Ich und Du - Über das selbstverständnis eine "Schwester" von jedermann zu sein

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A

Alex77

Mitglied
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17.04.2007
38176
Hallo!!!

Ich stehe dieser Diskussion gemischt gegenüber. Einerseits müssen wir auf jeden Fall unsere Professionalität deutlich machen, aber ob das unbedingt über die Anrede geschieht weiß ich nicht. Andererseits sehe ich es ähnlich wie Lunas, das es in gewissen Aussagen als Degradierung gehört wird. Es gibt für mich aber wichtigere Aspekte, die deutlich machen, ob ich professionell pflege oder nicht. Viel wichtiger ist doch, ob ich eine ausgeprägte Handlungskompetent besitze. Ich kann doch dann über meine Fachkompetenz zeigen, wie wichtig die Pflege ist.
Ich habe beide Varianten kennengelernt Sr. ... und Frau ... - bei beidem hatte ich nie das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Der Respekt geht erst verloren, wenn das "Du" dazu kommt. Ich persönlich habe die Anrede "Schwester" auch nie von den Ordensschwestern abgeleitet, sondern von der Berufsbezeichnung, die auf meinem Diplomen steht "Krankenschwester". Ich sehe eher die Veränderung der Berufsbezeichnung zu Gesundheits- und Krankenpflegerin als Degradierung.

Gruß Alex
 
Qualifikation
Krankenschwester/ Praxisanleiterin
Fachgebiet
Schule für Gesundheits- und Krankenpflege
Weiterbildungen
Praxisanleiter-AG
Kinästhetik-Mentoren-AG
L

Lunas

Neues Mitglied
Basis-Konto
08.01.2008
81371
Ich glaube mit der neuen Berufsbezeichnung ist niemand wirklich zufrieden !
Andererseits ist sie gesetzlich und wir wissen alle wie lange Reformen dauern !
Macht es also Sinn sich von all den zukünftigen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen abzugrenzen, weil wir noch Krankeschwestern sind ?
Natürlich ist auch die Anrede nur ein Teil, der dazu beiträgt die Pflege weiter zu professionalisieren... aber genau das ist hier doch das Thema oder ?

Grüße Lunas
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Universität München - Radioonkologie
Weiterbildungen
Aromatherapie
Praxisanleiter
U

UlrichFürst

@Lunas:
Ich bin nicht beleidigt. Ich fand den Beitrag nur ziemlich heftig - so provokant, dass ich überlegt habe ob es das überhaupt wert ist, darauf zu reagieren.

Das mit den Aktenzeichen dürfte Dir schwer fallen.
"Schwester" dürfen sich ausschliesslich Ordensschwestern oder Angehörige einer Schwesternschaft nennen !!!
Wirst Du damit nicht belegen können. Ich glaube einfach nicht, dass ein Gericht entschieden haben soll, dass sich meine Leibliche Schwester nicht so nennen darf...

Im übrigen, finde ich, hast Du doch gute Argumente, dieser Einstieg wäre gar nicht nötig gewesen.

Ich komme im Verlauf dieser langen Diskussion immer mehr dazu, dass ich mit meinem Namen angeredet werden möchte. Wie ich das schaffen soll ist mir allerdings noch völlig unklar. Mit vollem Namen und Berufsbezeichnung stelle ich mich nämlich schon seit langer Zeit vor, ohne dass das irgend etwas verändert.

V.a. bin ich mir unschlüssig wie das am Telefon aussehen soll:
"Klinikum hierzulande, Unfallchirurgie, Gesundheits- und Krankenpflege, mein Name ist Ulrich Fürst, was kann ich für sie tun?" (und ähnliche Konstrukte, wie sie in der Bürowelt teils verwendet werden) führen regelmäßig zu folgender Reaktion "Bin ich hier nicht in der Klinik?"

Könnte natürlich auch heißen, dass keiner erwartet, dass sich in einer Klinik jemand mit mehr als "Pfl Ulrich, Grüß Gott" meldet. :confused:

Ulrich Fürst
 
H

Holzhacker

Mitglied
Basis-Konto
27.07.2007
24145
Auch ich fühle mich durch die Anrede "Schwester" weder degradiert noch unprofessionell. Im Gegenteil, man tritt mir immer mit Respekt und Achtung entgegen.

