Heimaufsicht

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anitram64

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13.02.2006
44225
sagt mal wem ist die eigentlich unterstellt und nach welchen Richtlinien haben die zu handeln ... Hatte hier ziemlich ärger und es wäre fast zur Strafanzeige gekommen.... wobei ich den Grund immer noch nicht verstehe. Wisst ihr zufällig wo ich mich da schlau machen kann?
 
Qualifikation
Krankenschwester/WBL
Fachgebiet
Altenheim
C

charleene

Da kann ich zwar garkeine Auskunft zu geben, aber ich muss gestehen, daß ich neugierig geworden bin. Hast Du evtl. Zeit und Lust uns an den Umständen teilhaben zu lassen? Man lernt nie aus und ist viell. auf eine ähnliche Situation vorbereiteter.
 
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anitram64

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13.02.2006
44225
Da kann ich zwar garkeine Auskunft zu geben, aber ich muss gestehen, daß ich neugierig geworden bin. Hast Du evtl. Zeit und Lust uns an den Umständen teilhaben zu lassen? Man lernt nie aus und ist viell. auf eine ähnliche Situation vorbereiteter.
klar kann ich versuchen diesen Fall hier ein wenig darzustellen

Also wir hatten eine 85 jährige bewohnerin mit Krebs die aber noch soweit orientiert war. Ihre Aussage: Mir geht es hier gut, ich kann ins Grüne gucken, liebe es im Bett zu liegen und will nun nur noch essen und trinken was ich mag und ansonsten soll mich der liebe Gott erlösen. Ich möchte hier in meinem Zuhause sterben und mein Leben so beenden. Sie aß also nur noch spatzenmengen und trank maximal an guten Tagen 500 ml. War damit sehr zufrieden, hatte keine Schmerzen und hatte auch alles als Vorsorgevollmacht und mit ihren Töchtern und Hausärztin abgesprochen....
Klar sie hat natürlich abgenommen und wog am Tag als die Heimaufsicht kam nur noch 43 kg... befand sich auch in der Sterbephase aber sagte auch immer noch mir geht es gut.
Dieses wurde von der Heimaufsicht so nicht aktzeptiert und uns unterlassene Hilfeleistung unterstellt. Im Eilverfahren brauchten wir nen Richter der alles zum Wohlwollen der Bewohnerin prüfte und nur weil eine Mitarbeiterin sich in der Dokumentation etwas unklar ausdrückte...Es stand drin, wenn Bewohnerin weiterhin nicht isst und trinkt wäre aus medizinischer Sicht eine magensonde angezeigt, aber nicht das die Hausärztin davon abrät...... kam es zur strafanzeige
Diese wurde nun aber eingestellt und die Bewohnerin ist auch zwei Tage später verstorben... Eingestellt wurde es weil sie auch mit magensonde gestorben wäre ....
Nun mussten wir innerhalb einer woche ein Ernährungskonzept erstellen und bei jedem bewohner den täglichen kalorienbedarf errechnen und dokumentieren wenn die Nahrungsaufnahme davon abweicht .... hallo wie soll ich das schaffen, sie lassen doch meist immer mal was auf dem Teller... ich esse doch auch nicht jeden tag die kalorien die ich eigentlich zu mir nehmen soll .......
In anderen Häusern hier in der Umgebung wird es absolut anders gehandhabt. Nun meine Frage... dürfen die machen was sie wollen?? die müssen doch auch richtlinien haben.... bin über jeden Hinweis dankbar... da sie nun anfang juni noch mal anrücken und kommen
 
Qualifikation
Krankenschwester/WBL
Fachgebiet
Altenheim
Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Hallo, Ihr habt da einen riesigen Fehler gemacht.
Ich weiss nun nicht, wer es bei Euch "verpennt" hat.
Ob Heimaufsicht oder MDK, die akzeptieren schon, dass jemand nicht essen oder trinken will.
ABER es muss ordentlich dokumentiert werden, wenn nötig 3xtgl.
Weiterhin hätte dieser Ernährungsplan schon längst erstellt sein sollen. Versuche mit anderer Nahrung, andere Getränke, hochkalorische Nahrung. Ernährungsberater hinzuziehen, Gespräche mit HA dokumentiern, den HA dokumentieren lassen.
Lieblingsessen und Getränke anbieten, mit ihr reden und dokumentieren, dokumentieren und nochmals dokumentieren.
Das ist das A&O.

