Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

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carowill

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Hallo alle zusammen!
Ich bin Produktdesignstudentin und stehe kurz vor meiner Bachelorarbeit. Der Bereich der Medizintechnik interessiert mich dabei sehr und ich würde gerne so ein Gerät zum Thema meiner Arbeit machen. Dafür brauche ich eure Meinung, da ich zuallererst natürlich wissen muss, mit welchen Produkten ihr unzufrieden seid oder Probleme habt, damit ich diese optimieren kann. Ihr seid schließlich diejenigen, die die Geräte im Endeffekt bedienen müssen und daher ist eure Meinung zu diesem Thema unentbehrlich. Ich habe dazu einen kleinen Fragenkatalog erstellt, der als kleiner Leitfaden dienen kann. Fühlt euch trotzdem frei, alles rauszulassen, das euch einfällt bzw. das euch stört.

1. Wie gestaltet sich euer Tages-/Arbeitsablauf?
2. Mit welchen Geräten/Produkten haben Sie zu tun?
- Gibt es Geräte, die Sie hauptsächlich benutzen?
3. Gibt es bei dem Gebrauch Probleme/Schwierigkeiten?
4. Haben Sie mit der Handhabung Probleme oder mit der Bedienung?
5. Haben Sie durch Ihre Arbeit körperliche Beschwerden?
6. Ergeben sich Probleme für Patienten durch nicht anpassbare Produkte/nicht spezifische Produkte?
7. Über welche Produkte beschweren sich Ihre Patienten?
8. Welche Geräte müssen Ihrer Meinung nach überarbeitet/optimiert werden?
9. Haben Sie Verbesserungsvorschläge?
10. In welche Produkte wird Geld investiert?
11. Welche Produkte werden regelmäßig angeschafft/erneuert?
12. Von welchen Marken sind Ihre Medizingeräte?
13. Anmerkungen

Ich hoffe auf eine rege Beteiligung. Vielen Dank im Voraus! :eek:
 
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Benzodiazepin

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Du solltest deinen Fragenkatalog etwas schlanker gestalten. Alleine mit der ersten Frage könnte man mehrere Seiten füllen. Was hat zudem in Zusammenhang mit Frage 1 die Information, dass die Bewohner bspw. um 8 Uhr frühstücken, mit dem Rest der Fragen bzw. Produktgestaltung zu tun?
 
Qualifikation
Altenpfleger, Wundexperte ICW, Pflegemanager B.A.
Fachgebiet
QMB
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carowill

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Wie gesagt, der Fragenkatalog dient nur zur Orientierung! Ihr müsst euch gar nicht daran halten. Man kann sich auch nur ein paar Fragen herausfiltern und diese beantworten oder frei von der Leber weg erzählen!
Frage 1 hat insofern mit Produktgestaltung zu tun, als dass ich als Produktdesignerin auch Konzepte vorstellen kann. Aber dazu muss ich erst einmal wissen, wo Probleme oder Unzufriedenheiten sind, wo Abläufe logisch oder mit Störfaktoren ablaufen. Es geht darum Probleme zu lösen, Effizienz und die Zufriedenheit zu steigern und dabei bin ich nicht an ein "bloßes" Produkt gebunden.
 
Qualifikation
Studentin
Fachgebiet
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Ameise

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AW: Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

Hallo Carowill,

da ich selbst kurz vor dem Schreiben der Bachelorarbeit stehe muss ich hier meinen Senf mal dazu geben.

1. Ich finde Deine Fragestellung auch sehr merkwürdig und nicht zielführend (und für eine Bachelorarbeit auch nicht anwendbar weil es für Fragekataloge genaue Defintionen gibt an die man sich halten muss - sonst nicht evident!)
2. Als Anwender von Medizintechnik kann ich zum Thema zwar viel Sagen, habe aber (auch) schon bei Frage eins gedacht - Was hat das mit Geräten und Produktdesign zu tun?

Konzeptionelles Arbeit finde ich persönlich sehr gut und um
Probleme zu lösen, Effizienz und die Zufriedenheit zu steigern
eine Frage nach Arbeitsabläufen so in den Raum zu werfen - naja.

Du kannst mich jetzt gern mit Schmutz bewerfen oder beschimpfen, aber überleg erst mal richtig was Du mit Deinem Projekt willst. Das müsstet Du ja am Anfang Deines Studiums gemeinsam mit deinem Projektbetreuer festgelegt haben und nicht kurz vor dem Schreiben damit anfangen.

