Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
Wie geht es Euch damit, wenn ihr von einem Neurologen erklärt bekommt, dass ihr ein Psychopharmaka doch heimlich unter den Pudding der an Demenz erkrankten Bewohnerin rühren sollt?
Besagte an Demenz erkrankte Patientin, lehnt häufig vehement und verbal deutlich die Einnahme ab oder spuckt aus. Würdet ihr sie so täuschen oder werden da nicht Grundrechte verletzt? Kann mir jemand mit Gesetzestext helfen? Ich bin der Auffassung, dass auch eine an Demenz erkrankte Frau ( unter Betreuung stehend) in ihrer Willensäußerung ernstgenommen werden muss. Würd mich sehr über Eure Beiträge freuen.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
N

nofretete

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
01983
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Also du schreibst sie stände unter Betreuung. Sicher dann auch, was die Gesundheitsvorsorge betrifft. Und da kann euch sicher ein Gespräch mit HA oder Betreuer weiterhelfen. Aber mal ne andere Frage, wenn diese Bewohnerin starke Schmerzen hätte, und sie würde auch Schmerzmittel ablehnen, würdest du diese dann heimlich untermengen? Demenzkranke sehen die Notwendigkeit von Medikamenten sehr selten wirklich ein.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
0
53844
0
Halo mosava7,
abgesehen von einem Notfall, bzw wenn die körperliche Unversehrtheit gefährdet ist, bräuchtest du meinem Wissensstand nach, wenn du rechtssicher arbeiten willst, eine vormundnsschaftsgerichtliche Genehmigung für die Medikation gegen den Willen des Bewohners, auch wenn dessen Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist. Insbesondere wenn es eine Dauermedikation ist, fände ich ein heimliches Verabreichen sehr heikel. In der Praxis ist es dann immer so ne Sache. Nur weil der Neurologe das meint, würde ich mich nicht unbedingt in die Grauzone begeben, kommt halt auf die Situatiion an. BetreuungsRecht - JuraWiki.de.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
Stephan128

Stephan128

Mitglied
Basis-Konto
0
49088
0
AW: Re: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Letzlich bräuchte man dann auch eine Genehmigung für alle pflegerischen Interventionen, gegen die sich demente Bewohner zu wehren scheinen.
Körperpflege, Nahrungsauf, Mobilisierungs- und Lagerungsmaßnahmen, usw.
Bei vielen Maßnahmen erkennen demente Bewohner nicht die Notwendigkeit.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Freiberufler
H

Heiri78

Mitglied
Basis-Konto
1
Zürich
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

... genau Stephan 128, aber vielleicht stört sich der/die Themenstarter/in dabei im Bezug zu Psychopharmaka. Wie wäre denn deine Einstellung gegenüber einer Hypertonie- oder Diabetesmedikation, mosava7? (bezüglich Willensäuserungen Demenzerkrankter).
Tatsächlich bewegen wir uns in der Pflege an demetieller Entwicklung Erkrankter meist im Graubereich, denn ein definiertes Hauptziel von z.B. Wohlbefinden oder Geborgenheit, erreichen wir oft nur über für Aussenstehende sehr sonderlich anmutende Wege.
Dazu gehört vielleicht auch das heimliche Unterrühren eines Psychopharmakas, wenn ich weiss, dass ich dem betroffenen Menschen zwei Stunden Eltern, Kinder oder Ausgang suchen ersparen kann.
 
Qualifikation
Pflegefachmann
Fachgebiet
Reha
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
20
63110
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Das Unterrühren von Medikamenten gehört zu den Freiheitsentziehenden Massnahmen. Dies gilt auch für Ärzte.:mad_2:
http://www.ratgeber-arzthaftung.de/pdf/Freiheitsentziehende_Massnahmen.pdf
Diese Problem würde ich an die Leitung Eurer Einrichtung weiterreichen, die sollen sich mit Arzt und betreuer/in auseinandersetzen.:whistling
Vergiss nicht, dies zu dokumentieren. Bew. lehnt ab, Arzt informiert usw.
:super:Wasserfrau
 
Qualifikation
Krankenschwester
T

thorstein

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
85221
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Hallo mosava,

die entscheidende Frage scheint mir zu sein, ob die Massnahme auch so besprochen (mit allen Beteiligten), geplant und dokumentiert wird.
Damit scheint mir schon recht gut sichergestellt zu sein, dass der Wille der Bewohnerin ernst genommen wird, auch wenn am Ende die Massnahme dann lautet: Medikamente untermischen.
Eine Grauzone bleibt es in jedem Fall, was uns aber nicht dazu verführen sollte, Demenzkranke zu entmündigen. In der täglichen Routine und bei der Arbeitsdichte sehe ich diese Gefahr durchaus.
Wollte wir die Probleme tatsächlich rechtlich sauber lösen, müßte jede Pflegekraft eine Vormundschaftsrichter in der Hosentasche mittragen.

