Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweigert

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pegean

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Ausserdem steht auf den wenigsten Einweisungen expliziet ein bestimmtes KH geschrieben...
Warum auch ? Die RTW dürfen sowieso nur das nächstgelegene KH. anfahren.Wollen Bew. in ein anderes KH gebracht werden müssen sie ordentlich zuzahlen .

LG
 
Schwester Christa

Schwester Christa

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Auch das aushalten und erdulden von körperlichen Übergriffen von Bewohnerseite gehört dazu.
Ich musste gerade nochmal zurückscrollen, weil mein Gehirn zunächst nicht glauben wollte, was meine Augen da gelesen haben. Steht das im Arbeitsvertrag?
In unserem Grundgesetz steht was von "Recht auf körperliche Unversehrtheit", um mal ganz weit auszuholen!

Versorgungspflicht gegenüber allen Bewohnern ist ja gut und schön. Wenn ich dann noch euer zusätzliches Engagement lese, wird schon klar, dass eure Bewohner euch auch persönlich etwas bedeuten.

Trotzdem kann doch nicht von "Abschieben in´s KH" die Rede sein, wenn ein Patient in dem gewohnten Bereich nicht mehr führbar ist und den Betreuungsrahmen massiv sprengt.
Es gibt im geriatrischen Bereich sicher viele Gründe, warum Patienten plötzlich aggressiv werde. Einige davon kann man versuchen, behutsam anzugehen.
Aber irgendwann ist meiner Ansicht nach der Faktor "Eigen- und/ oder Fremdgefährdung" erreicht; und diese Grenze ist hier schon lange Überschritten, wenn wir schon von gebrochenen Nasen und blauen Augen reden.
Dann ist ein Heim nicht mehr der geeignete Behandlungsort und man muss nach anderen Lösungen suchen.

Ich bin sicherlich kein Fan von Fixierungen, aber im Rahmen der Eigensicherung sind sie manchmal einfach unumgänglich. Was würdet ihr denn tun, wenn eure Bewohnerin auf andere Patienten losgeht?
 
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nofretete

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

h denke auch, dass die Mitarbeiter in diesem Heim irgendwie die Pflege falsch verstehen, also kratzen, beißen, spucken ist mir auch schon passiert, spätestens beim zweiten Mal wird die Situation besprochen, wir versuchen dann wirklich erstmal mit Schmerzmitteln etwas zu erreichen, weil demente äußern halt Schmerz nicht auf die uns gewohnte Weise.

Einmal im Monat kommt der Neurologe und wenn sich bis dahin nichts geändert hat im Verhalten, wird er dann aktiv, wenn er es für notwendig erachtet. Bewohner die ich will mal sagen regelmäßig "austicken" werden in entsprechende Kliniken eingewiesen, meist für 4 bis 6 Wochen, und natürlich bleibt der Heimplatz bestehen, weiß garnicht, was die TS immer mit Heimplatz verlieren hat!

Nun genausowenig, wie ich Bewohner schlage, möchte ich von ihnen geschlagen werden! Versorgungsauftrag hin oder her, wenn er/sie nicht will, dann versuche ich es halt später wieder und wenn in der Nacht mal garnichts geht, dann eben nicht. Wenn ich wählen muß zwischen blauen Auge oder nasse Einlage/Bett nehm ich das zweite! Genausogut hatten wir schon Bewohner, die tagsüber nicht so gut zu händeln waren, dafür nachts halt gut gelaunt, nirgendwo steht geschrieben, dass irgendjemand früh um 8 geschniegelt und gebügelt am Frühstückstisch sitzen muß, allerdings ist es irgendwie in unseren "Pflegeköpfen" eingehämmert.
 
