Infomationen zur Präsenzkraft (mit und ohne 87b Qualifikation)

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Präsenzkraft (mit und ohne 87b Qualifikation)

Als Präsenzkraft werden Helferinnen und Helfer in der Altenpflege
benannt, die ohne gesetzlich geregelte Ausbildung in der Pflege und
Versorgung besonders bei Langzeitkranken eingesetzt werden. Die
Bedeutung des Begriffs leitet sich vom Fremdwort die Präsenz ab,das die
Tatsache, zugegen - persönlich anwesend (präsent) zu sein,beschreibt.

Für Präsenzkräfte sind Dienstleistungen in Gesundheitsförderung,
sozialer Förderung und hauswirtschaftlicher Versorgung vorgesehen,die
eine Brücke zu speziellen Pflege und Betreuungsangeboten bilden und diese
unterstützen.

Die Präsenzkräfte arbeiten neben Fachkräften durch die Breite ihrer
Ausbildung und Vorbildung integrativ und unterstützend. Sie sind somit
befähigt,gesundheitsfördernd zu denken und zu handeln. Die zu betreuende
Person soll in ihrer Ganzheitlichkeit aktiv unterstützt und begleitet werden
durch vielfältige Hilfsfunktionen bei der Betreuung, Versorgung,
Beratung und der sozialen Teilnahme am Leben. Dadurch soll die
Lebensqualität von Menschen erhalten und gefördert werden.Daher sind
Präsenzkräfte als Hilfskräfte an zu sehen, die eng mit Fachkräften des
Gesundheits- und Sozialbereichs zusammenarbeiten.

Zusätzlich sind Präsenzkräfte qualifiziert im Umgang und in der
Kommunikation mit dementiell erkrankten alten Menschen und können
diese ihrem Krankheitsbild entsprechend bei alltäglichen Aktivitäten
unterstützen.

Weitere Berufsbezeichnungen die der Präsenzkraft entsprechen könnten
sind u.a. Alltagsbegleiter,Betreuungsassistent nach 87 b,Fachkraft für
Demenz Erkrankte oder Seniorenbetreuer aber in der Regel sind diese für
sich jeweils eigenständige Berufsgruppen und gesondert von der
Arbeitsweise der Präsenzkraft zu betrachten aber dennoch können diese
fließend ineinander über gehen.

Die Pflegehilfskräfte die bisher keinerlei Erwähnung an dieser Stelle
erfahren haben,halten sich überwiegend in der Pflege auf und unterstützen
dort allein die examinierten Pflegekräfte bei ihrer Arbeit.

Doch wie überall im Sozialen Bereich sollte Teamarbeit den höchsten
Stellenwert und die höchste Priorität dabei aufweisen um eine Arbeitsweise
zum Wohle des hilfebedürftigen Menschen zu gewährleisten,da werden
auch schon mal gerne Aufgaben übernommen,die nicht zum eigenen
Aufgabenbereich zählen,denn das zeugt von einem Kollegialen und
Sozialen miteinander in der Altenpflegearbeit.Ganz nach dem Motto:

Wir machen immer ein bisschen mehr und jeden Tag alles ein bisschen besser!



Checkliste zu Fertigkeiten und Qualitäten einer Präsenzkraft


Allgemeine Voraussetzungen

Kommunikative Kompetenz
Soziale Kompetenz
Betreuerische Kompetenz


Anforderungen im Bereich „Fachkompetenzen”

Gute hauswirtschaftliche Kenntnisse
Fundierte ernährungswissenschaftliche Kenntnisse
Kenntnisse über gültige Hygienevorschriften
Grundkenntnisse über die Krankenbeobachtung
Grundkenntnisse über gerontopsychiatrische Krankheitsbilder
Grundkenntnisse über den Umgang mit Medikamenten


Anforderungen im Bereich „Sozialkompetenzen”

Kommunikation und Kooperationsfähigkeit mit Bewohnern
Kommunikation und Kooperationsfähigkeit mit Angehörigen
Kommunikation und Kooperationsfähigkeit mit Vorgesetzten
Kommunikation und Kooperationsfähigkeit mit Teammitgliedern
Kommunikation und Kooperationsfähigkeit mit externen Berufsgruppen
Einfühlungsvermögen
Konfliktfähigkeit
Reflexionsfähigkeit der eigenen Handlungsweise
Multitasking-Fähigkeit


Anforderungen im Bereich „Methodenkompetenzen”

Wahrnehmungsfähigkeit von Veränderungen und Erkennen von
Zusammenhängen
Hohes Verantwortungsbewusstsein
Gute Problemlösungsfähigkeit
Selbstständige Zeitplanung
Gute Organisationsfähigkeit
Hohe Flexibilität im Alltag


Präsenzkräfte und Betreuungsassisten sind gesetzlich geregelt in § 87b Abs. 3 SGB XI:
„Die betroffenen Heimbewohner sollen in ihren alltäglichen Tätigkeiten unterstützt und aktiviert
werden. Sie sollen zeitlich mehr Zuwendung und Wertschätzung erfahren. Das Wohlbefinden
soll durch die Präsenz der zusätzlichen Betreuer gesteigert werden. Es sind eine enge
Kooperation und fachliche Absprache mit den Pflegekräften und den Mitarbeitern der Sozialen
Betreuung notwendig.“



