Arbeitsrecht Hilfe, was können wir tun

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Pflegeherz

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Hallo,
habe ein riesen Problem.Bin seit 12 Jahren in einem Altenheim beschäftigt. Vor ein paar Monaten haben wir eine neue stellv. PDL bekommen. Seit dem ist nichts mehr wie es war. Als erstes wurde unsere PDL so schikaniert das sie seit Monaten krank ist. Es wurden mehrere Mitarbeiter schikaniert,aus dem Teams ausgeschlossen, Lügen über diese verbreitet um sie zu diskreditieren. Und was das schlimmste ist sie zog sich Mitarbeiter heran die aus Angst um ihren Arbeitsplatz (wegen Probezeit,befristete AV oder um sich Vorteile zu verschaffen) in diesem perfiden Spiel mitmachen und sich gezielt gegen langjährige Mitarbeiter wenden. Eine Kollegin erlitt sogar einen Nervenzusammenbruch. Andere sind seit Monaten krank.Mittlerweile ist dieser Person eine weitere PDL zum Opfer gefallen. Beschwerden bei der HL führten zu nichts. Der Vorstand versprach Hilfe,aber es erfolgte wiederum nichts konkretes. Auf allen Wohnbereichen sind nun "Lakaien" von ihr als Wohnbereichsleitung eingesetzt, die ihre Mitarbeiter überwachen und Druck ausüben. Es werden Aktennotizen verfasst die teilweise falsch sind um Mitarbeiter zu zermürben. Die betreffenden Kollegen dürfen sich dazu nicht äußern,wissen teilweise gar nichts von diesen Vorgängen, erfahren es nur hinten herum. Mittlerweile haben schon Kollegen resigniert und das Handtuch geworfen
Was sollen wir tun? Wäre der Aufsichtsrat eine Alternative als Beschwerdestelle?
Die meisten dieser Vorgänge finden hinter geschlossenen Türen statt, so das ein Beweis nur schwer möglich ist. Wir sind völlig verzweifelt, warum wird an einer Person festgehalten die systematisch Leute schikaniert und das zudem noch in ihrer Probezeit?
 
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SchwesterWolfgang

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AW: Hilfe, was können wir tun

. . . gibt es einen Betriebsrat, oder eine MAV (bei kirchlichen Trägern)????
 
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Pflegeherz

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AW: Hilfe, was können wir tun

Es gibt weder das eine noch das andere. Das wurde bereits vor vielen Jahren im Keim erstickt, nach dem Motto: "wehret den Anfängen"
 
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. . . also: wenn Ihr keinen kirchlichen Träger habt, würde ich Euch in dieser Situation zweierlei raten können:
1. Ihr kündigt und das auf dem schnellsten Weg, ehe sich bei dem einen oder anderen zart besaiteten MA irreparable psychische Störungen einstellen.
2. Ihr wählt einen Betriebsrat. Aus folgendem Grund: alles, was Ihr so richtigerweise in Erwägung gezogen habt, wie z.B. die Anfrage beim Aufsichtsrat kann ein BR wegen dem Sonderkündigungsschutz ungestraft tun. Mitarbeiterin XY muss hingegen damit rechnen, dass eine solche Aktion zum Bumerang wird und sie in der Folge gehen darf. Und auf die Solidarität der anderen zu rechen - oh je - da gibt es genug schlechte Erfahrungen - das klappt in den meisten Fällen nicht. Außerdem kann ein BR der Willkür ganz schön Einhalt gebieten und das notfalls übers Arbeitsgericht.
Um einen BR zu wählen und die Sache nicht wieder im Keim ersticken zu lassen, muss man geschickt vorgehen. Das alles hier darzustellen wäre zu viel. Aber: es gibt Gewerkschaften, an die man sich vertrauensvoll wenden kann und die einen dann auch beraten und unterstützen.
Für den Fall, dass Ihr kirchlich gebunden seid, kann ich Euch leider nicht weiterhelfen, denn diese Materie ist mir nicht so vertraut, aber da gibt es bestimmt andere Forum-Teilnehmer, die sich da besser auskennen.

Es gibt natürlich noch die dritte Variante - sich weiterhin kaputt spielen zu lassen, am Biertisch oder beim Stricken darüber palavern und - nichts tun . . .
 
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thorstein

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Hallo Pflegeherz,

deine Geschichte macht für mich nur dann Sinn, wenn diese Person genau zu dem Zweck eingestellt wurde, den du beschreibst. Offenbar macht sie das auch erfolgreich. Ansonsten hat kein Heimleiter oder Träger Interesse daran, ständig neues Führungspersonal zu suchen.

Dass der AG keinen Betriebsrat zulässt, passt dann gut ins Gesamtbild. Wer beschwert sich den bei HL und Vorstand? Einzelne Pflegekräfte oder hat sich schon eine Gruppe gebildet?
 
