Intensiv im-Spritzen auf ITS

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K

kippe

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10.01.2006
80807
Hallo, auf unserer neu eingerichtete ITS spritzt das Personal nicht intramuskulär -im konkretem Fall Diclo (Sigmaresektion-Standard bei uns) wg. der dort angeblich erhöhten Gefahr nosokom.Infektionen, allerdings betreut das Personal asept.Patienten zeitgleich in der Aufwachphase wobei letztere aber in anderen benachbarten Räumen mit einem Verbindungs-Türdurchgang ohne Tür liegen).
Es gäbe dazu eine gesetzliche Grundlage -bin kein Besserwisser oder Haarspalter -nur wirklich interessiert: Wo müsste ich so was rechtliches suchen?

-War ein stressiger Dienst und viell. sehe ich grad den Wald vor Bäumen nicht, bekomme aber keinen Einfall -das ITS-Personal ist selbständig beschäftigt und erst Ende nä. Woche wieder zu befragen.
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgie
A

Allergy

Mitglied
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13.02.2006
04209
Hallo Kippe

auf unserer Intensiv spritzen wir auch nicht i.m.
Gibt viele Gründe dafür, hier nur mal einige
-bei akutem Myokardinfarkt oder auch nur bei Verdacht würde man mit einer i.m. Injektion den CK-Wert verfälschen (wichtig für Diagnose) bzw. könnte man keine vielleicht notwendige Lysetherapie machen (Blutung)
-meist bekommen unsere Patienten Heparin,würde also auch Blutungsgefahr bestehen
-beim Schock käme das Medikament erst viel später zur Wirkung,weil keine ausreichende Resorption da wäre
mit den nosokom. Infektionen ist sicher auch richtig aber wo bitte schön in einem Krankenhaus besteht nicht die Gefahr?
Mfg Danie
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ITS
F

fschneider

Mitglied
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Hallo
Vor einigen Jahren bestand unsere Schmerztherapie nur aus Dipidolor u.a. i.m. Wir haben in allen lebenslagen die Injektionen durchgeführt. Aus heutiger Sicht war das tiefstes Mittelalter. Intramuskuläre Injektionen bergen hohe Abszessrisiken, sind schmerzhaft und die Medikamentenresobtion ist völlig ungewiss. Daher wird nicht nur in der Schmerztherapie (s. Expertenstandard) eine intramuskuläre Injektion kaum noch durchgeführt. Daher sollte dieser Standard einmal grundsätzlich überdacht werden.
Bezüglich der Hygiene bin ich kein Fachmann, abr ich kann mir nicht vorstellen, dass es da eine Gesetzgebung gibt, die eine Injektion verbietet, wenn im Nebenraum ein aseptischer Patient liegt. Dann dürften z.B. auch keine venösen Zugänge gelegt werden.

Frank
 
Qualifikation
Krankenpfleger / alges. Fachassistent / Qualitätsmanager /
Fachgebiet
Qualitätätsmanagement / Schmerzdienst
Skysurfer

Skysurfer

Mitglied
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naja,

will mal wissen wo da die Evidenz ist??????
Erhöhtes Risiko von Infektionen:gurke: is doch ein lahmendes Argument oder? Wie oben schon erwähnt, dürften dann keine IV Zugänge gelegt werden ZVK´s etc. etc. Ausserdem gibbet da ja noch die gute alte Desinfektion und aseptisches Arbeiten oder?
Ein ganz anderes Thema ist allerdings ob es heute noch nötig ist Diclofenac i.m zu geben? halte ich persönlich für sehr sehr fragwürdig. Da gibt es andere leichtere und schnellere Wege zum selben Ziel, rectal z.B.
Einge gute Methode ist Dipi oder Dolantin, Morphin, das zur Hälfte i.v und zur anderen Hälfte s.c gespritzt wird oder 1/3 + 2/3, hält länger vor und gibt ein erreichen des Maximalspiegels langsam und länger in der Dauer.
@ Frank, das mit der ungewissen Mediresorption solltest Du nochmal genauer überdenken....naturgemäss ist ein Muskel gut, also normal durchblutet, d.h. in der Dauer von 15-20 Minuten is das Zeuch völlig in der Blutbahn resorbiert, falls Du keine Schocksymptomatik hast, das ist aber auch die einzige Ausnahme meines Wissens nach.

Lg
Sky
 
Qualifikation
Intensivpfleger/Neonatologie/Pädiatrie Pflegepädagoge
Fachgebiet
Intensivstation / in der IPS- Weiterbildung
Weiterbildungen
Studium der Pädagogik mit Schwerpunkt Berufspädagogik Erziehung und Entwicklungspädagogik
K

kippe

Neues Mitglied
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Themenstarter/in
10.01.2006
80807
zuerst danke an alle! und -dem Pflegaboard bin ich noch eine Antwort schuldig:
Also zuerst stellt es sich jetzt doch etwas anders dar, denn das ITS-Personal hat (mit gutem Grund) einfach nicht eingesehen die Patienten mit ZVK auch noch 2x täglich ins Gesäß zu stechen, also wird nun wahrscheinlich Diclofenac i.v. (-da in Deutschland nicht mehr zugelassen nun etwas teurer aus Spanien-) besorgt.
Dipidolor geben wir auch -wenngleich bei Sigma-OP's natürlich nicht so gern (Darmmotilität), außerdem ist der ITS-Chef skeptisch betreffs der Studien, dass Diclofenac wirklich die Darmanastomose schneller abschwellen, durchgängig werden und heilen läßt, evtl. wird der Standard ganz geändert und nur noch Perfalgan und Novalgin gegen Schmerzen gegeben.

