Hausärzte und Palliativ

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
14.12.2005
München
Wir haben seit kurzem eine Palliativstation im Haus, wurden da von einem Facharzt kurz informiert(sind im gleichen Haus). Bei diesem sehr informativen Vortrag wurde unter anderem erwähnt, dass Morphin in der Palliativpflege auch zur Behandlung der oft quälenden Atemnot eingesetzt wird. Mir war die Wirkungsweise nach den Erklärungen des besagten Arztes eigentlich gleich logisch verständlich. Genau hier sehe ich das Problem. Zufällig bekamen WIR aus dem KH einen Bew., der Morphin aus diesem Grund verordnet bekam, es sollte an der Medikation nichts mehr verändert werden, was natürlich so nicht im Entlassungsbrief stand. Nun wollte der HA das Morphin reduzieren, ich versuchte zu erklären, warum der Bew. es witer erhalten sollte, da bekam ich eine Erklärung des HA, dass Morphin atemdepressiv wirkt, bla,bla bla. Nun das weiß ich ja, aber ich bin doch nicht der, der die HÄ über Behandlungmethoden aufklären soll. Das war nun auch noch ein Arzt im mittleren Alter, von dem ich ausgehe, dass er (hoffentlich) immer wieder auch auf Fortbildungen ist. Palliativ ist einfach noch ein großes Stiefkind bei uns, ich hoffe, dass unser Haus in dieser Hinsicht noch viel erreichen kann.
Wie sind so eure Erfahrungen?
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
S

susi84

Neues Mitglied
Basis-Konto
24.11.2006
69126
Hallo Rosi!

In der Klinik, in der ich arbeite, hat vor ca. 1 1/2 Jahren unsere Palliativstation eröffnet. Wir behandeln überwiedgend Patienten mit Bronchial-Ca und haben daher sehr viel mit Dyspnoe zu tun. Man kann sagen, dass bei uns fast alle Patienten Morphin-Präparate in der Basistherapie als orale Med., über einen Perfusor oder eine s.c.-Pumpe erhalten um die Dyspnoe- und Angstattacken in den Griff zu kriegen und vorzubeugen.

Wie du schon sagst, ist in der Palliativpflege noch jede Menge Aufklärungsarbeit notwendig. Besteht bei euch denn die Möglichkeit, dass eure Ärzte auch mal für die niedergelassenen Ärzte Fortbildungen halten oder sie regelmäßig in Kontakt bleiben können um Informationen auszutauschen?

Bei uns in der Klinik war es anfangs übrigens auch sehr schwer den Palliativgedanken umzusetzen und es waren viele Fortbildungen für Ärzte und Pflege notwendig....aber die Situation hat sich jetzt schon erheblich verbessert. Aber das brauch einfach Zeit und immer wieder erneute Aufklärungsarbeit.

Liebe Grüße Susi84
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Palliativstation
R

Rosi S.

Unterstützer/in
Basis-Konto
Themenstarter/in
14.12.2005
München
Na das lässt doch hoffen. Ich werde das mit den Fortbildungen auch mal ansprechen. Bei uns wäre dann aber auch die Fortbildung der HÄ wichtig! Aber die lassen sich vom KH eher wenig sagen. Ich denke die Station muss sich erst etablieren, dann ist auch der Palliativgedanke eher in aller Munde, und man(ich hoffe auch die Ärzte) bemerkt das hier noch Fortbildungsbedarf entsteht.
Danke dir auch Susi, die du die Methode bestätigt hast.
 
Qualifikation
Krankenschwester, PA
Fachgebiet
Berufsfachschule
nachteule44

nachteule44

Mitglied
Basis-Konto
19.06.2007
24941
Hallo,
was Susi schreibt lässt ja noch hoffen.
Leider mache ich in den Altenpflegeheimen in den ich gearbeitet habe sehr negative Erfahrungen mit Hausärzten u. Palliativmedizin.
Patienten die aus einem Hospiz zu uns kommen sind in der Regel schmerztherapeutisch gut eingestellt.
Es gibt auch einige Bewohner die inzwischen Morphinpflaster haben.
Aber dann gibt es wieder genug Bewohner die Schmerzen erleiden müssen und bei denen wird die Novalgindosis dann mal von 3 x 20 auf 3 x 30 Tropfen erhöht...
Wenn von Morphintherapie gesprochen wird, dann am besten nur bei Bewohnern die sowieso schon im Sterben liegen...
Außerdem allzu oft werden nur Bedarfsmedikamente angesetzt, auch bei Krebspatienten oder chronischen Schmerzpatienten.
Wenn ich z.B. als Nachtwache tgl. dokumentiere der Bew. schreit bei den Lagerungen vor Schmerzen... dann bekommen wir vom HA evtl. 20 Tr. Novalgin bei Bedarf angeordnet.
Das hilft mir doch nichts! 1. ist die Dosis wahrscheinlich sowieso viel zu gering u. 2. kann ich den Bew. doch nicht extra 'ne Stunde vorher wecken um ihm die Tropfen zu geben, um ihn dann 'ne Stunde später nochmal zu wecken um ihn dann zu lagern.
Kann dann nicht gleich eine vernünftige Schmerztherapie gemacht werden, wo der Bew. zu festen Zeiten seine Medikation erhält, und er dann für die Lagerungen 'schmerzabgedeckt' ist?

Ich erlebe es leider das die Palliativtherapie wirklich noch keinen Einzug in die Heime gefunden hat in denen ich bisher gearbeitet habe.
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
stat. Pflegeeinrichtung
Borgi

Borgi

Aktives Mitglied
Basis-Konto
15.09.2006
86647
:angry: Ein leider immer noch leidiges Thema, dass nicht nur die Hausärzte und Palliativpflege angeht, sondern alle an Schmerztherapie beteiligten.