grüsse
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Nachtdienst
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Liebe Nofretete,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, ich würde auch Probleme mit der Maßnahme haben, wenn es sich um Schmerzmittel handeln würde.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Re: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Danke, und ganz Deiner Meinung!
Halo mosava7,
abgesehen von einem Notfall, bzw wenn die körperliche Unversehrtheit gefährdet ist, bräuchtest du meinem Wissensstand nach, wenn du rechtssicher arbeiten willst, eine vormundnsschaftsgerichtliche Genehmigung für die Medikation gegen den Willen des Bewohners, auch wenn dessen Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist. Insbesondere wenn es eine Dauermedikation ist, fände ich ein heimliches Verabreichen sehr heikel. In der Praxis ist es dann immer so ne Sache. Nur weil der Neurologe das meint, würde ich mich nicht unbedingt in die Grauzone begeben, kommt halt auf die Situatiion an. BetreuungsRecht - JuraWiki.de.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Auch Dein Beitrag ist sehr hilfreich. Danke
Das Unterrühren von Medikamenten gehört zu den Freiheitsentziehenden Massnahmen. Dies gilt auch für Ärzte.:mad_2:
http://www.ratgeber-arzthaftung.de/pdf/Freiheitsentziehende_Massnahmen.pdf
Diese Problem würde ich an die Leitung Eurer Einrichtung weiterreichen, die sollen sich mit Arzt und betreuer/in auseinandersetzen.:whistling
Vergiss nicht, dies zu dokumentieren. Bew. lehnt ab, Arzt informiert usw.
:super:Wasserfrau
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Re: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Liebe Astrid, ja, es handelt sich um eine Dauermedikation und oftmals nimmt die alte Dame diese auch widerspruchlos ein. Deine Antwort hilft mir sehr. danke
Halo mosava7,
abgesehen von einem Notfall, bzw wenn die körperliche Unversehrtheit gefährdet ist, bräuchtest du meinem Wissensstand nach, wenn du rechtssicher arbeiten willst, eine vormundnsschaftsgerichtliche Genehmigung für die Medikation gegen den Willen des Bewohners, auch wenn dessen Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist. Insbesondere wenn es eine Dauermedikation ist, fände ich ein heimliches Verabreichen sehr heikel. In der Praxis ist es dann immer so ne Sache. Nur weil der Neurologe das meint, würde ich mich nicht unbedingt in die Grauzone begeben, kommt halt auf die Situatiion an. BetreuungsRecht - JuraWiki.de.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Mit allen Beteiligten besprochen? Ja!
Dokumentiert? Na Klar! Aber nur die Ablehnung der alten Dame, nicht das Untermischen ins Essen.
Diskutiert? ja, natürlich!
Auf einen Nenner gekommen? Nicht wirklich, deshalb meine Frage an Euch alle hier.
Meine Entscheidung: Wenn die alte Dame ablehnt, wird auch nicht heimlich verabreicht.

Hallo mosava,

die entscheidende Frage scheint mir zu sein, ob die Massnahme auch so besprochen (mit allen Beteiligten), geplant und dokumentiert wird.
Damit scheint mir schon recht gut sichergestellt zu sein, dass der Wille der Bewohnerin ernst genommen wird, auch wenn am Ende die Massnahme dann lautet: Medikamente untermischen.
Eine Grauzone bleibt es in jedem Fall, was uns aber nicht dazu verführen sollte, Demenzkranke zu entmündigen. In der täglichen Routine und bei der Arbeitsdichte sehe ich diese Gefahr durchaus.
Wollte wir die Probleme tatsächlich rechtlich sauber lösen, müßte jede Pflegekraft eine Vormundschaftsrichter in der Hosentasche mittragen.

grüsse
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Re: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

...und auch hier dusche ich nicht ohne Einverständnis, verabreiche keine Nahrung ohne Einverständnis und und und....alles, was wir als notwendig erachten, muss für einen anderen Menschen( auch wenn dieser an einer Demenz leidet) nicht genauso sein. Bei lebensnotwendigen Maßnahmen ( z.B. Insulin/ Glucoseinj. bei Diabetikern o.ä.)sieht das natürlich anders aus.
Letzlich bräuchte man dann auch eine Genehmigung für alle pflegerischen Interventionen, gegen die sich demente Bewohner zu wehren scheinen.
Körperpflege, Nahrungsauf, Mobilisierungs- und Lagerungsmaßnahmen, usw.
Bei vielen Maßnahmen erkennen demente Bewohner nicht die Notwendigkeit.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
N

nofretete

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
01983
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Ich habe damit doch auch Probleme. Aber wir haben gerade so einen Fall der Medikamentenverweigerung bei starken Schmerzen. Er sieht weder ein das er gepflegt werden muß, noch die Medikation. Bei Pflege schreit er vor Schmerzen. Was also tun? Er ist unruhig, versucht allein aufzustehen, und fällt wieder hin. Wir kleben jetzt Schmerzpflaster, haben Matraze vor dem Bett liegen. Nur die Pflege gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Ach mir fällt gereade ein auch ein paar Psychopharmaka gibts als Pflaster oder als Schmelztabletten. Es sind nur ganz wenige aber vielleicht ist es ja dabei.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
A