Also ich finde diesen Fragenkatalog merkwürdig und das ist meine absolut persönliche Meinung.

Grüße von der Ameise
 
Qualifikation
HFK
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gGmbH
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carowill

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AW: Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

Also ehrlich gesagt, verstehe ich das Problem nicht und ich glaube, dass ihr die Bachelorarbeit im Bereich Produktdesign mit einer vierzigseitigen wissenschaftlichen Analyse, die in anderen Studiengängen gefordert wird, verwechselt.

Wenn euch der "Fragenkatalog" so irritiert, vor allem Frage 1, dann lasst ihn außen vor und berichtet einfach von euren Erfahrungen. Ich denke, ihr habt wohl verstanden, worauf ich hinaus will. Und im Endeffekt müsst ihr das auch gar nicht bewerten oder euch fragen, wie denn die Frage nach dem Tages-/Arbeitsablauf mit Medizingeräten zusammenpasst. Dafür bin ich ja da! ;)

Ich werde dich auch nicht mit Schmutz bewerfen oder beschimpfen, aber ich verstehe einfach nicht, warum diese Bewertung eurerseits hier nötig ist. Ich brauche Informationen zu den Abläufen im KH, was die Benutzung von Medizingeräeten für mich einschließt und da habt ihr bestimmt Erfahrungen gemacht, euch schon mal geärgert oder sogar Probleme mit bestimmten Dingen.

Ich brauche auch keine Belehrung, wie man denn an eine Bachelorarbeit herangeht. ;) Ich habe weder angefangen zu "schreiben", noch ein Thema festgelegt. Im Moment bin ich in der Phase, in der man sich für mögliche Problemstellungen interessiert, um daraus ein Thema bzw. eine präzisierte Aufgabenstellung zu generieren.

Ich habe auch vorher in dem Forum herumgestöbert, ob es nicht eventuell schon Berichte zu Problemen/Schwierigkeiten mit Geräten usw. gibt und habe da nur einen Eintrag von einem Produktdesigner gefunden, der ähnlich wie ich, einfach ein paar Fragen in den Raum geworfen hat. Nur da wurden einfach eigene Erfahrungen beigesteuert und nicht seine Fragen bewertet oder seine Herangehensweise kritisiert. ;)

Also, ich würde mich über Feedback sehr freuen. Denn wer kennt sich besser mit den Problemen der Geräte oder mit ineffienzten Abläufen aus als ihr, die, die alltäglich damit umgehen müssen.

Ich kann nur hoffen, dass sich trotzdem jemand findet, der Lust hat mir von seinen Erfahrungen zu erzählen.

Viele Grüße.
 
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AW: Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

Moderne Technik macht zu viel Lärm. Genrell und nicht nur im Krankenhaus.

Der Wahnsinn von Geräte-Konstrukteuren und Programmieren gipfelt in einer Flut von unnötigen Piepstönen und Alarmen die kein Mensch braucht. Beispiele:

1 Tastenklick bei allen möglichen Geräten
2. Lauter schriller Ton beim Einschalten des Gerätes zur Signalisierung dass das Gerät eingeschaltet ist / Selbsttest durchführt (mein neueste Lieblingsbeispiel ein O2 Konzentrator... Höllenlärm) ein dezenter Ton tut es auch
3. mehrfach Piepstöne aller Varianten für untergeordnete Informationen.
4. Alrame die sich nicht ausschalten lassen. Mein Lieblingsbeispiel Engström Healthcare Beatmungsgerät. Man steht daneben drückt die durchgestrichene Glocke (bei ALLEN anderen Gräten schaltet das ALLE Alarme für 2-3 Min komplett stumm) nicht so dort da wird weiter in übelster Lautstärke alarmiert. Folge Nummer 1: der Patient wird massiv gestresst und ist bei entsprechender Atmungsproblematik hundertfach am Tag diesen Alarmen ausgesetzt immer wieder auch minutenlang weil sich das nicht wirklich stummstellen lässte - diese Geräruchkuslisse findet in der Regel direkt neben oder über dem Kopf statt und wird sicherlich nicht zur Genesung stattfinden. Folge Nummer zwei: Statt für Sicherheit zu sorgen führt dieser Overkill von Alarmen dazu, dass die Menschen die dort arbeiten nicht mehr auf Alarme reagieren - weil der Kollege bestimmt vor Ort ist nunc nur absaugt, lagert oder sonstwas.