"Bitte mehr "Selbstbewusstsein"!

Zwar ist das Personal in den vergangenen Jahren mächtig geschrumpft, aber die vielen Namen von den restlichen Kollegen zu behalten, verunsichert die Patienten, auch die jüngeren. Wer kann schon in der Eile die Namens"schildchen" lesen.

Zudem wird meine Anonymität nicht vollständig gewahrt. Ich arbeite in einer Kleinstadt, wohne aber in einem 15 km entfernten Dorf. Oft werde ich gefragt, ob ich mit dem oder dem verwandt bin, oder ob ich von hier oder dort kommen würde. In einer Grosstadt eher unwahrscheinlich.

Abgesehen von den vorab aufgeführten Meinungen, bin ich stolz, mich Schwester zu nennen.

Ich schliesse mich aber einigen Meinungen an, dass es viel wichtigere Dinge gibt, um die wir uns Gedanken machen müssen.

Holzhacker
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie
L

Lunas

Neues Mitglied
Basis-Konto
08.01.2008
81371
Hallo zusammen,

@ UlrichFürst:
Ich habe mich wohl nicht ganz ausreichend ausgedrückt... natürlich geht es nur um die "Schwestern" die sich im krankenhausbetrieb so nennen wollten, unter anderem auch auf allen öffentlichen Dokumenten so unterschreiben wollten. Mein Fehler. Ich bin an der Suche dran !
Provokation regt Diskussionen und fördert das Selbstverständnis und Bewusstsein ;-)

Auf meiner Station melden wir uns mit der Stationsbezeichnung, dem Nachnamen und einen einfachen Guten Tag (oder aber auch nicht), bei Anrufen von außen: Kommt noch die Klinik vor allem.

Ich gebe wohl allen Recht, daß es wichtigere Sachen gibt über die wir uns Gedanken machen müssen, allerdings ist hier ja dieses bestimmte Thema zur Diskussion gestellt oder ?

Ich kann übrigens nur als positives Beispiel geben:
Auf unserer Nachbarstation (Nchir.) lassen sich seit mehren Jahren alle Mitarbeiter nur noch mit dem Nachnamen ansprechen - und es wird von allen Seiten sehr sehr gut akzeptiert.
Der Erfolg dieser Station war einfach Teamwork - und alle waren gemeinsam überzeugt. Kein Patient hat dies als Distanz oder als fehlende Nähe interpretiert. Es kamen öfter Nachfragen, aber es wurde gut akzeptiert.
Weniger wohl seitens der Ärzte...

Die Schwester wird aussterben - die nachfolgende Generation wird nur noch aus Gesundheits - und Krankenpflegern bestehen, und es ist jetzt an uns die positive Konnotation, die mit dem Begriff Schwester verbunden wird auf die neue Berfusbezeichnung zu übertragen und zu modifizieren.

MfG
Lunas
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Universität München - Radioonkologie
Weiterbildungen
Aromatherapie
Praxisanleiter
L

Lisy

Hallo Luna,
eigenartig ist nur, das wir Altenpflegerinen trotz Namenschild immer als Schwester gerufen werden.
Die Schwester signalisiert doch oft nur, das der Patient/ Kunde nicht weis, wie soll er uns ansprechen.
Ich nehm mal eine Situation von meinem letzten KH Aufenthalt.
Ich durft nicht alleine aufstehen, mußte aber mal aufs WC.
Also klingle ich, die Gesundheitspflegerin steht in der Tür und fragt, was es gibt, wer geklingelt hat.
Ich ohne Brille kann den Namen nicht lesen! Was glaubst du wie ich sie angesprochen habe????
Sicher nicht mit Hey Alte kann deinen Namen nichr lesen muß aber mal
Sicher auch nicht Pflegerin ich muß mal
Nein ich hab ganz mit Respekt gesagt: Schwester, wenn es ihnen keine Umstände macht, ich hab da ein Bedürfniss.
Und ich hab keine Sekunde an ihrer Qualifikation gezweifelt. Nicht die Anrede machts, sondern die professionelle Taten.
Gruß Lisy
 
Borgi

Borgi

Aktives Mitglied
Basis-Konto
15.09.2006
86647
mmmhh.... also ich habe Ende der 80er mal gelernt, die Bezeichnung "Schwester" sei nicht geschützt, die könne jeder tragen und die Führung der Bezeichnung "Krankenschwester" bedarf besonderer Erlaubnis, ist geschützt (ich denke einige hier haben so eine Urkunde:thumbsup2:). Und ich denke nicht, dass sich daran was geändert hat.

