Hebelifter bei Hemiparese

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tadxu

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11.07.2006
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Hallo Leute,
hab´das Problem das eine adipöse Bewohnerin(Z.n. Apoplex) mehrmals tgl. rausmobilisiert wird. Dabei kam es bereits 2 mal zu Betriebsunfall(Bandscheibenvorfall, Bänderzehrung) Sie kann kaum stehen. Ein neuer Hebelifter mit einer Art Aufstehhilfe zerrt zu sehr in der Achsel (sehr ungünstig für die Schulter). Gibt es eine Alternative?
Danke
 
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Sonnensturm

Sonnensturm

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05.01.2006
63110
Ich habe das mal bei einer Bew. mit MS erlebt. Finde diese Gurte furchtbar. Dachte nur immer, ich möchte da nicht reingehängt werden.
Es gibt doch andere Möglichkeiten. Siehe unten:

Hoyer hilft heben ... innovativ und kreativ

Hoffe, Dir kann geholfen werden.

Besseres heben wünscht der Wassermann:grin:
 
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Manu5959

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19.10.2005
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Hallo Leute,
hab´das Problem das eine adipöse Bewohnerin(Z.n. Apoplex) mehrmals tgl. rausmobilisiert wird. Dabei kam es bereits 2 mal zu Betriebsunfall(Bandscheibenvorfall, Bänderzehrung) Sie kann kaum stehen. Ein neuer Hebelifter mit einer Art Aufstehhilfe zerrt zu sehr in der Achsel (sehr ungünstig für die Schulter). Gibt es eine Alternative?
Danke
Hallo tadxu,

eine Aufstehhilfe würde ich in dem Fall auch nicht benutzen, zumal die Bewohnerin ja fast nicht stehen kann.
Wir benutzen dann den Hebelifter, das Tuch dazu ist so ähnlich wie in dem Link von Wassermann.
Die Tücher gibt es in unterschiedlichen Größen, je nach Gewicht.
Die Hebelifter gibt es mittlerweile auch mit Lifterwaage, sehr praktisch!

Grüßle Manu
 
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moviliti-care

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12.07.2006
23558
Hallo taxdu,
kann verstehen, das die Klientin sehr schwer zu händeln ist, aber alle Hilfsmittel, wie Lifter, nehmen die wichtigen taktilen Informationen der Bewegung, wie sie gerade bei Apoplex wichtig ist - in der Folge kommt es zu Tonuserhöhungen,ergo "Spastik"
Als "Erstangriff" vielleicht mal Bobath versuchen :) Wenn die Haltung vom Knie gewährleistet ist und das liftup koordiniert funktioniert, sollte es klappen.
Wenn nicht, schick ich Dir gern mal ein Arbeitsblatt von moviliti-care mit der "Aktiv-Mobilisation" über die Bettkante.
Viel Erfolg
Lars
 
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Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Wenn die Haltung vom Knie gewährleistet ist und das liftup koordiniert funktioniert, sollte es klappen.
Wenn nicht, schick ich Dir gern mal ein Arbeitsblatt von moviliti-care mit der "Aktiv-Mobilisation" über die Bettkante.Viel Erfolg Lars
Hallo Lars,

jetzt hast du meine Neugierde geweckt!:grin:
Da mir moviliti-care bisher rein garnix gesagt hat:ermm: , hab ich mir erst mal einen Link gespeichert(les ich aber erst morgen).
Manu möchte auch ein Arbeitsblatt haben, büüüüttte!:grin:

Grüßle Manu
 
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tadxu

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11.07.2006
83308
Hallo moviliti-care,
könntest du mir das Arbeitsblatt "Aktiv-Mobilisation" zusenden. Zur Info auch an adnere Mitarbeiter! Danke!
[email protected]

tadxu
 
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tadxu

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11.07.2006
83308
Hallo moviliti-care,
könntest du mir das Arbeitsblatt "Aktiv-Mobilisation" zusenden. Zur Info auch an adnere Mitarbeiter! Danke!
[email protected]

tadxu
 
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bidi

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05.07.2006
4414
Hallo tadxu

In der Regel sollten HemipatientInnen nie mit Hebeliften transferiert werden.
Das Kinästheitk-Konzept wäre zu überlegen. Wenn noch nicht bekannt, eine Weiterbildung lohnt sich einerseits für den Patienten (er hilft bei diesem Konzept aktiv beim transferieren mit) andererseits aber auch für die Pflegekraft, (rückenschonendes Arbeiten).
Wenns dich interessiert.
Hier hast du die Adresse von Deutschland
Institut für Kinästhetik IfK AG
Büro Deutschland
Marktplatz 9
D-79539 Lörrach
Tel. +49(0)76212349
Fax:+49(0)762110194
[email protected]. com
 
