Arbeitsrecht Insulin spritzen als Angelernte erlaubt?

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Sunshine2005

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Hallo!

Ich hoffe ich bin hier im richtigen Bereich gelandet,mit meiner Frage!
Ich arbeite seit 1.August als Pflegehelferin in einem Altenheim!Ich muss vorher sagen,ich hab keine Ausbildung als Pflegefachkraft bzw. helferin!Ich hab vorher in der Familienpflege gearbeitet!
Jetzt ist es so das bei mir schon mehrmals die Frage aufgetaucht ist,was ich als nicht examinierte Pflegekraft,tun darf!
Ich arbeite weitgehend selbständig in dem mir zugeteilten Bereich!Bei der Grundpflege denke ich mir auch nichts,aber was den Bereich der Behandlungspflege angeht bin ich etwas unsicher,auch was das rechtliche angeht!
Eine Pflegefachkraft hat mir das BZ messen und Insulin spritzen gezeigt und mir dann auch zugesehen wie ich es mache und dann gesagt,das ich es alleine machen darf.(ich muss ihr nur nach dem BZ messen denn Wert telefonisch durchgeben und sie sagt mir dann,wieviel Insulin ich spritzen soll).
Eine andere Pflegekraft wiederum,meinte ich dürfe das nicht machen.
Ich dachte mir dann ich rede mit meiner PDL,die wird schon wissen ob ich es darf oder nicht.Diese sagte dann auch,das ich es den Pflegefachkräften überlassen soll.Ok gesagt getan und jetzt,hat sie das anscheinend vergessen und darf es trotzdem(bzw. soll es)
Ich traue es mir zwar zu,aber ich hab trotzdem Angst,das es rechtlich nicht erlaubt ist?!

LG A.
 
Qualifikation
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Fachgebiet
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paros

Hallo sunshine,
der Gesetzgeber hat ganz eindeutig formuliert: ärztliche Verordnungen dürfen ausschließlich von Pflegefachkräften durchgeführt werden.
Also: keine Insulingabe!
Grüsse
 
T

Tania

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Hallo
Ich stimme paros da vollkommen zu.
Lg
 
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Sunshine2005

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Hallo!

Ich danke euch für die Antworten!Ich werde mit meiner PDL wohl nochmal ein Wörtchen reden müssen!

LG
 
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Pflegehelferin
Fachgebiet
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Griesuh

Griesuh

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Hallo, da muss ich euch leider wiedersprechen.
Der Gesetzgeber hat keine eindeutigen Formulierungen getroffen.
Wer welche Tätigkeit mit welcher Ausbildung machen darf ist in den Rahmenverträgen und den dazugehörigen Anlagen geregelt.
Bei den SGB V Leistungen ist in den Tätigkeitsbeschreibungen aufgeführt welche Behandlungspflege von ungelernten Helfern, von KPH und APH, KP, AP ausgeführt werden dürfen.
Schaut auch einmal die Beiträge die hier im Forum dazu geschrieben wurden an.
Bei einigen Behandlungspflegen steht auch APH KPH und andere geeignete Pflegekräfte. Das bedeutet, wurde eine Hilfskraft in der sogenannten geringfügigen Behandlungspflege geschult, unterwiesen und eingearbeitet und das ganze Dokumentiert, so darf eine Hilfskraft, wenn die verantwortliche Pflegefachkraft sie für geeignet hält BZ Kontrollen, Insulingaben, RR Kontrollen, Einreibungen, ATS Strümpfe an/Ausziehen, vorgerichtete medikamente ausgeben. Verbände jeglicher Art sind für ungelernte Tabu.
KPH u. APH durfen PEG u. SPF Verbände wechseln.
Auf der rechlichen und qualitätsgesicherten Seite seit ihr auf jeden Fall, wenn diese Kräfte zusätzlich die 120-150 Stunden dauerende Fortbildung zur geringfügigen Behandlungspflege abgeschlossen haben.
Dies sollte eueren PDL's und den HLs bekannt sein, da sie die Rahmenverträge unterzeichnen mussten. Die inhalte der Leistungsbeschreibungen und der erforderlichen Ausbildung der Pflegekräfte können sich von Bundesland zu Bundesland deutlich unterscheiden.
Schaut nochmals in den Beiträgen Behandlungspflege, was dürfen Pflegehelfer oder ähnlich lautende Titel.Geht oben rechts in der Kopfleiste auf suchen und gebt die Suchbegriffe ein. Ihr werdet fündig werden.
Hier findet ihr die Leistungsbeschreibungen zu SGB V, wer was mit welcher Ausbildung darf:
http://www.krankenpflege-gerling.de/download/LAG_Anlage2b_Leistungsbeschreibung_2007.pdf

LG
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
Fachgebiet
Ambl. Pflegedienst
theresa

theresa

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Hallo Grieshu,
hast ja schon das meiste geschrieben dem ich nur beipflichten kann.
Ich weiß sogar von einigen Standards in Heimen, wo es heißt das Behandlungspflege die übertragen wird, in Regelmäßigen abständen überprüft werden müssen. Da geht es wieder um die Absicherung der Pflegefachkraft, wobei diese sowieso zur Verantwortung gezogen wird wenn was passiert.