Was soll das also mit dem AZ-Gesuche?

Verstehe ich nicht ganz:whistling

Etwas anderes verstehe ich auch nicht: ich bin jetzt in einem großen Haus neu eingestellt. Auf die Namensschilder wird weiterhin "Krankenschwester" gedruckt, während die "neuen" GuKs auch die neue Berufsbezeichnung erhalten.

Ist es nicht so, dass diese Bezeichnung jetzt für alle gilt? Oder habe ich etwas falsch verstanden?

LG Petra
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
U

UlrichFürst

@Lunas:
Im Prinzip hast Du Dich schon (ziemlich) klar ausgedrückt. Ich hab mich halt doch ein bischen provozieren lassen und konnte mir die Spitzfindigkeit meinerseits nicht verkneifen. Entschuldigung.

Wobei mich die Urteile tatsächlich interessieren, da in vorangegangenen Diskussionen so etwas nie erwähnt wurde. Ich könnte mir allerdings vorstellen, da es um Unterschriften geht, dass eine Unterschrift mit "Schwester XY" deshalb nicht zulässig ist, weil evtl. der Nachname fehlt und zweitens "Schwester" kein Titel ist und deshalb da einfach gar nicht hingehört. Ein geschützter Begriff ist es meines Wissens nach nicht.
Ich warte gespannt!

Und ja es gibt sicherlich wichtigere Themen. Deshalb würde ich aber nicht sagen, dass dieses Thema unwichtig ist. Wird auch häufig genug drüber diskutiert und muss anscheinend doch viele zum Nachdenken anregen.

Da ich der einzige im Team bin, der sich nicht (nur) mit Vornamen vorstellt, wird das bei mir wohl erfolglos bleiben (mit Außnahmen). Ich werde trotzdem dabei bleiben.

Das die (Kranken-) Schwester ausstirbt und es nur noch Gesundheits- und Krankenpfleger/innen gibt sollte früher passieren als durch das natürliche Ausscheiden aus dem Beruf. Da wir ja alle regelmäßig Fortbildungen besuchen (hüstel) dürfen wir uns nicht nur so nennen, sondern haben in naher Zukunft auch alle das gleiche Wissen und eine neue Einstellung zum Beruf (räusper).
Und ich denke dabei wird eine andere Anrede sicherlich helfen; einfach weil es einen nach außen hin sichtbaren Einschnitt gibt. Ich bin durch die alte Anrede nicht unprofessioneller, kann mich aber vielleicht leichter von alten Ritualen verabschieden, wenn ich mich auch nach außen hin sicht- ,äh, hörbar ändere.

Ulrich Fürst
 
L

Lunas

Neues Mitglied
Basis-Konto
08.01.2008
81371
Hallo,

inzwischen sollte auf alle Namensschilder die neue Berufsbezeichnung gedruckt werden.
Berufsangehörigen, die vor der Novellierung ihre Ausbildung abgeschlossen haben, haben jedoch das Recht weiterhin die alte Berufsbezeichnung zu tragen. Viele Träger der alten Berufsbezeichnung bestehen weiterhin auch darauf und sind sehr stolz Träger.
Es scheint die Angst also ziemlich groß zu sein etwas hergeben zu müssen, was für viele einen sehr hohen Stellenwert hat.
Ich kann das nicht so richtig nachvollziehen, denn mir ist es egal wie ich heiße - das verändert weder mein Ansehen noch die Qualität meiner Arbeit.
Ich finde eine Spaltung in die Kader Krankenschwester und Gesundheits- und Krankenpflegerin absolut nicht sinnvoll.

