Hospitation sinnvoll oder nur unbezahltes Mitarbeiten

B

Bobbel

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Hallo,

habe in zwei Pflegeheimen hospitiert.

Mein Fazit.
Potentielle Kollegen kennnengelernt - Okay.
Einführung in die Organisationsstruktur (Wer ist für was zuständig etc.) - Wenig.
Spezifische Einführung/Aufklärung über die Bewohner (Einschränkungen/Krankheiten/Resourcen) - aus Zeitmangel - Wenig (nur auf Nachfrage).
Praktische Anleitung bei der Pflege - Null (Okay, bin examiniert, jedoch gibt es doch Besonderheiten bei Bewohnern z.B. spuckt, wenn er schnell gedreht wird etc.).
Allgemeine, stationsspezifische, zeitliche Gliederung (wie lange für wen oder was später zu erledigen etc.) - Null.

Also habe ich eben da geholfen, wo Not war und die Kollegen konnten in der Zeit Etwas Anderes machen.

Ich muss ehrlich gestehen, ich war etwas frustriert, da ich von einem Hospitationstag schon erwarten würde, das einem ein strukturierter Einblick in eine Einrichtung gewährt wird und man auch eine Einführung in die Besonderheiten der Bewohner, bei denen man dann Pflege durchführen soll, geboten wird.

Die Frage ist, opfert man einen Tag und arbeitet umsonst oder kann man sich Das sparen?

Gruß
Bobbel
 
Qualifikation
KS
Fachgebiet
verschiedene
L

Luna

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Hallo Bobbel,

ich habe auch gerade in einer Einrichtung hospitiert, da ich bisher noch keine Berührungspunkte mit der Tätigkeit im Heimbereich hatte und erst einmal klären wollte, ob es in etwa meinen Ideen entspricht.
Soweit so gut. Die KollegInnen wirkten auf mich etwas verunsichert - "Was willst Du machen / sehen...". Ich habe klargestellt, das ich nur gucke und nicht arbeite oder eingearbeitet werde. Wobei so ganz konnte ich bei diesem "nur beobachten" nicht bleiben. Allerdings als Hospitantin kann ich keine Aktionen alleine bzw. überhaupt durchführen - ich bin z.B. nicht versichert (oder weiß jemand etwas anderes?). Von daher - und weil ich ja auch etwas anderes Erfahren möchte (und dann noch unentgeldlich - nee!!) - übernehme ich eigentlich keine Pflegetätigkeit bei der Hospitation. Eigentlich..., das letzte Mal erschienen mir die KollegInnen "überfordert" (weil unbekannt) mit meinem Ansinnen, also habe ich Essen gereicht, Getränke aufgefüllt, Betten bezogen etc., so mehr im Sinne von Handreichungen.

In der ambulanten Pflege, wo ich bisher tätig war, habe ich selber hospitiert bzw. HospitantInnen mitgehabt. Das Ziel war zu vermitteln, wie "wir" mit den Pat./Angehörigen umgehen, wie wir dokumentieren, wie die Pflegetätigkeiten ausgeführt werden (z.B. ob das "Drehen" immer gleich erfolgt, oder individuell angepasst durchgeführt wird), wie die Kommunikation im Team erfolgt usw.. Nach Möglichkeit hatten wir immer eine Hospitation vor der Anstellung, um ein Gefühl zu bekommen ob wir es uns vorstellen konnten, mit der jeweiligen Person im Team zusammen zu arbeiten, ob wir meinten, sie passt von ihrer Art der Kommunikation mit den Pat./Angehörigen zu uns. Dies war immer eine sehr subjektive Einstellung, da meist nur 1 Person mit der HospitantIn in Kontakt kam. Aber en gros sind wir als Team ganz gut gefahren damit.
Bevor ich eine neue Stelle anfange mache ich auch eine Hospitation, um genauso zu gucken, wie geht das Team miteinander um, wie wird gearbeitet etc.
Ich glaube Deine Hospitation war ganz sinnvoll - abschreckend! Es klingt nicht gerade nach einer Arbeitssituation auf die ich mich freuen würde.

Fazit: Ich finde eine Hospitation ist sinnvoll.

Tschüß Luna :smile:
 
Qualifikation
Pflegestudentin / Kinderkrankenschwester
Fachgebiet
stationäre Altenpflege
PflegeFrei

PflegeFrei

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Hallo Bobbel
Du siehst es genau richtig, viele nutzen so nur etwas aus, teilweise wird man sogar gefragt , bzw. gebeten eine woche "da zu bleiben" . In so einem Fall ist man eine billige Arbeitskraft. Lass Dich nicht entmutigen Du wirst die passende Stelle noch finden.

Gruß Depp vom Dienst (DvD)
 
Qualifikation
exam.Fachaltenpfleger für Gerontopsychiatrie, PA Gerontopsychiatrie,
Fachgebiet
Freiberuflich
Weiterbildungen
Wundexperte ICW
Pflegefachkraft ausserklinische Beatmung
C

charleene

Mit einem Tag Hospitation kann ich gerade noch leben. Finde ich zwar nicht wirklich prickelnd, denn dafür gibt es ja schließlich die Probezeit, aber wenn der zukünftige Arbeitgeber darauf besteht - meinetwegen. Allerdings gehe ich nicht über diesen einen Tag hinaus, eine Woche ist für mich Ausbeute. Außerdem kann man nicht an einem einzigen Tag, von mir aus auch zwei, oder drei festmachen ob man in ein Team passt, einem der Ablauf des Heimalltages passt usw. Es gibt immer wieder Faktoren die zeigen, daß man mehr Zeit braucht. Z. B. die Nacht zuvor schlecht geschlafen und man ist vielleicht etwas muffelig obwohl man sonst eine positive Einstellung hat, freundlich und umgänglich ist. Andererseits kann es einer dieser Tage sein, an denen auf Station die Hölle los ist, weil viell. zwei Notfälle sind, alle Durchfall haben oder oder oder.
Bei Hospitationen habe ich es erst einmal geschafft wirklich nur zuzusehen und vielleicht beim lagern mit anzufassen. Ansonsten wurde immer, insbesondere von Kollegenseite aus, darauf bestanden, daß ich relativ normal mitarbeite.
 
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