Allgemeinchirurgie Hüft-drenagen gleichzeitig ziehn?

King555

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Hello alle zusammen,
ich habe eine Freundin die ne Ausbildung zur G&KPflegerin macht (genau wie ich^^) und die ist grad an ihrer zwischenprüfung dran. Nur hat sie eine Frage und zwar hat ihr Patient nach ner OP 3 drenagen in der Hüfte und die soll sie dan auch ziehn. Nur liegen diese so ungünstig das sie alleine es nicht schaft alle 3 gleichzeitig zu ziehn. Sollte sie nun eine 2. Person um hilfe bitten oder sollte sie einfach 2 aufeinmal und die 3. einzeln herausziehn?
 
Qualifikation
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Allround

Allround

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Hallo,

ehrlich gesagt kann ich diese Frage nicht ganz ernst nehmen....:blushing: !

Das ist eine primär ärztliche Tätigkeit, nicht die einer Schülerin.

Und es gibt kein obligates Gleichzeitigziehen. Scheint mir eher die brutalere Variante eigentlich zu sein.....Kann man auch nacheinander ziehen.

Gibt's denn wirklich sowas....??? Allround
 
Qualifikation
Stationsleitung Krankenschwester
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paros

Hiiiilfe,
wo sind all´die Schwestern und Pfleger hin.........
die unsere Auszubildenden adäquat anleiten!
Wunddrains werden höchstens beim Schlachter gleichzeitig gezogen, ansonsten einzeln und nach Möglichkeit ohne SOG!!
Übrigens, so ein abgerissener Drain- Schlauch ist nicht sehr spassig!!
Und, jawohl allround :applaus: , ist dann doch eine ärztliche Tätigkeit, obwohl ja doch so viele Kollegen/Innen das so gern machen, dann ist man ja ein bißchen wichtiger, gell??
Pffffff, ich verzweifel irgendwann noch.
Ne richtig tolle Prüfung hat was mit genialer Grundpflege, Kommunikation usw. zu tun und nicht mit diesem ewigen Behandlungsgebrasel!
Müde Grüsse
 
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toptep

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Ich habe das "Vergnügen" gelegentlich als Patient in Orthopädischen Kliniken zu liegen.
Das Ziehen der Drainagen ist unterschiedlich geregelt gewesen.Teilweise die Pflege in anderen Kliniken ganz klar ärztliche Tätigkeit.
Aber bitte jeden Drain einzeln ziehen und vorher entlüften.
Wenn jemand nicht einmal in der Theorie weis,wie man Drainagen zieht,der kommt an meine bestimmt nicht heran.----es gibt ja auch Lehrbücher,in die man bei Gelegenheit reinsehen könnte.

Schaudernde Grüsse
Toptep
 
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Krankenschwester
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Schmerzmanagement,palliaitive care--beide FB auch für die pädiatrie
King555

King555

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also ich bin Unterkurs und habe von der schule her noch nichts über dreagen oder deren ziehen gelernt aber meien freundin die auch in nem andern haus arbeitet ist halt Mittelkurs kommt in den Oberkurs muss das halt machen. kann daher schon mal nicht mittreden aber sie erzählte mir das die schwestern zu 99% immer gleichzeitig ziehn und sagen das man es machen sollte....
 
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Hartwig

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Moin, moin!




Und, jawohl allround :applaus: , ist dann doch eine ärztliche Tätigkeit, obwohl ja doch so viele Kollegen/Innen das so gern machen, dann ist man ja ein bißchen wichtiger, gell??
Pffffff, ich verzweifel irgendwann noch.
Ne richtig tolle Prüfung hat was mit genialer Grundpflege, Kommunikation usw. zu tun und nicht mit diesem ewigen Behandlungsgebrasel!
Müde Grüsse
Hierzu habe ich zwei Fragen:

Aufgabe des Arztes ist die Diagnose und Therapie. Warum sollte das Entfernen eines Drain eine ärztliche Tätigkeit sein?