Adios
Lunas
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Universität München - Radioonkologie
Weiterbildungen
Aromatherapie
Praxisanleiter
U

UlrichFürst

Ich finde eine Spaltung in die Kader Krankenschwester und Gesundheits- und Krankenpflegerin absolut nicht sinnvoll.
Die findet ja de facto auch nicht statt, weil erstens die neuen GuKrPfl sich genauso "Schwester" nennen und zweitens die Bezeichnung GuKrPfl eh viel zu lang ist um sie auszusprechen.

Ulrich Fürst
 
N8schatten

N8schatten

Mitglied
Basis-Konto
15.12.2007
52064
Ganz ehrlich,
schon von Anfang an fand ich diese Bezeichnung
"Gesundheits-und Krankheitspfleger" sowas von schei*e!!!!
Sowas von danebn,
und hab gedacht, welcher Hirnie hat sich das denn nun wieder einfallen lassen...!!!:rolleyes:
Voll peinlich!
Da nenne ich mich- was die Berufsbezeichnung angeht- in Formularen
dann schon lieber "Krankenschwester"..... * brrrrrrr*

Obwohl,
wie weiter oben in nem Beitrag von mir schon gesagt,
am Telefon:
Station xy, Nachname
bei Patienten:
Nachname, ich bin der Nachtdienst, (alternativ "Pflegedienst")

Weiterhin steht auf unseren Dienstausweisen auch:

Vorname, Nachname,
Psychiatrie,
Pflegedienst

Das reicht, finde ich.

Ich bin aber niemandes Schwester, - außer die meines leiblichen Bruders,
noch würde ich mich so vorstellen.
Wenn allerdings der, insbes. älteren Generation ein "Schwester" rausrutscht,
dann juckt mich das nicht, denn die wenigsten behalten die Namen....

Aber alleine wegen dem historischen Background und der
damit verbundenen (katholisch-barmherzigen)
Adjektive lehne ich "Schwester" ab.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Uniklinik / Psychiatrie
H

Holzhacker

Mitglied
Basis-Konto
27.07.2007
24145
Mir ist die Anrede Schwester nicht heilig. M.E. behalten die Patienten und Bewohner die Namen des Personals aber besser. Auch glaube ich nicht, dass die Anrede altersabhängig ist und man sich an alten Zöpfen festhalten muss.
Die Titulierung Schwester nehmen gerne auch die frisch examinierten Gesundheitspflegerinnen an.

M.E sollte jeder frei entscheiden können, welche Anrede er wünscht.
Auf meinem Wohnbereicht redet man mich unterschiedlich an. Der ein Bew. mit Nachnahmen, der andere mit Schwester und wieder an anderer nur mit Vornamen. Bisher gab es aber keine Probleme hinsichtlich meiner Kompetenz bzw. meiner Proffessionalität.

Gruß Holzhacker
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Psychiatrie
L

Lunas

Neues Mitglied
Basis-Konto
08.01.2008
81371
Hallo zusammen,

Nochmal zusammenfassend:
Die gesetzliche Elaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung ist im Krankenpflegegesetzt §1 geregelt und nach Abschluss aller Prüfungsleistungen in ihrer Urkunde, welche Sie vom zuständigen Regierungspräsidium erhalten bestätigt. Der Begriff "Schwester" ist gesetzlich nicht geregelt, hier gibt es keine Erlaubnis und kein Verbot.

Keine Frau kann sich auf Grundlage einer gesetzlichen Regelung so qualitativ auszeichnen. Die Bezeichnung "Schwester" ist somit in proffesioneller Hinsicht keine Bezeichnung die im Rahmen einer nachvollziehbarer Unterschrift anzuwenden ist. Im Rahmen des Qualitätmanagment sollten bei den Stellenbeschreibungen auch die korrekte Berufbezeichnung benutzt werden.Wenn Sie auf Station eine Übersicht der Mitarbeiter aushängen ist auch hier die korrekte Berufsbezeichnung zu empfehlen.Den Begriff "Schwester" finden Sie natürlich im Zusammenhang mit Ordensfrauen und Schwesterschaften, dieses hat mit einer beruflichen Qualifikation in der Pflege nichts zu tun.