Und nicht immer so böse auf die Heimaufsicht und den MDK sein, wenn die zur Kontrolle kommen. Sie zeigen Euch nur die Fehler auf und Ihr habt die Gelegenheit, Eure Arbeit zu verbessern. Und das müsst Ihr wirklich tun, die kommen immer wieder.
( :devil:Lästig sind sie schon.)

Ihr werdet wahrscheinlich nicht alles in der angegebenen Zeit schaffen, aber der gute Wille muss zu ersehen sein.:thumbsup:
Dann mal gutes Schaffen und viel Erfolg.

Hier noch eine Antwort auf Deine Frage zur Heimaufsicht.

Informationen zur Heimaufsicht

Die Heimaufsicht ist für die Durchsetzung des Heimgesetzes zuständig.
Das Hauptaugenmerk der Heimaufsicht liegt im Bereich der Beratung der Heimbewohner, deren Angehörige, der Heimträger und Beschäftigten in den Heimen.

Die Hauptaufgaben der Heimaufsicht sind:
  • Schutz der Interessen und Bedürfnisse der HeimbewohnerInnen
  • Überprüfung der durchgeführten Pflegemaßnahmen
  • Überprüfung der Heimmindestbauverordnung
  • Überprüfung der Heimpersonalverordnung
  • Kontrolle über die Erfüllung aller gesetzlichen Anforderungen
Mit der Novellierung des Heimgesetzes, dessen Neufassung am 01.01.2002 in Kraft tritt, ist eine Stärkung der Heimaufsicht und ihrer Möglichkeiten der Einflussnahme verbunden. Des weiteren soll die Zusammenarbeit von Heimaufsicht mit den Pflegekassen, dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung und den Trägern der Sozialhilfe verbessert werden.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Monika58

Monika58

Aktives Mitglied
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26.09.2005
Bonn
und nur weil eine Mitarbeiterin sich in der Dokumentation etwas unklar ausdrückte...Es stand drin, wenn Bewohnerin weiterhin nicht isst und trinkt wäre aus medizinischer Sicht eine magensonde angezeigt, aber nicht das die Hausärztin davon abrät......
Und genau hier liegt, wie wassermann auch schon sagte, der Hund begraben!!

Für einen Aussenstehnenden muss Euer Vorgehen wie eine "unterlassene Hilfeleistung" aussehen, wenn nicht eindeutig dokumentiert ist, was Gespräche mit Bewohnerin, Angehörigen und Hausarzt ergeben haben. Um es etwas krass darzustellen: Der Aufsichtsbehörde zeigt sich folgendes Bild -Schwerkranke Frau magert bis zum Skelett ab und verstirbt - Das sind die Schlagzeilen, die ständig in der Presse zu finden sind und, wie in Deinem Fall, häufig einfach nicht wahr sind ..... aber DU musst belegen, dass sie nicht wahr sind. Nicht die Heimaufsicht muss beweisen, dass Du gute Arbeit leistest, sondern Du selber, und zwar durch entsprechende Dokumentation.
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
A

anitram64

Neues Mitglied
Basis-Konto
Themenstarter/in
13.02.2006
44225
also vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt....
es lag ein trink und ernährungsprotokoll vor.... in dem wir wirklich genaustens dokumentiert haben was wir alles versucht haben mit welchen getränke und auf Wünsche eingegangen und auch immer wenn wir da waren und bewohnerin es abgelehnt hat.... das steht alles ...Die bilanzierungsbögen waren geführt..... die Gespräche geführt und dokumentiert .... vorsorgevollmacht lag vor...BMI alles war da und regelmässig....
aber ich kann doch nun nicht täglich bei 40 bewohnern gucken was sie letzendlich an kalorien zu sich genommen haben