Inhalt der Prüfung kann all das sein, was theoretisch oder praktisch vermittelt wurde - unter diesen Voraussetzungen auch das Entfernen eines Drain. Man kann natürlich darüber steiten, ob das Ziehen eines Drains wert ist, in einer Prüfung gezeigt zu werden... Aber es spicht erst mal nichts dagegen. Bei uns wurde z.B. Blutabnahme gelehrt und so war es auch Inhalt der Zwischenprüfung, es gab auch Klassenkameraden, die in ihrer Prüfung einen Drain gezogen haben...

Aus welchem Grund hat die Grundpflege bei Dir einen so hohen Stellenwert in einer praktischen Prüfung?

Es ist sehr schade, wenn ein Prüfling die Hälfte seiner Prüfung mit der Grundpflege verbringt - womöglich sind die Prüfer beim eigentlichen Waschen gar nicht anwesend, weil es im Badezimmer zu eng ist - anstatt zu zeigen, was er in den drei Jahren gelernt hat! Hier werden ganz eindeutig falsche Prioritäten gesetzt. In den drei Jahren der Ausbildung werden viele hochwertige und anspruchsvolle Tätigkeiten vermittelt, ein grosser Teil davon wird niemals bei praktischen Examen überprüft. Damit werden falsche Signale gesetzt. Ich denke, man muss darüber nachdenke, warum in Deutschland im praktischen Examen eine Tätigkeit geprüft wird, die in anderen Ländern noch nicht einmal in das Aufgabengebiet einer Krankenschwester fällt. Hat Pflege so wenig zu bieten? Warum wird in der Prüfung nicht mehr Wert gelegt auf Beratungskompetenz? Einsatz und kritische Beurteilung von Assessmentinstrumenten? Diagnostische Fähigkeiten? Entlassungsmanagement? usw.

Schade.


Gruss
Hartwig
 
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paros

@ Hartwig,
jetzt mal in aller Deutlichkeit: Blutabnahmen, Entfernen von Drains, Subcutangaben etc. kann ich jedem Schimpansen beibringen!!!!:mad_2:
Bedürfnisorientierte ganzheitliche Pflege unter Einbeziehung von Ressourcen, basaler Stimulation, hohe Kommunikationfähigkeit, adäquaten Umgang mit Ängsten oder Nähe und Distanz, Einbau von Prophylaxen in mein Pflegemanagement, Riskmanagement, Umgang mit den Expertenstandards usw. usw., dass ist das, was meiner Meinung nach immer mehr durch behandlungspflegerische Tätigkeiten verdrängt wird.
Es ist schade, dass du offensichtlich der Meinung bist, das GUTE PFLEGE in der Übernahme von Arzttätigkeiten liegt.Ja, zum Steckbecken wegbringen braucht man keine Ausbildung, waschen kann jede Mutter etc., solche Aussagen wird es immer geben.
Wirkliche Pflege ist eine Kunst!
Ansonsten gibt es ja inzwischen ausreichendTätigkeitsfelder( Op- Assistent, MTA etc.), in denen man sich austoben kann, wenn der eigene Schwerpunkt nicht unbedingt in der PFLEGE von Patienten liegt.
Gruss
 
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Hartwig

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@ Hartwig,
jetzt mal in aller Deutlichkeit: Blutabnahmen, Entfernen von Drains, Subcutangaben etc. kann ich jedem Schimpansen beibringen!!!!:mad_2:

Bedürfnisorientierte ganzheitliche Pflege unter Einbeziehung von Ressourcen, basaler Stimulation, hohe Kommunikationfähigkeit, adäquaten Umgang mit Ängsten oder Nähe und Distanz, Einbau von Prophylaxen in mein Pflegemanagement, Riskmanagement, Umgang mit den Expertenstandards usw. usw., dass ist das, was meiner Meinung nach immer mehr durch behandlungspflegerische Tätigkeiten verdrängt wird.

Bist Du sicher, dass Du mein Posting richtig gelesen hat?

:kopfkratz:

Mein Ziel war es, gerade zu betonen, dass diese Dinge vermehrt Eingang in die praktische Prüfung finden. Statt dessen wird die Grundpflege überbewertet.

