Versorgung vorangetrieben.
Die Integrierte Versorgung steht für eine Vernetzung zwischen den einzelnen medizinischen Versorgungssektoren.
Derzeit werden vorrangig Verträge zwischen Ärzten, Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen und Krankenkassen abgeschlossen. Im Versorgungsbereich können aber auch andere Leistungsanbieter mit eingebunden werden z.B. Apotheken oder die häusliche Krankenpflege.
 
Qualifikation
ex. Krankenschwester/ Dipl. Pflegewirtin (FH)
Fachgebiet
Sanitätshaus
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