Innere Medizin Hüftkontraktur und keine Hilfe!!!!

arsenalmylove

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Hallo,
wer kann mir helfen, bzw. meiner Patientin?
Ich habe eine 84jährige Damen als Patientin, die Zuhause versorgt wird. Die Dame ist bettlägerig und wurde im Dezember 2006 aus dem Krankenhaus entlassen. Dort hat sie eine Hüftkontraktur entwickelt, gegen die wir seit 6 Monaten ankämpfen.
An manchen Tagen ist die Muskulatur so verkrampft, das man das Bein überhaupt nicht bewegen kann. Das wirkt sich natürlich auch auf alle anderen Gelenke und Muskelgruppen aus, die Patientin hat zunehmend Schmerzen im Knie, in der Hüfte und in der Wirbelsäule.
Leider fühlen wir uns damit sehr alleine, weil die Krankengymnnastik die sie mit uns behandelt nur dann etwas macht, wenn die Patientin auch Lust hat. Ansonsten geht diese wieder und kommt auch in der Woche nicht mehr wieder.
Der Hausarzt hält eine andere Behandlung für nicht notwendig. Kommt nicht zum Hausbesuch um sich selbst ein Bild zu machen.
Wir, die jeden Tag bei der Dame sind und diese waschen, lagern und mit ihr sprechen, die jeden Tag sehen das es ihr schlecht geht und sie Schmerzen hat, sind total hilflos und frustriert, weil uns niemand hilft und wir auch nicht mehr weiter wissen.
Hat jemand einen Tipp für uns wie wir der Patientin alles ein wenig angenehmer machen können?

Gruß
Ute
 
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Lisy

Hallöchen,
sei mir bitte nicht böse, wenn ich dich nicht mit deinem Nick anspreche, der ist für mich zu kompliziert.
Zu deine Frage, ich würds mit Bewegungsübungen b.z.w. Mobilisation nach Bobath versuchen. Hilft die Verspannungen zu lösen.
Gruß Lisy
 
L

lemuelreist

Hallo,
ist ja eine etwas heikle Sache, auf Pflegeseiten und aus der Ferne über Kontrakturproblematiken zu sprechen - ich will es trotzdessen mal versuchen:

Zuerst einmal eine grundsätzliche Frage: Wie kam es denn zur Immobilisation der Frau? Liegt ursächlich eine neurologische Erkrankung vor oder eine des Bewegungsapparats?

Wie äußert sich die Kontraktur denn genauer: Besteht eine Gelenkversteifung, sind bisher vielleicht `nur´ Muskel und Sehnen verkürzt/versteift? Bei Letzterem:Wie steht es um Bauch-, Rücken-, Oberschenkelmuskulatur (Adduktoren/Abduktoren)?
Könntest Du dazu etwas zusätzlich sagen?
 
arsenalmylove

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Hallo,
also die Patientin ist bettlägerig. Sie hatte wohl in Oktober 2006 einen Schlaganfall. Ist dann meiner Meinung nach in der Klinik überhaupt nicht behandelt worden. Ist dann im Dezember nach Hause gekommen, mit 4 Dekubiti am Gesäß 8x8 cm und 4x4 cm an den Fersen. Die Wunden am Gesäß sind trotz Wundberaterin und Chirug bis heute nicht verheilt, es wird aber langsam besser. Die Kontraktur bestand schon als die Patientin zu uns kam.
Ich möchte einfach mal behaupten, die Frau ist von allen aufgegen. Von ihrem Hausarzt, der seit 3 Monaten nicht mehr zum Hausbesuch da war und von den Krankengymnasten scheinbar auch. "Die macht ja nicht mit".
Wie weit die Kontraktur fortgeschritten ist kann ich nicht sagen, weil der Hausarzt auch keinen Facharzt hinzuziehen möchte und wie gesagt ich von der Krankengymnastik auch keine Infos bekomme.
Das rechte Bein ist komplett an den Körper herangezogen, wenn sie einen entspannten Tag hat, lässt es sich etwas lösen, bleibt aber eben so wie das Knie angewinkelt. Eine Lagerung ist nur auf der linken Seite möglich. Sie verkrampft aber sehr und zieht das Bein immer wieder zum Körper ran.
Auch die Außenrotation der Hüfte ist nurnoch ca. 5 cm möglich.
Wir dachten das man ihr evtl. etwas zum Muskelentkrampfen spritzen kann, aber der Hausarzt meinte das wäre doch "überflüssiger Schwachsinn". Im Rahmen der Grundpflege versuchen wir das Bein immer durchzubewegen, aber sie verkrampft sich dann und arbeitet gegen.
Ich habe echt keine Ahnung was man da noch machen kann und warum außer uns scheinbar keiner mehr Interesse daran hat, das es der Frau besser geht, bzw. das es nicht schlimmer wird. Ich fühle mich so hilflos und frage mich ständig ob ich alles getan habe.....
Gruß
ute
 
