Humor in der Pflege

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U

Ulf

Neues Mitglied
Basis-Konto
28.01.2003
Ich hatte letztens eine unerquickliche Debatte über Humor in der Pflege mi einer Kollegin, deren Tenor war im Endeffekt, daß Professionalität und Humor sich ausschließen.
Abgesehen davon, daß Lachen anerkannt gesund ist, freuen sich meine PatientInnen allerdings immer, wenns was zu Lächeln gibt.
Klar, daß nicht alles erlaubt ist, geschmacklos sollte man nicht werden. Aber haben unsere KlientInnen nicht sogar das Recht auf Lachen?
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie
B

Bettina Kirschner

Hallo Ulf,
ich bin auch der Meinung, dass Humor und Pflege zusammengehören. Auch der Arbeit von Klinikclowns bringe ich großen Respekt entgegen. Es gibt ja auch Fortbildungen zum Thema Humor in der Pflege... und warum sollen wir zum Lachen in den Keller gehen?.... ist doch viel schöner mit dem Patienten oder wie du schreibst Klienten zusammen zu lachen :D

liebe Grüße aus Bayern

Bettina :smile:
 
S

Simon Joerg

Mitglied
Basis-Konto
27.03.2002
Hallo zusammen,

"Professionalität schließt Humor aus", diese Aussagen deiner Kollegen,Ulf, ist richtig guter Humor :D
Können die das begründen oder haben die die (Hypo-)These selber aufgestellt??
Humor gehört zur Pflege, weil er zum Leben gehört (oder schließt Professionalität auch Trauer, Empathie...aus?)! Durch verbissene Ansichten einiger Kollegen findet er sich leider viel zu selten!
Schöne Grüße,
Simon
 
Qualifikation
Krankenpfleger Student der Pflegepädagogik
Fachgebiet
Krankenpflegeschule
U

Ulf

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
28.01.2003
...Zum Glück habe ich die in der Bahn kennengelernt, daß das irgendwann ein Ende hatte. Lehrerin für Pflegeberufe allerdings, also Multiplikatorin für son Müll.
Ich fands hochinteressant, daß die sich nicht erweichen ließ, Humor innerhalb moralischer Schranken anzunehmen. Die führt bestimmt ein trauriges Leben! :D
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
Gastroenterologie
I

Ingo Tschinke

Hallo Kollegen,

ich finde, dass das gemeinsame Lachen mit den Patienten sogar ein wichtiger qualitativer Anteil der Pflege ausmacht. Ich habe tagtäglich mit Patienten zu tun, die das Lachen über sich und die Welt verloren haben, deren Leben geprägt ist von Angst, Melancholie und Unverständnis für sich selbst. Ich bin froh, wenn es mir gelingt, diese Menschen durch Aktivitäten wieder den Lebensmut und die Lust zum Lachen zurückzugeben.
Pflege besteht nicht nur aus quantitativer Handlung sondern auch die Emotionen müssen bedacht und "gepflegt" werden, denn diese bestimmen unser Leben. Was ist denn aller materieller Reichtum und Gesundheit, wenn uns die Lust zur Liebe, zum Lachen, zur Freude und dem gemeinsamen Humor abhanden kommt.
Ich kann die Meinung dieser von dir zitierte Pflegepädagogin nicht nachvollziehen, Ulf. Auch das erleichternde Lachen im Team, sogar manchmal Ironie und Sarkasmus als schwarzer Humor gehören dazu, denn sie helfen uns in der notwendigen Psychohygiene für uns selbst, um mit Krankheit, Tod und Sterben fertig zu werden, denn wir sind emotionale Wesen als Pflegende und nicht aus Holz.

Cheers

Ingo
:redface:
 
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hallo

Ingo schrieb:
Auch das erleichternde Lachen im Team, sogar manchmal Ironie und Sarkasmus als schwarzer Humor gehören dazu, denn sie helfen uns in der notwendigen Psychohygiene für uns selbst, um mit Krankheit, Tod und Sterben fertig zu werden, denn wir sind emotionale Wesen als Pflegende und nicht aus Holz.

Da habe ich aber immer wieder meine Bedenken ob KollegInnen es wirklich der Psychohygiene wegen machen.
denn zu oft wird dieser Humor zu einer Haltung und dann sogar mit ins Patientenzimmer getragen.

Da hört für mich der Humor auf denn er geht auf kosten der Patienten.

Mit dem Patienten lachen finde ich absolut gut:
Ironie und Sarkasmus als schwarzer Humor finde ich bedenklich.
Wie seht Ihr das....

