Altenpflege Ich brauche bitte mal Eure Hilfe

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ALP-Azubiene

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Hallöchen, meine Frage ist eventuell lächerlich...
Kann mir jemand sagen, was die Kontraindikationen von Aktiv- bzw. Vitalgelen sind? Ich meine die kühlenden Hautfluide, die gern zur Pneumonieprophylaxe auf den Rücken geschmiert werden.

Danke schonmal im Voraus. :happy:
 
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leaving-the-moon

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AW: Ich brauche bitte mal Eure Hilfe

ja, die werden gern zur Pneumoneiprophylaxe auf den Rücken geschmiert.... meines Erachtens ist das ein Pflegeritual ohne existente Grundlage.

Es wird halt unreflektiert auf Rücken geschmiert und dann kann man ein Kreuzchen bei Pneumonieprophylaxe machen.
ABER:
Selten nehme ich wahr, dass damit auch tatsächlich mehr bewirkt wird als dass der Patient erschrickt und dabei mit viel Glück einmal tief einatmet...vielleicht auch nur aus Empörung, dass ihm ungefragt Kaltes Zeugs auf den Rücken geklatscht wird.

Aus meiner Sicht zu den Indikationen:
- Steigerung des Wohlbefindens und des subjektiven Gefühls besser durchatmen zu können WENN es jemand mag.
- Möglichkeit mit dem Gelen Maßnahmen zur Pneumonieprophylaxe zu verbinden.

Aus meiner Sicht Kontraidikationen:
- Patient mag es nicht - ich gehöre dazu
- Patient friert schon (ist z.B. am Auffiebern) - ich finde das Zeug ätzend ich kann stundenlang vor mich hinbibbern, wenn das an mir irgendwo großflächig aufgetragen wird.
- Extrem trockene Haut
- Wunden und Hautveränderungen
- Allergien und Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe.

Die meisten von diesen Aktivgelsachen enthalten ätherische Öle - so weit so gut... ich bin durchaus ein Nutzer ätherischer Öle aber nicht wahl- und ziellos. Sie werden zwar auch über die Haut aufgenommen - aber bei denen die dort vertreten sind (Eukalyptus, Minzen, Cajeput..... und andere für die Atmung sinnvolle Öle) sind dann doch besser aufgehoben wo sie auch in die Atemwege gelangen können - und da ist der Rücken eher nicht der richtige Ort.
Ich erlebe in weiten Teilen einen völlig unkritischen Umgang mit diesen Aktivgelen - sie werden flächendeckend eingesetzt, oft werden die Patienten nicht gefragt ob sie das mögen - und die Handlung beschränkt sich auf ein kurzes Verteilen des Gels auf dem Rücken. Bei trockener Haut werden sie dann mit den Pflegeprodukten vor Ort auch noch gemischt...
Ich sehe selten, dass damit tatsächlich Maßnahmen der Pneumonieprophylaxe verbunden werden. Für eine atemstimulierende Einreibung (ASE) braucht man nämlich dann doch ein bißchen mehr Zeit als 10-20 Sekunden. Kaum jemand nutzt die Möglichkeiten beim Einreiben mit dem Patienten Kontaktatmung zu machen, ihn gezielt mehrfach zum tiefen Einatmen aufzufordern oder vor der Maßnahme den Patienten in eine zur Atemtherapie sinnvolle Lage zu bringen.

Ich nehme NIE Aktivgel bei wachen Leuten, die mir nicht ausdrücklich zugestimmt haben, dass sie das mögen. Ich bevorzuge eine Lotion, die gleichzeitig die Haut nicht austrocknet. Wenn ich nur eincreme fällt das unter Hautpflege. Um es unter Pneumonieprophylaxe fallen zu lassen muss dann schon ein bißchen mehr Einsatz dabei gewesen sein.


Vielleicht könnt ihr dieses Thema mal in der Schule diskutieren.
Es ist ähnlich wie die sinnbefreite Standartinhaliererei auf manchen Intensivstationen.
 
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Mojoh

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AW: Ich brauche bitte mal Eure Hilfe

Ich habe gerade das duale Studium der Pflege begonnen und mein Wissensstand den meine Praxisanleitung mir gebracht hat ist der Folgende:

Das eincremen an sich stellt keine prophylaktische Maßnahme dar. Es lässt sich verbinden mit basaler Stimulation etc. aber um einen Effekt erzielen zu können ist ausschlaggebend dass der Patient dazu animiert wird tief durchzuatmen.

Das lässt sich aber eben auch ohne das Gel erreichen, es soll eben nur durch den Geruch anregend und unterstützend wirken und ein Gefühl des frei-atmen-könnens vermitteln.
Daher ist der Patient vorher in jedem Fall zu fragen ob er dies wünscht oder nicht.

Wie gesagt, ich bin 1. Lj. und 1. Semester ich lasse mich hier gern korrigieren :)
 
Qualifikation
Pflegestudent
Fachgebiet
Orthopädie
Weiterbildungen
Pflege (dual)
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