Intensiv Hypothermie

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D

Dr.Jekyll

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27.08.2007
50670
Hallo, ich bin neu hier und erhoffe mir gleich Hilfe. Wir wollen in Kürze mit gezielter Hypothermie bei Pat. nach CPR beginnen. Insbesondere würde mich interessieren mit welchen physik. Maßnahmen oder mit welchen Geräten schnell eine Körperkerntemp. von 32 - 34 Grad erreicht werden kann.:suche:
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger
Fachgebiet
interdiszip. Intensivstation
D

dr.poops

hallihallo! nach möglichkeit werden die pat. schon "am ort des geschehens" gekühlt. ansonsten bekommen sie cool-packs in achseln und auf die leisten, sowie gekühlte ringerlösung (ca 4 grad celsius): es sei denn, es ist ein kühlbett da. das ist von "KCI" und ich weiß jetzt leider den "produktenamen" nicht. der pat. liegt in einer art "zelt" und wird darin auf die eingegebene temperatur gekühlt. das problem: das bett macht ein mordsgetöse! die neuere variante ist schon ein wenig leiser, aber es ist z.t. echt schwierig, perfusoralarme o.ä. zu hören. außerdem nervt es einfach, wenn man längere zeit im zimmer ist... seinen job - das kühlen - erfüllt es aber tadellos, da kann man nicht meckern.
gegen das kältezittern erhalten die pat. in regelmäßigen abständen pancuronium. regelmäßige laborkontrollen wie blutbild, gerinnung und bga werden alle 6 h durchgeführt, die bga´s natürlich bei bedarf auch öfter. nach 24 h werden die pat. wieder langsam erwärmt.
ich guck morgen nochmal auf station genauer nach, bestimmt hab ich was vergessen (ist ja auch schon spät). bis dann! dr.poops
 
S

Surrogat

Der Produktname ist "DeltaTherm" ( KCI: Therapeutisches Temperaturmanagement ) - allerdings ist es wohl recht teuer und muss natürlich bevoratet werden.


Ansonsten kommen noch folgende Systeme in Betracht:


Gekühlte Luft): 0,4 - 0,8°C/h

-> Warmtouch ohne Heizung, DeltaTherm (schafft lt. Hersteller eher 3°C/h)

Eispacks: 0,9°C/h


Kältematten: 0,9°C/h

-> Hypothermia Blanket, Adroit oder CincinatiSubZero, CNZ

Kalte Infusionen: 3,2°C/h

-> RiLac bei 4°C, 30 ml/kgKG

Endovaskulärer Kühlkatheter: 4,7°C/h

Venovenöse HF: 3,5°C/h

-> Prisma, Gambro mit gekühlter Zuleitung

Extrakorporale Blutkülung: 12°C/h

-> Coolguard 3K, Alsius


Quelle: Anästhesist 2005, 54, 96 - 106, e. Popp et al
(Werte anhand o.g. Veröffentlichung.Produktvorschläge aus meiner Ecke)

Die Firma KCI bietet ein sehr gutes Seminar zum Thema "Hypothermie nach CPR" an - klar möchten sie ihr Bett an den Mann oder die Frau bringen allerdings geben sie die Datenlage (HACA-Studie) korrekt wieder und verweisen auch häufig auf die anderen Methoden.
Ich hatte am Board einmal eine Umfrage zum Thema laufen: http://www.pflegeboard.de/forum/27644-milde-therapeutische-hypothermie.html

Bei uns läuft die Sache sehr gut und auch preiswert mit einer Kombination aus gekühlten Infusionen, Luftstrom und Eispacks - ca. 1,0 °C/h.:thumbsup2:
Die Buschtrommeln sagen das wir demnächst ein Kühlsystem zur Testung bekämen...

Gruss,

Surrogat
 
M

Michael

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06.05.2007
59368
Hallo,
wir Haben seit ein paar Wochen das Kühlgerät von H & L Blancetrol II. Der Patient wird auf und unter eine Kühlmatte gelegt. Außerdem gibt eine spacige Kopfhaube dazu! Das Runterkühlen funktioniert ziemlich (manchmal auch beänstigend) schnell! Deshalb sollte man auch die Zieltemperatur anfangs höher wählen!
Grüße,
Michael
 
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Fachkrankenpfleger
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Intensivstation
D

dr.poops

AAAH, "surrogat" hat wieder die richtigen links parat, das ist gut, denn mir fällt so ein "Bettenname" echt nicht ein - aber dieses "Delta Therm" ist es glaube ich.
@Michael: ne spacige Kopfhaube? Gibt´s da Bilder von? Ich finde sowas toll!

