Intensiv Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

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mupsi

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04.08.2012
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Hallo liebe Kollegen,
ich brauche Eure Meinung.
Ich arbeite in der Heimbeatmungspflege und betreue derzeit eine Patienten mit Tetraplegie, der mitunter zur Atelektasen und zäher Verschleimung neigt. Es ist ein Verneber zur Inhalation vor Ort und auch in der 10-minütigen Einarbeitung bekam ich die Info, dass der Patient mit Kochsalzlösung inhalieren soll. In einem Nacht in den letzen Tagen war es besonders schlimm und der Pat. hatte auch Volumenabfall und war kaum abzusaugen, so zäh war das Sekret. Inhaliert war die letzten Tage nicht worden.
Ergo dachte ich: am besten ordentlich inhalieren, drehen, Lagerungsdrainage, dann absaugen. Freundlicherweise hatte mit der Tagdienst die leere Kochsalzpackung im Schrank stehen lassen. Die Angehörigen sind dann los und haben aus der Apotheke Kochsalz besorgt. Nach der Durchführung der von mir geplanten Maßnahmen war der Pat. wieder stabil. Ich habe dann angeregt, regelmäßig zu inhalieren, um diese Krisen weitesgehend zu vermeiden.
Am nächsten Tag bekam ich dafür einen Rüffel, angeblich hätte ich unsachlich gehnadelt und würde den Patienten durch Inhaltion in eine Pneumoie treiben wegen Keimverschleppung (ja, wenn man die Kammer nie reinigt). Dies wurde dann auch so dokumentiert von stellv. PDL. Auch den Angehörigen wurde vermittelt, dass ich wohl fachlich nicht viel Ahnung hätte, weswegen die mir jetzt auch komisch kommen.
Ich muss den Pat. mit normalen Handschuhen absaugen, da seit drei Wochen keine sterilen Handschuhe vor Ort sind. Auch das Ersatz-Beatmungsgerät war noch nicht eimal mit Schläuchen bestückt. Auch meiner Bitte um eine Geräteeinweisung fand kein Gehör. Das ist alles keine Gefährdung?
LG Mupsi
 
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Morbus Bahlsen

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25.11.2011
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AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Keimverschleppung durch Inhalation? Ist schon möglich aber eher unwahrscheinlich. Wir haben Patienten (mit und ohne Beatmung) die teilweise 2stündlich inhalieren müssen, weil man sonst das Sekret nicht absaugen kann bzw. sie Sättigungsabfälle haben. Den Vernebler kann man doch desinfizieren bzw. gibt es auch welche aus Materalien die man sterilisieren kann (dazu reicht ein einfacher Steri für die Mikrowelle, wie er für Babyflaschen verwendet wird). Die Kochsalzlösung aus den Ampullen ist sowieso steriel.
Durchführung der von mir geplanten Maßnahmen war der Pat. wieder stabil.
Das allein sollte dir schon reichen, damit du dir auf die Schulter klopfen kannst. Du hast die Situation wahrgenommen, richtig eingeschätzt, richtig gehandelt und dem Patienten damit geholfen.

Ich habe dann angeregt, regelmäßig zu inhalieren, um diese Krisen weitesgehend zu vermeiden.
Am nächsten Tag bekam ich dafür einen Rüffel, angeblich hätte ich unsachlich gehnadelt und würde den Patienten durch Inhaltion in eine Pneumoie treiben wegen Keimverschleppung.
Welch absolute fachliche Inkompetenz seitens deiner Kollegen und deiner Leitung.
Auch meiner Bitte um eine Geräteeinweisung fand kein Gehör. Das ist alles keine Gefährdung
Beatmungsgeräte sind Medizinprodukte der Klasse 1 ohne Geräteeinweisung darfst du unter keinen Umständen daran und damit arbeiten sonst bist du dran, falls etwas passiert, selbst wenn du gar nichts dafür konntest. Sorge schleunigst dafür das du eine Einweisung bekommst. Du hast dafür eine Holpflicht heißt du musst dich drum kümmern das du eingewiesen wirst. Einweisen darf nur die Vertriebsfirma oder ein von ihr beauftragter Medizinproduktebeauftragter für dieses Gerät. Ruf notfall eure Medizintechnikfirma selbst an und bestelle sie dir zur Einweisung. Sie sind verpflichtet zu kommen.

Und wenn du meine persönliche Meinung hören willst: In einer Firma wo man nicht eingearbeitet wird, kein Geräteeinweisungen erhält und mit dermaßen inkompetenten Kollegen und (noch schlimmer) Leitungen arbeiten muss, würde ich sofort meine Segel streichen.

Ich frage mich wann in der Heimbeatmung endlich mal was passiert und stärker kontrolliert wird was dort an Personal arbeitet. Das Fachwissen mancher Pflegefachkräfte die an Beatmungspatienten oder auch nur tracheotomierten arbeiten ist, erschreckend gering. Ich musste schon Mitarbeiter erleben, wo nicht einmal die Basics vorhanden waren und ich mich gefragt habe, wie die ihr Examen geschafft haben.
 
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leaving-the-moon

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29.06.2011
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AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Nein du hast alles richtig gemacht- nur den falschen Arbeitgeber.