5. Alarme ohne Zeitverzögerungen (Monitore) insbesondere Sättigungsalarme die SOFORT und unmittelbar losschreien, wenn der Clip auch nur eine Sekunde keinen Wert angibt. DAS kommt aber häufig vor ohne dass irgendetwas vorliegt - es reicht unter Umständen, dass der Finger bewegt wird OHNE dass der Clip abrutscht, kurze Zeit später ist ohne Intervention das Signal wieder da - ich wünsche mir dort Karenzzeiten, denn auf diese 1 Sekunde kommt es NIE an.

6. Unsinnige Notwenigkeit jeden Furz zu bestätigen in Menüs von Beatmungsgeräten, Perfusoren, Infusiomaten, Dialysegeräten.

7. Braun Perfusoren und Infusomaten der neuesten Generation - technische Spielerei mit Motorgetriebenen Antrieben (Perfusor) und motorbetriebenen Türen (Infusomat) Elender Zeitfresser, dauert 5-10 mal so lang wie eine mechanische Klappe. Zudem muss ich beim Infusiomaten, nachdem ich dich die Türauf-Taste gedrückt haben auch noch bestätigen, dass ich die Tür auf machen will. Ich warte noch drauf, dass meine Haustür auch so einen Quark bestätigt haben will. Möchtest du wirklich das Haus verlassen???
Persfusor führt bei Katecholaminen dazu, dass man generell zwei von den Dingern braucht, weil das dumme Motorgeriebene Ding einfach zu langsam ist als dass man eine Spritze mal schnell wechseln könnte wie man mechanisch den Vortrieb zurückziehen könnte.

8. Komplizierte Menüführungen - oder gar noch LEDs mit Fehlermeldungen die da A17 lauten oder E301 und das in Zeiten in denen Displays nen Appel und ein Ei kosten (Genius von Fresenius) was dazu führt, dass ich um das Gerät herumlaufen muss um hinten in einer winzigen Tabelle zu suchen was der Fehler jetzt bedeutet (wie im letzten Jahrtausend) - was dazu führt, dass ich das Licht anmachen muss (nachts) weil meine Augen nicht mehr so gut sind, dass ich das im Dunkeln lesen kann - was dazu führt, dass bis ich weiß welches Problem ich beheben muss, die Alarmunterdrückung schon wieder aufgehoben ist und das Ding erneut einen Höllenlärm macht.

Ich würde mir einfach wünschen, dass die Firmen mal ein paar Praktiker ins Boot holen - jemand der weiß wie gearbeitet wird statt solche die tolle Ideen haben wie man das noch sicherer und noch schöner machen kann. Es gibt verdammt gute Neuerungen aber auch einen Haufen technischer Spielerei, die niemanden erfreut außer dem der sie erfunden hat und die Nerds die jede technische Spielerei toll finden.

Die Fragen oben sind mir zu umfassend - da brauche ich dann Tage um die zu beantworten. Meine Erfahrungen entstammen der Intensivstation.

Und erfindet mal ein paar ganz banale Dinge: z.B. Halterungen mit Flügelschrauben (Perfusoren / Infusomaten) die man einfach auf und zu bekommt ohne dass die Hände weh tun.
Oberflächen die nicht nur optisch toll und im Firmen-Corporate-Farben sind - sondern keine unzugänglichen Ecken und Rillen haben in denen sich der Schmodder festsetzt (einfache Reinigung ohne mit Q-Tipps rumzuwurschteln wäre doch mal was)
Deutliche Unterschiede in den Alarmtönen unterschiedlicher Gerätegruppen - z.B: Infusiomaten /Perufosren. Beim Infusomat ist es meist nicht soooo eilig wenn der leer ist - beim Perfusor kann das lebensbedrohlich sein. Noch schöner wären hier Vereinheitlichungen unter den Geräteherstellern - denn auf vielen Stationen werden mehrere Sorten betrieben.

Beatmungsgeräte: 2-3 Varianten an Alarmfamilien. Auf einer Station mit 20 Beamtungsbetten und 20 Evitas dudelt es halt immer irgendwo... kann dauern is man das gefunden hat. Es wäre zumindest mal einen Versuch wert ob man nicht einmal "di di da" einmal "di di da" 3 Töne höher und einmal "da da du"
anbieten kann - könnte ja individuell wieder ausschaltbar sein, dass man das ändern kann. In Zeiten von Smartphones kann es doch nicht sein. dass Medizingeräte nicht "Atemlos durch die Nacht" spielen können für ein tiefes Minutenvolumen (war ein Scherz)

Ideen hätte ich viele - vielleicht kannst du damit was anfangen.