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Oh ja sie macht das mehr als erfolgreich. Die dritte PDL seit August ist nun da. Na mal schauen wie lange. Es werden schon Wetten abgeschlossen. Die letzte war 4 Monate da. Naja kann man man ja verstehen wer will denn schon immer die ewige zweite sein. Beschwert haben sich mehrere Pflegekräfte und das mehr als einmal. Versprochen wurde das sich was ändert.Danach war 1 Woche ruhe. Die Ruhe vor dem Sturm.Und dann ging es mit geballter Ladung weiter. Mittlerweile beschwert sich keiner mehr. Es wird nur noch ertragen und gehofft. Die jenigen die Paroli geboten haben werden immer weniger.Haben sich andere Arbeit gesucht.Ob das für den Ruf des Hauses gut ist, bezweifel ich mal. Sind ja auch schon mehrere Bewohner ausgezogen. Mir würde es auch nicht gefallen wenn immer anderes Pflegepersonal mich versorgt.
 
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AW: Hilfe, was können wir tun

Schwester Wolfgang, wir kennen das Prozedere einer BR Wahl. Wenn das Wahlkomitee erst einmal steht,dann ist schon fast alles gelaufen. Aber!!!! Es stellt sich die Frage wem von den 3en im Wahlkomitee kann man denn trauen? Und die Zahl der Wahlberechtigten wird immer geringer. Es sind einfach zu viele noch in der Probezeit
 
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AW: Hilfe, was können wir tun

. . . also, wenn Du nicht mal mehr 3 Leute findest, denne Du trauen kannst, dann wäre mir der Ruf des Hauses und ähnliches total bockwurschtegal und ich würde mich schleunigst nach was anderem umsehen, ehe die freien Stellen bei alternativ-Arbeitgebern von den nicht vertrauenswürdigen Kolleginnen besetzt sind. Die Anzahl der wahlberechtigten MA wäre zu vernachlässigen, weil vermutlich wenigstens 5 ständig beschäftigte MA vorhanden sein dürften und ab da besteht BR-Wahl-Möglichkeit, wie Du sicherlich selbst wissen wirst, wenn Ihr schon mal so weit wart.
Und trotzdem bleibe ich bei allem "wenn und aber" bei meiner oben getätigten Aussage über die 3 Möglichkeiten - Ihr habt nur diese 3 Möglichkeiten, wenn Ihr nicht zum Don Quichotte werden wollt.

@ thorstein,
es sieht tatsächlich ganz so aus, wie Du das vermutest! Aus eigener Erfahrung kenne ich jedoch noch drei weitere Varianten:
1. (sehr wahrscheinlich und häufiger Fehler) der Heimleiter hat Blutmangel, so dass ihm bei jeder Erektion in der Hose das dafür benötigte Blut für das Gehirn fehlt - die Kollegin weiß um diesen Blutmangel und nutzt ihn weidlich aus ;-) Wobei dann der HL dem Träger das Fehlschlagen um die Bemühungen bei der Besetzung der PDL-Stelle gut plausibel machen muss.
2. Heimleiter und Träger sind derart inkompetent, dass ihnen die weitreichenden Folgen entweder nicht klar sind, oder egal ist
3. Heimleiter ist entweder inkompetent, oder Blutarmut nach Variante 1 - und der Träger macht sich nicht die Mühe, Einzelheiten zu eruieren, so lange der Laden noch irgendwie läuft.

Ich erlebe das immer wieder im Aufsichtsrat unserer Einrichtung. Die dort sitzenden Vertreter des Trägers interessiert einen feuchten Quark, was bei uns an der Basis läuft - sie wollen auch um Himmels Willen nicht damit behelligt werden, denn dann würde die Abnick-Veranstaltung länger als die veranschlagten 1,5 Stunden gehen. Und meist kommen die schon, schauen auf die Uhr, weil sie im Zeitdruck wegen der darauf folgenden nächsten Sitzung sind und sind zufrieden, wenn die Zahlen gut sind. Und das wird landauf landab kaum irgendwo viel anders laufen. Wobei wir in der komfortablen Situation sind, an der Basis keine großen Probleme zu haben. Im Vergleich zu den hier immer auftauchenden, sind unsere Wehwehchen pillepalle gegen manches, was man leider in den Internet-Foren immer wieder liest. Daran ist jedoch der uns vertretende aktive BR nicht ganz unschuldig . . .
 
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Ich kenne da noch eine Variante:

HL hätte gern anderes Personal und PDL ist ihm dabei gern behilflich, vielleicht auch weil SIE Blutarmut im Oberstübchen hat ;D
 
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thorstein

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Mittlerweile beschwert sich keiner mehr. Es wird nur noch ertragen und gehofft. Die jenigen die Paroli geboten haben werden immer weniger.Haben sich andere Arbeit gesucht.
Hallo Pflegeherz,

so läuft es eigentlich immer. Das kritische Personal verfügt auch über genügend Selbstbewußtsein, um sich aus der Situation zu befreien. Unser Alltag ist hart genug, warum sich also auch noch mit unfähigem Leitungspersonal herumschlagen? Der Rest des Personals murmelt die üblichen Mantras: Woanders wird auch nur mit Wasser gekocht? Nachher komm ich vom Regen in die Traufe oder, mein Favorit: ich kann "meine" Bewohner nicht alleine lassen.

