Allgemein In welchem Bereich die Ausbildung machen?

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xFischerx

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11.12.2020
Hallo,

ich möchte gerne eine Ausbildung zum Pflegefachmann machen. Man lernt in der Ausbildung ja alle Bereiche kennen. Aber stellt jedes Krankenhaus z.B. Leute ein, welche zuvor in der Altenpflege gearbeitet haben ohne Krankenhauserfahrung oder macht es z.B. Sinn sich von anfang an auf etwas zu spezialisieren? Und in welchem Bereich lernt man am meisten und verdient man am meisten ( Altenpflege , (Kinder-)Krankenpflege oder Heilerziehungspflege )?

MfG,

xFischerx
 
Qualifikation
keine
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bowielein

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23.12.2008
Bonndorf
Heilerziehungspflege hat nichts mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft zu tun. Bitte informiere dich da bitte etwas.
Ansonsten ist es egal, ob du dich im 3. Jahr im Bereich Altenpflege, Generalisiert oder Kinderkrankenpflege machst. Dir stehen danach fast alle Türen offen.
Wenn du dir für deinen Werdegang noch nicht ganz sicher bist, bleibe in der generalisierten Ausbildung.
 
Qualifikation
Intensivpfleger
Fachgebiet
Rottweil
Crys

Crys

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29.11.2020
In der generalisierten Ausbildung wird es so laufen, dass du in den ersten beiden Jahren einigtes an Praktika absolvieren wirst, so dass du einen Eindruck der einzelnen Bereiche gewinnen kannst und dich dann ggf. für eine bestimmte Richtung entscheiden kannst. Natürlich kommt es hierbei auch auf deine eigene Lernbereitschaft und Kompetenzen an.

Im 3. LJ wird differenziert. Die vermeintlich "Lernschwachen" können die Ausbildung mit vereinfachten Examensprüfungen dennoch absolvieren und spezialisieren sich damit automatisch für die "Altenpfleger". Dieser Begriff ist für mich wirklich unglücklich gewählt, denn dies spiegelt die Altenpflege in schlechtem Bilde wieder. Innerhalb der Generalistik bedeutet es im Prinzp nämlich "Fachkraft mit abgespeckten Kompetenzen", während ein Altenpfleger, der die Ausbildung vor 2020 startete, noch volle Kompetenzen hat. Wie dem auch sei, in jedem Fall würde ich dir vorschlagen die Generalistik als Pflegachmann / -frau durchzuziehen, denn die eigentliche Spezialsierung findet erst im Berufsleben statt und du hältst dir alle Wege offen. Solltest du dich von bspw. Kinderkrankenpflege doch mal auf Altenpflege umentscheiden, dann wird das mit diesem Examen keine Rolle spielen.

Hoffe ich konnte helfen.

LG Chris
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Stationäre Pflege
G

GeriSchwester

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08.05.2012
9542
Hallo!

Ich würde nicht raten, dass du zum Beispiel dich für die Altenpflege entscheidest, weil du da eine „Jobgarantie“ hast.
Pflege ist generell ein sehr schweres Gebiet. Da ist es egal, in welchem Fachbereich man arbeitet. Man muss mit Herzblut dabei sein.
In der Altenpflege kommt aber noch das Thema mit Lebensende, Tod, palliative Pflege, Angehörigenarbeit, eigene Abgrenzung, .... noch mit dazu.

Lass dein Herz entscheiden. Wenn du gut bist, nehmen sie dich überall.

Liebe Grüße von einer DGKP, oder wie es in Deutschland heißt, examinierten Pflegefachkraft, die seit 1991 ausschließlich in der Gerontopsychiatrie tätig ist.
 
Qualifikation
DGKS
Fachgebiet
Geriatrie
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xFischerx

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11.12.2020
Vielen Dank für die Antworten. Ich würde mich gerne auf die Ausbildung schon etwas vorbereiten bzw. mich einlesen. Könnt ihr mir irgendwelche Bücher empfehlen?
 