Anmerkung:
So weit die Theorie. In der Praxis sieht das meistens aber ganz anders aus....in etwa seit 2 Wochen
jeden Tag „Essen anreichen“ !
Leider ist diese Situation nicht ungewöhnlich aber der Grund dafür ist nachvollziehbar: Die meisten
Pflegeheime sind personell unterbesetzt. Werden Mitarbeiter krank, gehen in Urlaub oder – noch
schlimmer – kündigen, bricht in manchen Heimen der akute Notstand aus.
Wenn Mitarbeiter in der sozialen Betreuung für Pflegeaufgaben herangezogen werden – was nicht
ihre eigentliche Aufgabe ist –, beziehen sich Heimleitungen gerne auf einen Passus im Gesetz, der
besagt, dass Betreuer aushelfen müssen, „wenn eine Pflegekraft nicht rechtzeitig zur Verfügung
steht“


Da in vielen Einrichtungen für die Altenpflege chronischer Personalmangel herrscht, besteht
praktisch immer die Verpflichtung, in der Pflege auszuhelfen. Das aber kann es nicht sein, weil
diese Arbeiten dazu führen, dass die klassischen Betreuungsleistungen zu kurz kommen, und
darunter leiden die Pflegekunden.

Es ist also eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Gegen ein gelegentliches Aushelfen wird niemand
protestieren, wohl aber, wenn es zur Dauereinrichtung wird.Das müssen Sie auch nicht akzeptieren!
Im Zweifelsfall verweisen Sie auf den Gesetzestext, der ausdrücklich von „gelegentlichen“
Aushilfen spricht. Ein Dauereinsatz in der Pflege ist damit nicht gedeckt.


Zielsetzung:
• Unterstützung der Pflegekräfte insbesondere im Umgang mit dementiell
veränderten Senioren
• Entlastung der Hauswirtschaft
• Aktivierung der Senioren, Sicherung von bestehenden Ressourcen und
Wiedergewinnung von verlorenen Fähigkeiten
• Motivation und Förderung des Wunsches des Bewohners nach mehr
Selbständigkeit und des Willens, bei der Gewinnung größerer Selbständigkeit aktiv
mitzuwirken
• Sicherung der optimalen psychosozialen Betreuung der Bewohner/innen
• Neuentwicklung, Verbesserung und Umsetzung von Konzepten zur Betreuung auch
von gerontopsychiatrisch veränderten Bewohnern
• Mithilfe und Mitgestaltung bei der Entwicklung und Umsetzung der
Unternehmensphilosophie und des Pflegeleitbildes


Fachliche Qualifikation:
• Weiterbildung zur Präsenzkraft in der Pflege mit einem Umfang von 584 Stunden,
davon 280 theoretische Unterrichtsstunden und 304 Stunden praktische Einsätze
• gute Deutschkenntnisse


Persönliche Grundfähigkeiten:
• körperliche und seelische Stabilität
• Ausgeglichenheit und Geduld
• positive Einstellung zur Arbeit mit pflegebedürftigen alten Menschen und Interesse
an ihrer Biografie
• flexible, eigenständige und kreative Arbeit
• Kommunikationsfreude und empathische Fähigkeiten
• Fähigkeit Verantwortung wahrzunehmen
• Initiative und Einsatzbereitschaft
• Teamfähigkeit
• Konfliktfähigkeit
• Organisationsfähigkeit
• Fähigkeit zur ständigen und umfassenden eigenen Fortbildung
• sicheres Auftreten und sprachliche Gewandtheit


Weisungsbefugte Vorgesetzte:

• Heimleitung
• Pflegedienstleitung / Stationsleitung / Wohnbereichsleitung
• examiniertes Fachpersonal / Schichtdienstleitung


Weisungsbefugt:
• nach Absprache und Zuteilung
• immer gegenüber Schülern / Praktikanten / Freiwilligendienstler / Ehrenamtler



Aufgaben und Kompetenzen


Bewohnerbezoge Betreuungsaufgaben
• Als ständiger Ansprechpartner für die Bewohner "präsent" sein. Aufbau einer
kontinuierlichen und belastbaren Beziehung zu den Bewohnern
• Betreuung von Senioren mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Berücksichtigung
fachwissenschaftlicher Erkenntnisse insbesondere im Bereich der dementiellen
Erkrankungen
• Unterstützung beim Heimeinzug,Zimmerausstattung und Dekoration
• Zimmer mit Angehörigen nach Versterben von Bewohnern enträumen
• Angehörigenarbeit, insbesondere Aufklärung der Angehörigen
• Gestaltung des Alltages von Senioren unter Berücksichtigung der
individuellen Bedürfnisse jedes Bewohners
• Begleitung zum Arzt oder zu therapeutischen Maßnahmen.
• Informationsweiterleitung an Ärzte,Apotheken und Therapeuten
• Medikamentenversorgung sicherstellen
• Begleitung zum Friseur
• Begleitung bei Behördengängen
• Begleitung bei Einkäufen und Freizeitaktivitäten
• Beratung des Bewohners
• Vorlesen aus Büchern und Tageszeitung
• gemeinsames Singen und Musizieren
• gemeinsame Gartenarbeiten
• Spaziergänge und Begleitung von Gruppenausflügen
• Mitwirkung bei Festlichkeiten und Tagesangeboten
• Seelsorge und Sterbebegleitung


