Hausnotrufbereitschaft im amb. Pflegedienst

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Cutter

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Hi,

ich arbeite seit 5 Jahren in einem amb. Pflegedienst (Hannover). Nun möchte mein Chef einen Vertrag mit einen Hausnotrufanbieter abschliessen und uns das mit einem Handy "auf die Augen drücken". In unseren Arbeitsverträgen ist sowas (noch) nicht enthalten. Er möchte uns mit €45 (brutto) pro Woche für eine 24h-Bereitschaft "abspeisen". Unseren täglichen Touren fahren wir normal weiter. Ich finde das etwas sehr wenig, dafür das ich eine ganze Woche (solange soll jeder MA das Handy nehmen...) lang weder ins Kino, noch Alkohol trinken, etwas weiter entfernte Verwandte besuchen oder ins Schwimmbad gehen kann... Desweiteren haben wir eine Kollegin die 30min weit weg wohnt und ja auch noch in "die Puschen" schlüpfen muss, bei einem nächtlichem Einsatz. Die hätte ein geschätzte Einsatzzeit von etwa 40min!

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Gegebenheiten bzgl. Hausnotrufbereitschaften? Was sagt ihr zu den €45 ... ist das tatsächlich so üblich?

Wir sollen zum 01.12.08 unsere neuen Arbeitsverträge unterschreiben ... so wirklich Lust hat aber niemand dazu... können wir das verweigern?

Danke im vorraus ;)
 
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Words.myth

Hallo Cutter,

bei uns wird Rufbereitschaft (=Ruhezeit) entsprechend Tarif finanziell mit 12,5% des individuellen Stundenentgeltes berechnet, wobei geplante Rufbereitschaftszeiten immer unter 12 h vorliegen.
Bei Aufnahme der Tätigkeit gilt dies natürlich ab Annehmen des Telefonanrufes (inkl. Fahrzeit) als reine Arbeitszeit und wird entsprechend inklusiver Zeitzuschläge vergütet - hier greift auch wiederum das Arbeitszeitgesetz betreffs Ruhezeiten.

Bei mehr als 12 h RfB werden meines Wissens Pauschalen bezahlt die vom Wochentag abhängig sind.

Rufbereitschaften können von eurem AG Kraft seines Direktionsrechtes angeordnet werden, solange sie nicht in Form und Umfang gesetzeswidig sind (z.B. Arbeitszeitgesetz).

Gruss,

Words.myth
 
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Mutti

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Hallo Cutter

45€ Brutto für eine Woche halte ich für deutlich unangemessen. Sind die Arbeitsverträge an einem Tarifvertrag gebunden oder angelhehnt?
Existiert in Eurem Unternehmen ein Betriebsrat? Dann wende Dich doch an den.
24 Stunden Rufbereitschaft ist ja nicht ganz richtig. Du musst Deine Arbeitszeit davon abziehen. Du solltest evtl. mit Deinem AG verhandeln das z.B. (wie normal üblich) der 1. Einsatz 3 Arbeitstunden wert ist und jeder darauffolgende als Einsatz der nicht kürzer ist ebenfalls Arbeitszeit ist (und zwar zu 100%). D.h. bei mehrern Einsätzen zählt der kürzeste Einsatz 3h und alle anderen die: effektive AZ.
Ich finde das etwas sehr wenig, dafür das ich eine ganze Woche (solange soll jeder MA das Handy nehmen...) lang weder ins Kino, noch Alkohol trinken, etwas weiter entfernte Verwandte besuchen oder ins Schwimmbad gehen kann... Die Rufbereitschaft sollte dann aber auch bei Euch genau definiert werden, denn wenn der AG euch vorschreibt von wo aus ihr sie durchführt und in welchem Zeitraum ihr beim Pat. zusein habt ist es meiner Meinung keine Rufbereitschaft mehr sonder Bereitschaft. Aus meiner Erfahrung ist es immer nur Phasenweise das man mal einen Einsatz hat, kommt natürlich auf Euer Klientel an, und ob die Klienten diesen Einsatz mit einer Pauschale bezahlen müssen oder nicht.

Verträge sind immer ein Übereinkommen mind. 2er Parteien. Wenn Du mit dem Vertrag nicht einverstanden bist, verhandele doch. Nur Mut!!!

LG Mutti

Tip man kann sich ja vielleicht ja mit den Kolleginnen einigen das vielleicht nicht einer 1 ganze Woche macht sonder z.B montags Sr. anja; Dienstags Sr. Ruth; Mittwochs Sr......
Bei uns ist das so geregelt das immer derjenige RD hat der auch die Abendtour fährt.
 
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Pflegedienstleitung
Fachgebiet
ambulante Pflege
Weiterbildungen
Netzwerk Demenz
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Cutter

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Ich danke euch schonmal für diese Informationen.
So wie ich das verstanden habe ich geplant, das wir normalen Stundenlohn (also jeder seinen Stundenlohn) ab Anruf bis zum Wiederzuhausesein bekommen. Das könnte ja ein Verhandlungsansatz sein ;)

Aber mich interessiert wirklich wieviel andere Pflegedienste für 1 Woche dieser Bereitschaft bezahlen. Hätte da gerne einen ungefähren Ansatz um eventuell verhandeln zu können.

Gibt es möglicherweise allgemeine Vorgaben über die maximale Anfahrtzeit für solche Einsätze?
 
Qualifikation
Pflegehelferin
Fachgebiet
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Lisy

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Hallo Cutter,
wie der PD dies handhabt ist nirgends festgeschrieben. Dafür eine Änderungskündigung und einen neuen Arbeitsvertrag zu schreiben ist eigentlich nicht notwendig.
Es hätte gereicht eine Betriebsvereinbahrung gereicht.
Die maximale Anfahrtszeit sollte eigentlich 20 Minuten sein. Ist bei uns mit der HNR Zentrale so festgelegt.
Unsere MA bekommen für 12 Stunden Rufbereitschaft 15 €. Wenn sie einen Einsatz haben wird der mit 3 Stunden Arbeitszeit gutgeschrieben plus der tatsächlichen Zeit die sie unterwegs waren.
Bei uns ist das ein Geld das meistens "im Schlaf" verdient wird.
Wenn die Kollegen einmal im Quartal einen Einsatz haben, dann ist das schon viel.
Wo die Kollegen sich aufhalten ist dabei ziemlich egal, solange sie Empfang haben und rechtzeitig vor Ort sind können sie tun was sie möchten.
(Auf ein Fest kann man auch gehen ohne sich zu betrinken)
Gruß Lisy
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
pdl
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