Gruß Theresa
 
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Orthopädie/Geriatrie
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Words.myth

Hier etwas von der Seite Gewerkschaft für Beschäftigte im Gesundheitswesen :

Was darf eine nicht ausgebildete Pflegekraft? Was dürfen nicht ausgebildete Pflegepersonen und was dürfen sie nicht? Wo ist die Grenze zwischen examiniertem Pflegepersonal und Hilfskräften in der Pflege? Als Krankenschwester erlebe ich es immer wieder, daß Pflegehelferinnen Aufgaben übertragen werden, die meiner Ansicht nach nur von examiniertem Pflegepersonal ausgeführt werden dürfen, z.B. subkutane Injektion von Heparin oder Verbandwechsel.

Leider ist in unserer Gesellschaft nur der Titel der Krankenschwester geschützt, nicht jedoch deren Tätigkeit. Tatsächlich kann praktisch jede pflegerische Tätigkeit an Hilfskräfte delegiert (übertragen) werden, wenn derjenige, der die Anordnung trifft, sich davon überzeugt hat, daß die mit der Durchführung beauftragte Person die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten besitzt. In der Praxis führt dies leider dazu, daß immer häufiger Aufgaben einfach so, d. h. ohne sich über die Kenntnisse und Fertigkeiten der ausführenden Person zu vergewissern, übertragen werden, weil sich die Überzeugung breit macht, daß dies ja erlaubt sei. Diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die sich so verhalten, haben massive Schwierigkeiten zu erwarten, wenn dann einmal etwas passiert. Aber auch die Hilfskraft, die diese Aufgabe übernommen hat, obwohl sie wissen mußte, daß sie damit überfordert ist, würde mit in die Verantwortung genommen. Jede Pflegeperson, ob ausgebildet oder nicht, hat gemäß unserer Rechtsprechung die Pflicht, zu sagen, wenn ihr Aufgaben übertragen werden, die sie nicht aufgrund ihrer Ausbildung beherrscht, daß sie damit überfordert ist. Wenn ich hier sage „die sie nicht aufgrund ihrer Ausbildung beherrscht", heißt dies, daß diese Aufgaben nicht zum Ausbildungskatalog dazu gehören. So muß eine Stationsleitung sich nicht erst davon überzeugen, daß eine ausgebildete Krankenschwester die Injektionstechniken für subcutane und intramuskuläre Injektionen beherrscht, da dies in der Grundausbildung ebenso gelehrt wird wie die Maßnahmen der Dekubitusprophylaxe und -therapie. Ist sich die Krankenschwester, der diese Aufgabe übertragen wird, aber unsicher, muß sie dies sagen und die Maßnahme gegebenenfalls auch mal wieder unter Anleitung und Aufsicht durchführen.
Gruss,

words.myth
 
Griesuh

Griesuh

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Hallo Words.myth, schön, dass die Gewerkschaft so eine " klare" Stellungsnahme abgibt:eek:riginal: Die Gewerkschaft hat im Grund genommen nichts gesagt.
Wer was darf und wer nicht, zu mindest in der stat. und ambul. Pflege steht
in den Rahmenverträgen und deren Anlagen. Einen Link zu der Anlage Behandlungspflege zu SGB V
( ) hattehttp://www.krankenpflege-gerling.de/...ibung_2007.pdf
ich schon angegeben.
Hier ist ganz klar definiert wer was mit welcher Ausbildung machen darf.
Daran haben sich die ambul. und sta. Einrichtungen zu halten. In der Klinik sieht das bestimmt wieder anders aus.
Lies dir einmal durch was in der Anlage steht.
Du wirst deine Meinung evtl. ändern müssen.
LG
 
Qualifikation
Krankenpfleger/PDL/MDK Gutachter
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eumel02

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Genau in dieser SAche haben meine Chefin und ich letztens auch recherchiert und haben dies vom Berufsverband Pflege in Bayern als Antwort erhalten.