Gruß

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
I

Ingo Tschinke

Hallo Sabine,

ich meine damit einen bewußten Umgang damit in selbstreflektiver Form und nicht das sich über andere lustig machen in einer Form von Abwertung, die m.E. deutlich negativ ist. Das was man macht, egal in welcher Form sollte man/frau immer in selbstreflitiver Form tun.

Ich hoffe, dass du mich da nicht falsch verstehst.

Cheers

Ingo
:redface:
 
S

Sabine Kuhn

Mitglied
Basis-Konto
01.08.2000
Hi Ingo
ich verstehe Dich da nicht unbedingt falsch muß aber gestehen das ich Deinen Beitrag genutzt habe .

Selbstreflitiver Form ist wünschenswert aber auf den Stationen auf den ich gearbeitet habe nicht der Fall.
Da wird auch keine Form der Hilfe angeboten wie es bei Euch sicherlich der Fall ist um aus Ironie und Sarkasmus , schwarzer Humor eine Psychohygiene zu machen.

Es ist zu oft der Fall das dieser zur inneren Haltung wird und der Patienten sehr oft darunter leiden muß.

Ich will mal einen nicht medizinischen Menschen zitieren der mir in einer Unterhaltung gesagt hat:

Was willst Du Deinen KollegenInnen was über Basale Stimulation erzählen die erkennen doch nichteimal die Menschenrechte an....
Er kennt sich gut aus was im Krankenhaus so passiert und wie sich die KollegInnen verhalten und sprechen -)

Daher sind für mich Ironie und Sarkasmus , schwarzer Humor Begriffe die ich sehr skeptisch betrachte.
Und einige von den Menschen mit denen ich zusammenarbeite benutzen oft diese Formen und können dann nicht mehr unterscheiden und verletzen Menschen dadurch.
Ich gebe Dir vollkommen Recht wenn Du mir sagst das diese das brauchen um mit etwas fertig zu werden.
Ich sage trotzdem nein dazu.
Ich würde sogar so weit gehen das ich sage ...ich habe da eine Allergie :)

Und dann muß ich nochetwas loswerden.
Als SchülerInn fand ich es furchtbar und habe zu oft mitgelacht und mich echt beschissen gefühlt.

Reflektieren...ja ...das wäre schon lange Zeit....leider gehen aber die KollegInnen nicht mehr diesen Weg...warum auch immer.

Soll ich nun auch noch mal ein paar Beispiele geben...ich lass es lieber die kennt sicher jeder :)

Humor immer!
Ich lache gern mit den Patienten und mache auch gern jeden Blödsinn auf Station mit...aber nicht Ironie und Sarkasmus , schwarzer Humor da streike ich
Grüße aus Berlin

Sabine
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
chirurgische ITS
H

heiner

Mitglied
Basis-Konto
25.01.2002
69121
Schließe mich voll der Meinung von Sabine an.
Sarkasmuss und schwarzer Humor ist nichts für mich.
Mit dem Patienten lachen ist eine Form von Therapie für den Erkrankten und für mich als Initiator.
Heiner :D :D
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
ambul.Pflege
M

mona

Mitglied
Basis-Konto
20.06.2001
47608
Zum Thema Lachen mit Patienten: Darüber gibt es sogar eine Dissertation einer Pflegewissenschaftlerin !!! Nee, mir fällt leider der Name nicht mehr ein, weiß nur noch, dass sie in Witten/Herdecke studiert hatte. Und in dieser Dissertation ging es darum, wie WICHTIG und RICHTIG Humor ist !!! Nicht alle Pflegewissenschaftler sind also humorlose Sauerbrote ;-)))
Grüsslis,
Mona
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
ambulante Pflege/ Caritas
N

Norfloxacin

Neues Mitglied
Basis-Konto
22.02.2005
15890
Hallo..
Also ich bin ein Meister in Schwarzem Humor und Sarkasmus. Gerade in diesem Beruf muss das sein :blink: ,wenn man alles ernst nimmt, kann man sich nach der Ausbildung schon einen neuen Beruf suchen. Die Patienten machen manchmal sogar prima mit und meist kennt man sie auch so weit, dass man einschätzen kann, ob man einen Spruch bringen kann, oder nicht. Andererseits ist es ja auch so, dass wichtige Dinge nicht "verlustigt" werden. Und klar, ist es oft so, dass etwas Zynisches hinterm Rücken des Patienten kommt. Aber mal ehrlich, lieber so, als im Zimmer (aus Unbedachtheit und magelnder Selbstbeherrschung) auszuflippen. Später kann man immer noch mal ein Gespräch führen. Und ich möchte lieber nicht wissen, was Patienten/Bewohner/Angehörige manchmal über uns sagen.. :eek:nline2lo :rolleyes:
 
Qualifikation
GuK
Fachgebiet
Pflegedienst
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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