Hygiene nach Toilettengang

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grzmz

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meine Mutter ist in einer Pflegeeinrichtung (Demenz, Pflegestufe 2, demnächst 3). Sie kann nicht alleine auf die Toilette gehen. Sie kann auch nicht mehr richtig sprechen und trägt Inkontinenzeinlagen.

Wenn sie auf der Toilette war, wechselt die jeweilige Pflegekraft einfach die Windel (manchmal ziemlich vollgepinkelt), oder, falls noch trocken eben nicht und zieht die Hose wieder hoch.

Also ich wische mich nach dem Pinkeln ab - ich weiß nicht, wie das Pflegekräfte machen. Meine Mutter hat das früher auch so gemacht. Da ich mir ziemlich blöde vorkomme, weil ich das immer wieder sage, wollte ich mal fragen, ob das eigentlich in der Pflege allgemein so üblich ist, die alten Leute nicht abzuwischen?

Vielen Dank für Euere Antworten!
 
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ms-sophie

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Hallo grzmz,

selbstverständlich findet nach jedem Toilettengang eine Intimtoilette statt. Dies kann unterschiedlich ablaufen.

Einmal mit Pflegetüchern und Pflegeschaum. Erst trocken wischen (wie sie es oben beschrieben haben und danach nochmals mit einem Pflegetuch und Pflegeschaum (reinigt und pflegt).

Zum Anderen kann mit Einmalwaschlappen und Wasser eine Intimpflege durchgeführt werden.


Hast du mal nachgefragt? Bzw. woher weisst du es?
sophie
 
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grzmz

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Liebe Sophie,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ich weiß, dass das nicht gemacht wird, weil ich meine Mutter meist mehrmals die Woche besuche und schon sehr viele Stunden auf der Toilette mit ihr verbracht habe... Ich klingle dann immer, weil es alleine schwierig ist, meine Mutter zu halten und gleichzeitig wieder anzuziehen (und schliesslich bezahle ich ja auch ganz schön für das Pflegeheim)- Dann kommt die jeweilige Schwester und -- ja, dann frage ich in mind. 50% der Fälle, wenn die Hose schon fast wieder oben ist, ob wir sie nicht vielleicht auch abwischen wollen oder dergleichen. Und da ich das jetzt seit mindestens vier Jahren frage (gerne auch immer wieder die gleichen Schwestern), mittlerweile auch schon im dritten Pflegeheim, frage ich mich langsam, ob da eigentlich in irgendeiner Weise Hoffnung auf Erfolg ist.....

Lg
Gudrun
 
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Julia.Koch131

Julia.Koch131

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Schade, dass das nicht übliche Praxis in dem Pflegeheim ist. Falls die entsprechende Schwester/n nicht reagieren würde ich überlegen die Heimleitung darauf anzusprechen. Ich finde, dass zumindest das Benutzen eines Einmalwaschlappens das Mindeste sein sollte. Kostet ja auch wirklich nicht viel Zeit.
 
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bernardfrankfurt

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AW: Hygiene nach Toilettengang

wieso ist denn Deine Mutter schon im dritten Pflegeheim?
 
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nofretete

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Also Intimpflege ist wichtig, aber ich erlebe sehr oft bei dementen Bewohnern, dass die wirklich kaum auf Toilette sitzen bleiben, geschweige dann noch anschließend Intimpflege. Da bin ich schon oft mit der frischen Einlage hinterher um wenigstens die Hose noch gescheit hochzuziehen.
 
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AW: Hygiene nach Toilettengang

Guten Morgen,

die Einhaltung der Intimhygiene ist sicherlich notwendig, das Abweichen hiervon kenne ich aus der Praxis jedoch auch.
Je weniger eine Person selbst Leistungserbringer ist bzw. dafür Einzustehen hat, desto eher wird man ohnehin alles wichtig und alles notwendig finden.
Der ambulate Bereich ist hier natürlich mit der stationären Pflege nicht einmal annährend vergleichbar, weil man ganz einfach nicht immer potentiell erreichbar ist. Man macht das pro Person vielleicht 1-2 Mal pro Schicht und das war es. Außerdem gibt es hier eine Kostentransparenz und keine "Vollkasko-Pflege". Würden die Empfänger der Pflegeleistung für jeden Toilettengang extra bezahlen müssen, dann würde sich die Anzahl sicherlich im stationären Bereich verringern.