@Hartwig

Es ist schade, dass du offensichtlich der Meinung bist, das GUTE PFLEGE in der Übernahme von Arzttätigkeiten liegt.Ja, zum Steckbecken wegbringen braucht man keine Ausbildung, waschen kann jede Mutter etc., solche Aussagen wird es immer geben.
Ich habe mein Posting noch mal durchgelesen und ich bin der Meinung, dass Du es gründlich falsch verstanden hast.
Ich habe beschrieben, was für mich - unter anderem - gute Pflege ausmacht, ich erwähnte z.B. Beratungskompetenzen, Einsatz und kritische Beurteilung von Assessmentinstrumenten? Diagnostische Fähigkeiten? Entlassungsmanagement? usw.
Und gerade, weil ich darunter gute Pflege verstehe, frage ich mich, warum man diesen Dingen in der praktischen Prüfung nicht mehr Raum gibt und statt dessen das Waschen des Patienten sehr in den Vordergrund rückt.
Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, an meiner Schule wurde damals die Grundpflege in der Prüfung zwar akzeptiert, aber nicht gefordert.

Zum Thema "Waschen". Ich würde mir eine sachliche Diskussion zu dem Thema wünsche.
Es ist keine Frage, dass das therapeutische Waschen im Rahmen einer Basalen Stimulation (Basale Stimulation ist sehr viel mehr als nur waschen, das wird oft vergessen!) eine komplexe, anspruchsvolle Tätigkeit ist, die nicht an Hilfskräfte abgegeben werden kann.
Mir ist aber nicht klar, warum das Waschen zum Zwecke der Körperpflege zwangsläufig in die Hand einer dreijährig ausgebildeten Krankenschwester gehört? Warum ist dann gerade das Waschen gerade die Tätigkeit, die von Zivis und FSJ ausgeführt wird? Wenn das Waschen in den Aufgabenkatalog eine dreijährig ausgebildeten Kraft gehört, bedeutet das nicht eine Abwertung der Laienpflege, die ja ebenfalls Angehörige waschen? Wenn eine spezielle Ausbildung nötig ist, müsste es Unterschiede in der Qualität der Arbeit geben. Das bedeutet, die Qualität des Waschen durchgeführt von einer Krankenschwester müsste sich signifikant von der eines - beispielsweise - pflegenden Angehörigen unterschieden. Unter "Qualität" wäre hier natürlich nicht nur die Sauberkeit als solche zu verstehen, die sich objektiv messen liesse, sondern auch subjektive Faktoren wie "Gefühl der Sicherheit", "Zufriedenheit", "Zuwendung" usw. auch diese Faktoren liessen sich über Skalen identifizieren. Ist nun davon auszugehen, dass eine nicht ausgebildetet Laienkraft mit einer einer Krankenschwester vergleichbarer Erfahrung in diesen Dimensionen eine dreijährigen Pflegekraft signifikant überlegen ist? Ich habe meine Zweifel.

Wie gesagt, ich spreche hier immer von der Grundpflege zum Zwecke der Reinigung, also so, wie es in der Praxis in der Regel, morgens um vier Uhr, mit Unterstüzung der Pflegedienstleitung in Deutschen Krankenhäusern abläuft. Zum Wohle des Patienten?




Wirkliche Pflege ist eine Kunst!
Sehr richtig!

Gruss Hartwig
 
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Krankenpfleger
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Hartwig

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@ Hartwig,
jetzt mal in aller Deutlichkeit: Blutabnahmen, Entfernen von Drains, Subcutangaben etc. kann ich jedem Schimpansen beibringen!!!!:mad_2:
Ein weiterer Spruch, der Einzug gehalten hat in das Buch der Pflegemantra und dort gleichberechtigt neben Aussagen wie:"Das haben wir schon immer so gemacht", "Das ist nicht meine Aufgabe" und "Hatten WIR denn heute schon Stuhlgang" existiert...

Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht, was eigentlich hinter einem solchen Satz steht. Glaubt man tatächlich, man könne eine solche Tätigkeit auch einem Affen beibringen? Und wenn ja, wer will schon mit Affen zusammenarbeiten...?

Obwohl :whistling


Steckt hinter einem solchen Spruch eine gewisse Orientierungslosigkeit? Also in dem Sinne von: "Ich weiss nicht, was Pflege eigentlich ist, aber das (hier beliebige, sogenannte, ärztliche Tätigkeit einsetzen) ist es nicht!" ? Und man wertet dann diese Tätigkeit mit der Aussage, man könne es auch einem Affen beibringen ab.