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Mondlachen

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Leider ist alles etwas kompliziert, auch für uns Mitarbeiter. Die Bewohnerin, ca. 3 Jahre bei uns im Haus, wurde schon vor etwa einem halben Jahr, meiner Einschätzung nach, etwas auffällig. Sie war öfter schlecht gelaunt und auch mit Erläuterungen über die Handlungen reagierte sie zunehmend aggressiver. So fing sie an das PP plötzlich anzuschreien und anzuspucken, machte dabei ein bitterfinsteres und bösartiges Gesicht. Die Bewohnerin hatte ihr Zimmer auf der Langzeitpflegestation und kam zu den Mahlzeiten selbständig in den Speiseraum gelaufen. Wo sie sich nach den Mahlzeiten meist noch angeregt mit einigen Mitbewohnern/innen unterhielt. Seit etwas einem viertel Jahr wurde sie auch gegenüber den anderen Mitbewohnern auffällig. So machte sie gerne bestimmte Bewohner nach, in ihren Handlungen oder Anmerkungen. Auch gab sie bei Tisch sexuell anzügliche Bemerkungen, besonders den anwesenden Herren gegenüber, von sich. Mit Ermahnungen dieses doch bitte zu unterlassen oder Ablenkungsmanöver von Seitens des Pflegepersonals, wurde die Situation meistens entschärft. Sie erhielt regelmäßig Besuch von ihren Angehörigen. Worüber sie sich auch sehr freute und berichtete. Da es ihrem Mann gesundheitlich immer schlechter ging wurde er zunächst auf der Kurzzeitpflegestation betreut. Die Mahlzeiten konnte das Ehepaar aber zusammen einnehmen und auch die übrige Zeit des Tages zusammen verbringen. Was beide sehr genossen. Dann zog das Altenheim mit allen Stationen in ein neues Gebäude. Das Paar wurde zusammen auf der Kurzzeitpflegestation untergebracht. Das Verhalten der Bewohnerin veränderte sich erst einmal nicht nennenswert. Auch auf dieser Station verhielt sich die Bewohnerin gegenüber dem Pflegepersonal öfters ungehalten. Da innerhalb von 3 Wochen beim Ehemann eine Altersdemenz diagnostiziert wurde und er stark weglaufgefährdet war, wurden beide (um sie nicht trennen zu müssen) auf die Demenzstation verlegt. Die sie betreuenden Mitarbeiter, kennt die Frau noch von der Langzeitpflegestation, da die Langzeitpflegestation und Demenzstation personalmäßig zusammengelegt wurde. Die Bewohnerin klagt nicht über Schmerzen und es sind auch keine diesbezüglichen Verhaltensmuster zu erkennen. Die zu verabreichene Insulininjektion bereitete ihr bis dato keine Schwierigkeiten. Mit aufmunternden Worten und Ablenkungsmanövern ließ sie sich die Injektion ohne größere Probleme setzen. Ein nachträgliches Lob an die Bewohnerin wurde immer gerne von ihr gehört. Seit etwa 4 Wochen (nach meinem Wissensstand) gibt es erhebliche Probleme bei der Versorgung der Bewohnerin. Sie reagiert nur noch aggressiv auf jegliche Pflegemaßnahmen. Selbst die Anwesenheit ihres Ehemannes kann sie nicht beruhigen. Ihre Aggression lässt sie uns vielfältig spühren-wie schon beschrieben. Auch sind bei Veranstaltunges des Hauses und Betreuungsangeboten besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Bewohnerin zu beachten. Alle Mitarbeiter und Demenz-Betreuer wurden informiert. Der Hausarzt wurde auch schon hinzugezogen. Wiegelte das Verhalten aber als Ausnahmesituation immer wieder ab. Auch gemeinsame Fallerörterungen mit den Mitarbeitern der Demenzstation ergaben kein greifbares Resultat. Nun war fast unsere letzte Hoffnung die Einweisung ins Krankenhaus zur Abklährung der Diagnose. Diese erhielten wir nun für die Bewohnerin ausgestellt, nachdem der Hausarzt selber von einer Attake der Bewohnerin betroffen wurde. Ein unbedarfter Umgang mit der Bewohnerin ist nicht mehr möglich, da wir mit körperlichen Übergriffen der Bewohnerin in jeder Situation zu rechnen haben. Auch ist die Verabreichung der Tabletten ein Thema für sich. Meist spuckt sie die Tabl. einfach wieder aus. Die Med. haben wir auch schon versucht in das Essen hinein zu schmuggeln (ins Brötchen z.B.). Meist bekommt das Brötchen oder diverses anderes einen Freiflug. Andere Verabreichungformen wurden bis jetzt als nicht erforderlich vom HA abgelehnt. Nun soll nach meiner neusten Information ein Gespräch zwischen Heimleitung, Tochter der Bewohnerin und Pflegedienstleitung stattfinden. In der die Tochte eine Krankenhauseinweisung der Mutter selber zustimmen soll. Wie in der Zwischenzeit die Versorgung der Bewohnerin ablaufen soll weiß ich nicht. Zumal alle berechtigte Angst vor den Wutausbrüchen der Bewohnerin haben. Wir fühlen uns auch von der Leitung im Stich gelassen. Selbst langjährige Mitarbeiter der Demenzstation haben keine Lösungsvorschläge. Alle sehen eine gute medikamentöse Einstellung, die in der geronto-psychatrischen Abteilung des Krankenhauses, fachgerecht vorgenommen werden kann als einzige akzeptable Lösung an. Somit können wir auch die Ablehnung der Krankenhausaufnahme nicht nachvollziehen.
 
