Hilflos beim Umgang mit dem Hausarzt

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Hedina

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Ich muss Euch jetzt mal fragen was ich machen soll mit einem der Hausärzte von meinen Patienten:
Hier mal das aktuelle Beispiel dieser Woche:
Patient 56 Jahre alt (frühkindlicher Hirnschaden) wurde vor 3 Wochen urologisch operiert. Habe bis Heute keinerlei Diagnosen oder Infos vom Hausarzt bekommen, war sogar bereit wenn er seinen Hausbesuch macht komme ich dazu. Der Vater des Patienten 87 Jahre alt konnte mir auch nicht weiterhelfen.
Aussage vom Hausarzt was soll die Schwester denn dabei.
So, nach etwa einer Woche (Patient kam mit subprapubischem Katheter heim) fängt der Penis fürchterlich an zu richten und nässen:sick:. Ich wieder Dr. bescheid gegeben mit dem Ergebins wir sollen Octenisept benuten und gut ist. Weitere 3 Tage später habe ich vorgeschlagen man solle doch mal nen Abstrich machen um gezielt behandeln zu können. Was passiert, es wurde ein Abstrichröhrchen von den Angehörigen abgeholt und ich solle den Abstrich machen. HA hält es nicht für möglich mal selbst drauf zu schauen.:mad_2:.
Abstrichergebnis laut HA Colibakterien. Keine weiteren Anweisungen. Heute kam der Urologen und wollte Katherter wechseln und hat den Patienten direkt wieder mit ins Krankenhaus genommen. Jetzt habe ich Angst dass es heißt wir, der Pflegedienst, hätten alles falsch gemacht. Wie kann ich mich in Zukunft schützen was soll ich machen. Bin echt SAUER und HILFLOS!!! Habe natürlich alles in der Akte vermerkt aber habe auch die Erfahrung gemacht dass diese nicht gelesen wird von den Ärzten!:spank:
Das ist nur eine Tatsache die ich mit dem Hausarzt erlebt habe. Eine weitere war mal Herzpatient mit Druck auf Brust, Kaltschweißig, Angstgefühl anruf in der Praxis er sollt bitte sofort kommen (kleiner Ort kurze Wege bis der Notarzt da ist dauert länger) nö er kommt erst nach der Sprechstunde heute abend wird schon nicht so schlimm sein. Ich drängel er soll kommen darauf hin die Aussagen " Na Schwester wenn Sie heute Nacht nicht ruhig schlafen können dnn bleibt mir wohl nichts anderes übrig muss wohl kommen! Hallo was ist dass denn? Er kam und hat nur RR gemessen daraufhin gesagt: Herr XY ich glaube Sie müssen mal zur Generalüberholung ins KH. -> Krankentransport angerufen kurz auf den Arm des Patienten geschaut und dann zu den Sanis gesagt: Ach legt Ihr mal die Braunüle, Ihr macht das öfter wie ich. Die haben sich nur angeschaut und den Kopf geschüttelt.
WAS SOLL ICH DENN MACHEN MIT DEM ARZT? FÜHLE MICH ECHT VERARSCHT UND HILFLOS MEINEN PATIENTEN GEGENÜBER!!!
Habt Ihr Tipps für mich
 
Qualifikation
exam. Krankenschwester
Fachgebiet
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Lisy

Hallo Hedina,
diese Art von Hausärzten ist leider keine Ausnahme. Ich dokumentiers und gut ist. Wenn ich weis, das der Arzt so drauf ist, versuch ihn immer zu umgehen. In der ersten Beispiel hätte ich den Hausarzt nur davon in Kenntniss gesetzt und hätte gleich den Urologen geholt.
Ansonsten hilft es manchmal, wenn man den direkten Weg wählt. Termin machen und in die Praxis gehen, schön bewaffnet mit der Doku und alles brav durchhecheln. (Sprich geh im auf den Wecker bis er sich sagt, ich geh gleich, die gibt ja eh keine Ruhe)
Gruß Lisy
 
juttawa

juttawa

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Eine weitere war mal Herzpatient mit Druck auf Brust, Kaltschweißig, Angstgefühl


- mit so einem Patienten würde ich zur Sicherheit gleich in die Klinik fahren bzw. einen KW ordern. Sicher ist sicher.