Aber mal im Ernst: zu bringen scheint es echt eine Menge. Da lohnt es sich evtl. sogar, das Gelärme von diesem Deltadingens auszuhalten:thumbsup2:. dr.poops
 
D

Dr.Jekyll

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27.08.2007
50670
Vielen Dank für die schnelle Hilfe an dr.poops, surrogat und michael. Habt mich schon ein gutes Stück weiter gebracht. Jetzt würde mich noch interessieren, wie pflegeaufwändig so ein Pat. nach eurer Erfahrung ist. Kann man daneben noch andere Pat. betreuen.
 
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D

dr.poops

hallo, jekyll, wenn die pat. hämodynamisch stabil sind etc.p.p., dann kann man schon noch weitere pat. betreuen. ansonsten ist es eben wie mit anderen pat., die durchgängig sind oder wo die cvvh ständig herumrandaliert oderoderoder. aber wenn das laute kältebett mit im zimmer steht (weil´s ein zweibett-zimmer ist), dann wird es nervig...
 
G

gelöscht

Also ein lautes Kühlungsbett kenne ich nicht. Bei uns wird mit Arctic Sun (Medivance) oder CritiCool (MTRE - Cooling Therapy - Cooling Therapy Products - CritiCool®) gearbeitet.
Die Hypothermiebehandlung selbst führt eigentlich nicht zu einem höheren Arbeitsaufwand. Zumindest ist diese Behandlung kein Kriterium für eine Einzelbetreuung. Im Gegenteil: während der Kühlanzug/die Kühlpads anliegen und der Patient sich in dieser kritischen Phase befindet, läuft es auf minimal handling hinaus, dh kein routinemässiges Lagern/Waschen u.ä.. Der Patient selbst ist allerdings unter Umständen in einem instabilen Zustand. Vieleicht führt das im Einzelfall zu einer Einzelbetreuung, das hat dann aber mit der Methode selbst nichts zu tun. Diese ist wirklich nicht aufwändig.

Gruß derpfleger
 
HBR69

HBR69

Aktives Mitglied
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05.10.2000
58644
Habe mir nun auch mal das "DeltaTherm" von KCI angesehen bzw. habe mir einen Vortrag von KCI anghört. Wir versuchen gerade unsere Ärzte davon zu überzeugen es mal "auszuprobieren". Haben bis jetzt einen (halbherzigen) Versuch unternommen.
Das System von KCI (eigentlich ja nur ein Zelt inklusiver Matratze was auf dem Bett aufgebracht wird) ist schon recht laut.
Die Risiken dieser "Therapie" sind aber garnicht so zu verachten....außerdem sind ja, so wie ich das verstanden habe, wenige Patienten überhaupt geeignet in die Hypothermie gebracht zu werden.

Gruß
Heike
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester I/A, freie Dozentin
Fachgebiet
Lungenfachklinik Intensivstation, Stationsleitung
Weiterbildungen
Mitgliedschaft bei der DGF
O

Oliver

Mitglied
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23.11.2000
46487
Mögliche Komplikationen
Bedingt durch Hypothermie kommt es zu verschiedenen physiologischen und pathophysiologischen Veränderungen im menschlichen Organismus. Auftreten können Beeinträchtigungen der Blutgerinnung und der Blutviskosität, Elektrolytstörungen, Herzrhythmusstörungen sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, insbesondere Pneumonien, bis hin zur Sepsis. Die Metabolisierungsrate sinkt und führt zur verlängerten Wirkdauer und erhöhten Plasmaspiegeln von Analgosedativa, Muskelrelaxantien und anderen Medikamenten. aus: PflegenIntensiv Bibliomed 02/2007

welche Erfahrungen habt Ihr mit den oben genannten Komplikationen gemacht, insbesondere auch Mikrozirkulationstörungen der Haut oder treten bei euch ganz andere Komplikationen auf ?
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger, Praxisanleiter
Fachgebiet
IPS
S

sandra174

Neues Mitglied
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10.10.2007
93053
Hallo,
bei uns werden die Patienten fuer 24h mittels einer Kuehlmatte gekuehlt. Um Hautschaeden zu vermeiden wird das Gesaess mit Schaumstoff unterpolstert und natuerlich ein Durchzug der Laenge nach zwischen Patient und Kuehlmatte gelegt. Die Laermbelaestigung ist eigentlich gleich null dabei.
Von welcher Firma und wie das Geraet heisst weiss ich leider nicht auswendig.
Lg Sandra
 
Qualifikation
Krankenschwester
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Intensivstation
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05.07.2001
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