also verpennt haben wir das dokumentieren nicht .... und beide prüfer von der Heimaufsicht waren sich ja nicht einig ..... der mann hat es aktzeptiert und fand es ausreichend dokumentiert und die Frau stellte den antrag auf strafanzeige ..... da muss doch einigkeit sein und eine linie gefahren werden... wo ist denn die richtlinie festgelegt wonach sie sich zu richten haben???
ansonsten hab ich keine probleme mit heimaufsicht und mdk und wir haben auch nichts zu verstecken... und zu fehlern steh ich auch...aber die können doch nicht jeden spielraum haben oder?
 
Qualifikation
Krankenschwester/WBL
Fachgebiet
Altenheim
H

Hermann L

Mitglied
Basis-Konto
11.01.2006
26817
"aber ich kann doch nun nicht täglich bei 40 bewohnern gucken was sie letzendlich an kalorien zu sich genommen haben"

Aber genau das Müßt ihr Tun, erst bei alle Bew. dem BMI auswerten bei zu niedrigen BMI Ernährungsprotokoll anlegen Info an Hausarzt und evtl. Ernährungsberaterin einschalten.
Dann bei allen Bew. wo der BIM in Ordnung war regelmäßige Kontrolle Min 2x in Jahr 3-4Tage Ernährungsprotokoll und Einfuhrkontrollen.
Und nicht vergessen Dokumentieren, Dokumentieren, Dokumentieren, wir sind immer in der Beweispflicht.
Hermann L
 
Qualifikation
Altenpfleger/ Hospizhelfer
Fachgebiet
Pflegezentrum
T

tillylilly

Neues Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
59581
Hallo, dokumentieren ist tatsächlich das Zauberwort. Mache momentan eine Zusatzausbildung zur PN und kenne mich im SGB XI aus. Hatte selbst schon das Vergnügen mit der Heimaufsicht und weiß, das auf Dokumentation der Kalorien und Flüssigkeit sehr viel Wert gelegt wird. Bei einem BMI unter 19 mus einmal in der Woche das Essverhalten dokumentiert werden, Gewichtskontrolle und Kontrolle des spezifischen Gewichts. Jeden Tag was der Bewohner gegessen und getrunken hat. Bei Ablehnung auch. Bei einem BMI unter 18 sollte man sogar das Gericht informieren um abklären zu lassen ob eine PEG angebracht wäre.
 
Qualifikation
Krankenschwester/PN
Fachgebiet
Pflegezentrum
M

Manu5959

Aktives Mitglied
Basis-Konto
19.10.2005
Rosenheim
Bei einem BMI unter 18 sollte man sogar das Gericht informieren um abklären zu lassen ob eine PEG angebracht wäre.
... und das Gericht entscheidet dann, ob der Bewohner eine PEG bekommt?:mad_2:

:eek: Wir haben bisher noch kein Gericht über BMI-Werte informieren müssen, und da hoffe ich inständig, das das auch so bleibt.

Grüßle Manu
 
Qualifikation
KS,PA,WBL,stellv. PDL, Pain Nurse, Pain Nurse, Pall. care
Fachgebiet
Altenheim
Weiterbildungen
Leitung des Arbeitskreises zur Implementierung von Palliative care und des Hospizgedankens
T

tillylilly

Neues Mitglied
Basis-Konto
15.05.2006
59581
Hallo,
kann mir gut vorstellen, dass Du darüber entrüstet bist. Das ist auch Neuland für uns. Aber es ist für uns einfach eine Absicherung wenn die Bewohner massiv abnehmen und wir mit unseren Angeboten von Wunschkost nicht weiterkommen. Siehst ja, kann einem als unterlassene Hilfeleistung ausgelegt werden.
Gruß Moni
 
Qualifikation
Krankenschwester/PN
Fachgebiet
Pflegezentrum
U

UlrichFürst

Aber es ist für uns einfach eine Absicherung wenn die Bewohner massiv abnehmen und wir mit unseren Angeboten von Wunschkost nicht weiterkommen. Siehst ja, kann einem als unterlassene Hilfeleistung ausgelegt werden.
Gruß Moni
:ermm: Wobei ich interressant finde, dass die Pflicht zur Meldung am BMI festgemacht wird :ermm: (soll kein Angriff sein; das wir uns absichern müssen, ist mir schon klar).