Ist darin eine Existenzangst verborgen? Nehmen wir an, auf einer Station soll eine Stelle gekürzt werden. Zwei Pflegekräfte, die in ihrer originären Pflegetätigkeit (hier persönliche Definition einfügen) gleichwertig sind, sich aber darin unterschieden, dass die eine zusätzliche Aufgaben wie: Klammern/Fäden ziehen, Blutabnahmen, legen venöser Zugänge, legen von Magensonden usw übernimmt. Beide Pflegekräfte haben den gleichen sozielen Hintergrund. Welche Pflegekraft wird wohl entlassen werden? Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, wertet die andere Pflegekraft daraufhin diese Aufgaben mit dem Satz, das könnte man auch einem Affen beibringen ab.

Ist es Ausdruck einer Überlastung? Das Personal ist schon durch Stellenkürzung so überlastet, dass sie gewissen Tätigkeiten, von denen sie ausgehen, das diese nicht in ihren Aufgabenberich liegen, ablehen und durch die Aussage, das können man doch auch einem Affen beibringen noch zusätzlich abwerten.

Wird einfach nur eine Aussage, die zur zeit modern geworden ist, unreflektiert wiedergegeben, um vielleicht ein Schmunzeln zu ernten?

Was für ein Bild hat man von seinen Mitarbeitern, wenn man diese Aussage wiederholt im Alltagsgespräch benutzt? nehmen wir an, in einem grossen Haus sind gewissen Aufgaben nicht einheitlich geregelt. Auf einer normalen Station wird z.B. Blut in der Regel von Ärzten abgenommen, während das Pflegepersonal in der Anesthesie venöse Zugänge legt. Darf ich die Kollegen in der Anesthesie beleidigen und abwerten indem ich ihnen zu verstehen geben; dass ihre Arbeit doch auch ein Affe übernehmen könne?
Unser Verhältnis zu anderen Menschen drücken wir nicht zuletzt durch unsere Komminkation aus. Versteh mein Posting nicht als Angriff Paros! Es ist nur ein Hinweis darauf, dass gerade Personen in einer Führungsposition in der Pflicht stehen und darauf achten müssen, dass sie durch ihre Art der Kommunikation Mitarbeiter nicht (unbewusst) abwerten.
Hierin liegt auch ein stückweit pflegerische, kommunikative Kompetenz.


Gruss Hartwig
 
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Wie gesagt, ich spreche hier immer von der Grundpflege zum Zwecke der Reinigung, also so, wie es in der Praxis in der Regel, morgens um vier Uhr, mit Unterstüzung der Pflegedienstleitung in Deutschen Krankenhäusern abläuft. Zum Wohle des Patienten?

Weder paros noch ich verstehen sowas unter Grundpflege, wage ich mal zu behaupten.

Grundpflege bedeutet nicht nur Körpersaubermachen.

Bei uns z.B. brauchen nur die Pat. mit gr. OP's eine Übernahme, meist Teil-, der Grundpflege. Da brauche ich gut ausgebildetes Personal, geht es doch auch um richtiges Bewegen, Mobilisieren ans WB, Schmerzen, gleichzeitigen Kathetern (3 in 1), lauf. Infusionen etc., dabei Aufklärung, Kommunikation, Beobachten der Kreislaufsituation nach VN, Ablesen der Redons, Verbandskontrollen, etc.

Drainagen ziehen ist halt einfach, eigentlich, und stereotyp. Wenig komplex.
So verstehe ich den Einwand von Paros.

Wir sind Beleghaus und haben keinen Stationsarzt. Wenn ich viele BE's zu tun habe, fühle ich mich in meiner sonstigen Aufgabenstellung gestört. Am Anfang hat es mir tatsächlich Spaß gemacht, jede gelungene Abnahme bei eigentlich schlechten Venen war ein Erfolgserlebnis :thumbsup2: .
Inzwischen ist es mir lästig, besonders wenn mangelnde ärztliche Organisation im vorstat. Praxis-Management meine Zeit stiehlt.:mad_2:

Ich hätte lieber mehr Zeit für die Patienten, zum Gespräch und um ihre Entwicklung zu beobachten und zur besseren Dokumentation.