Zu den Kosten eines Heimes. Zunächst erhalten diese Menschen Geld aufgrund einer Pflegestufe. Die heutigen Empfänger des Geldes haben dieses Geld natürlich niemals selbst eingezahlt. Wenn die Rente nicht reicht, dann wird das von anderen Kostenträgern übernommen, also die Allgemeinheit. Die Kosten eines normalen Heimes pro Tag sind - entgegen ihrer Wahrnehmung - lächerlich gering: Unterkunft, Mahlzeiten, Nebenkosten, Beschäftigung, Pflegeleistungen und Rund-um-die-Uhr ist eine Fachkraft anwesend. Die Kosten pro Tag eines normalen Heimes exklusive der Leistungen der Pflegeversicherung entsprechenden ggf. einer einzigen Arbeitsstunde eines Klempners.

Häufig reicht die Personaldecke nicht aus, um die Pflege zu realisieren, welche Angehörige sich wünschen oder vorstellen. Also wird - wie man das aus allen anderen Bereichen der Arbeitswelt auch kennt - ein Anpassungsprozeß stattfinden, d.h., einzelne Arbeitsschritte werden ausgelassen, um am Ende alles bewältigen zu können. Einige sparen Zeit bei der Intimhygiene, andere woanders. Würde man gerne auf allen Ebenen alles korrekt machen, dann bräuchte man mit der Arbeit überhaupt nicht anzufangen bzw. könnte gleich 24-Sdt.- durcharbeiten.

Bis dahin.

Nette grüße Cds
 
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Tilidin

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Leider musste ich mit einer Unterschenkel- Trümmer- Fraktur ins Krankenhaus
Mein blutiges Bett wurde drei Tage nicht bezogen( post-operativ)
Eine Angebot sich morgens zu waschen gab es nicht.
Das Pflegepersonal hat von 6:00-7:15 Dienstübergabe gemacht??????????????????????????
Ich hörte wie eine exam. Schw. zu einer älteren Dame wörtlich sagte: Gewaschen wird hier nicht, wir sind eine Akut- Station, gewaschen werden sie wieder im Altenheim.
An einen anderen Tag hörte ich eine Schw., wie sie zu einer Pat sagte: "gepinkelt wird jetzt nicht, dafür ist keine Zeit"
Ich sah, wie die Schw. ein Teil der Mono-Embol. Spr. verl., mit einem geschickten Tritt war dieses Teil weg. Es können sich ja andere bücken.
Bei einer sehr guten Besetzung, habe ich 50% der Schw. als hochnäsig, arrogant u. eingebildet war genommen.( Die Bitte nach einem Eisbeutel, wurde schon als große Belastung nonverbal rüber gebracht).
Es gibt noch viel mehr Beispiele
Ich habe eine andere Wertevorstellung, werde mit Sicherheit auch noch reagieren, denn so kann sich die Pflege nicht verkaufen.
Bei allem Wohlwollen die im Ansatz ein solches Verhalten entschuldigen, komme ich immer wieder zu dem Schluss: Es gibt keine Entschuldigung für ein solches Verhalten.
Die Störungen können ja aus der Führungsetage kommen, man ist unzufrieden mit seinem Gehalt,man fühlt sich zu höheren berufen, aber gelernt haben sie es so nicht u. dem Berufsstand tun sie nicht gutes an.
Deshalb meine Schlussfolgerung: Leider müssen viele Pflegek. auch mal über ihr eigenes Verhalten nachdenken.
Die Kämpfer in der Pflege werden irgentwann müde u. aussteigen.
Es muss viel mehr Selbsterfahrung betrieben werden, damit diese demotivierten Pflegekräfte auch nur annähernd das erfahren, was viele Pat. unnötig erfahren.
Zum Ausgangspunkt: Intimpflege nach Toilettengang findet überwiegend für den MDK in der Dokumentation statt.( nicht in der Praxis)
Allerdings: haben die Menschen sich vor 50 jahren auch nur am Samstag gewaschen, mir ist nicht bekannt das es irgentwelche Volkskrankheiten gegeben hat.
Bis dann
 
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ms-sophie

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Hallo Tilidin,

Intimpflege nach Toilettengang findet überwiegend für den MDK in der Dokumentation statt.( nicht in der Praxis)
woher weisst du das? Hast du jemals in der Altenpflege gearbeitet? Gab es eine Untersuchung darüber? Oder ist es deine Vermutung nach einem schwierigen KH Aufenthalt.