Ich kenne jedenfalls einen Haufen Geräte die ich regelmäßig gerne an die Wand werfen würde weil sie meine Arbeit BEHINDERN
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
Fachgebiet
Freiberufler, Intensiv und Anästhesie
Weiterbildungen
abgebrochenes Studium von anno dunnemal, FWB Anästhesie und Intensiv, FWB Stationsleitung, Peer Toutoring Kinaesthetics,
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AW: Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

Ich kann mich den Hinweisen auf Lärm und unnötige Alarme nur anschließen! Sowohl Mitarbeiter als auch Patienten werden durch das dauernde Piepsen zuerst paranoid und irgendwann apathisch.
Auch Laufgeräusche von hoch dosiert laufenden Infusionspumpen können in der Summe wirklich nerven!

Das mit den unsäglichen "Drecksammelrillen" in Gerätegehäusen kann ich auch nur unterschreiben!

Es wäre auch schön, wenn Netzteile und Stromkabel den Namen des dazu gehörigen Gerätes tragen würden. Es passiert, dass mehrere unterschiedliche Geräte mit optisch sehr ähnlichen Netzteilen gleichzeitig abgebaut und zur Reinigung "zerlegt" werden... dann passiert irgendweine Störung, der Mitarbeiter muss weg... irgendwer bringt die Sachen durcheinander und später muss man mühevoll die Anschlusswerte der Netzteile mit den Werten aus dem Handbuch vergleichen, um die Netzteile wieder korrekt den Geräten zuzuordnen...

Rollstühle für den ambulanten Bereich: Sitzflächen und Polster, die ohne großen Aufwand entfernt und in der Waschmaschine oder zumindest in der Wanne eingeweicht und gewaschen werden können. Man trifft im ambulanten Bereich oft auf Rollstühle, deren Sitzflächen und Polster den Schweiß und die Ausscheidungen von Jahren gespeichert haben und sich nicht zur Reinigung entfernen lassen.
Fußstützen von teuren Spezialrollstühlen lassen sich oft nur mit Hilfe eines Inbus-Schlüssels sicher und fest fixieren, weil die über die Schrauben gesetzten Griffräder aus zu weichem Kunststoff sind und "durchdrehen"...

Toilettenstühle: Bitte mit Sitzflächen, deren Kunststoff sich durch Kontakt mit Urin, Stuhl und desinfizierenden Reinigungsmittel nicht gelb-braun verfärben.

Das waren meine spontanen Ideen... wenn mir noch etwas einfällt, schreib ich weiter!

Grüsskes

Flybee
 
Qualifikation
Qualitätsmanager im Gesundheitswesen
Fachgebiet
Gemeinnütziger Träger von Pflegeeinrichtungen
Weiterbildungen
Qualitätsmanager (TÜV) Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie Teamleiter Call Center (IHK)
Studium
Gesundheits- und Sozialökonom (VWA)
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mary_jane

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AW: Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

4. Alrame die sich nicht ausschalten lassen. Mein Lieblingsbeispiel Engström Healthcare Beatmungsgerät. Man steht daneben drückt die durchgestrichene Glocke (bei ALLEN anderen Gräten schaltet das ALLE Alarme für 2-3 Min komplett stumm) nicht so dort da wird weiter in übelster Lautstärke alarmiert. Folge Nummer 1: der Patient wird massiv gestresst und ist bei entsprechender Atmungsproblematik hundertfach am Tag diesen Alarmen ausgesetzt immer wieder auch minutenlang weil sich das nicht wirklich stummstellen lässte - diese Geräruchkuslisse findet in der Regel direkt neben oder über dem Kopf statt und wird sicherlich nicht zur Genesung stattfinden. Folge Nummer zwei: Statt für Sicherheit zu sorgen führt dieser Overkill von Alarmen dazu, dass die Menschen die dort arbeiten nicht mehr auf Alarme reagieren - weil der Kollege bestimmt vor Ort ist nunc nur absaugt, lagert oder sonstwas.
:laughing::heul:
Ich wusste sofort ohne den Herstellernamen zu lesen, dass du diesen furchtbaren Respirator meinst.
Unsere Oberärzte stehen ziemlich auf den, so dass wir leider vier davon besitzen. Vorteil ist wohl die eingebaute kontinuierliche Kalorimetrie, was die anderen wohl noch nicht können, oder wohl auch nicht so preiswert.