Hauswirtschaftliche Aufgaben
• Kontrolle und Beachtung der Hygienevorschriften
• Nahrungsmittelkontrolle und Datierung
• Zubereitung und Servieren der Mahlzeiten.
• Attraktives Präsentieren der Mahlzeiten
• Anregung und Umsetzung spezieller Ernährung
• Anwesenheit während der Essensmahlzeiten
• Anregung eines Tischgespräches unter den Bewohnern
• Abräumen des Geschirrs unterstützt von einzelnen Bewohnern
• Einräumen und Einsortieren von Geschirr und Bestellungen
• Bereitstellung von Getränken
• Entsorgung des Hausmülls
• Sammlung und Verteilung der Bewohner- sowie Hauswäsche
• Kleine handwerkliche Tätigkeiten, etwa Reparaturen
(ggf. Haustechnik informieren und mit Reparatur beauftragen)
• Bestellung und Prüfung von Materiallager und Küchenbestellungen
• Aufnahme und Dokumentation von Mahlzeiten sowie Getränke der Bewohner


Pflegerische Aufgaben
• Einfache Unterstützung der Pflegefachkräfte bei pflegerischen Maßnahmen in
geringem Maße (z.b. Lagerung / Transfer / Mobilisation von Bewohnern)
• Nachfüllung von Desinfektionslösung und Einmalhandtücher
• Flächen und Gerätedesinfektion nach Hygieneplan
• Bereitstellung von Handschuhen sowie Inkontinenz und Pflegematerialien
• Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme der Bewohner
• Motivation von Bewohnern, sich aktiv an der Pflege zu beteiligen
• Mithilfe bei der Biografiearbeit. (Gesprächsführung mit dem Bewohner über sein
Leben)
• Beobachtung des Gesundheitszustands und des Verhaltens der Bewohner.
Weitergabe von relevanten Informationen an die Pflegefachkräfte etwa im Rahmen
von Fallbesprechungen
• Mithilfe bei verschiedenen therapeutischen Verfahren, etwa 10-Minuten-Aktivierung,
integrative Validation, Validation nach Feil, basale Stimulation sowie Musiktherapie
• Mithilfe beim Toilettentraining. Rechtzeitiges Erinnern der Bewohner an einen
Toilettengang. Ggf. Unterstützung bei der Darm- und Blasenentleerung
• Mithilfe bei der Aktivierung und Sturzvermeidung, etwa achten auf festes
Schuhwerk, korrekte Nutzung von Gehhilfen


Kommunikations- und Kooperationsbeziehungen

Die Präsenzkraft soll zu folgenden Personen und Institutionen eine Kommunikations- und
Kooperationsbeziehung aufbauen sowie diese weiter aufrecht erhalten.Des weiteren soll
sie diese koordinieren zum Wohle und Willen des Bewohners und dessen Angehörigen
und unter Berücksichtigung der einzelnen Tätigkeitsbereiche sowie der einvernehmlichen
Hausordnung:


• (zu der Heimleitung)
• zu der Pflegedienstleitung
• zu der Wohnbereichsleitung
• zu der Qualitätsbeauftragten
• zu den Pflegekräften
• zu den Betreuungsassistenten
• zu den Pflegehilfskräften
• zu den Wohnbereichshilfen / Hauswirtschaftlern
• zu dem Servicepersonal / Küchenpersonal
• zu den Freiwilligendienstlern
• zu den Praktikanten
• zu den Bewohnern
• zu den Angehörigen und sonstigen nahe stehenden Personen der Bewohner
• zu den Hausärzten
• zu den Seelsorgern
• zu den ehrenamtlichen Helfern
• zum haustechnischen Dienst
• zu den Raumpflegern
• zu den Ergotherapeuten / Krankengymnasten
 
Qualifikation
Präsenzkraft - Psychologischer Berater
Fachgebiet
Altenheim
G

Gerhild

AW: Infomationen zur Präsenzkraft (mit und ohne 87b Qualifikation)

Hallo Geronto 83, irgendwas verstehe ich jetzt nicht,du befindest dich im Forum Management --> PDL, du informierst über Präsenzkräfte, diese Infos habe ich als PDL bereits, was möchtest du eigentlich ??
 
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AW: Infomationen zur Präsenzkraft (mit und ohne 87b Qualifikation)

Mmh vielleicht hat sie das nicht gesehen, aber schön aufgeschlüsselt wirklich super!!!!!
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
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