Zum Krankenhaus-Aufenthalt:
Es kommt auf die Klinik an, meiner Mutter wurden sogar die Haare gewaschen. Ganz tolle Pflege dort.

Sophie
 
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Angie42

Angie42

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Hallo Zusammen,

ich muss Tilidin in manchen Dingen recht geben. Denn auch mir ist es nach einem Schlaganfall so ergangen, dass ich mich nicht regen konnte und auch keine Aussage geben konnte. Die damaligen PK haben mir nicht die Pflege zukommen lassen, die ich damals benötigte. Ich hab alles mitbekommen und konnte mich nicht wehren, da viele meinten ich wäre im Wachkoma.

Daher läuft es bei mir in meiner Tagespflege anders, klar machen auch wir Fehler, da will ich uns nicht ausschließen. Aber es gibt Möglichkeiten eine angepasste Pflege jedem Menschen zukommen zu lassen. Damit er seine Gewohnheiten die er erlebt hat in seinem Leben auch noch mit Hilfe so bekommt.

LG Angie
 
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Kalimera

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AW: Hygiene nach Toilettengang

selbstverständlich findet nach jedem Toilettengang eine Intimtoilette statt. ..................

Einmal mit Pflegetüchern und Pflegeschaum. Erst trocken wischen (wie sie es oben beschrieben haben und danach nochmals mit einem Pflegetuch und Pflegeschaum (reinigt und pflegt).

Zum Anderen kann mit Einmalwaschlappen und Wasser eine Intimpflege durchgeführt werden.
Verstehe ich das richtig, dass nach jedem Toilettengang diese ausgiebige Intimpflege stattfindet? Ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Dass man sich abwischt, ok, aber jedes Mal noch feucht, mit Pflegelotion oder mit Pfleglotion getränkten Tüchern, danach auch noch trocken....???
Ich kenne keinen Menschen, der das so ausgiebigst betreibt nach jedem seiner Toilettengänge, zumal ich nicht ausschließlich zu Hause zur Toilette gehe und diese ganzen Utensilien auch nicht immer mit mir rumschleppe.
Ich sehe diese Intimpflege nach jedem Toilettengang nicht als selbstverständlich an und man möge mir eine Hospitation anbieten in dem Heim, wo es so beschrieben immer und selbstverständlich durchgeführt wird.
 
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Tilidin

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Hallo Tilidin,



woher weisst du das? Hast du jemals in der Altenpflege gearbeitet? Gab es eine Untersuchung darüber? Oder ist es deine Vermutung nach einem schwierigen KH Aufenthalt.

Zum Krankenhaus-Aufenthalt:
Es kommt auf die Klinik an, meiner Mutter wurden sogar die Haare gewaschen. Ganz tolle Pflege dort.

Sophie
Hallo Sophie
Ich habe doch auch nur von 50% gesprochen/geschrieben.
Ich weis, das es viele tolle Pflegekräfte gibt, deren Hingabe für den schweren Beruf bei weiten nicht gewürdigt wird.
Es gibt viele Pflegekräfte die sich für positive Veränderung einsetzen.
Es gibt sehr gute Kliniken u. mit Sicherheit auch sehr gute Altenheimeinrichtungen.
Aber es gibt leider auch die andere Seite( die wahrscheinlich grösser ist) bestehend aus Privateinrichtungen u. Aktiengesellschaften u. nicht zu Vergessen die ganzen Einrichtungen die den humanen, wohlwollenden Stempel tragen.
Die haben überwiegend nur ein Ziel: d.h. Gewinnmaximierung
Vieles was ich schreibe klinkt pauschal, ist aber verdammt nahe an der Realität.
Ob es eine signifikante Untersuchung gibt zum Th. Toilettengang u. Intimpflege, kann ich auch nicht sagen.
Meine Meinung resultiert aus einer langen berufllichen Praxis u. mein privates Umfeld besteht auch aus vielen Pflegekräften.
Ich liegt mir doch fern, irgendeinen persönlich anzugreifen, aber die Pflege darf die Augen auch nicht vor eigenen Defiziten verschliessen.
Die Pflegekräfte, die eine defizitäre Einstellung zum Beruf haben, sind nicht so geboren worden, sie sind so gemacht worden.
Und das muss sich ändern, denn die Pflege will doch Autonomie, sich von anderen Berufsgruppen befreien, das Spektrum verändern.
Wie soll Zukunft funktionieren, wenn wir im Hier u. Jetzt die einfachsten menschlichen Dinge nicht geregelt kriegen.
Gruß
 