Neue Tätigkeiten, schön und gut. Aber wir verdoppeln uns nicht, im Gegenteil.

LG, Allround
 
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Hallo Hartwig,
dein philosofischer Ausflug über " das bring" ich jedem Schimpansen bei" hat mir gut gefallen.
Allerdings komme ich aus einer Zeit, in denen dieser Satz noch nicht so abgegessen gewesen ist.
Ja, ich bewerte die Grundpflege hoch, ja, es gibt für mich tausend Tätigkeiten die wichtiger sind als sich mit Fäden ziehen oder ähnlichem zu beschäftigen.
Ja auch ich komme aus einer Zeit, in der Blutentnahmen, Fäden und Redons ziehen, I.V. Medis applizieren etc. wichtiger waren als der Mensch, an dem rumgewerkelt wurde.
Und ich bin froh, dass es in manchen Einrichtungen eine deutliche Trennung zwischen den ärztl.Hilfstätigkeiten und den orginären Pflegeaufgaben gibt.
Wer Spass an den Tätigkeiten hat ist sicherlich in der Anästhesie, der Ambulanz oder wo auch immer gut aufgehoben- aber nicht dort, wo Pflege- im besten Sinne des Wortes-betrieben wird.
Und zu den kommunikativen Elementen bei Führungskräften: Ja ich nehme mir die Freiheit heraus, einen ganz klaren Pflegeschwerpunkt von meinen Mitarbeitern- innen zu erwarten. Wenn du das als abwertendes Verhalten anderen MA gegenüber bezeichnen möchtest, dann werde ich das so stehen lassen.Für mich ist es aufwertendes Verhalten denjenigen gegenüber, die sich tagtäglich im Pflegealltag einbringen.
Alles weitere würde jetzt hier den Rahmen sprengen.
kollegiale Grüsse!
 
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Hallo Hartwig,

Ja, ich bewerte die Grundpflege hoch, ja, es gibt für mich tausend Tätigkeiten die wichtiger sind als sich mit Fäden ziehen oder ähnlichem zu beschäftigen.
Ja auch ich komme aus einer Zeit, in der Blutentnahmen, Fäden und Redons ziehen, I.V. Medis applizieren etc. wichtiger waren als der Mensch, an dem rumgewerkelt wurde.
Und ich bin froh, dass es in manchen Einrichtungen eine deutliche Trennung zwischen den ärztl.Hilfstätigkeiten und den orginären Pflegeaufgaben gibt.
Wer Spass an den Tätigkeiten hat ist sicherlich in der Anästhesie, der Ambulanz oder wo auch immer gut aufgehoben- aber nicht dort, wo Pflege- im besten Sinne des Wortes-betrieben wird.!
Hmm, also ich möchte hier noch einmal betonen, dass ich auf keinen Fall ärztliche Tätigkeiten - was immer man darunter versteht - höher bewerte, als die eindeutig pflegerischen!!! Da entspricht weder meiner eigenen Berufsauffassung, noch habe ich das in meinen beiden Posting so geschrieben. Im Gegenteil, ich wollte lediglich deutlich machen, dass es pflegerische Tätigkeiten auf unterschiedlichem Qualifikationsniveau gibt. Das Waschen eines Patienten steht dabei für - was das pflegerische Können und Niveau der Ausbildung betrifft - unter der Beratung eines Patienten nach einem Herzinfakt, um ein Beispiel zu nennen , einem umfangreichen Assessment, einer kompetenten Erfassung der Pflegediagnose und der Auswahl der pflegerische Interventionen. Genau aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass diese Punkte in einem praktischen Examen deutlicher hervorgehoben werden sollten und der Schwerpunkt weniger auf das Waschen gelegt werden darf, da die weniger Sachverstand verlangt.
Oder, um es mal ganz deutlich und überspitzt zu formulieren, geht es uns in erster Linie um einen sauberen Patienten oder ist uns der informierte Patient wichtiger? Ich denke, die Antwort macht deutlich, wo der Schwerpunkt in einer praktischen Prüfung liegen sollte.