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Demenzpm

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Hallo Mondlachen,
ich kann eure bedenken und auch Ängste sehr gut verstehen.
Es muss während der Verhaltensänderung irgendetwas passiert sein. Es können sehr unbedeutende Ereignisse für euch als PK sein aber für die Bewohnerin schon. Hier ist sehr gute Biografiearbeit notwendig und die Persönlichkeitsmerkmale des Betroffenen zuerkennen.

Viele Grüße
Demenzpm
 
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Mondlachen

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Bei uns gibt es auch ein Wunschkonzert für die Bewohner. Es gibt halt Frühaufsteher und Langschläfer. Leider kappt das mit dem, Neurologen heranholen, bei uns nicht so gut. Die Pflegedienstleitung und Heimleitung haben da wohl etwas Probleme/Berührungsängste - Leider! So lange keiner wirklich ernsthaft von den Mitbewohnern oder vom Pflegepersonal verletzt wird und ins KH eingewiesen werden muss, bleibt es wohl so. Es wird bei uns viel mit Versorgungspflicht gegenüber dem Bewohner gesprochen (gedroht). Ich bin gerne Altenpflegerin und arbeite gerne in meinem Beruf. Aber ich lasse mir nicht drohen
 
Speerkaempferin

Speerkaempferin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Die Pflegedienstleitung und Heimleitung haben da wohl etwas Probleme/Berührungsängste - Leider!
also ich versteh immer noch nix! ihr seid eine Einrichtung mit gerontopsych.Station und eure PDL und HL haben Berührungsängste ABER einen Versorgungsauftrag zu erfüllen? und wie in einem vorhergehenden Beitrag ist ja nicht nur die eine BW handgreiflich, sondern ihr habt generell mit schlägernden BW zu tun. Irgenwie erscheint mir das Ganze recht suspekt.
und immer noch schade, dass du auf meine Fragen nicht eingegangen bist.
 
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Mondlachen

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Wir können die Wut-auslösenden Situationen nicht schlüssig ausmachen. Die Bewohnerin reagiert bei allem sehr aggressiv. Sogar bei der freundlichen morgentlichen Begrüßung muss man ihrerseits mit einem Fußtritt rechnen. Die Körperpflege ist für alle Beteiligten eine Tortour. Vor ca. 2 Jahren gab es keinerlei Probleme beim Waschen und Ankleiden. Die Bewohnerin liebte es jeden 2. Tag zu duschen. Was in der Zwischenzeit fast unmöglich ist. Auch ein Wannenbad wurde abgelehnt von der Bewohnerin. Trotzdem ich ihr das neue mit Schnickschnack ausgestattete Bad vorgeführt habe. Damals half die Pflegekraft mit kleinen Handreichungen. Die Bewohnerin scherzte und erzählte sehr viel und gerne. Sie war immer sehr an ihrer Umwelt interessiert. Die Tageszeitung war ihr sehr wichtig. Auch musikalisch hatte sie Ambitionen. Sie spielte gerne im Wohnbereich am Klavier. Es gab auch ein kleines Konzert mit einer Mitarbeiterin zusammen. Klavier (sie) und Querflöte. Es wurde als wiederholungswürdig von allen zuhörenden Bewohnern und Mitarbeitern eingestuft. So gab es ab und an ein fast spontanes Konzertchen im Wohnbereich. Selber am Klavier spielen mag sie nicht mehr. Aber zuhören, je nach Tagesform, noch recht gerne. Den Tagesablauf haben wir auch im neuen Haus beibehalten. Ihr Zimmer ist fast identisch wie im alten Haus vom Pflegepersonal eingerichtet worden. Da die Tochter angeblich keine Zeit hatte. Sie kommt aber ihre Mutter und Vater regelmäßig besuchen. Ihr Mann war in der Eingewöhnungszeit sehr wichtig für sie. Wir haben so viel wie möglich von der alten Arbeits-und Betreuungsstruktur beibehalten. Was von anderen Bewohnern als hilfreich empfunden wurde. Die Wünsche und Gewohnheiten der Bewohner haben bei uns auf der Langzeitpflege und Demenzstation erste Priorität. Diese werden auch in der Pflegeplanung festgehalten und beschrieben. Für uns gibt es Augenscheinlich keine Faktoren die dieses "Austicken" direkt erklären könnten.
 