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grzmz

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AW: Hygiene nach Toilettengang

als Auslöserin dieses Themas melde ich mich auch mal wieder, am Besten stichpunktartig

- ich bin zwar keine Pflegekraft, habe aber im Rahmen einer Schwesternhelferinnenausbildung u.a. auch ein Praktikum auf einer Geronto gemacht. Meine Erfahrungen dort haben nicht dazu beigetragen, mehr Verständnis für Pflegekräfte zu entwickeln. Mag sein, dass das gekommen wäre, wenn ich "lang genug " in dieser Rolle gewesen wäre. Ich habe viele Jahre als Ingenieurin gearbeitet. Ich kann nur sagen, wenn ich in meinem Beruf so chaotisch gearbeitet hätte, wie ich das in der Pflege oft sehe, dann hätte ich keinen Job mehr gehabt. Wenn ich zwölf Produkte betreue und kann mir so wenig über die merken, wie die Pflegekräfte im Heim meiner Mutter über die 12 Demenzkranken, dann habe ich ziemlich schnell keinen Job mehr. Ich weiß, dass Menschen keine Gegenstände oder Software sind (bevor jetzt jemand auf dieser Schiene daher kommt) - aber umso schlimmer. Die meisten Angehörigen wissen i.d.R. mehr über die anderen Kranken als das Personal, das da arbeitet. Warum eigentlich? Es gibt überall Mitarbeiter und Bereiche, wo die eine Hand nicht weiß, was die andere macht, aber sowas wie in der Pflege habe ich noch nirgends gesehen. Ich weiß nicht, was Pflegekräfte sich in der Übergabe besprechen - sicher nichts, was mit den Kranken zusammenhängt. Und sie schreiben in dieser ganzen Dokumentation, über die sie dauernd klagen, auch nix auf, was eine/e Andere mal wissen müßte. Meine Lieblingsantwort auf alle meine Fragen ist "das weiß ich nicht, ich bin gerade erst gekommen / zwei Wochen in Urlaub gewesen / überhaupt neu / ...." Man kann ja fragen, was man will. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Kraft, die mittags da ist, morgens nicht da war - und damit ist der Fall für Angehörige 100% aussichtslos. Meine Mutter hatte letzten Do den Notarzt da, weil sie sich verschluckt hatte und blau angelaufen war - wie kommt es, dass die Schwester, die am Samstag kommt, schon nichts mehr davon weiß? Als sie vorletztes Jahr einen leichten Schlaganfall hatte (samstags) wußte die Schwester in der Dienstagsschicht schon nichts mehr davon, geschweige denn, dass das mal jemand der Krankengymnastin gesagt hätte. Usf. Warum das so ist und warum man als Angehöriger jede Information nicht nur allen, sondern auch noch allen immer wieder sagen muß - das darf mich keiner fragen. Das gehört für mich zu den großen pflegeimmanenten Mysterien, genauso wie beispielsweise die Tatsache, dass jemand, der nicht blind ist, einer Bewohnerin eine pinkfarbene Bluse zu einer grellroten Hose anziehen kann oder jemandem eine Hose anziehen kann, die drei Meter zu lang ist und in der dann selbstredend auch der Name eines anderen Bewohners eingepatcht ist. Um nur einige zu nennen. Wie auch der "unabgewischte Toilettengang".

- ich würde vorschlagen, jede Pflegekraft kriegt mal für ein halbes Jahr einen pflegebedürftigen Angehörigen an die Backe und die Angehörigen arbeiten mal ein paar Wochen im Heim. Vielleicht würde sich dann einiges ändern. Und ich denke mal, stärker seitens der Pflegekräfte.