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Manu5959

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In der Regel sollten HemipatientInnen nie mit Hebeliften transferiert werden.Das Kinästheitk-Konzept wäre zu überlegen. Wenn noch nicht bekannt, eine Weiterbildung lohnt sich einerseits für den Patienten (er hilft bei diesem Konzept aktiv beim transferieren mit) andererseits aber auch für die Pflegekraft, (rückenschonendes Arbeiten).
Hallo bidi,

wie mobilisierst du einen Bewohner, der nicht mehr mithelfen kann und so adipös ist, das es deine " Kräfte" übersteigt?
Kinästhetik ist wirklich ein tolles Konzept, denoch sollte nicht vergessen werden, das auch dieses Konzept nicht überall und bei jedem Bewohner anwendbar ist.
Auch der Einsatz eines Hebelifters läuft unter" rückenschonendes Arbeiten".
Als ich vor 8 Jahren in meiner Einrichtung begonnen habe, stand der Lifter ohne Benutzung in der Ecke, und die Pflegekräfte haben allein oder zu zweit transferiert( mehr gehoben).
Da bin ich seeeeehr froh, das er zum Einsatz kommt.
Wenn der Bewohner mithelfen kann, dann sollte schon kinästhetisch oder unter Anwendung des Bobath- Konzeptes mobilisiert werden.
Aber hier handelt es sich um eine Bewohnerin, die sehr adipös ist, und kaum noch stehen kann.

Grüßle Manu
 
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bidi

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05.07.2006
4414
Hallo Manu
Es stimmt, die Kinästheitk ist nicht bei jedem Pat. und in jeder Situation anwendbar. Wie jede Pflegemethode hat auch diese klare Grenzen. Der Pat. mit seinen Fähigkeiten (auch die verborgenen) und Bedürfnissen muss immer der Mittelpunkt sein. Die Kinästheitk ist u.a. ein Interaktionsmodell, dieser Aspekt muss dem Pat. und der Pflegekraft bewusst sein. Übrigens, bei der Kinästheitk muss der Pat. nicht mehr unbedingt mit eigener Kraft stehen können. Das Stehen ist nur ein Element der ganzen Mobilisation eines Menschen.
Wie ich eine adipöse Pat., die nicht mithelfen will (habe ich sie gefragt, ob sie mitelfen will...?), mit Kinästheitk transferieren würde, kann ich dir ohne direkten Kontakt mit dieser Pat. und ohne genauen Kenntnissen der gesamten Pflegesituation nicht beantworten.
Ich kann bloss bemerken, dass sich in meinem Praxisfeld auch adipöse Pat. mit Kinästhetik im Bett mobilisieren und aus dem Bett transferieren lassen. Ich habe erfahren, wie mobil eben gerade adipöse Menschen noch sind, obwohl ich es ihnen zu Anfang nicht zugetraut habe.
Was ich eigentlich sage möchte ist, dass es für alle Betiligten von Vorteil ist, sich einmal zu überlegen ob es sich lohnen würde die alten bekannten Pfade zu verlassen und einen neuen noch unbekannten Weg zu suchen, zu finden und eventuell zu gehen. Ich staune viel, was eben gerade bei chronifizierten Krankheitsverläufen noch alles möglich ist, vieles das man/frau sich zu Anfang gar nicht vorstellen konnte.
Noch kurz zu den Hebe- und Stehliften. Diese Geräte stehen natürlich auch auf unseren Stationen und werden eingesetzt. Ich finde sie wertvolle Hilfsmittel, die jedoch individuell gezielt und angepasst eingesetzt werden sollten. Die Gefahr besteht immer, dass wir ungewollt durch die Benützung dieser schlussendlich eine eingeschränkte Mobilität des Patienten fördern.

Grüsse aus der Schweiz
bidi
 
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Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Hallo bidi:smile: ,

deinem letzten Beitrag stimme ich vollkommen zu!:thumbsup:

Tolle Einstellung!

Grüßle Manu
 
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Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Ich finde sie wertvolle Hilfsmittel, die jedoch individuell gezielt und angepasst eingesetzt werden sollten. Die Gefahr besteht immer, dass wir ungewollt durch die Benützung dieser schlussendlich eine eingeschränkte Mobilität des Patienten fördern.