Zur rechtlichen und Hygiene-Sache: mal abgesehen von dem Bekanntem (-Durchführungsverantwortung, Hände-und Hautdesinfektion sowie die leider häufigen Fehlapplikationen -immer noch v.a. wegen der Abneigung gegen die richtigen langen i.m.-Nadeln) noch die einfache Erkläruing:
Meine Chefin spritzt nicht i.m. was ihr jedoch peinlich zu sein scheint, viell. weil sie dann laufend genau wie unsere Pflegehelfer Hilfe aus anderen Bereichen benötigt -viell. söllte ich da auch bissl schneller und zuvorkommender reagieren, jedenfalls war das wohl der Grund für ihre Begeisterung für die Neuigkeiten auf der ITS betreffs keine intramuskulären Spritzen (-dabei ging es dort auch nur um Diclo bei i.v.-Alternative und keine pauschale Ablehnung wie sich herausstellte), jedenfalls fand sie es wohl besser dem Ganzem noch Nachdruck durch den Satz "auch rechtlich nicht zulässig" zu verleihen -wo ich besser nicht mit Weiterbohren neue unangenehme Gefühle auslöse :)
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Chirurgie
S

staiger11

Mitglied
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26.03.2006
78730
Hallo,

also bei uns ist das so, dass wir überhaupt keine i. m. Spritzen mehr geben. Wir geben bei solchen Darm-Op´s einen Tramal ( 400 mg ) / Novalgin ( 5g ) Perfusor über 24h . Bei Bedarf gibt es dann Dipidolor dazu. Das kommt aber eher selten vor, der Perfusor reicht meist aus. Im übrigen finde ich, das i. m. Spritzen in der heutigen Zeit auf Intensiv nichts mehr verloren haben.

Grüsse Franko :grin:
 
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Fachpfleger Anästhesie und Intensiv
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Intensiv
C

Cystofix

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11.11.2004
69120
Moin,

in meinen Augen ist die strikte Ablehnung einer i.m.-Injektion auf einer ICU quatsch. Es gibt halt nur noch wenige Anwendungsgebiete, bei der man diese Applikationsform nutzt. Ich selbst habe seit Jahren keinem mehr diese lange Nadel ins Gesäss gebohrt, hätte aber wenig Skrupel dies zu tun, wenn es das Medikament erfordern würde.

Cys
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Anästhesie/Intensiv
J

Jupp

Neues Mitglied
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10.06.2006
Karlsruhe
Hallo.
War Diclofenac i.m. nicht vor einiger Zeit arg ins Gerede gekommen wegen V.a. erhöhte Gefahr von "Spritzenabszessen"?
Zumindest damals macht ímmer der Begriff "Kunstfehler" die Runde, wenns um die i.m.-Gabe bei Lumboischialgie ging.
 
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Fachgebiet
Kinderhospiz / stv. PDL
Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Meine Chefin spritzt nicht i.m. was ihr jedoch peinlich zu sein scheint, viell. weil sie dann laufend genau wie unsere Pflegehelfer Hilfe aus anderen Bereichen benötigt -
Höre ich da ein wenig Kompetenzmaggelei?? Hast Du Deine Chefin mal gefragt, warum sie nicht i.m. appliziert? Ist da der Wunsch der Vater des Gedankens?
 
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Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
in meinen Augen ist die strikte Ablehnung einer i.m.-Injektion auf einer ICU quatsch. Es gibt halt nur noch wenige Anwendungsgebiete, bei der man diese Applikationsform nutzt.
Cys
Das ist der entscheidende Punkt: es gibt im Grunde keine Indikation mehr für i.m.-Injektionen, weder auf IPS noch auf einer allgemeinen Pflegestation. Die Komplikationsrate ist hoch, und die Pharmaindustrie bietet ausreichend andere Präperate an.

Manche Techniken überholen sich einfach von selber, weil es Besseres gibt. Oder trauert einer von uns dem Seifeneinlauf nach? Oder noch anders: Würdet Ihr Buschtrommeln benutzen, wenn ihr ein schnurloses Telefon zur Verfügung hättet? :devil: :innocent:
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
X

xray3279

Mitglied
Basis-Konto
11.06.2006
40223
Hallo erstmal,

bin zwar noch Krankenpflegerschüler (3 Jahr), aber tue mal meine Meinung auch kund.
Also gerade auf Intensiv wo jeder Pat. einen Zentralen Zugang hat, würde ich als Pflegekraft eine i.m. ablehnen:innocent:. Ich wüsste auch kein Medikament momentan was man nur i.m. spritzen müsste!! Ausserdem wie mein Vorredner werden die meisten Pat. heparanisiert, oder wegen den Herzenzyme (CK und CK-MB),mal von den zentralisierten abgesehen.
Wegen der Hygiene finde ich es lächerlich, man kann auch aseptisch arbeiten.
Habe bis jetzt nur auf 2 Stationen viel i.m. gespritzt und zwar einmal auf der Wöchnerin und zwar Rhesogam(im Po) und in der Chirurgische Notaufnahme und zwar Tetagam (im Arm).
Ich würde nur noch i.m. im deltoideus spritzen, a) geht es dort schnell b) in allen Lagen kann man dort spritzen c) die Nadel ist ziemlich kurz d) ist nicht dort der grosse Ischasnerv.

MfG Martin
 
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