Im übrigen ist die Frage, ob beispielsweise das Legen einen venösen Zugangs eine pflegerische oder ärztliche Tätigkeit ist durchaus kulturabhängig. Hier in Frankreich würden meine Kollegen - in ureigenster französischen Art - sofort inden Streik gehen, wenn man ihnen sagen würde, dass sie dies plötzlich nicht mehr tun dürfen ...:eek:riginal:
Die Frage, was ist ärztliche und was ist pflegerische Tätigkeit gibt es hier nicht, hier ist der Ausgabenkatalog des dreijährigen Pflegepersonals sowie der KPH gesetyliche geregelt. Man fragt hier eher: Was ist gut für den Patienten und wer kann es gut und kostengünstig Übernehmen?"
Sicherlich ein nachdenkenswerter Ansatz, der meines Erachtens den Patienten wieder in den Mittelpunkt unseres Handels rückt - aber ich schweife vom Thema ab...

Ebenfalls kollegiale Grüsse
Hartwig
 
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kleinergizmo

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Hallo,
Zwei Pflegekräfte, die in ihrer originären Pflegetätigkeit (hier persönliche Definition einfügen) gleichwertig sind, sich aber darin unterschieden, dass die eine zusätzliche Aufgaben wie: Klammern/Fäden ziehen, Blutabnahmen, legen venöser Zugänge, legen von Magensonden usw übernimmt.
Klaro.

Würd ich als PDL auch bevorzugen, aus einem einzigen Grund: Jeder Arzt kommt mir bedeutend teurer. Aufmucken tut die Zweitgenannte bei so was offenbar auch nicht.

Hier in Frankreich würden meine Kollegen - in ureigenster französischen Art - sofort inden Streik gehen, wenn man ihnen sagen würde, dass sie dies plötzlich nicht mehr tun dürfen ...
Im Gegensatz zu Frankreich ist es hier aber nunmal als ärztliche Tätigkeit definiert und eine Übernahme von solchen Tätigkeiten führt zu nichts, außer noch mehr Zeitmangel!

Um das mal klar zu sagen:
Ich wasche ungerne. Behandlungspflege ist mir in allen Bereichen lieber als Grundpflege. Ich habe meine Konsequenzen gezogen und gehe nach meinem Abschluss in einen dementsprechenden Bereich.
Aber ganz ehrlich, dafür wird man dort 1. anständig bezahlt, hat 2. genug Zeit für solche Sachen und 3. wird die Leistung auch mit Selbständigkeit honoriert!

Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben.
Wenn mich (als Schüler!!) am Telefon der Doc ansch**ßt, ich wäre ja nur zu faul, das Lasix selbst i.v. zu spritzen, dann ist bei mir Sense.
Wie es in den Wald ruft... :mad_2:

Unter solchen Umständen schwöre ich, keine einzige ärztliche Tätigkeit, mit der ich mich dann auch noch auf rechtlich dünnem Eis bewege, durchzuführen.

Ich kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, Frankreich nicht mit Deutschland. Und die Rundumpflege, die ich gestern in meinem Examen geleistet habe, enthielt fast nur Grundpflege. So what, es waren meine Examenspatienten. Die im täglichen Umgang kann ich mir auch nicht aussuchen. Und auch da komme ich mit der Grundpflege kaum rum - also werd ich nen Teufel tun, und im Alltag oder in der Prüfung einen unnatürlichen Fokus legen.

Könnte ichs mir leisten, gerne... Tja. Aber ich bin nicht der Schimpanse von faulen Ärzten....

Gruß,
Gizmo
 
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Hallo,
also... in der Schweiz ist das ziehen der Drainagen Aufgabe des Pflegepersonals. Bei den Orthopädischen Patienten haben wir auch die Weisung, mit Sog zu ziehen.
Wir ziehen natürlich auch eine nach der Anderen. Hab noch nie gehört, dass alle gleichzeitig gezogen werden (müssen). Find ich auch nicht umsetzbar.
Beim ziehen lass ich die Patienten immer tief Atmen. Und beim Ausatmen wird dann gezogen. Das funktioniert eigentlich ganz gut und bisher hats jeder überlebt ;-)
Damit mein ich natürlich, dass es keine Tränen gab oder starke Schmerzen oder so...
Bei uns dürfen das auch die Auszubildenden im 3. Jahr. Vorher allerdings absolut nicht.