Durchführung von Maßnahmen der "Behandlungspflege" durch Pflegehelfer



Es gibt in der Pflege keine Tätigkeiten der sog. Grund- und Behandlungspflege, die ausschließlich Altenpflegerinnen und Altenpflegern oder und Krankenschwestern und Krankenpflegern vorbehalten sind.
Eine gesetzliche Regelung zu diesem Themenkomplex gibt es nicht. In einigen Bundesländern gibt es vertragliche Regelungen zuwischen den Kostenträgern und Leistungserbringern, die bestimmte Tätigkeiten bestimmten Berufsgruppen zuordnen. In Bayern ist dies jedoch nicht der Fall.

Der MDK muss sich bei seinen Qualitätsprüfungen in der ambulanten Pflege auf den jeweils gültigen Rahmenvertrag gem. § 132 a SGB V für häuslichen Krankenpflege beziehen. Dort ist der Einsatz von "geeigneten Pflegekräften" vereinbart. Der Rahmenvertrag kam durch Schiedsspruch zustande.
Die Schiedsperson, Herr Dr. Göppel, hat zum Antrag der Kassen, nur Fachpersonal einzusetzen, folgendes entschieden:
" Dem Antrag der Krankenkassen kann nicht stattgegeben werden, weil eine entsprechende Regelung mit Art. 12 Abs. 1 S. 2 Grundgesetz (GG) nicht vereinbar wäre. Nach dieser Norm kann die Berufsausübung nur durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes geregelt werden. Die Reservierung der Behandlungspflege für das Fachpersonal mag zwar wünschenswert sein, sie ist aber durch keine gesetzliche Regelung vorgegeben oder gedeckt. § 37 Abs. 1 S. 1 SGB V spricht nur von „geeigneten Pflegekräften“, welche die HKP durchführen. § 71 Abs. 3 SGB XI verankert lediglich für die verantwortliche Pflegekraft als Zulassungsvoraussetzung eine abgeschlossene Ausbildung als Krankenschwester/Krankenpfleger, Kinderkrankenschwester/- pfleger oder Altenpfleger/in bzw. Heilerziehungspfleger/in sowie Heilerzieher/in. "

Dort ist der Einsatz von "geeigneten Pflegekräften" vereinbart. Es gelten daher die allgemeinen Grundsätze der Delegations-, Organisations-, und Handlungsverantwortung.
Die unterschiedlichen Verantwortungsebenen stellen sich folgendermaßen dar:

Der verordnende Arzt haftet für die korrekte Delegation = Anordnung der Behandlungspflege:
richtiger Bewohner/Patient, richtiges Medikament bzw. geeignete Maßnahme, richtige Dosierung, richtige Applikationsform, richtiger Zeitpunkt, ausreichend Ressourcen in der Einrichtung vorhanden.
Die Pflegeeinrichtung haftet für die ausreichende Organisation einer sicheren Bewohner/Patien-tenversorgung =geeignete Personalauswahl:
formale (=Ausbildung) und materielle (= Erfahrung, Schulung) Qualifikation der Mitarbeiter, materielle und zeitliche Ressourcen.
Der Mitarbeiter haftet für eine korrekte Durchführung der Maßnahme. Er darf eine Aufgabe nur übernehmen, wenn er für diese Aufgabe die erforderlichen o.g. Ressourcen zur Verfügung hat und die Anordnung korrekt erfolgt ist. Dies gilt gleichermaßen für Pflegefachkräfte wie für Pflegehelfer.


Es ist daher vom individuellen Einzellfall abhängig, ob ein Pflegehelfer eine Maßnahme der Behandlungspflege so durchführen kann, dass eine sichere Bewohner/Patientenversorgung jederzeit gewährleistet ist oder ob im Einzellfall dazu eine Pflegefachkraft erforderlich ist.

Wird die Durchführung von Maßnahmen an Pflegehelfer delegiert, ist immer, unabhängig davon, ob es sich um eine Maßnahme der s.g. Grund- oder Behandlungspflege handelt, sicher zu stellen, dass der Helfer die Maßnahme grundsätzlich beherrscht (= materielle Qualifikation) und der Zustand des Bewohners/Patienten vor der Durchführung der Maßnahme so stabil ist, dass nach fachlichem Ermessen keine Komplikationen zu erwarten sind.
Außerdem muss der Helfer im Falle einer Komplikation wissen, welche Notfallmaßnahmen er ergreifen muss.
Die Qualifizierung der Helfer sowie eine regelmäßige Anleitung, Begleitung und Überwachung der Helfer, z.B. bei Pflegevisiten oder Fallbesprechungen, ist nachvollziehbar zu dokumentieren.

Patient und Hausarzt müssen mit der Delegation der Maßnahme an einen Helfer einverstanden sein.
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
Ambulante Pflege
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pdlandy

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hi,
griesuh hat mit all seinen aussagen völligst recht.
mfg
 
Qualifikation
PDL/HL/TQMB
Fachgebiet
Fachpflegeheim für NP
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