An sich finde ich es problematisch viele Geräte für den gleichen Zweck zu haben, die aber dann von verschiedenen Herstellern sind. Gut, dass kann die TE nicht ändern. Ich frag mich jedoch wieso bei neuen/anderen Produkten Parameter/Modi und Funktionen völlig neue Namen brauchen. Wie darf sowas sein? Im Auto werden ja auch die gleichen Bezeichnungen und Einheiten gewählt.

Geräuschkulisse ist es ein Riesenthema. Gerade auf Intensivstation ist es gefühlt oft lauter als am Flughafen.

Ich schließe mich Leaving und ihren Ausführungen an. Arbeite im selben Arbeitsbereich.
Aber nochmal etwas geordnet zu den Fragen.

1. Sprengt den Rahmen. Kurz: Übergabe, Platzcheck, Patientencheck, mind. stündlich Kontrolle Bilanz, bei uns auch Neuro, Vigilanz, Medikation (Gabe und Überprüfen), Körperpflege, Verbandswechsel, dazwischen Blutgasanalysen (ca. 2/Schicht), evtl. Transporte in Diagnostik ausserhallb oder OP, bzw. Vorbereitung für Transporte (dauert unter Umständen schon mal 15 Minuten mit allen nötigen Geräten, Schläuchen und Kabeln schon mal ne Zeit, die Station verlassen zu können), Visite, Reagieren auf Zwischenfälle,..... wie gesagt sprengt den Rahmen und hilft dir als Laie so nicht viel

2. Hier vergesse ich sicher die Hälfte:
Türöffner; Zentralmonitor; Blutgasgerät; Warm-Touch; Kühlgeräte; Überwachungsmonitor mit EKG, Pulsoxy, Temperatur, art. Blutdruckmessung, ICP-Messung, ZVD; Infusomaten, Perfusoren, Respiratoren (mobile und am Bett), Genius, Ecmo, BIS, Deckenlifter, Ernährungspumpen, Licoxmonitor, Telefon, PC für Doku.... und bestimmt noch viel mehr

3. Türöffner funktioniert mit einer Fernbedienung. Oft öffnet sich das Tor jedoch nur, wenn man nicht zu nah oder fern steht. Mir kommt die Spanne sehr klein vor. Ist blöd, wenn man im Sauseschritt auf Station will um den Patienten zu stabilisieren und die Tür reagiert nicht.

Ernährungspumpen sind oft für meinen Geschmack viel zu luftsensibel. Teilweise gibt es schon Luftalarm, wenn die Nahrung sehr hell ist. Klar sollte auch in den Magen nicht ohne Ende Luft gepumpt werden, aber es sollte doch weniger sensibel eingestellt sein als bei einem Infusomaten.

Elektrische Öffnermechanismen bei Perfusoren und Infusomaten verlangsamen das Wechseln eher als zu erleichtern! Bei manchen Medikamenten ist das fatal! Die Teile sollten so aufgebaut werden, dass ein Wechsel schnell und reibungslos möglich ist. Am besten sollte man sich das mal anschauen vor Ort!

Nachtmodus bei allen Geräte mit Display. Leider noch nicht überall vorhanden. Wenn wir endlich mal das Licht ausschalten in den Zimmern, ist es trotzdem hell erleuchtet wie an Weihnachten.

Das ist mir jetzt ganz spontan eingefallen. Gibt sicher noch mehr. Ich empfehle auch hier mehr mit den Anwendern zusammen zu arbeiten. Wie wäre es mit ner Bachelorarbeit über die Kooperation mit den Anwendern und wie diese helfen und einbezogen werden können?:smile:

Wünsch dir jedenfalls viel Erfolg!
 