Leider sind die Unterschiede aber schon gewaltig, und man kann da auch schon durch wenige Fragen und Fakten einiges herausfinden:

Gibt es einen Tarifvertrag? Gibt es einen Betriebsrat? Wie sieht der aktuelle Dienstplan aus?

Wenn du schon deinen eigenen KollegInnen nicht mehr traust, was hält dich dann? Ich bin immer dafür, sich zu wehren, solange das Sinn macht. Bei dir klingt schon ein wenig an, dass du dich für Wolfgangs Variante 3 entschieden hast, nur dass der Biertisch durch dieses Forum ausgetauscht wurde. Ich kann dir nur raten, nicht bei der Situationsbeschreibung stehen zu bleiben, sondern Konsequenzen zu ziehen, wie die auch immer für dich aussehen mögen.

Grüsse
 
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"1. (sehr wahrscheinlich und häufiger Fehler) der Heimleiter hat Blutmangel, so dass ihm bei jeder Erektion in der Hose das dafür benötigte Blut für das Gehirn fehlt - die Kollegin weiß um diesen Blutmangel und nutzt ihn weidlich aus ;-) Wobei dann der HL dem Träger das Fehlschlagen um die Bemühungen bei der Besetzung der PDL-Stelle gut plausibel machen muss."

eher unwahrscheinlich, beide weiblich und verheiratet. Aber HL leider ohne Durchsetzungskraft.

"2. Heimleiter und Träger sind derart inkompetent, dass ihnen die weitreichenden Folgen entweder nicht klar sind, oder egal ist"

HL scheiterte bei Versuch uns zu Helfen. Warum der Träger so etwas duldet,versteht niemand. Die sind auch selten da. Wissen aber über alles bescheid.
 
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Hallo Thorsten,
habe mich gestern entschieden, für einen neuen Job. Besser wird es nicht mehr werden. Mir tut es nur für die Leid die aus welchen Gründen auch immer dort bleiben (müssen). Die Kämpfer werden immer weniger aber auch die Motivation. Ich denke so werden dann so nach und nach alle irgendwie ausgetauscht, die "unbequemen" ersetzt. Das ist schon bitter. Auch die Bewohner tun mir leid. Ständig neues Personal, ständig sich umgewöhnen müssen. Bezugspflege kaum noch möglich. Naja was solls der Trauer folgt die Freude auf das was kommt.
 
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AW: Hilfe, was können wir tun

. . . na bitte, das nenne ich doch mal konsequentes Handeln! Und dieser thread könnte als Schulbeispiel für die Daseinsberechtigung eines Pflegeforums dienen, denn als Rechtsberatung taugt es nicht so sehr, aber als Plattform, wo man durch die Frageformulierung und die sich daraus ergebende Debatte gezwungen ist, die ganzen Gedanken, die einem ständig im Kopf kreisen, klar zu formulieren. Dadurch hört das unproduktive Kreiseln endlich auf und man gewinnt endlich Klarheit und hat, wenn alles gut geht, eine Marschrichtung vor sich.
Für Pflegeherz finde ich es gut, dass sie jetzt noch den Absprung schafft, ehe sie im Handeln völlig paralysiert ist und verbittert irgendwann völlig aufgibt.
Pflegeherz, es ehrt Dich zwar, dass Du immer noch die Bewohner im Blick hast, aber lass Dir da kein schlechtes Gewissen produzieren, denn wem wäre geholfen, wenn irgendwann durch die äußeren Umstände eine griesgrämige Megäre aus Dir geworden wäre? Und im Zweifelsfall sage ich mir immer: es gibt so viele Institutionen und Instrumente, welche die Interessen der Bewohner schützen können - MDK, Heimaufsicht, Heimbeirat, Angehörige und nicht zu vergessen die Medien, die selten ein gute Haar an uns lassen. Und dann schau mal, wer sich für die Bedingungen der Beschäftigten interessiert. Warum sollst DU nun ausgerechnet diejenige sein, die sich unter Aufgabe ihrer Persönlichkeit auch noch für die Bewohner aufopfert und die Welt rettet?
Ich wünsche Dir für die Zukunft alles Gute . . .
 
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Genau so ist es.
Pflegeherz, es ehrt Dich zwar, dass Du immer noch die Bewohner im Blick hast, aber lass Dir da kein schlechtes Gewissen produzieren
Das wird auch gerne als zusätzliches Druckmittel verwendet.
:super:Wasserfrau
 
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