Ich suche Rat und jemanden zum reden...

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S

SonjaM

hallo zusammen,

mein name ist sonja und ich bin 25 jahre alt....

ich weiss gar nicht, ob ich hier überhaupt richtig bin....aber ich suche rat und jemanden zum reden....um was es eigentlich geht? nun ja, seit einigen jahren ist meine mutter psychisch erkrankt - "alkoholmissbrauch u. deppressionen".... die grundursache, liegt lt. ärzten u. therapeuten, in der zwangskrankheit. was dazu geführt hat, das sie seit 1999, immer wieder alkohol missbraucht hat, um den zwängen zu entkommen. sie immer u. immer wieder in kliniken zur be-handlung war u. schon verschieden therapien versucht hat. aber auch wenn sie nach einem halb-jährigen klinik aufenthalt, gesundet erschien...fing nach einiger zeit alles wieder von vorne an.

meine familie und mich belastet das alles sehr...und wir wissen einfach keinen rat/ausweg mehr. derzeit befindet sie sich erneut in einer klinik. wird aller-dings dort nicht "richtig" behandelt, sondern "nur" mit medikamenten "ruhig" gestellt (damit die zwänge wohl erträglicher sind od. so) meine schwester u. ich haben sie kürzlich dort besucht. ihr geht es sehr schlecht...sie hat jeg-lichen lebensmut verlorgen u. weiss nicht, wie sie zu hause weiterleben soll.

heute habe ich erfahren, das sie voraussichtlich anfang april wieder nach hause kommen soll. aber was dann!? weder meine grosseltern, mein vater noch meine schwester u. ich wissen, was wir tun könne u. wie damit umge-hen....

vielleicht kennt sich jemand mit solch einer situation aus - hat sowas ähnliches erlebt...mit dem ich reden könnte? der mir bzw. uns einen rat geben könnte, was wir tun können!? welche möglichkeiten der hilfe es noch geben könnte od. wie man damit am besten lernt umzugehen???

ich weiss es nicht. derzeit ist meine art damit umzugehen, meine mutter aus meinem leben zu entbinden....sie möglichst fern von mir zu halten. aber ich kann mich nicht davor verstecken. und jetzt, da sie nach hause kommen wird u. es uns alle betrifft, weiss ich nicht mehr wie ich damit umgehen soll.... meine therapeutin damals hat zu mir gesagt, ich sollte lernen mich abzugren-zen. mich nicht verantwortlich für ihr leben zu fühlen - doch meine grossel-tern/meine schwester...sagen ich wäre grausam, sie ist u. bleibt meine mutter u. sie sie krank.

was ist denn nun das richtige!?

vielen dank fürs "zuhören" ....
über antworten od. PN würde ich mich freuen.

viele grüsse,
sonja
 
S

soi

Neues Mitglied
Basis-Konto
14.01.2005
80000
Hallo Sonja,
ich arbeite seit 10 jahren in der psychiatrie und momentan auf einer station mit etwas "alternativen" konzept.
als erstes möchte ich dir und deiner familie raten euch eine angehörigengruppe zu suchen, in welcher sich ebenso betroffene angehörige von zwangserkrankungen befinden und möglichst auch ein "profesioneller" mit dabei ist bzw. dies leitet. in einer guten angehörigengruppe kann man auch viele tips uind möglichkeiten zur hilfe im umgang mitnehmen und was auch wichtig ist es entlastet die angehörigen.
sich "rar machen" ist für deine mutter sicher nicht gut, den die familie gibt einem psychisch kranken menschen sehr viel halt. allerdings sollte man die eigenen grenzen dabei nicht aus dem auge verlieren und dies dann offen dem betroffenem sagen (ohne "nette" ausreden zu finden- ehrlich sein).
zu deiner einstellung bzgl. der aktuellen kliniksituation, ich weis ja nicht in was für einer klinik deine mutter ist- jedoch glaube ich nicht das sie massiv ruhiggestellt werden soll durch medikamente. was sagt denn deine mutter selbst dazu? wie fühlt sie sich mit den medikamenten?
war den deine mutter nach den klinikaufenthalten weiter in therapie? dies wäre wichtig, den ein klinikaufenthalt ist der erste teil bei einem psychisch kranken menschen, wichtig ist auch die regelmäßige therapeutische versorgung danach, welche wesentlich länger dauert.
allgemein gesehen, ist es oft bei psychisch kranken so dass alkohol(oft auch anderweitige drogen) eingesetzt wird um das "quälende" nicht zu spüren bzw zu betäuben, entkommen wie du es schreibst kann man dem trotzdessen nicht- das problem bleibt bestehen- es wird ja auch nicht bearbeitet.
du kannst auch mal unter www.zwaenge.de schauen, die können sicher adressen in deinem umkreis vermitteln.

 
Qualifikation
ks
Fachgebiet
psychiatrie
P

pittibiest

Mitglied
Basis-Konto
12.12.2002
15831
Hallo sonja,

ich arbeite seit 19 jahren in der psychiatrie und wir haben bei uns eine einrichtung die nennt sich angehörigenvisite, die findet alle zwei wochen statt.
jeder patient oder angehörige der will kann sich einen termin geben lassen, da sitzen dann patient angehörige, arzt, sozialarbeiterin und bezugsschwester zusammen und besprechen den gegenwärtigen zustand, ziele und vorstellungen des aufenthalts und der zeit danach. auch ist es möglich gesprächstermine mit dem arzt zu vereinbaren wenn der patient einverstanden ist, diese finden dann nach dessen ( patienten) wunsch mit oder ohne den patienten statt.
Vieleicht ist das ja bei euch auch möglich?

Auch ich rate dir dringend dazu eine angehörigengruppe zu besuchen, am besten mit dem rest der familie zusammen. Da deine mutter auch ein alkoholproblem hat wäret ihr bei alanon gut aufgehoben, oder bei den guttemplern, da die sehr familienorientiert arbeiten.
http://www.al-anon.de/
http://www.guttempler.de/
du kannst dir auch mal diese seite ansehen, da steht gleich auf der seite die sich öffnet ganz viel über zwänge
http://www.surfertreff.de/psycho/portal/Content-pa-showpage-pid-14.html

ich wünsche dir und deiner familie viel kraft

petra
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester für Psychiatrie
Fachgebiet
Psychiatrie / Entgiftung.....Berliner Krisendienst
S

SonjaM

Themenstarter/in
liebe soi....
liebe petra...

ich danke euch für eure ratschläge u. werde mir diese web-seiten mal anschauen. ausserdem mit meiner familie über eure vorschläge sprechen.

liebe grüsse,
sonja
 
R

Rotraud

Neues Mitglied
Basis-Konto
16.03.2006
23701
Hallo Sonja,
aus meiner Arbeit mit Patienten mit solchen oder ähnlichen Erkrankungen kann ich Deiner Therapeutin nur zustimmen.Du bist nicht für Deine Mutter verantwortlich. Sie ist erwachsen und muß lernen ihr Leben eingenverantwortlich zu führen. Scheinbar ist bei ihr der Leidensdruck noch nicht groß genug, sonst würde sie ernsthaft an sich arbeiten und nicht auf diese Art und Weise ihre gesamte Familie an sich binden. Auch soetwas ist eine Art von Mißbrauch (emotionaler Mißbrauch ). Grenze Dich ab und lebe Dein Leben ohne schlechtes Gewissen. Wenn Du siehst das Deine Mutter bereit ist ihr Leben zu ändern, dann denke ich bist Du sicher auch bereit sie zu unterstützen.
L.G.Rotraud
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Psychosomatik
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05.07.2001
www.pflegeboard.de
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