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Gesundheits-und Krankenpflegerin/Studentin
Fachgebiet
chirurg. ITS
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Christian Kröhl

Christian Kröhl

Administrator
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AW: Ich brauche eure Meinung! - Ein kleines Interview

Der Wahnsinn von Geräte-Konstrukteuren und Programmieren gipfelt in einer Flut von unnötigen Piepstönen und Alarmen die kein Mensch braucht. Beispiele:

1 Tastenklick bei allen möglichen Geräten
2. Lauter schriller Ton beim Einschalten des Gerätes zur Signalisierung dass das Gerät eingeschaltet ist / Selbsttest durchführt (mein neueste Lieblingsbeispiel ein O2 Konzentrator... Höllenlärm) ein dezenter Ton tut es auch
3. mehrfach Piepstöne aller Varianten für untergeordnete Informationen.
4. Alrame die sich nicht ausschalten lassen. Mein Lieblingsbeispiel Engström Healthcare Beatmungsgerät. Man steht daneben drückt die durchgestrichene Glocke (bei ALLEN anderen Gräten schaltet das ALLE Alarme für 2-3 Min komplett stumm) nicht so dort da wird weiter in übelster Lautstärke alarmiert. Folge Nummer 1: der Patient wird massiv gestresst und ist bei entsprechender Atmungsproblematik hundertfach am Tag diesen Alarmen ausgesetzt immer wieder auch minutenlang weil sich das nicht wirklich stummstellen lässte - diese Geräruchkuslisse findet in der Regel direkt neben oder über dem Kopf statt und wird sicherlich nicht zur Genesung stattfinden. Folge Nummer zwei: Statt für Sicherheit zu sorgen führt dieser Overkill von Alarmen dazu, dass die Menschen die dort arbeiten nicht mehr auf Alarme reagieren - weil der Kollege bestimmt vor Ort ist nunc nur absaugt, lagert oder sonstwas.

5. Alarme ohne Zeitverzögerungen (Monitore) insbesondere Sättigungsalarme die SOFORT und unmittelbar losschreien, wenn der Clip auch nur eine Sekunde keinen Wert angibt. DAS kommt aber häufig vor ohne dass irgendetwas vorliegt - es reicht unter Umständen, dass der Finger bewegt wird OHNE dass der Clip abrutscht, kurze Zeit später ist ohne Intervention das Signal wieder da - ich wünsche mir dort Karenzzeiten, denn auf diese 1 Sekunde kommt es NIE an.

6. Unsinnige Notwenigkeit jeden Furz zu bestätigen in Menüs von Beatmungsgeräten, Perfusoren, Infusiomaten, Dialysegeräten.

7. Braun Perfusoren und Infusomaten der neuesten Generation - technische Spielerei mit Motorgetriebenen Antrieben (Perfusor) und motorbetriebenen Türen (Infusomat) Elender Zeitfresser, dauert 5-10 mal so lang wie eine mechanische Klappe. Zudem muss ich beim Infusiomaten, nachdem ich dich die Türauf-Taste gedrückt haben auch noch bestätigen, dass ich die Tür auf machen will. Ich warte noch drauf, dass meine Haustür auch so einen Quark bestätigt haben will. Möchtest du wirklich das Haus verlassen???
Persfusor führt bei Katecholaminen dazu, dass man generell zwei von den Dingern braucht, weil das dumme Motorgeriebene Ding einfach zu langsam ist als dass man eine Spritze mal schnell wechseln könnte wie man mechanisch den Vortrieb zurückziehen könnte.

8. Komplizierte Menüführungen - oder gar noch LEDs mit Fehlermeldungen die da A17 lauten oder E301 und das in Zeiten in denen Displays nen Appel und ein Ei kosten (Genius von Fresenius) was dazu führt, dass ich um das Gerät herumlaufen muss um hinten in einer winzigen Tabelle zu suchen was der Fehler jetzt bedeutet (wie im letzten Jahrtausend) - was dazu führt, dass ich das Licht anmachen muss (nachts) weil meine Augen nicht mehr so gut sind, dass ich das im Dunkeln lesen kann - was dazu führt, dass bis ich weiß welches Problem ich beheben muss, die Alarmunterdrückung schon wieder aufgehoben ist und das Ding erneut einen Höllenlärm macht.

Ich würde mir einfach wünschen, dass die Firmen mal ein paar Praktiker ins Boot holen - jemand der weiß wie gearbeitet wird statt solche die tolle Ideen haben wie man das noch sicherer und noch schöner machen kann. Es gibt verdammt gute Neuerungen aber auch einen Haufen technischer Spielerei, die niemanden erfreut außer dem der sie erfunden hat und die Nerds die jede technische Spielerei toll finden.

Die Fragen oben sind mir zu umfassend - da brauche ich dann Tage um die zu beantworten. Meine Erfahrungen entstammen der Intensivstation.