Alraune

Mitglied
Basis-Konto
0
53844
0
Hier treffen halt so viele Ebenen aufeinander , die die Entscheidungen erschweren.
Das eine ist der rechtliche Rahmen. Hier kann ich mir durchaus vorstellen, dass in Nofretetes Beispiel mit dem schmerzgeplagten Bewohner, der den Zusammenhang zwischen Schmerzmedikation und Schmerzlinderung nicht sieht, der Richter , zum Wohle des Bewohners die Medikation auch gegen dessen Sträuben genehmigt.


Einem Bewohner der wenn auch kognitiv eingeschränkt, noch begreifen kann ,dass es sich um ein Schmerzmittel handelt, es aber abwehrt, würde ich es auch nicht heimlich verabreichen, sondern immer wieder anbieten.



Bei heiris 78 Beispiel könnte ich es auch gut mit meinem Gewissen vereinbaren, die Medikation unbemerkt zu geben, auch wenn es nicht um die körperliche Unversehrtheit, sondern ehr um emotionales Leid geht. Ob das ein Richter auch so sehen würde – keine Ahnung-


Bei der Körperpflege finde ich es durchaus zu verantworten, wenn sich jemand nicht waschen lassen will, dies zu respektieren . Wenn derjenige aber inkontinent und eingenässt/gekotet ist sieht es schon wieder anders aus.


Das sind aber nur Beispiele meines subjektiven Empfindens, jemand anderes würde die Grenzen wieder woanders ziehen also kommt man an gesetzlichen Vorgaben nicht vorbei.


In der täglichen Arbeit ist es aber kaum möglich zeitnah im Sinne der Bewohner lindernd tätig zu sein ohne irgendwelche rechtlichen Vorgaben „auszulegen“. Die Gesetze sind ja kein Selbstzweck um die Buchstaben zu erfüllen, sondern dienen dem Schutz des Bewohners . Schließlich sind die Regelungen nicht ohne Grund entstanden. Ruhiggestellte Bewohner gab es ja zu Genüge.
Pflegekräfte und Ärzte, die zu wissen glauben, was nur „zum Besten“ für den Bewohner ist und Machtmissbrauch gab es auch schon genug.
Medikamente heimlich zu verabreichen hat auch was mit Vertrauensbruch zu tun auch bei kognitiv eingeschränkten Bewohnern.
Einem vor Schmerzen schreienden Bewohner, der sein Handeln nicht mehr reflektieren kann nicht die Schmerzen zu nehmen, auch um den Preis Fremdbestimmung fände ich auch nicht zu rechtfertigen. Eindeutige Antworten gibt es wohl nicht.


Wenn ich solche Entscheidungen treffe, versuche ich mir im Einzelfall klar zu machen , was passiert schlimmstenfalls, wenn der Bewohner das Medikament nicht nimmt. Im Beispiel von Psychopharmaka macht es für mein Bauchgefühl schon einen Unterschied ob der Bewohner wenn er das Medikament nicht nimmt „unruhiger“ ist oder ob er dann beispielsweise von quälenden Ängsten geplagt wird. Ich versuche mich oder den Arzt oder wer den Anstoß zu der Verordnung gegeben hat auch zu fragen wie es zu der Indikation für die Medikation gekommen ist.


Wenn ich in welcher Art auch immer rechtliche Vorgaben zurückstelle, bin ich mir dessen bewusst und überlege die Konsequenzen für den Bewohner und unter Umständen auch für mich. Bin ich bereit , mich unter Umständen dafür verantworten zu müssen, wenn ich individuell entscheide. Kommt halt sehr darauf an, korrekt ist es nicht, kann für mich aber trotzdem richtig sein. Grauzone halt. Eine ärztliche Verordnung alleine reicht dafür sicher nicht.Auch nicht dafür den Willen des Bewohners zu übergehen.

Wenn Mosava 7 schreibt, dass die Bewohnerin die Tbl teilweise nimmt, lohnt es sich vielleicht zu hinterfragen wovon die Zustimmung oder Ablehnung abhängt.