:)
 
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BGN-NRW

AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Gruselig, was Du berichtest - sicherlich jedoch keine Seltenheit. Wie sollen die Kollegen denn auch reagieren, wenn Du ihnen ihre niedrigen Grenzen aufzeigst? Bitte niemals schlauer sein als die stellv. PDL ;-)

Nach meiner Ansicht ein Dilemma - wie kommst Du da heraus?
 
N

nofretete

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28.09.2010
01983
AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Also ich kenn mich ja jetzt in diesem Fall nicht so aus, aber dem Patient ging es besser, also hast du sicher alles richtig gemacht. Zähe Verschleimung ist ja auch ohne beatmet zu werden bei uns immer mal wieder ein Thema.
 
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mupsi

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04.08.2012
Rheinland
AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Es gibt ja mehrere Mittel und Wege, sich so unguten und teilweise gefährlichen Situationen zu entziehen. Ich auf jeden Fall habe einen neuen Job.
Das neuste aus Entenhausen ist nun, dass der Pat. von der besagten Vorgesetzten stundenlang mit dem Ambubeutel bebläht wird. Ein bisschen blähen ist klar bei Atelektasen - aber stundenlang und dann dem Patienten einreden, Inhalieren sei schädlich, zusätzlich noch die Dreistigkeit haben, den Patienten in gefährlicher Weise gegen mich einzunehmen, sodass er nur noch Panikattacken hat, wenn ich Dienst habe (was echt nicht brechtigt ist) - geht gar nicht.
Der Patient schwört auf die Vorgesetzte, weil sie mit ihm naturkundliche Behandlungen durchführt (mit Einverständnis der PDL) und er hofft, geheilt zu werden. Einige Angehörige sind nun auch schon auf den Trichter gekommen, dass die stellv. PDL evtl. nicht ganz ok sein könnte ... ich hoffe, dass die Aktrivitäten der Dame auch rechtlich abgesichert sind.
Ich überlege echt, ob ich nach Abschluss des AV die besagte Vorgesetzte rechtlich belange. Die Dame ist mir im Berufsleben-wenn auch nur in Aktenform- schon mal begegnet und ich weiß sehr genau, was von der Kollegin zu halten ist. Sie weiß Situationen sehr gut zu nutzen und zu kapitalisieren.
 
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itspapst

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29.04.2014
44649
AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Und wenn du meine persönliche Meinung hören willst: In einer Firma wo man nicht eingearbeitet wird, kein Geräteeinweisungen erhält und mit dermaßen inkompetenten Kollegen und (noch schlimmer) Leitungen arbeiten muss, würde ich sofort meine Segel streichen.

Ich frage mich wann in der Heimbeatmung endlich mal was passiert und stärker kontrolliert wird was dort an Personal arbeitet. Das Fachwissen mancher Pflegefachkräfte die an Beatmungspatienten oder auch nur tracheotomierten arbeiten ist, erschreckend gering. Ich musste schon Mitarbeiter erleben, wo nicht einmal die Basics vorhanden waren und ich mich gefragt habe, wie die ihr Examen geschafft haben.
Dem kann ich nur zustimmen. Was sich heutzutage auf dem Heimbeatmungsmarkt herumtreibt ist manchmal haarsträubend.Solche Firmen schaden dem Ruf kompetenter Unternehmen
 
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Barbarrossa

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27.01.2008
73018
AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Fackt ist doch !!!

wenn es uns Gesunden Menschen mal im Winter oder dergleichen nicht gut geht ... gehen wir ja auch ins Thermalbad und ab in die Dampf Grotte ....

danach ein paar mal husten und was ist dann da ???? land in Sicht und raus mit dem Sputum...

also mein Fazit ist:

Zäher Schleim ... 30 Minuten 10 ml NaCl inhalieren und dann den Hustensymolator ....

danach wird die Atmung wieder leichter und meinem Patienten gehts gut.

Ich finde Du hast absolut richtig gehandelt. Dir mal die Schulter klopf !!!!!!!!!!!
 
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itspapst

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29.04.2014
44649
AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Fackt ist doch !!!

wenn es uns Gesunden Menschen mal im Winter oder dergleichen nicht gut geht ... gehen wir ja auch ins Thermalbad und ab in die Dampf Grotte ....

danach ein paar mal husten und was ist dann da ???? land in Sicht und raus mit dem Sputum...

also mein Fazit ist:

Zäher Schleim ... 30 Minuten 10 ml NaCl inhalieren und dann den Hustensymolator ....

danach wird die Atmung wieder leichter und meinem Patienten gehts gut.

Ich finde Du hast absolut richtig gehandelt. Dir mal die Schulter klopf !!!!!!!!!!!
Es geht hier aber nicht um gesunde Menschen.
 
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Barbarrossa

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27.01.2008
73018
AW: Inhalation mit Kochsalz schädlich für Beatmunspatienten???

Das habe ich ja auch nicht behauptet sondern als ein vergleich dargestellt...

und darunter steht ja auch mein Fazit.

also mein Fazit ist:

Zäher Schleim ... 30 Minuten 10 ml NaCl inhalieren und dann den Hustensymolator ....

danach wird die Atmung wieder leichter und meinem Patienten geht's gut.


Ich glaub da hast was falsch verstanden!!!

Denn in meinem Fazit steht ja auch was ich bei meinem Patienten mache !
Der ist ja auch krank und kann nichts mehr selber .

 
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05.07.2001
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