Die Inerdisziplinäre Zusammenarbeit und Kommunikation ist oft mehr als ungenügend, zum Leidwesen der Pat.

Pflegende, die sich Gedanken machen, sehen sich im Kampf gegen Windmühlen- manche Windmühlen stammen aus eigenen Reihen.

All die oben beschriebenen Probleme habe ich auch kennengelernt. Ich war lange nicht in der Praxis und hatte geglaubt, es hätte sich was geändert- Fehlanzeige! Ich kann Eure Aussagen nur bestätigen.

Das der Mangel an Kenntnis der Ärzte bezgl. moderner Schmerztherapie noch sooo riesig ist, hätte ich nie geglaubt...ist aber so.

Vielleicht gibt es da unterschwellige Ängste, dass ihnen Sterbehilfe nachgesagt wird....nach den vielen Diskussionen in den Medien die letzten Jahre.
Eigendlich ein Grund, sich damit genauer zu befassen... um den Schmerzpat. zuliebe sicher agieren und argumentieren zu können.


Schön, dass ihr drüber nachdenkt und nicht nur im Strom mitschwimmt!

...Kleinvieh macht auch Mist und die Hoffnung stirbt zuletzt!:thumbsup2:


Liebe Grüße

Petra
 
Qualifikation
Krankenschwester/Pain Nurse
Fachgebiet
Neurologie
Sonnensturm

Sonnensturm

Aktives Mitglied
Basis-Konto
05.01.2006
63110
Ein weiteres Argument ist immer noch: "Das macht süchtig!":mad_2:

:angry: Wassermann
 
Qualifikation
Krankenschwester
R

Roswitha_Sylvia

Neues Mitglied
Basis-Konto
22.08.2009
3250
AW: Aufklärungsarbeit in der Palliativ Pflege

Hallo an alle,
ich befinde mich derzeit in der Ausbildung zur Dipl. Gesundheits-und Krankenschwester und habe mich für meine Fachbereichsarbeit für das Thema: Transparenz der Palliativ Care entschieden.

Ich finde gerade in diesen Bereich bedarf es allgemein an einer Aufklärungsarbeit, da die wenigsten wissen das es sowas gibt und was das genau ist.

Vielleicht könntet ihr mir ja ein paar Vorschläge oder Tipps geben, was ich alles in meine Fachbereichsarbeit hineinnehmen könnte.

Ich habe mir zwar schon einige Gedanken gemacht, aber ich denke mit eurer Hilfe könnte ich noch viele Punkte hineinnehmen.

Vielen Dank
und Lg
Roswitha Sylvia
 
Qualifikation
Schülerin
Fachgebiet
GuK Schule Stockerau
nachteule44

nachteule44

Mitglied
Basis-Konto
19.06.2007
24941
AW: Aufklärungsarbeit in der Palliativ Pflege

Hallo Roswitha Sylvia,

Dein Thema der Facharbeit "Transparenz der Palliative Care" verstehe ich nicht so ganz oder vielmehr verstehe ich nicht was du genau von uns wissen willst.
Geht es um Palliative Care im Krankenhaus, im Altenheim,... geht es um Probleme die wir mit den Ärzten haben,... weil einige evtl. nicht genug darüber wissen oder sich nicht trauen,... geht es allgemein um Palliativ wie es im Heim stattfindet oder nicht... geht es um Hospize... geht es dir um die fehlende Palliativtherapie in Heimen oder Krankenhäusern,...

Also, ich kann aus deinem Beitrag leider nicht herauslesen was du genau schreiben willst und womit wir dir hier helfen könnten. Vielleicht drückst du dich noch etwas klarer aus...

lieben Gruß, nachteule

PS. Fange dann am besten ein neues Thema an mit deiner Überschrift, Z.B. Facharbeit Palliative care oder so ähnlich
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
stat. Pflegeeinrichtung
Pflegeboard.de

Pflegeboard.de

Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
Dieses Thema hat seit mehr als 365 Tagen keine neue Antwort erhalten und u.U. sind die enthalteten Informationen nicht mehr up-to-date. Der Themenstrang wurde daher automatisch geschlossen. Wenn Du eine ähnliche Frage stellen oder ein ähnliches Thema diskutieren möchtest, empfiehlt es sich daher, hierfür ein neues Thema zu eröffnen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Verwandte Forenthemen

Z
Hi Kollegen und Kolleginnen, zur Zeit absolviere ich die Ausbildung zur Palliative Care über einen Fernlehrgang - was die Situation...
  • Erstellt von: zola64
0
Antworten
0
Aufrufe
325
Z
Sandra Tewes
Hallo... Ich schreibe an einem Palliativ Konzept meine Facharbeit soll das Thema.. Welche Möglichkeiten der Implementierung gibt es für...
  • Erstellt von: Sandra Tewes
0
Antworten
0
Aufrufe
620
Zum neuesten Beitrag
Sandra Tewes
Sandra Tewes
T
Hallo an alle, ich hab mal eine Frage die mir aufgetan hat. Ich beschreibe mal kurz den Fall Demenzkranker Bewohner im Endstadium. Ist...
  • Erstellt von: Tombombalin
3
Antworten
3
Aufrufe
1K
Zum neuesten Beitrag
Tombombalin
T
T
... findet bei uns nicht statt. Allerdings arbeite ich stationär und wir haben ausschließlich examinierte Kranken- und Altenpflegekräfte...
  • Erstellt von: Teetrinkerin
2
Antworten
2
Aufrufe
2K
Zum neuesten Beitrag
Menschenkind
M