Innere Medizin Hep.c, Schutzmaßnahmen

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AnnetteZ

AnnetteZ

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21.02.2009
10437
Hallo Zusammen!
Wir haben seit einiger Zeit einen Patienten mit Hep.C auf Station. Zu Beginn seines Aufenthaltes war er selbständig, hat auch seine TK selbst versorgt. Wir sind eigentlich nur wegen der Medis oder um Gespräche zu führen zu ihm. Jetzt, da es ihm schlechter geht und wir ihn zunehmend unterstützen müssen, kam die Frage nach Übertragung und Schutzmaßnahmen auf (er blutet auch immer wieder an der TK).
Kann mir da jemand helfen? Welche Hygienemaßnahmen müssen sein? Reichen Mundschutz und Handschuhe aus etc.
Unsere Hygienekraft ist momentan nicht ansprechbar und er ist der erste in unserem Hospiz mit Hep.C
Vielen Dank und lieben Gruß
Annette
 
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pflegebär

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14.02.2009
93437
Hallo, Anette

ich gehe davon aus, dass er eine chronische Hep.C hat?

Du schreibst, er blutet manchmal aus der TK. Ist auch das Sekret
blutig?
Dann würd ich ihn nur zusätzlich mit Mundschutz und Brille absaugen!
Und auch, wenn ich an der TK oder an eventuellen Beatmungsschläuchen was mache

Ansprechpartner ist nicht nur die Hygienebeauftragte. Deine SL müsste eigentlich als Arbeitsschutzverantwortlicher über die allgemeinen Schutzmassnahmen ebenso Bescheid wissen.
Und es müsste Sofortmassnahmen für Kontamination mit infektiösem Material
geben:wink:
Wir haben uns einen solchen Standard erstellt, alle MA geschult und auch spezielle Schleimhautdesinfektion besorgt, die man auch in die Augen träufeln kann.
Händesdesinfektion auf Tauglichkeit kontrollieren.
Und für eine eventuelle Kontamination oder Verletzung nochmal Sterilium Virugard o.ä. besorgen!

Wenn Du genaueres wissen möchtest, meld Dich einfach :eek:riginal:


der Pflegebär
 
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AnnetteZ

AnnetteZ

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21.02.2009
10437
Hallo Pflegebär,
danke für deine Antwort. Leider haben wir momentan das Gefühl, auf Station interessiert es keinen, klar der Mann versorgte sich bis vor kurzem noch kpl. selbst.
Ja, der Pat. hat eine chron. Hep.C. Das Sekret aus der TK ist teilweise blutig, wir saugen auch nur mit Mundschutz ab.
Was sind das für Sofortmaßnahmen? Und was für eine Schleimhautdesinfektion? Kannst du mir sagen, wie das heisst? Vielen dank für deine Tips.
lg Annette
 
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pflegebär

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14.02.2009
93437
Hallo Annette

mit dem Mundschutz beim Absaugen alleine würde ausreichen,wenn der Pat. nicht hustet.
Hustet er Sekret aus der TK, ist die Gefahr einer Infektion nicht gerade gering, wenn die Pflegekraft was davon ins Auge bekommt.
Es sieht zwar nicht schön aus, aber für den Fall würde ich eine Schutzbrille
aufsetzten

Also: Am Wichtigsten Schutzkleidung

Ein Set für Kontamination infektiöses Material--Auge (oder andere Schleimhaut):
Besteht aus einer Augendusche, sterilem NaCl 0,9 %..die kleinen 100ml Fläschchen sind ideal, Povidon Lösung (schleimhautverträgliches Konzentrat)..das kann Euch aber die Apotheke abfüllen und sterilen Kompressen.

Der Standard: Ihr müsst wissen, was Ihr zu tun habt, wenn es zu einer Kontamination kommt, schriftlich!! Und für alle zugänglich

D.h. Bei Kontakt auf intakter Haut:
SOFORT Desinfektion mit Virugard o.ä.( Einwirkzeit beachten!
dann Haut waschen und trocknen

Bei Kontakt auf verletzter (offener) Haut:
das Gleiche
zusätzlich Meldung an Hygienebeauftragte, Betriebsarzt
Eintrag ins Verbandsbuch nicht vergessen
ob hier schon zum D-Arzt..muss ich nachschaun..kann ich am Mittwoch posten

Bei Stich- oder Schnittverletzung mit Nadel, Rasierer o.ä. kontaminierten Gegenstand des Pat. Wunde gut ausbluten lassen!!
SOFORT Desinfektion mit Virugard o.ä.( Einwirkzeit beachten!)
dann Haut waschen und trocknen
zusätzlich Meldung an Hygienebeauftragte, Betriebsarzt
Eintrag ins Verbandsbuch nicht vergessen!!
Dann zeitnah ab zum D-Arzt: er nimmt das Ganze auf, nimmt Dir Blut ab
und gibt Dir Termine für die nächsten nötigen Bluttests
Wichtig ist die Dokumentation, denn wenn sich eine Pflegekraft was einfängt, muss sie ja beweisen, dass es durch ihre Tätigkeit am Arbeitsplatz verursacht wurde

Nadeln u.ä. in durchstichsichere Behälter..wie z.Bsp. leere Kanister
Absaugschläuche ..blutige Verbbandssachen u.ä. in eine spezielle Infektionsmülltonne..das abgesaugte Sekret..nur mit Mundschutz und Schutzbrille entleeren

Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisserl helfen:eek:riginal:

der pflegebär
 
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AnnetteZ

AnnetteZ

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21.02.2009
10437
Hallo Pflegebär,
vielen Dank, du hast mir sehr geholfen.
Ich habe schon mit Kolleginnen darüber gesprochen, wir werden uns auch einen Standard zulegen.
Unser Patient ist inzwischen verstorben, ganz friedlich eingeschlafen.
Traurig bin ich schon, es war ein sehr sensibler Mensch, mit allem zufrieden. Ich mochte ihn sehr - wenig professionell ich weiß, zum Glück ist das im Hospiz kein Problem.
Nochmals vielen Dank, bis zum nächsten Probelm!?
lg Annette
 
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bastian_anja

bastian_anja

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21.02.2009
90409
Hallo Pflegebär,
Unser Patient ist inzwischen verstorben, ganz friedlich eingeschlafen.
Traurig bin ich schon, es war ein sehr sensibler Mensch, mit allem zufrieden. Ich mochte ihn sehr - wenig professionell ich weiß, zum Glück ist das im Hospiz kein Problem.
lg Annette

Hallo Annette,

Mitgefühl und Respekt mit einem Verstorbenen halte ich für sehr professionell!!

LG Bastian.
 
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Chirurgische Intensivstation
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2008-2009 Weiterbildung Praxisanleiter
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pflegebär

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14.02.2009
93437
Hallo, Annette
ich schließe mich Bastian´s Meinung an!

Mitgefühl und Respekt sind in unserem Beruf genauso wichtig wie Fachkompetenz
In der heutigen Zeit wird manchmal das Hirn strapaziert und das Herz vergessen:-((
 
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Krankenschwester
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Sucht/Psychosomatik
AnnetteZ

AnnetteZ

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21.02.2009
10437
Hallo Ihr beiden,
danke für eure lieben Worte!
Liebe Grüße, Annette
 
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05.07.2001
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