Grüsse aus der Schweiz
bidi
Ich finde diese Aussage sehr wichtig! Es ist nun mal so, dass "Pflege" keine so exakte Wissenschaft ist wie Mathematik, in der 1+1 immer 2 ist.
Die Pflegetechnik, die bei dem einen Patienten förderlich ist, ist bei dem anderen Patienten hemmend. Unsere Professionalität besteht eben darin, für jeden Menschen die individuel richtige Technik oder Methode anzuwenden. Und dabei schadet es nicht, die Ergebnisse der Pflegeforschung zu berücksichtigen :wink:

Gruß
Monika
 
Qualifikation
Lehrerin für Pflegeberufe, Qualitätsmanagerin
Fachgebiet
Leiterin Fachseminar für Altenpflege
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moviliti-care

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12.07.2006
23558
Hallo bidi,
da kann ich Dir wirklich nur grundlegend zustimmen.
Doch ist die Pflege in Deutschland schon in der Lage das umzusetzen? Ich denke mal nicht. Wir arbeiten mit Techniken, die zum größten Teil nicht evaluiert sind ( siehe 30°-Lagerung ). Oder auch die Transfertechniken.
Wie Monika sagt: Die Pflegeforschung beachten ... es geht aber noch tiefer... Vielleicht mal die alten Anatomen und Physiologen fragen wie der Mensch funktioniert. Dann wird vieles deutlicher :)
Über den Tellerrand sehen und nicht immer warten bis irgendjemand es wirksam publiziert hat:)
 
Qualifikation
Leitender HTM-Trainer / moviliti-care
Fachgebiet
Schulung, Coaching, Fallsupervision, Projektierung
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UlrichFürst

Wir arbeiten mit Techniken, die zum größten Teil nicht evaluiert sind ( siehe 30°-Lagerung ).
Du scheinst ja (siehe anderer Thread) auch zu forschen? Hast Du den etwas was entgegen der aktuellen Expertenmeinung gegen die 30°-Lagerung spricht? Vllt. auch nur in bestimmten fällen (Du erwähnst z. B. Spastiken?)

neugierig
Ulrich
 
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moviliti-care

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12.07.2006
23558
Hallo Ulrich,
zum forschen im Sinne von Uni oder ochschule langt es leider (finanziell) nicht. Aber moviliti-care betreibt Foschung im Sinne der Praxis. Es werden Probleme beobachtet und analysiert. Das sicher in tiefgründigerer Art und über viele Fachbereiche hinweg. Es sind Ärzte, Therapeuten, Pflegewissenschaft und ganz wichtig - die Pflegekräfte beteiligt! Somit ist der Transfer der Erkenntnisse zurück in die Praxis gewährleistet. Warum sollte man sonst "forschen":grin:
In der Pflege haben wir wenig von den Handlungen evaluiert und vieles wird einfach übernommen.
Die 30°-Lagerung ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Sie hat irgendwann mal ihre Berechtigung mit der Begründung der Entlastung vom Steißbereich gehabt. Nur wurde dabei außer acht gelassen und stand nicht zur Debatte, was mit dem Rest des Körpers passiert. Man hat sich also grundlegend nicht gefragt, wie der Körper als Ganzes funktioniert.
Eine kleine Zwischenfrage - Wer von den lieben Lesern liegt in der Nacht auf 30°? ... Würde Bewegung in manches Schlafzimmer bringen:"Schatz-ich bin müde und will schlafen... Duuuuuuuu ....lagerst Du mich?Schatz!?!:innocent: ...
Ich denke mal, es wird niemand sich so legen. Grundlegend sollte bei allen Handlungen in der Pflege gefragt werden: Wie funktioniert die Physiologie? und sind die Handlungen mit der Motobiographie kompatibel?
Bei der 30°-Lagerung wird sicherlich der Steißbereich entlastet ( Druckminderung ) gleichzeitig findet aber im Schulterbereich ein einsacken der BWS statt, was zur Folge hat, das die Schulter nach vorne rotieren, welches wiederum zur Folge hat, das es eine Tonuserhöhung gibt, um die "Spannung" auszugeleichen. Im Beckenbereich wird der Oberschenkel, der oben liegt nach innen rotiert ( Verkürzung der Innenschenkel-Muskulatur ) - der unten liegende rotiert nach außen. Und so einiges mehr ( dann würde es hier ewig lang sein,wenn ich das alles erläuter)..... In der Folge entstehen die Klienten, die wir kennen - Spastik / Kontraktur / Atmungsprobleme - Schwerstpflege!.... Und sie sind zu minimieren bzw. im optimalsten Fall zu vermeiden ...
Zur Zeit beweisen wir es einfach in der Praxis und es ist wahnsinnig was da für Ressourcen freigesetzt werden, wenn die Physiologie beachtet wird ... durch die Pflege, weil das sind die 24-Stunden-Therapeuten:grin:
In der 2.ten Jahreshälfte werden wir einen größer angelegten Versuch starten diese These zu beweisen, oder besser gesagt zu evaluieren ... Also, wer aus dem Norden kommt - Lust hat eine Stunde seines Lebens umsonst zu opfern - naja, Kaffee gibts:eek:riginal: - aber dabei zu sein, der kann sich gerne melden.

"Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahre" - So protestierten mal die Studenten
"Unterm Kasak - Muff von 100 Jahren" - naja, da haben wir ja noch viele Chancen für unser Wissen

Wer nähere Infos möchte, der melde sich einfach.
Lieben Gruß
Lars
 
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UlrichFürst

Hallo Ulrich,
zum forschen im Sinne von Uni oder ochschule langt es leider (finanziell) nicht. Aber moviliti-care betreibt Foschung im Sinne der Praxis. [...] Somit ist der Transfer der Erkenntnisse zurück in die Praxis gewährleistet.
Eben, genau das ist es doch, was wir brauchen:thumbsup:

In der Pflege haben wir wenig von den Handlungen evaluiert und vieles wird einfach übernommen.
Ja, leider:sad:

Die 30°-Lagerung ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Sie hat irgendwann mal ihre Berechtigung mit der Begründung der Entlastung vom Steißbereich gehabt. Nur wurde dabei außer acht gelassen und stand nicht zur Debatte, was mit dem Rest des Körpers passiert. Man hat sich also grundlegend nicht gefragt, wie der Körper als Ganzes funktioniert.
Soweit kann ich noch folgen.

Eine kleine Zwischenfrage - Wer von den lieben Lesern liegt in der Nacht auf 30°?
Ich weiß nicht ob das wichtig ist. Immerhin drehe ich mich z. B. mehrfach während des nächtlichen Schlafes in alle möglichen Positionen. Es geht doch um die, die sich nicht drehen können (oder dürfen...)

Grundlegend sollte bei allen Handlungen in der Pflege gefragt werden: Wie funktioniert die Physiologie? und sind die Handlungen mit der Motobiographie kompatibel?
Prinzipiell stimme ich Dir da vermutlich zu, auch wenn ich nicht herausgefunden habe was "Motobiographie" bedeutet. [email protected] findet dazu nur Seiten über Motorräder... Bitte lass mich nicht dumm sterben:ermm:

[Verdrehung und Verwindung des Patienten in alle Richtungen]
Darum haben wir die Lagerung auch mit sehr vielen Kissen u. ä. Hilfsmitteln gelernt: Hier noch ein wenig unterstützen, das Bein noch ein wenig vor, usw. usf. Allerdings muss ich zugeben, dass es teils trotzdem nicht sehr bequem aussieht. (Ich frage allerdings immer nach - den Pat. - , ob ich noch irgendwas verändern soll damit's bequemer ist)

In der Folge entstehen die Klienten, die wir kennen - Spastik / Kontraktur / Atmungsprobleme - Schwerstpflege!.... Und sie sind zu minimieren bzw. im optimalsten Fall zu vermeiden ...
Äh, moment mal; für eine Spastik ist doch mehr nötig, als 'ne Weile krumm da liegen, weil man sich ein paar Knochen gebrochen hat. Oder beziehst Du Deine Aussage, das die 30° Lagerung nicht sinnvoll ist, nur auf neurologisch vorbelastete Menschen?
Mir ist schon klar, dass die beste Dekubitus-Prophylaxe in der Mobilisation liegt, nur geht das (bei uns) oft einfach nicht (im gewünschten/nötigen Maß).


Zur Zeit beweisen wir es einfach in der Praxis und es ist wahnsinnig was da für Ressourcen freigesetzt werden, wenn die Physiologie beachtet wird ... durch die Pflege, weil das sind die 24-Stunden-Therapeuten:grin:
In der 2.ten Jahreshälfte werden wir einen größer angelegten Versuch starten diese These zu beweisen, oder besser gesagt zu evaluieren ... Also, wer aus dem Norden kommt - Lust hat eine Stunde seines Lebens umsonst zu opfern - naja, Kaffee gibts:eek:riginal: - aber dabei zu sein, der kann sich gerne melden.
Leider wohne ich am süd-östlichen Ende Deutschlands, aber wenn's Ergebnisse gibt würden die mich sehr interressieren!

"Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahre" - So protestierten mal die Studenten
"Unterm Kasak - Muff von 100 Jahren" - naja, da haben wir ja noch viele Chancen für unser Wissen
:grin:


Ulrich
 
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moviliti-care

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12.07.2006
23558
Armer Ulrich,
auf einem Samstag bei der Hitze und dann so viel Input :wink:
Also ... Motobiografisch - das sind alle Bewegungen oder besser Bewegungsabläufe, die wir irgendwann mal erlernt haben, folglich ein Teil unseres Lebens geworden sind. Und die sind vollkommen verschieden... Eine Pflegekraft wird eher den leidend schleppenden Gang, aus Rückenschmerzen und Vorgesetzen, sowie Planungsdokumenten und Frustration, an den Tag legen ( Sorry, war gemein:innocent: ) Eine Tangotänzerin wird filingran durch den Raum stolzieren und ihre Bewegungsabläufe sind fliessend .... so als Grundlage.
Dann haben wir Handlungen in verschiedenen Varianten erlebt. Du kommst aus dem Süden, da ist ein Maßglas nicht ungewohnt :happy: und wir im Norden sind ja bekanntlich nur Teetassen gewohnt. Also wenn Du im Dementen Zustand eine Teetasse in die Hand bekommst, wird es schwer werden die gespeicherten Bewegungsabläufe des Trinkens zu intonieren, da allein schon der Griff zu Tasse verwirrend ist ... Ergo wird das Trinken schwieriger.
Anderes Beispiel. Ein T-Shirt ausziehen.... wir haben herausgefunden, das es 14 Arten gibt ein T-Shirt auszuziehen.... über den Kopf .... Arm für Arm ... Erst die Arme dann Kopföffnung ... Erst Kopföffnung dann linker oder rechter Arm, dann der andere .... Nu kommt der homo pfleganus ( Pflegekraft ) und sagt: "Ziehen schon mal T-Shirt aus"! Und nimmt den rechten Arm hoch um den Arm als erstes auszuziehen ... aber Du fängst immer mit dem Kopf an ... Tja, und schon ist Deine Verwirrung komplett und der motobiografische, gespeicherte ( Setting ) Ablauf unterbrochen ......... Da stellt sich die Frage, ob wir nicht eigentlich durch unsere aufgezwungen Handlungen, die wir den Menschen aufzwingen, erst zur Verwirrung und Orientierungslosigkeit beitragen?
....Thema Spastik .... es sind alle lagerungspflichtigen Klienten gemeint!!!!!
Wird der Körper nicht physiologisch gelagert, tritt eine funktionelle Muskelverkürzung ein! ... Beispiel Haltemuskelatur Rumpf .... wird ein Klient schief gelagert - sei es 5 cm aus der Körpermitte, so wird sich die Muskulatur auf der einen Seite dehnen - die entgegengesetze stauchen ( verkürzen ) ... und das geht schon nach 5 Minuten los ...... leg Dich mal 30 min schief ins Bett und lege unter Deine rechte Schulter ein 3 cm hohes Kissen ... danach hast Du Verspannungen ohne Ende .. wirst aber aufgrund Deiner Eigenbewegung ( Nicht nur mentalen:grin: ) Dich erstmal strecken ....was macht die Katze mit dem Katzenbuckel? ...selbiges.
Das alleine ist noch nict schlimm, aber im Kreislauf aller Pflegehandlungen und Mißachtung der Physiologie fördern wir die Inaktivität.
Zu den Lagerungshilfsmitteln ... alles hat sich seine Berechtigung ... aber die Basics bei Lagern ist ....weniger ist mehr .... wir verwenden nur Lagerungen, die aktivierend sind .... und wenn ein Bett zerwühlt ist? ...Genial - er hat sich bewegt :wink: .... alles ist klar definiert und muß konstant diagnostiziert werden anhand von Befunderhebungsbögen ..... Begegungsanalyse / Lagerungsanalyse / Status Tonus / Lagerungsprotokoll / etc. .....
Zu einer Seitenlagerung auf 85° benötige ich max. 4 Kissen ...
Eine Sitzlagerung im Bett zum Essen benötigt 3 Kissen - Eine Sitzlagerung eines Schlaganfallpatienten 1 Kissen und 2 Handtücher ....
Lieben Gruß
Lars
 
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UlrichFürst

Danke für die Ausführliche Erklärung (an einem nicht minderheißten Sonntag)

Gut Drink!

Ulrich
 
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Manu5959

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19.10.2005
Rosenheim
Hallo moviliti care,

deinen Beitrag finde ich super interessant, vielen Dank für deine Mühe!:laughing:

Grüßle Manu
 
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Monika58

Monika58

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26.09.2005
Bonn
Hallo, moviliti care,

was für ein guter, spannender, anregender und zum Nachdenken auffordernder Beitrag :thumbsup:

Danke aus einem abgekühlten Bonn

Monika
 
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