Wenn wirklich was Ernstes ist und dann kommt erst der Hausarzt und dann muss der Patient doch ins Krankenhaus, bis dahin vergeht zuviel Zeit!

LG Jutta
 
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Fachkrankenschwester Psychiatrie
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ButAlive82

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01.10.2003
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Hallö,
das wichtigste in so einem Moment ist: Dokumentieren, du hast deine Pflicht getan. Ich hätte auch direkt den Urologen angerufen, denn der ist für die sachen verantwortlich, nicht der HA. Ich kenne das auch zugut. Man wird oft genug nicht ernst genommen :mad_2: , habe fast 1,5 Wochen gebraucht bis ein Pat ins KH gekommen ist der Ha hat immer nur RR, BZ und Puls gemessen und sonst nicht. Endresultat, Spepsis.

Gruß
 
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Valentina

Valentina

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Hallo Hedina,
ja, ja die Hausärzte...
Da kann ich dir auch ein Lied von singen. Mit etwa 80 & arbeiten wir Hand-in-Hand, so wie es sein sollte. Der Rest verhält sich eher zähflüssig bis ignorant, da passiert es schon, dass man telefonisch einfach nicht zur Frau Doktor durchgestellt wird. Wir nutzen in solchen Situationen sehr gerne unser Faxgerät, das uns rechtlich absichert, weil es als Nachweis dient, den Arzt auf Veränderungen aufmerksam gemacht zu haben. Danach sind wir "aus dem Schneider", es sei denn, es tritt eine weitere Verschlechterung auf.
Und wenn garnichts geht, warten wir bis Praxisschluss, rufen den ärztlichen Notdienst und dokumentieren alles.

Ich denke "hilflos" im Umgang mit den Hausärzten ist das falsche Wort - ich bin eher "genervt". Wenn der Hausarzt nicht mitzieht, sollte man nach anderen Wegen suchen.

Habe bis Heute keinerlei Diagnosen oder Infos vom Hausarzt bekommen
Hast Du eine Verordnung häuslicher Krankenpflege wegen des VW's am SPK? Da stehen doch i.d.R. die Diagnosen drauf. Gab es denn zumindest einen Pflege-Verlegungsbericht (Überleitungsbogen) vom Krankenhaus? Der ist, wenn ordentlich geführt, pflegetechnisch auch recht nützlich.
Wir erhalten allerdings nach KH-Aufenthalten fast immer eine Kopie des Arztbriefes, wenn nicht von den Patienten, dann von der Praxis.
Gruß
Valentina
 
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Krankenschwester/TQM-Auditorin
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Ambulanter Pflegedienst
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Hedina

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Hast Du eine Verordnung häuslicher Krankenpflege wegen des VW's am SPK? Da stehen doch i.d.R. die Diagnosen drauf. Gab es denn zumindest einen Pflege-Verlegungsbericht (Überleitungsbogen) vom Krankenhaus? Der ist, wenn ordentlich geführt, pflegetechnisch auch recht nützlich.
Wir erhalten allerdings nach KH-Aufenthalten fast immer eine Kopie des Arztbriefes, wenn nicht von den Patienten, dann von der Praxis.