Qualifikation
keine
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bowielein

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23.12.2008
Bonndorf
Frage die Schule mit welchen Büchern sie arbeitet. Es wäre doof, wenn man da unnötig Geld ausgibt. Ansonsten wäre ein Anatomie--Physiologie-Atlas immer ein gutes Nachschlagewerk.
 
Qualifikation
Intensivpfleger
Fachgebiet
Rottweil
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Zwariowany

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30.11.2016
Geisenheim
Mein Examen ist fünf Jahre her, also kann ich dir noch paar gute Auskünfte geben. Da ich auch Altenpfleger kenne und einen Austausch hatte, kann ich dir versichern, dass du im Krankenhaus, also in der Somatik das meiste erlernst. Die Ausbildung ist so vielseitig und du siehst so viele klinische Bereiche, dass du hier sicherlich am besten profitierst.

Und da auf das Einkommen/ Gehalt bisher nicht eingegangen wurde, möchte ich auch drauf antworten.

Vorerst kurz noch etwas über mich: Vor meiner Ausbildung, habe ich bereits mehrere Jahre als Bürokaufmann in einem Altenheim in der Personalabteilung gearbeitet und viel mit Leiharbeitsfirmen kooperiert. Nach meiner Ausbildung, war ich 8 Monaten auf einer Mischstation mit Chirurgischen, Internistischen und Gynäkologischen Patienten.

Alle Gehälter die ich dir nenne, stehen immer für den Nettolohn in der Steuerklasse 1 als Berufsanfänger und können natürlich immer variieren.

Mal davon ausgehend, dass du nicht nur aufgrund der Nächstenliebe und deiner Bereitschaft zur Aufopferung für Kranke Menschen diesen Beruf ergreifen möchtest, schildere ich dir meine persönliche Meinung:

Arbeite niemals in einem Altenheim, außer du gehst in die Leiharbeit! Als Stammpersonal Verdienst du vielleicht 1700,-€, über die Leiharbeitsfirmen bei gleicher Arbeit und etwas weniger Verantwortung, etwa 3200,- €.

In der Somatik wirst du weniger Verdienen als in einer Psychiatrie. Ich verdiente unter TVöD bei der Caritas 1800,- € und nach meinem Wechsel in die Psychiatrie, 2300,-€. Also 500,-€ Netto mehr!

Meine Somatische Erfahrung ist diese: Personalschlüssel war nicht schlecht, ABER zu kurze Pausen mit vielen Unterbrechungen und jeden Tag länger geblieben. Viele in Foren sind der Meinung dass man doch von Station gehen kann für seine Pause. Jaaahh, mach das mal, dein Team wird dich mögen.

Der Arbeitsaufwand war extrem hoch. Das war aber nur dann für mich ein Problem, wenn ich meinen Lohnzettel gesehen habe. Für das was man geleistet hat, war das lächerlich und respektlos. Darum bin ich gegangen. Ich habe nun ein Arbeitsumfeld, dass mich zwar mehr psychisch fordert, aber meine physische Verfassung so ziemlich unberührt bleibt.

Im Altenheim und Krankenhaus werden häufig Hilfsmittel unzureichend zur Verfügung gestellt, auch dass solltest du bedenken. Viele Kollegen heben stark übergewichtige Patienten teilweise alleine oder zu zweit auf oder um und vergessen dabei, dass sie für einen kaputten Rücken kein Bundesverdienstkreuz oder einen Boni bekommen werden.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Erwachsenenpsychiatrie
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Beteigeuze

Mitglied
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03.11.2020
Mal davon ausgehend, dass du nicht nur aufgrund der Nächstenliebe und deiner Bereitschaft zur Aufopferung für Kranke Menschen diesen Beruf ergreifen möchtest, schildere ich dir meine persönliche Meinung:

Arbeite niemals in einem Altenheim, außer du gehst in die Leiharbeit! Als Stammpersonal Verdienst du vielleicht 1700,-€, über die Leiharbeitsfirmen bei gleicher Arbeit und etwas weniger Verantwortung, etwa 3200,- €.
Ich oute mich jetzt als unwissend, aber das hört sich für mich paradox an (meine Ausbildung fängt erst im April an, zur zeit in völlig anderer Branche tätig). Wie kommt das?
Ich selbst hatte nie mit leiharbeit zu tun, habe nur über Bekannte was mitbekommen. Und dort wurde man Lohntechnisch abgespeist. Warum hier jetzt so viel?
 