Schönen Abend noch und viele Grüße
 
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Lilly-Willow

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Hallo :eek:riginal:

also ich wollte nur mal sagen, dass ich in meiner Ausbildung es auch so gelernt habe, dass die Drainagen ( in der Regel waren es 3-4 bei großer Hüft TEP) alle auf einmal gezogen werden. meist wurde das zu zweit gemacht, also mit noch einer zweiten Krankenschwester und jeder hat 2 gezogen.

in meinem Prüfung hab ich das alleine gemacht, in 2 Anläufen, jeweils 2 Drainagen unter SOG gezogen. die Begründung weshalb mit Sog war die, dass so restliche Wundflüssigkeit mit herausgezogen wird und nicht zurück in die Wunde läuft.

mein Examen hab ich 2004 gemacht, also noch nicht soooo lange her. aber ich finde es interessant, das es doch so Unterschiede gab/gibt.

muss mich damit aber auch nicht mehr auseinandersetzen. arbeite mittlerweile in der Altenpflege und bin damit glücklicher. :laughing:


Gruß Lilly :flowers:
 
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Krankenschwester; Praxisanleiterin
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Alten und Pflegeheim
Weiterbildungen
"Expertenstandard Menschen mit chronischen Wunden"
Weiterbildung zur Praxisanleiterin
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E-Lyte

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Nette Postings hier ^^

Ich gehe auch mal Off Topic:

Da gab es, ich weiß nicht in welcher Ausgabe dieses Jahr, in "Die Schwester, Der Pfleger" einen interessanten Artikel über Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten gegenüber der Pflege. Da war die Überschrift davon koordiniertes & strukturiertes Arbeiten unter dieser Berücksichtigung dieser Thematik. Leider konnte ich damals den Artikel nicht ganz vollständig lesen. War aber sehr interessant & bietet Denkanstöße.
 
Qualifikation
Gesundheits- und Krankenpflegerin
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Hallo!
Ich denke, dass Aufgaben, wie Blutentnahmen oder Drainagen ziehen in jedem Haus anderst geregelt sein kann. Bei uns ist die Blutentnahme eine Schwestertätigkeit, die Drainagen allerdings zieht immer der Arzt (und zwar ALLE EINZELN). Die liegen ja an unterschiedlichen Stellen. Kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich für den Patienten anfühlt, alle 3 auf einmal gezogen zu griegen.
 
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Gesundheits- und Krankenpflegerin, Praxisanleiterin
Fachgebiet
Chirurgie/Gynäkologie/Innere/Aufwachraum
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okris

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Ich find die Diskusion hat ja teils schon sehr groteske Ausmaße angenommen.
Bei uns werden die Drainagen in der Regel vom Pflegepersonal gezogen. Das wie hat sich mit der Zeit geändert. vor Jahren wurde mit Sog gezogen, jetzt meist ohne. Auch ich habe es so gelernt und gebe es auch so weiter das zwei oder auch drei Drinagen gleichzeitig gezogen werden. Patienten haben mir bestätigt das dies besser für sie ist als dreimal hinternander. Das ziehen von Drainagen ist ein Verbandswechsel der immer zu zweit zu erfolgen hat. wir haben jetzt den vorteil das bei einer Hüft-TEP nur eine drainage liegt und damit sich diese Frage meist erledigt hat. oft bleibt diese nur bis zum Morgen des ersten postoperativen Tages drin und dann siend die Patienten noch mit Schmerzmed gut gesättigt.
Nun noch kurz zu diesem Twist was mact eine gute Krankenpflege aus. Ich bin der Meinung das zu einer guten Krankenpflege alle bereiche gehören von der Grundpflege bis zur Behandlungspflege und dazu gehören auch Aufgaben die von Ärzten an die Pflege weitergeleitet werden.
Es ist halt so das eben nicht jeder Hausfrau die Grundpflege übernehmen kann genauso kann der Affee nicht die Behandlungspflege übernehmen.
 
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Krankenpfleger
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Orthopädie
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