- jemand hat eingeworfen, dass so ein Heimplatz überhaupt nicht bezahlt sei, sondern viel teurer sein müsse, etc. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo die ganze Kohle bleibt. Ein Heimplatz Stufe drei kostet bei uns ca. 4000€. Zusätzlich rechnen die Heime übrigens noch die 87b-Kräfte über die Krankenkasse ab. Dafür wird die Person theoretisch mindestens 5 Std., wovon 4 auf die Grundpflege entfallen, gepflegt. Ich sehe nicht, wo die 5 Std. bleiben. Wenn beispielsweise die 12 Figuren in einer halben Std. gegessen haben, dann fällt es mir irgendwie schwer zu glauben, dass ausgerechnet meine Mutter eine Stunde am Tag gefüttert worden sein soll. Die gehen ziemlich genau 6x am Tag auf die Toilette. Ich gehe seit über drei Jahren regelmäßig da hin. Nach dem abendlichen Singen sind in weniger als einer Stunde alle 12 BewohnerInnen im Bett. Kann sein, dass das morgens länger dauert, da bin ich nicht da, aber mittags zum Nickerchen geht's wesentlich schneller. Und bei zwei Nachtschwestern für ein Heim von 120 Leuten kann man zwar von "rund-um-die-Uhr"-Betreuung sprechen, sollte das aber dazusagen. Wenn man mal was vergessen hat und versucht, gegen 20Uhr jemanden im Heim zu finden, dann hat man aber eine schöne Aufgabe. Und die sind ja auch nachts 12 und mittags nochmal zwei, also 14 von 24 Std am Tag im Bett. Und von wegen "Fachkraft" - oft genug haben eine Hilfskraft und eine Praktikantin zusammen Dienst - und das ist ja anscheinend je nach Tageszeit auch völlig rechtens, ich hatte da mal bei der Heimaufsicht nachgefragt. Allerdings sind die zwei zusammen ja vermutlich noch schlechter bezahlt als eine ebenfalls schlecht bezahlte Fachkraft. (aber weil sie schlecht bezahlt werden, werden sie ja zum Ausgleich von ihren Vorgesetzten auch schlecht behandelt, wie ich immer wieder feststelle). Jedenfalls finde ich 4000€ für ein WG-Zimmer VP mit 4 Std. Pflege eigentlich kein Schnäppchen.

- warum meine Mutter im 3. Pflegeheim sei, wollte jemand wissen. Im ersten war sie nach Beginn ihrer Demenz und nach der Reha (hatte eine schwere Rücken OP). Da hat mein Vater sie immer tageweise nach Hause geholt, wenn er gerade nicht selbst im KKH war (hatte Darmkrebs). Von dort ist sie in ein Heim umgezogen, dass im Wohnort meiner Eltern neu eröffnet wurde. Das war zwar neu, aber haarsträubend. Nach dem Tod meines Vaters habe ich sie dann in das jetzige Heim umgezogen. Daher kenne ich drei Heime näher + das, in dem ich selbst gearbeit habe. Das Schlimme ist, dass ich weiß, dass es so ziemlich das beste Heim im Umkreis ist. Ich weiß, dass ich alles noch sehr viel schlechter haben kann. Man kann die Leute aber auch nicht dauernd umziehen - das kann ja keiner bezahlen, weil man idR einen Monat doppelt bezahlen muss (OHNE Pflegezuschuss). Selbst wenn man sich das leisten kann oder will, hat man dann vor dem Hintergrund, dass es überall ähnlich blöd läuft, ein ziemlich hohes Risiko, vom Regen in die Traufe zu kommen.

- so, jetzt hab' ich allerhand geschrieben, worüber sich Pflegekräfte hier im Forum aufregen können. Ich muss leider sagen, dass mein Verständnis für diverse Mißstände im Lauf der Zeit nicht größer wird, sondern eher geringer. Um zum Ausgangsthema zurück zukommen: man schwankt dann irgendwann zwischen Resignation und dem dringenden Bedürfnis, einfach jemanden anzuschreien oder zu schütteln.

- ich möchte betonen, das es durchaus ganz hervorragende Pflegekräfte gibt. Es gibt Schwestern und Pfleger, wenn ich die sehem, denke ich "ach, wenn ich gewußt hätte, dass die/der Dienst hat, dann hätte ich beruhigt zuhause bleiben können". Wäre schön, wenn die etwas dichter gesät wären.
 
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AW: Hygiene nach Toilettengang