Qualifikation
Ausbildung
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Zwariowany

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30.11.2016
Geisenheim
Ich selbst hatte nie mit leiharbeit zu tun, habe nur über Bekannte was mitbekommen. Und dort wurde man Lohntechnisch abgespeist. Warum hier jetzt so viel?
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass die Leiharbeit je nach Bedarf auf dem Arbeitsmarkt, die Rechnungen an Unternehmen anpasst und dem entsprechend dann an dich als verliehenen Menschen, den Anteil abgibt.

Ich weiß jetzt nicht, ob du explizit Pflegekräfte als Lohntechnisch abgespeist kennst. Bei Bürokaufmännern/Frauen z.b. hat man den Trend ganz klar, dass viel mehr ausgebildet werden als der Markt benötigt. Somit können in vielen Teilen der Wirtschaft erfolgreich die Löhne gedrückt bleiben. Besonders die Leiharbeit hat hier ernorm profitiert. Bei Pflegekräften sehe ich eher, dass die Leiharbeit Real zustehende Gehälter auszahlen, während der normale Arbeitsmarkt gedrückt bleibt.

Und ich möchte jetzt mal auch ein bisschen Verschwörer sein. Die Wirtschaft hat, da die Bürokaufleute noch weniger kosten können, den Ausbildungsberuf "Kaufmann für Bürokommunikation" erfunden um weniger gebildeten Menschen den Zustieg zu erleichtern, das Berufsbild zu schmälern und für gleiche Arbeit, noch weniger zu bezahlen. Ich warte mal darauf, wann die Politik bei unserer Berufsgruppe so schlau sein wird.

Ich bin abgeschweift, entschuldige.

Noch ein Vergleich für dich und alle, die das hier lesen, da ich es immer wichtiger finde um Geld zu sprechen und zu zeigen, wie unsere Berufsgruppen der Pflege Lohntechnisch abgespeist werden.

Ein Freund von mir, Steuerklasse 1, frisch examiniert, in einem Pflegeheim der Pflegekette BeneVit arbeitend, bei 17 Nachtdiensten, hat 2150,- Nettolohn verdient. 17 Nachtdienste!! Kleiner Berufsgruppenvergleich: Berufsanfang Versicherungskaufmann/Frau IKk: 2400,- Netto. Ohne Schichtdienst, ohne Nachtdienst, ohne Verantwortung für 96 Menschen mit einer Hilfskraft.

Um wieder zu mir zurück zu kommen: In der psychiatrischen Pflege, hätte er bei gleicher Anzahl an Nachtdiensten, etwa 2700,- Netto verdient. Über Leiharbeit vermutlich etwa 4000,-.

Aber politisch ist man bereits seit fast zwei Jahren bemüht (z.b. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci), die Leiharbeit zunehmend weg zu bekommen, damit die die in diesem System gutes Geld verdienen, wieder auf gewohntem Niveau knechten gehen.
 
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Gesundheits- und Krankenpfleger
Fachgebiet
Erwachsenenpsychiatrie
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Tim Reinhold

Tim Reinhold

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02.01.2021
Jetzt mal rein vom Sinn her ist die Spezialisierung auf Kinderkrankenpflege oder Krankenpflege am flexibelsten. Das war von vorne herein auch die Gefahr bei der generalisierten Ausbildung, das der Bereich der Altenpflege immer weiter wegstirbt obwohl gerade dort eine Stärkung dringend notwendig wäre.

Da aber jeder seines eigenen glückes Schmied ist, unter dem Aspekt der flexibilität und zukünftigen Optionen mit Lohnerhöhung etc. ist die Empfehlung eigentlich eindeutig auf Krankenpflege gegeben.
 
Qualifikation
Dozent im Gesundheitswesen
Fachgebiet
www.weiterbildungen-reinhold.de