Da ich bei einem privaten Arbeitgeber angestellt bin, der gleichzeitig das Alten/Pflegeheim im Ort betreut ist geht die Verordnung direkt ins Büro. Klar ich habe nachgehackt. Es wurde mir nur ausgerichtet VW 2x /Woche. Auf Nachfrage der Diagnose kam dann die Anwort rufe dich an muss ich erst nachschauen... Bis heute warte ich auf Rückruf mit schon mehrmaliger Erinnerung. Von der Praxis brauche ich keine Unterstützung zu erwarten die dürfen nur das Tun was der liebe Onkel Doktor sagt. Ist echt nervig. Welcher Urologe am Werk war, konnte man auch nicht in Erfahrung bringen da hier der HA seine Hand mit im Spiel hatte und der Vater des Patienten auch nicht weiß wer da kommt! Deshalb der Ausdruck HILFLOS. Man steckt so viel Energie in seine Arbeit, oft auch nach Feierabend da die Leute mich kennen und wissen wie ich Privat zu erreichen bin alles überhaupt kein Problem, meißtens, aber dann sich noch mit so einem Mist rumärgern ist doch echt ein Tick zu viel, Oder? Ich fühle mich zur Zeit einfach nur alleine gelassen, klar muss man überall kämpfen aber wenn man dann daueren so blöde Sprüche hört wie die vom Doc bin ich einfach nur Ohne Worte(was nicht oft vorkommt).
 
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exam. Krankenschwester
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Gerd

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15.06.2001
Neustrelitz
Hallo Hedina und alle anderen,
den Arzt wirst du nicht ändern. Ich frage mich wie du die Pflegeplanung ohne die Diagnose schreibst? Oder wer schreibt die bei euch?
Gruß

Gerd


AG FREIER HIMMEL
 
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Dipl.Sozialarbeiter
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Hedina

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Chefin schreibt das Cadex. Und wenn meine Kollegin und ich mal mehr wissen wollen dann ist keine Zeit dafür. :mad_2: Es werden immer nur leere Versprechungen gemacht, z.B.: Wir machen mal ne interne "Weiterbildung" aber auf die warten wir auch schon 3 Jahre. :angry:
 
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Intensiv/Wachstation
Valentina

Valentina

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Liebe Hedina,
dein Problem ist nicht nur der Hausarzt, sondern der allgemein mangelnde
Informationsfluss. Man kann pflegebedürftige Menschen nur optimal versorgen, wenn man über ausreichende, pflegerelevante Informationen verfügt. Hat man diese nicht, dann sinkt das Niveau (und engagierte Mitarbeiter sind frustriert).
Da ich bei einem privaten Arbeitgeber angestellt bin, der gleichzeitig das Alten/Pflegeheim im Ort betreut ist geht die Verordnung direkt ins Büro.
Ich bin auch ein privater Arbeitgeber, habe aber dafür Sorge zu tragen, dass jeder Mitarbeiter über seinen Arbeitsbereich umfassend Bescheid weiss. Die Pflegeplanungen werden schließlich auch von ihnen geschrieben.

Ich kann dir nur raten, deinen Chef auf diese Problematik hinzuweisen.
Grüße
Valentina
 
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Krankenschwester/TQM-Auditorin
Fachgebiet
Ambulanter Pflegedienst
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Tessa

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08.06.2007
64287
Chefin schreibt das Cadex. Und wenn meine Kollegin und ich mal mehr wissen wollen dann ist keine Zeit dafür. :mad_2: Es werden immer nur leere Versprechungen gemacht, z.B.: Wir machen mal ne interne "Weiterbildung" aber auf die warten wir auch schon 3 Jahre. :angry:

Hallo Hedina,

zunächst mal viele Grüße von Darmstadt nach Heppemr :wink:

Meine Frage: Habt ihr keine Dienstbesprechungen bzw. Fallbesprechungen? Rede mit Deiner Chefin ein ernstes Wörtchen!

Tessa
 
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Krankenschwester, PDL
Fachgebiet
ambulante Pflege
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Hedina

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Nein wir haben keine Dienstbesprechungen, wir meine Kollegin und ich machen unsere Dienstpläne und Urlaubspläne selbstständig, Übergabe per Telefon. Wenn Patienten dazu kommen kurzer Anruf von Chefin, alles weitere sehen wir dann wenn wir beim Patienten sind. Mit Reden ist halt kein weiterkommen. Meine Kollegin und ich sind schon zimlich frustriert und ich schaue mich um (in aller Ruhe) wenn ich einen guten Job in Aussicht habe bin ich weg. Nur unsere Patienten halten uns, die sind echt "meißtens" total dankbar und lieb. Ist halt wohl ein Beispiel wie es nicht laufen sollte:nono:
 