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thorstein

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Diese Diskussion ufert wohl ein wenig aus. Fallbesprechungen in einem Forum sind glaube ich entbehrlich, ausser es gibt eine ganz konkrete Fragestellung. Hier könnte uns Mondlachen noch seitenweise berichten, ohne dass wir uns dem Problem nähern. Und ich gehe durchaus auch davon aus, dass sich die Fachkräfte vor Ort ihre Gedanken gemacht haben.
Fakt scheint zu sein, dass diese Bewoherin dringend in eine dafür geeignete Einrichtung verlegt werden muss, um zunächst einmal eine Diagnose zu erhalten.
Und klar scheint mir auch zu sein, dass eine Demenzstation ohne fachärztliche Betreuung solche Probleme geradezu heraufbeschwört.
Nur ein Hinweis: die Überweisung zum Neurologen schreiben immer noch die Hausärzte, egal welche Berührungsängste da PDL und HL haben sollten. Und Fachkräfte haben auch eine berufsrechtliche Verantwortung. Da kann man sich dann auch nicht hinter Berührungsängsten von Vorgesetzten verstecken.
In so einem Fall, also bei einer Weigerung, einen Facharzt hinzuzuziehen, hätte ich eine Überlastungsanzeige geschrieben. Schon zur eigenen Absicherung.
 
Speerkaempferin

Speerkaempferin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Fallbesprechungen in einem Forum sind glaube ich entbehrlich
kannst du bitte dann bitte die Beteiligung des "Diskussionsforums" konkreter erklären? Ich bin auch noch nicht lange dabei und hab vielleicht die Bedeutung dessen auch falsch verstanden?
 
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Tilidin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Für uns gibt es Augenscheinlich keine Faktoren die dieses "Austicken" direkt erklären könnten.
Hallo Mondlachen
Es gibt vieleicht eine Erklärung, die langsam verständliche Beschreibung der Umstände, lassen bei mir den Verdacht aufkommen, das es sich hier nicht um eine klassische Demenz handelt, sondern um die Verdachtsdiagnose"Morbus Pick"
Der Unterschied zur Demenz: Morbus Pick ist eine Atrophie des Temporallappens, der Unterschied zur Demenz ist somit, der nicht generalisierte Hirnabbau.
Klassisch abgrenzen kann man die Diagn. nur, wenn man ein CT. macht. ( der Nutzen sollte rechtzeitig überdacht werden)
Die Diagnose zeichnet sich vordergründig dadurch aus, das die Pat. im Bereich der Affekte u. Aggressionen auffällig sind, wobei die anderen klassischen Demenzsymtome etwas länger im Hintergrund bleiben.
Was bringt dir die Diagnose: eigentlich nicht viel, aber das Verständnis für die Grunderkrankung sollte überdacht werden u. das Behandlungskonzept kann etwas eingeschränk werden( Aggressionen u. Affekte) lassen sich doch gut therapeutisch einstellen, man muss halt im Sinne der Pat. die richtige Dosierung austarieren.
 