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Manu5959

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Hallo Ute,

ich würde zuerst mit den Angehörigen oder Betreuer einen Arztwechsel besprechen, denn der, den sie jetzt hat, ist wohl keinen Pfifferling wert, und hilft ihr ja überhaupt nicht!
Da du ja geschrieben hast, das die Pat. zunehmend Schmerzen hat, benötigt sie unbedingt Schmerzmittel. Diese sind auch bei bestehenden Dekubitalulcera mehr als angebracht.
Stell dir doch mal vor, du weißt, das du beim Bewegen Schmerzen haben wirst, ich würde auch verkrampfen.

Ein Gespräch mit der behandelnden Physiotherapeutin wäre auch notwendig, ihr solltet euer Handeln miteinander absprechen.
Den Vorschlag von Lisy, das Bobath- Konzept anzuwenden, finde ich auch gut, die Anwendung Basaler Stimulation wäre auch eine gute Möglichkeit.

Grüßle Manu
 
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arsenalmylove

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Hallo,
erstmal vielen Dank für die vielen Gedanken, die ihr euch alle macht.
Das mit dem Hausarztwechsel haben wir ja auch schon bedacht, aber das wird ihr Mann nicht zulassen. Die sind seit 40 Jahren bei dem Dr. und da werden die beide nicht weggehen. Für die beiden ist der Dr. der Halbgott in Weiß und wenn der Dr. sagt das man nichts an der Hüfte machen kann, dann ist das auch so weil der Dr. das ja wissen muß.
Gestern war eine andere Krankengymnastin da und hat sich wohl richtig viel Zeit und Geduld für die Dame genommen und siehe da, als ich heute morgen zur Pflege kam, hatte sie zwar furchtbar schlechte Laune, aber die Hüfte war viel lockerer und entspannter. Somit war für alle Beteiligten die Pflege angenehmer. Wir werden jetzt versuchen diese Therapeutin dauerhaft zu bekommen.
Das mit den Schmerzmitteln kann ich mal beim Hausarzt ansprechen, aber so wie ich ihn einschätze wird er sagen das sie ASS 300 bekommt und das es ausreichend ist.
Er ist ja trotz unsere Anliegen auch seit ca. 3 Monaten nicht mehr zum Hausbesuch gewesen.
Die Patientin hat auch massive Beinödeme, aber da laut Hausarzt ja eh eine Niereninsuffizienz vorliegt, kümmert er sich auch darum nicht.
Der hat die Dekubiti nicht ein mal gesehn. Der weiß nicht wie die behandelt werden, der weiß nicht wieviel Insulin sie bekommt........
Auf diesen Mann können wir nicht bauen, wir konnten uns in der Praxis auch schon anhören, das wir recht lästig sind, weil wir immer mit was anderem kommen und das ja nicht seine einzige Patientin ist.
Es war heute einfach mal wieder schön zu sehen, das die Krankengymnastik gestern so effektiv war.

Grüsse
Ute
 
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