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slkschwarz

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30.06.2006
97342
Hallo, ich kenne solche Ärzte auch. Einer von denen gibt Diagnosen auch nicht raus, sagt es ginge uns nichts an. Wenn man Visite mit diesem Arzt macht, kann es sein, dass er dich aufeinmal anschreit, ohne Grund. Der Chef tut nichts dagegen, weil der Arzt neue BW's in Haus bringt.
Wenn man in der Praxis anruft, weil es einer alten Person schlecht geht, fragt eine Sprechstundenhilfe( ein richtiger Dragoner) ob es lebebsbedrohlich ist. Wenn ich dies verneine, der BW hat "nur eine ganz schlimme Grippe, dann heißt es: Es ist nicht lebensbedrohlich, der Arzt kommt erst zu seinem Visitetag, evtl. 4 Tage später.
Oft hat dieser Arzt auch schon gesagt, der BW ist alt genug, für den gibt er kein Geld mehr aus. Und wir sollen uns nicht so anstellen.
Auch wenn geistig fitte BW den Arzt außer der Zeit sehen wollen, schei.....
er uns an, wir sollen nicht " dauernd" wegen anrufen. Bei Menschen die noch zum Arzt gehen können, würde er sich das nicht trauen. Die würden sofort den Arzt wechseln.
ABER wir haben auch ganz tolle Ärzte, mit denen man klasse auskommt.
Und es gibt auch "dumme" Ärzte, die haben keine Ahnung, die fragen uns immer was sie tun sollen, die trauen sich nicht, irgend etwas zu entscheiden.
Ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir geht.
liebe Grüße
 
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Hedina

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Hallo slkschwarz,
dann weißt du ja was ich meine Hilflos. Frage mich echt wie man dagegen angehen soll?! Können und müssen wir uns denn sowas gefallen lassen in anbetracht dessen, dass die Patienten echt oft hilflos sind. Die Angehörigen oft keine "Zeit" haben und denken Sie sind in guten Händen bei den HA´s.
 
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exam. Krankenschwester
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Intensiv/Wachstation
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slkschwarz

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30.06.2006
97342
Hallo, ich denke wir haben es nicht gelernt mit Ärzten umzugehen.
Eine neue Arbeitskollegin war vorher 19 Jahre im Krankenhaus tätig, der gehen alle Ärzte am Ar..... vorbei. Sie sagt, die meisten sind inkompetent.
Wenn ich sehe,wie die mit den Ärzten umgeht, wird mir ganz schlecht. Vielleicht bin ich "zu gut " erzogen. Vielleicht sind es meine "LÜcken" wo der Arzt reinhauen kann.
Ich bin der Meinung wie viele der Boarder, in der Sozialstation kannst du besser direkte Wege gehen.
Vielleicht sollte man auch mutiger werden und den Angehörigen ,ohne Berwertung der jeweiligen Angelegenheit, Bericht erstatten. Manche können beim Arzt mehr erreichen, als Du selbst.
Man fühlt sich hilflos, aber sind wir es wirklich?
Diese Seiten hier helfen uns auch
liebe Grüße
 
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Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenpflegeheim
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Hedina

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Ja ich denke diese Seiten hier sind eine echte Bereicherung und Hilfe, ich habe mir vorgenommen dem betreffenden Arzt in Zukunft ordentlich auf die Nerven zu gehen, rein fachlich natürlich :innocent:. Und ich werde, wenn er wie immer dumme Sprüche macht hoffentlich eine passende Antwort finden, auch wenn ich wie du schon sagst oft zu höflich bin. Ich nehme es mir auf jeden Fall ganz fest vor!!! Nur ist dass der richtige Weg? Es hilft mir zwar weiter rein vom Ego her aber er wird ja seine praktiken der Behandlung ( wenn er denn Behandelt) nicht änderen?!
 
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exam. Krankenschwester
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05.07.2001
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