He ms-sophie
Mittlerweile haben mich private maisl erreicht, die genau das gleiche bestätigen.ES bestehtigt mich, aber es macht mich auch traurig, wenn gestandenes Pflegepersonal sollche negativerfahrungen machen mus.
Gegoogle habe ich auch, verlässliche Studien konnte ich nicht finden ( Toilettengang-Intimtoilette)
Aber alle guten Empfelungen gehen dahin, möglichts wenig Chemie einzusetzen, warmes Wasser u. Waschlappen reichen.
Und es wird die Empfelung ausgesprochen: weniger ist meht.
Auffallend war, das die Einrichtungen mit dem humanen Stempel mit tägl. 6 Toilettengängen u. anschliezender Intimhygiene geworben haben. Das sind oftmals die Einrichtungen, wo 2 Mitarbeiter für 50 Bewohner am Nachmittag da sind.
Fast alle Bewohner haben in der Doku einen mehrfachen Wechsel von Inkomaterial stehen, Toilettentraining ist auch gemacht wirden, u. selbstverstandlich auch noch die kleine Abendtoilette.
Nachmittags waren die Ärzte im Haus, die Besucher, das Telefon leutet laufend, es würden zwei Mahlzeiten gereicht. Von weiteren Zwischenfällen will ich garnicht reden, ach ja die 15 % Arbeitszeit für die Doku waren nich locker drinn.
Wieder haben zwei Kräfte die Station geschmissen.
Würde man sich jetzt hinsetzten u. die Pflegeminuten zusammen rechnen, dann bekäme man das Ergebnis das 4,8 Mitarbeiter erforderlich währen
Meine Eingangsgeschichte war sekundär, ich wollte nur klarmachen, das Pflege in einigen Teilen noch gut funktionieren könnte, weil die Mitarbeiterzahlen scheinbar stimmen.( Und wenn es stimmt, dann gehen sie halt auf einander los)
Aber was machen die Einrichtungen die chronisch unterbesetzt sind. Na
Sie müssen die wenige Zeit auch noch dem Bewohner nehmen, damit die Doku stimmig ist.
Ich würde mir wünschen, das ganz viele Aufschreihen u. bestetigen das es nicht so ist.
Nichts ist pers. gemeint, wahrscheinlich liegt es im Sytem u, am Kostendruck
Gruß u. hoffentlich erleben wir wieder eine Wertebezogene Pflege
 
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AW: Hygiene nach Toilettengang

Pflege ist nunmal ein gedeckeltes und bugdetiertes System, welches defizitär arbeiten muss.
Vielleicht wäre es schon ein Gewinn, würde man den Angehörigen/ Pflegebedürftigen nichts vormachen und etwas versprechen - das es so gelebt nicht gibt. Das Angehörige "ungehalten" :) "ärgerlich" oder "enttäuscht" sind, beruht ja auch auf dem Mißverhältnis zwischen Theorie und Praxis, zwischen dem Versprechen einer bestimmten Pflege - der sich daraus ergebenen Erwartung - der tatsächlichen Pflege.
Da Einrichtungen aber genauso wie jedes Unternehmen wirtschaften muss, in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen steht und entsprechend Werbung für sich macht (Pflege ist Vertrauenssache, ganzheitliche Pflege mit wertschätzendem Umgang unter Berücksichtigung der Biographie...) ist nachvollziehbar, dass man Erwartungen weckt, die man eigentlich ökonomisch gesehen häufig nicht erfüllen kann.

Aber besser Einrichtungen die nicht den Erwartungen entsprechen anstatt selbst für die Pflege verantwortlich sein zu müssen. Würde man seine Angehörigen selbst pflegen müssen, dann wäre es mit dem spontanen Besuch des Kinos, des Italieners oder des Konzertes erstmal vorbei und einem Beruf könnte man häufig auch nicht nachgehen. Somit können Angehörige ein eigenständiges Leben führen, weil andere sich um ihre Angehörigen kümmern. In der Abwägung könnte man also zufrieden sein, dass man insofern frei ist für eine eigene Lebensführung.
 
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bernardfrankfurt

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AW: Hygiene nach Toilettengang

ich denke da hilft nur die Mutter nach Hause holen und selber pflegen. Da kann's dann keine Beschwerden mehr über's blöde Personal geben ;-)
 
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AW: Hygiene nach Toilettengang

Ja bombige Lösung für ne Demenz Pflegestufe 3 Bernard.. Wie soll das gehen wenn man selbst arbeitet? Weißt du doch selber.. Ist leider Gang und gebe, keine Zeit, zu wenig Personal und das übliche Blabla halt.. Man kann froh sein wenn die liebe Mama in einem Heim ist wo es nur diese eine Sache zu beanstanden gibt.. Traurig aber wahr! Vielen Dank an die Politik!!!
 
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Chef de Saucier

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Bernard das genau weiß - aber etwas anderes zum Ausdruck bringen wollte ;-)
 
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Pflegehenner

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AW: Hygiene nach Toilettengang

Ja ich wollt's nur nicht so deutlich sagen..
 
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