MfG
Lunas
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Fachgebiet
Universität München - Radioonkologie
Weiterbildungen
Aromatherapie
Praxisanleiter
H

Henriette

Mitglied
Basis-Konto
20.02.2006
Dresden
Ich werde seit 20 Jahren nun von Patienten mit "Schwester" und "Sie" angesprochen. Ich denke jeder der einmal Patient war, weiß daß man in vielen Situationen froh war etwas Nähe zu spüren und sich eben nicht erst lange Gedanken machen zu müssen wie ich diese Person ansprechen soll.
Ich haba mich auch immer als eine besondere Bezugsperson für Patienten gefühlt, ob das nun eine Schwester ist weiß ich nicht, aber ich denke für Patienten ist die Ansprache viel angenehmer.
Ich schließe mich auch vielen Vorrednern an die meinen das Streben nach Proffessionalisierung führe dazu, daß das Wesentliche in der Pflege immer mehr verloren geht. Wieviel Zeit für den Patienten verloren geht durch tausende Formulare schreiben oder durch Diskussionenunter dem Personal ob man nun mit "Frau" oder "Schwester" angesprochen wird, würde mich schon interessieren. Sollte man diese viele Zeit nicht dafür nutzen mal jemanden zuzuhören oder die Hand zu halten oder sich auch weiterzubilden?
Versteht mich nicht falsch, ich habe wirklich immer viel für meine "Proffesion" getan (mehrere Fachweiterbildungen, Ausbidung von Hospitanten etc.), aber
ich finde viele Neuerungen führen uns weg vom Patientenbett. Und dort gehören wir nun mal hin.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Anästhesie
U

UlrichFürst

Sollte man diese viele Zeit nicht dafür nutzen mal jemanden zuzuhören oder die Hand zu halten oder sich auch weiterzubilden?
Diese Diskussionen führe ich in meiner Freizeit. Vermutlich die meisten anderen auch. Und in dieser Zeit geht dem Patienten durch diese Diskussion sicher keine Zeit verloren.

Ulrich Fürst
 
S

stern3007

Aktives Mitglied
Basis-Konto
29.07.2005
Köln
Henriette du stehst nicht alleine da mit deiner Einstellung. Ich persönlich vermisse hier jegliches Verständnis für unsere Patienten. Für die meisten alten Mitmenschen ist es einfacher, uns mit dem Begriff Schwester und Vornamen zu bezeichnen.

Ich denke, jedem ist klar, dass ich hier nicht die 80 jährige Frau Meier von nebenan meine, die völlig klar im Kopf ist. Ich fühle mich überhaupt nicht unprofessionell, wenn ich nicht gegen die Bezeichnung Schwester dementiere.

Unprofessionell sind für mich die Leute, die es nicht schaffen, die richtige Distanz zu halten, nur weil sie geduzt oder mit Vornamen angeredet werden.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege
weissbrk

weissbrk

Unterstützer/in
Basis-Konto
07.03.2006
Münster
hm... Bevor ich auf dem Pflegeboard gestöbert habe, bin ich im Traum nicht auf die Idee gekommen, dass die Anrede "Schwester" für irgend jemanden negativ sein könnte... und solange das nicht in der Öffentlichkeit transparent wird, wird sich wohl auch nicht viel ändern.
Außerdem habe ich es als sehr angenehm empfunden, als Patientin eine -meiner Meinung nach- respektvolle Anrede benutzen zu können, ohne alle Namen zu wissen - besser als "Ehm, Hallo, bitte..." finde ich es allemal.
 
Qualifikation
Verwaltung
Fachgebiet
privat
MuuuHaaa

MuuuHaaa

Gesperrter Benutzeraccount
07.02.2007
0815
Qualifikation
Pointenkiller
Fachgebiet
Niemansland
Die Frèa