LG
Astrid
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Wohnheim Eingliederungshilfe
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Re: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Liebe Astrid, ich verhalte mich bei dergleichen Fragen ähnlich wie Du.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
M

mosava7

Mitglied
Basis-Konto
0
15831
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Liebe Nofretete, ich kann euer Problem sehr gut nachvollziehen und wenn es sich um einen Patienten handelt, der sichtlich leidet, finde ich die Maßnahme Pflaster auch gerechtfertigt. Habt ihr denn eine gerontopsychiatrische Fachkraft in Eurer Einrichtung? Möglicherweise findet man den Grund für das Verhalten dieses Mannes und einen Zugangsweg. Ich weiß....ich weiß, das habt ihr sicher alles schon versucht. Lieben Gruß
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Pflegeheim
Weiterbildungen
PDL
N

nofretete

Aktives Mitglied
Basis-Konto
12
01983
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Ja natürlich habenwir die Fachkräfte und au schon alles versucht. Ja er war schon immer ein sehr eigensinniger Bewohner und Demenz und vor allem die kürzliche Narkose haben alles verschlimmert. Und im KH ist er wohl auch fixiert worden. Dies alles macht die Sache nicht einfacher. Aber ich glaube so ganz langsam wird er wieder der "Alte". Wenn halt nur die Schmerzen nicht wären,die er sich übrigens teilweise auch selbst zufügt, indem er aufsteht und wieder stürzt. Aber naja Männer und Einsicht, paßt nicht. Und Astrid du hast in allem Recht wir bewegen uns sehr oft in Grauzonen und wenn ich vor einem Problem stehe, frage ich mich oft, was sollten die Pflegekräfte bei mir machen? Bei Schmerzen ganz einfach, alles was geht.

Und bei Psychopharmaka eigentlich auch alles tun, damit ich mich wohlfühle. Punktum, so stelle ich mir das vor. Ich mein wir haben auch die "Dauerläufer", die wir bremsen müssen, sonst laufen sie bis zum umfallen, oder die Bewohner die unter Ängsten oder Depressionen leiden, da gibts halt im Notfall nur Medikamente die helfen. Manchmal ist es doch echt schwer die richtige Entscheidung zu treffen.
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
Altenheim
H

Heiri78

Mitglied
Basis-Konto
1
Zürich
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Hoi mosava7 nochmal,

ich lese aus den nun vielen Beiträgen heraus, dass du für eine heimliche Medikamentengabe bist, wenn dies absolut Notwenig und zum Wohle des Patienten ist, aber in deinem beschriebenen Fall, du eben Dieses nicht siehst (Bitte verbessere mich, wenn ich falsch liege).
Ich würde mich halt dabei einfach fragen, ob das Problem deshalb nicht wo anders liegt: Weshalb möchte der Neurologe, dass ihr eine psychoaktive Substanz verabreicht und du, oder ihr als Team, haltet dies für nicht absolut nötig?

Grüsse
 
Qualifikation
Pflegefachmann
Fachgebiet
Reha
D

der Pfleescher

Mitglied
Basis-Konto
0
Leipzig
0
AW: Heimliches Unterrühren von Medikamenten?

Das Unterrühren von Medikamenten gehört zu den Freiheitsentziehenden Massnahmen. Dies gilt auch für Ärzte.:mad_2:
ganz so richtig ist das nicht das grenzt eher an körperverletzung zu Freiheitsentziehnden maßnahmen gelten eher wie ein bettgitter oder ein tisch am rollstuhl der fixiert ist sowie jede andere fixation

laut meines wissenstandes dürfen wir keine medikamente verabreichen bzw dies heimlich tun ohne das der bew was davon mitbekommt da es körperverletzung ist das geht schon da los wenn der bew sich weigert fingernägel schneiden zu lassen
auch wenn der bewohner dement ist und nicht mehr einschätzen kann dürfen wir das nicht entscheiden, da hilft eig nur ein ärtztliches atest wo genau beschreiben ist wieso diese maßnahme durchgeführt wird ... ebenso ist es bei freiheitsenziehenden maßnahmen wo mann entweder von betreuer oder vom gericht die einverständniss erklärung braucht!
macht mann es dennoch macht mann sich strafbar ...
Diese Problem würde ich an die Leitung Eurer Einrichtung weiterreichen, die sollen sich mit Arzt und betreuer/in auseinandersetzen.:whistling
Vergiss nicht, dies zu dokumentieren. Bew. lehnt ab, Arzt informiert usw.
das sind allerdings wahre worte
 
Qualifikation
Altenpfleger ( Exam )
Fachgebiet
Intensivpflege
Die E-Mail-Adresse wird lediglich zur Versendung des Aktivierungslinks für diesen Beitrag verwendet.

Ähnliche Themen