Speerkaempferin

Speerkaempferin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

hallo Mondlachen,
Tilidin könnte durchaus recht haben mit der Vermutung, dass hier eine andere Form der D. als die der Alzheimer vorliegt.
so wie du die Dame beschreibst:
z. B. hat vor ein paar Monaten noch Klavierkonzerte gespielt, Zeitung gelesen usw.- hört jetzt nur noch zu....!!!
....könnte das auch allg.auf die beginnende Demenz schließen, in dieser Phase ist der Leidensdruck besonders hoch. Die Menschen sind sich ihrer beginnenden Defizite bewußt und das löst extreme Ängste aus. Auch ständig mit dem "nicht mehr hinkriegen, alles falsch zu machen" konfrontiert zu sein führt je nach Persönlichkeit zu Rückzug oder zu manchmal heftigen Aggressionen.
Leider bleibt meist nichts anderes, als zu erspüren und auszuprobieren, welche Art des Umgangs greift. Oft ist es in der Phase Respekt, Abstand, in Ruhe lassen.
wenn das alles nichts hilft, ja dann bleibt manchmal tatsächlich nur der Weg zur medikamtösen Behandlung.

Wie schaut`s aus mit Antdementiva?
 
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Eisenbarth

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

nur eine anmerkung:

ich denke, antidementiva sollten in der überwiegenden anzahl der fälle so früh wie irgend möglich angedacht werden.
 
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Tilidin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

ich denke, antidementiva sollten in der überwiegenden anzahl der fälle so früh wie irgend möglich angedacht werden.
Ja Eisenbarth, da ist unsere Hoffnung, unser Bedürfnis etwas (wieder) Gut zu machen u. vieleicht auch unsere Verzweiflung, aber die Wirkung ist nun mal signifikant mehr als grenzwertig.
Wir sprechen immer von 0-12 Monaten, die vieleicht den Entwicklungsprozess beeinflussen können.
In der Frühphase kann man es probieren, aber nach der Heimaufnahme sind die Med. nicht mehr angebracht.(Aussage von namhaften Leuten)
Die Wirkung von Ginko soll ja nicht ganz so gut sein, aber in der Früüüüphase immer noch eine gute Alternative.

Man hat im Schnittbild von fast 100jährigen alle Muster einer Alsheimer-Demenz gefunden, nur sie waren daran nicht erkrankt
Ich verbuche es eher unter einer riesigen Masche der Pharmaindustrie( ich möchte nicht wissen, wie viele die Med. freiwillig bezahlen, mal locker 180€,monatlich)
 
E

Eisenbarth

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

irgendwie müsstest du dich vllt etwas klarer formulieren.

was meinst du mit "aber die Wirkung ist nun mal signifikant mehr als grenzwertig."?


und was diese "namhaften" leute angeht [von denen ich schon gerne auch die namen wüsste...] -> verwechseln die wirklich die begriffe "frühphase" und "heimaufnahme"? bzw. wenn ja: was soll das denn konkret bedeuten. und -> wie habe ich mir das vorzustellen? ein mit z.b. memantin behandelter patient kommt ins heim und erhält dieses medikament dann nicht weiter? weil es zu teuer ist? wo ist denn die evidenz, die für das absetzen spräche? ich kenn die ehrlich gesagt noch nicht...
 
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Tilidin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Natürlich kann ich die gemachte Aussage hier rein kopieren u. im Internet wird es sicherlich noch mehrfache Bestätigungen meiner Aussage geben.

Alles was ich hier geschrieben habe, wurde gestern Abend in einer Sendung zum Krankheitsbild Demenz bestätigt.(auch die Sinnhaftigkeit der besagten Medikamente, auch die Tatsache, das wir uns hier aus wissenschaftlicher Sicht noch immer im Dunkeln befinden)

Deshalb wiederhole ich mich zum Thema"Antidementika"(Antidementiva) das beste ist wohl, das sie relativ wenig Nebenwirkungen haben sollen, aber ansonsten ist die Indikationsbreite nicht allzu groß.
Die beste Prophylaxe soll immer noch sein:1. auslösende Faktoren wie Schilddrüse, Blutfette, Rauchen, Alkohol immer im Auge zu behalten u.2. dann möglichst eine ständige cerebrale Beanspruchung zu haben.

Die von Dir aufgeworfene Frage(bei der Heimaufnahme) ist sicherlich interessant. Gibt es eine Veränderung der Verschreibungsmentalität bei den Ärzten, wenn es um die weitere Verordnung des besagten Medikamentes geht?