Es gibt doch auch genügend Bewohner/Patienten mit einem BMI >> 25 (also Adipös), die aber mangelernährt sind. Sei es weil sie inzwischen kaum mehr essen (aber eben noch nicht genug abgenommen haben um ins BMI<19 Raster zu fallen) oder weil sie sich einseitig ernähren...

Ulrich
 
S

siggi

Mitglied
Basis-Konto
15.02.2006
Heiligenhaus
Hallo,
ruehrend diese Heimaufsicht. Waehrend ich mit 2 Herzinfarkten in der Klinik lag, kam meine 95-jaehrige Mutter zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim einer großen Gruppe. Dort liess man sie einfach verhungern, weil sie nach einem vorherigen Eingriff wg. des Tubus bei der Narkose nicht schlucken konnte. Kein Arzt, keine Sonde - nichts! Ich sah sie nach Rueckkehr noch 3 Tage, kannte sie kaum wieder, dann starb sie. Ihr rechter Arm war schwarz bis in die Schulter.
Heimaufsicht und später Staatsanwaltschaft unternahmen nichts. Heim- u. Pflegedienstleitung waren weg (entlassen?)

Siggi
 
Qualifikation
Rentner/Betreuer
Fachgebiet
Essen
emmielie

emmielie

Mitglied
Basis-Konto
09.10.2004
50127
Die Heimaufsicht ist bei der Stadt- oder Kreisverwaltung angesiedelt.
 
Qualifikation
ex.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflegedienst
P

Patrick Z.

Mitglied
Basis-Konto
14.02.2006
48921
Hallo Zusammen.

Wenn ich noch ergänzen darf: die Heimaufsicht ist meistens mit Verwaltungsfachkräften besetzt! Häufig wird deshalb fachkundige Hilfe, bspw. vom Gesundheitsamt (i. d. R. Amtsärzte), hinzugezogen.
Während diese Fachkraft dann die Pflege, im Auftrage der Heimaufsicht, begutachtet, prüft die Verwaltungskraft der Heimaufsicht (wer hätte es gedacht?) Verwaltungsangelegenheiten, wie z. B. Personalschlüssel, -qualifikation, etc.
Richtlinien gibt es, meines Erachtens nach, nicht. Die Heimaufsicht hat sich, wie schon beschrieben, an das Heimgesetz, die Heimmindestbauverordnung, usw. zu halten. Einiges wird aus verschiedenen Gerichtsurteilen und Erlässen "übernommen". Darüber hinaus wird die allg. übliche Literatur (Pflegebücher, Pflegestandards, MDK-Vorgaben, Studien und Veröffentlichungen bestimmter Behörden wie z. B. RKI-Richtlinien) zur Beurteilung hinzugezogen.
Ich möchte noch hinzfügen, dass die Heimaufsicht i. d. R. sich ausschliesslich auf die Dokumentation stützen kann und muss! Für den Fall, dass die Mitarbeiterin der Heimaufsicht ihr "Ermessen" ausschöpft und den Fall zu den "Akten heftet" und blöderweise dann doch ein Pflegefehler bestand, hat sie sich selbst zu verantworten! Man hört ja in den Medien häufig: "...und die Behörden haben nichts unternommen!". Mal ganz ehrlich: wer will für so eine Schlagzeile verantwortlich sein?


Gruß Patrick
 
Qualifikation
Gesundheitsaufseher / Krankenpfleger
Fachgebiet
Gesundheitsamt
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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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