Die Frèa

Neues Mitglied
Basis-Konto
11.01.2008
29773
Hallo A.Hoffmann,
Du sprichst mir direkt aus der Seele! Und das aus dem Munde eines Mannes?!?!?! Ich kann mit gutem Gewissen sagen- diese Aussagen sind für mich doch noch ein Stern am Horizont! Seit 2 Jahrzehnten muß ich immer wieder gegen dieses besch... "Schwester" ankämpfen- stand oft allein auf weiter Flur- nie habe ich aufgegeben, aber immer wieder kommt das Thema: "Schwester" hoch. Mir persönlich ist es auch völlig unerklärlich, warum viele Jungschwestern sich mit voller Stolz am Telefon mit "Schwester sowieso" melden... gehe ich denn zum Einkaufen/oder auf die Bank und verwende ich gleich den Vornamen? Keine Distanz- kein Respekt- das ist Fakt! Tausend Beispiele könnte ich aufzählen, aber es kommt immer das Gleiche dabei heraus... Erst kürzlich erzählte eine Freundin mir folgende Begebenheit: Sie trat eine neue Stelle an- bei dem Bewerbungsgespräch sprach der Herr Heimleiter sie noch mit "Frau ..." an- eine Woche später- sie hatte ihren ersten Tag dort- begrüßte er sie mit "Miriam, komm rein, setz dich, ich habe hier ein paar Formulare, die wir noch bearbeiten müssen"...! :spinner: Hallo- was geht denn da ab??? Meine Freundin ist aber jetzt auch nicht völlig verblödet und schaltete total gut :thumbsup2: Sie sagte zu ihm: "Danke Markus, sehr freundlich von dir"... Das war das erste und letzte mal, daß sie von irgendeiner "Obrigkeit" mit Vornamen angesprochen wurde- zur Verwunderung und Kenntnisnahme der anderen Mitarbeiter/innen! Wenn man bedenkt, wie lange sich Unterdrückungsformen aus dem frühen Mittelalter noch bis heute halten- bewußt halten-, dann kann man/frau vor allem nur noch schreien...verzweifeln. Die Frage, wo fangen wir an, es zu verändern, drängt sich doch da massiv auf. Es hängt an der Anrede, es hängt an der Bezahlung- ja, leider sind wir einseitig gesteuert- nämlich patriachal! Krankenpflege/Altenpflege ist der typische "Frauenberuf- Der Hauptgrund weswegen wir völlig unterbezahlt werden! Es fängt immer mit der Respektierung des Menschen an- aber leider gibt es im (deutschen Sprachgebrauch)noch keine Menschin! Das ist ein Problem! Erst kürzlich wurde wieder in den Medien eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht- es ging um einen Staat in Mexico- dort wird die matriachale Regierung bevorzugt! Es leiden dort wenigere Kinder an Armut/Hunger als in "westlichen" Kulturen, die Männer sind auch nicht unzufrieden- im Gegenteil- es kam ihnen doch sehr suspekt vor, was da im Westen so abgeht! Von Bildung/Sozialem etc...
aber das sprengt jetzt vielleicht doch den Rahmen- oder auch nicht...
auf jeden Fall freute sich mein Herz und meine Seele sehr, deine Zeilen zu lesen :eek:riginal:
es läßt Hoffnung aufkommen...
liebe Grüße
:wink: Frèa
 
Qualifikation
Krankenschwester /Heilpraktikerin
Fachgebiet
Hospiz / Selbständig
L

Lisy

Hallo Frea,
interessant, das du alls Gegnerin der Bezeichnung Schwester von Jungschwestern sprichst.
Auch der Gedankenansatz das die "Obrigkeit" das du alls Herabwertung benützt ist für mich fraglich. Bei uns im Dienst dutzen sich alle Mitarbeiter, wird jemand mit Sie angeprochen ist das eine Ausgrenzung.
Wir sind auch mit unseren Hausärzten per Du, was unseren Kunden sehr mögen.
Und mal ganz ehrlich, ist nicht jeder ein bischen Stolz, wenn er mit vermeintlichen Promis auf Du ist?
Und nochmal die Bezeichnung Schwester tut nicht weh, sie qualifiziert auch nicht herab.
Ich weiß nicht, hab ich leider nie gezählt, wie oft jemand gesagt meine Schwester XY hat aber gesagt tut mir nicht gut, also lass ich es.
Klar ist, das wir in unserem Dienst nie uns als Schwester XY vorstellen, aber wenn jemand uns Schwester nennt, ist das auch kein Problem.
In der ambulanten Pflege, zumindest bei uns, wird so wenigstens deutlich, wer einen Wunsch hat. Nicht die Nachbarin will eine bestimmte Wundversorgung, sondern der Pflegedienst.

Gruß Lisy
 
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