P.S. was war noch mal das Thema??
 
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thorstein

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Ich möchte auf folgenden, noch recht aktuellen Artikel hinweisen.

IQWiG sieht möglichen Nutzen von zwei Antidementiva

Wer sich noch erinnert: der allzu kritische Leiter von IQWIG wurde ausgetauscht. Jetzt sieht man einen möglichen Nutzen und bedankt sich bei den Pharmafirmen für die Zusammenarbeit. Basis sind bislang unveröffentlichte Studien eben dieser Firmen. Ich finde, das stinkt gewaltig.
 
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Tilidin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Ich finde, das stinkt gewaltig.
Erstmal Danke für den Link
Ja es stikt gewaltig,denn das IQWIG bestimmt Auftragsbezogen, die Bewertung soll nicht dem internationalen Standard entsprechen, jetzt muss man nur noch 1+1 zusammen zählen.
Wer ist hier der Gewinner?????
 
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Tilidin

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

es ist eigentlich zu den Antidementiva genug geschrieben worden, aber das wollte ich noch mal los werden

Leitlinien und IQWiG-Position

In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland und weltweit zahlreiche Leitlinien zur Diagnostik und Therapie demenzieller Erkrankungen publiziert. Sie sollen Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über angemessene, möglichst evidenzbasierte Maßnahmen unterstützen. Stellvertretend seien einige wichtige Empfehlungen aus der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) 2005 (DGN - Deutsche Gesellschaft für Neurologie) zitiert:

Eine Dauerbehandlung mit AChE-Inhibitoren ist Therapie der ersten Wahl bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung; Memantin ist evidenzbasierte Therapie der mittelschweren bis schweren Erkrankung.
Kommt es in schweren Stadien zu einer stufenweisen Symptomprogression und es findet sich keine andere Erkrankung als Erklärung, sollte ein Wechsel innerhalb der Substanzklasse oder zwischen den Substanzklassen erwogen werden.
Der Nutzen der AChE-I ist umso größer, je früher die Therapie beginnt. Jeder Patient sollte auf die maximal verträgliche Dosis eingestellt werden. Falsch ist eine zu niedrige Dosierung, da für alle Substanzen ein dosisabhängiger Effekt beschrieben wurde.
Hinweise auf eine günstige Wirkung der Kombination von Memantin und AChE-I bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz müssen in weiteren Studien bestätigt werden. Eine Zulassung liegt in Deutschland nicht vor, auch wenn in Studien an fortgeschritten Erkrankten ein zusätzlicher Nutzen festgestellt wurde.

Weitere wichtige Aspekte liefert ein im Februar 2007 veröffentlichter Abschlussbericht des IQWiG »Cholinesterasehemmer bei Alzheimer-Demenz« (www.iqwig.de). Das Institut kommt zusammenfassend zu dem Schluss, dass alle drei Substanzen positive Effekte auf Aktivitäten des täglichen Lebens und die kognitive Leistungsfähigkeit zeigen. Es beschränkt diese Aussage nicht auf bestimmte Erkrankungsschweregrade und eine Therapiedauer, wobei bemerkt wird, dass die Daten im Wesentlichen auf Sechs-Monats-Studien basieren. Bemängelt wird, dass zu allen anderen patientenrelevanten Endpunkten kaum Daten vorliegen. Für die Ärzte, die Demenzpatienten betreuen, ist der IQWiG-Bericht positiv zu werten, da hier ein unabhängiges Institut, das im direkten Auftrag des gemeinsamen Bundesausschusses arbeitet, den patientenrelevanten Nutzen der Behandlung bestätigt. Der Nutzen von Memantin ist laut Vorbericht des IQWiG von vergangener Woche nicht belegt (siehe dazu IQWiG: Nutzen von Memantin nicht belegt, PZ 34/2008).

entnommen: pharmaz.- zeitung
 
Sonnensturm

Sonnensturm

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AW: Heimbewohnerin wird die Einweisung ins Krankenhaus durch Aufnahmeärztin verweiger

Mal zurück auf Anfang. Was ist inzwischen mit der Heimbewohnerin?:kopfkratz:
 
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