Und erfindet mal ein paar ganz banale Dinge: z.B. Halterungen mit Flügelschrauben (Perfusoren / Infusomaten) die man einfach auf und zu bekommt ohne dass die Hände weh tun.
Oberflächen die nicht nur optisch toll und im Firmen-Corporate-Farben sind - sondern keine unzugänglichen Ecken und Rillen haben in denen sich der Schmodder festsetzt (einfache Reinigung ohne mit Q-Tipps rumzuwurschteln wäre doch mal was)
Deutliche Unterschiede in den Alarmtönen unterschiedlicher Gerätegruppen - z.B: Infusiomaten /Perufosren. Beim Infusomat ist es meist nicht soooo eilig wenn der leer ist - beim Perfusor kann das lebensbedrohlich sein. Noch schöner wären hier Vereinheitlichungen unter den Geräteherstellern - denn auf vielen Stationen werden mehrere Sorten betrieben.

Beatmungsgeräte: 2-3 Varianten an Alarmfamilien. Auf einer Station mit 20 Beamtungsbetten und 20 Evitas dudelt es halt immer irgendwo... kann dauern is man das gefunden hat. Es wäre zumindest mal einen Versuch wert ob man nicht einmal "di di da" einmal "di di da" 3 Töne höher und einmal "da da du"
anbieten kann - könnte ja individuell wieder ausschaltbar sein, dass man das ändern kann. In Zeiten von Smartphones kann es doch nicht sein. dass Medizingeräte nicht "Atemlos durch die Nacht" spielen können für ein tiefes Minutenvolumen (war ein Scherz)

Ideen hätte ich viele - vielleicht kannst du damit was anfangen.

Ich kenne jedenfalls einen Haufen Geräte die ich regelmäßig gerne an die Wand werfen würde weil sie meine Arbeit BEHINDERN
Ich wollte das Zitat ja kürzen - aber das geht nicht, denn ich unterschreibe jede einzelne Zeile. Ganz persönliche Grüße gehen dabei allerdings an die Fa. Braun Melsungen. Ich habe mich in meinem Lebtag noch nie so sehr über Medizingeräte ärgern müssen, die einen den Tag auf einer Intensivstation eigentlich nur mit aktivem Gehörschutz unbeschadet überstehen lassen. Grauenhafte Alarmtöne, Alarmbedingungen, Bedienmenüs (LTM hat das absolut treffend mit ihrer Haustür verglichen - spätestens da will man das Gerät dann völlig entnervt aus dem geschlossenen Fenster werfen), etc. Ich habe das euren Produktdesignern schon 2009 bei der Probestellung mitgeteilt und Verbesserungen besprochen - aber anscheinend verkauft es sich ja trotzdem, so dass man keinen Anlass sieht da auch nur irgendetwas ändern zu müssen. Ich muss mich da schon fragen, weshalb Braun ein Entwicklerteam 3 Tage zur Probestellung und Feedbacksammlung mit schickt, wenn die allenthalben gleichen Beschwerden offensichtlich auf direktem Wege im Papierkorb landen.

Danke LTM, fürs zusammenfassen. Ich hab jede Zeile mit Kopfnicken und Herstellerverfluchungen im Kopf quittiert.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Anästhesie & Intensivpflege
Weiterbildungen
Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Studium
Gesundheits- und Sozialökonomie, Betriebswirtschaft (VWA)
leaving-the-moon

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Nächster Werbeslogan für die nächste Generation:

Unsere neuen Intelligenten Medizingeräte sind umfassend gegen versehentliche Bedienung geschützt. Das schließt auch die gewollte und beabsichtige Bedienung ein :bae:

- - - Aktualisiert - - -

mary-jane - ich sag nur 16 Beatmungsbetten, 16x Entström (un-)health Care und 4 Leute im Nachtdienst. Und dann noch 3 mal Genius.

Nach einer Nacht biste selbst Intensivpflichtig.
 
Qualifikation
PFK Intensiv und Anästhesie
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carowill

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Vielen, vielen Dank für die zahlreichen Antworten bisher. Eure Anmerkungen helfen mir ungemein weiter. Nur durch eure Erfahrungen, die Ihr hier mit mir teilt, kann ich ein konkretes Problem formulieren, das ich während meiner Bachelorarbeit behandeln möchte.

Gerne weiter so!! :thumbsup2: :danke::anbet:
 
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