Hat wer Erfahrungen mit Kripo am Arbeitsplatz ?

N

Nemononame

Hallo, ich brauche unbedingt Hilfe. In dem Pflegeheim wo ich bereits gekündigt habe verstarb gestern eine Seniorin unzwar richtig schlimm. Es war klar dass sie sterben würde da sie das Essen und Trinken eingestellt hatte.
Ich hatte zwei Wochen zuvor die Hausärztin kontaktiert und sie sagte dass man sie nicht zwingen kann. Zuvor bekam sie eine Gastroskopie und sie hatte Ösophagitis. Zu Bedarf bei Flüssigkeitsmangel bekam sie jono s.c. was sie aber wegen der Unruhe ständig selbst entfernte. Und obwohl es klar war und sie oral nichts reinbekam wurde von den zuständigen Fachkräften im Dienst nichts unternommen um ihre schmerzen zu stillen!
Die Frau hatte nur schmerzen ohne Ende und schrie bei Lagerungen. Ich hatte Nachtdienst und sagte auch zu den Kollegen von Spätdienst dass sie unbedingt Schmerzmittel benötigt transdermal oder per Injektion, aber es hat sich niemand darum gekümmert. Habe jetzt seit drei Tagen frei heute teilte man mir mit dass sie verstorben ist und der Bereitschaftsarzt unklare Todesursache angab.
Also müsste Kripo eingeschaltet werden oder? Hat jemand Erfahrungen? Ich überlege ob ich nicht selbst eine Strafanzeige gegen den Heim starte. Nur bin ich mir unsicher und weiß nicht ob es was bringt.
Kann mir jemand helfen?
 
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resigniert

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Wenn auf dem Totenschein vom Arzt unklare Todesursache angekreutzt wird, ist die Kripo von Amts wegen eingeschaltet
 
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DerAugenjäger

Genau, auch wenn z.B. jemand in Folge eines Sturzes stirbt, ist die Kripo auch da..Ich würde mir da keinen Kopf machen, einfach abwarten, auch wenn die Bewohnerin verstorben ist.

Ich kann auch nicht verstehen, was möchtest du mit Deiner Anzeige erreichen?
 
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DerAugenjäger

Das sollte sowieso immer der Fall sein;) kommt leider aber meistens anders vor.
 
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anorella

würde auch sagen mach dir keine Sorgen, du musst immer dokumentieren, dass Bew. Nahrungs/Flüssigkeitsaufnahme ablehnt, sich selbstständig Infusionen zieht, für die Analgetika Gabe hinsichtlich der Schmerzen, muss vorher eine AVO liegen, du bist fein raus.

Story:
Mit der Kripo habe ich persönlich keine Erfahrung, aber eine Senioren war auf dem WC, RT stand daneben, ihr Sohn hatte sie hingesetzt, dann das Zimmer verlassen, Bew. tätigte alleine den Rück-Transfer zum Rollstuhl, sie hat sich dann daneben gesetzt, -> Folge: Schenkelhalsbruch -> Bew. verstirbt auf dem OP-Tisch. - > Folge Kripo daraufhin auf dem Wohnbereich zur Klärung. Wir haben ihm gesagt dass das der Sohn war, fertig ist der lack.
 
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ms-sophie

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Hallo Nemo,

du schießt hier sehr gegen deine Kollegen. Wenn die Klientin doch nachts Schmerzen hatte, weshalb hast du nicht den Hausarzt/Bereitschaftsarzt angerufen und etwas anordnen lassen? Hier solltest du dich an deiner eigenen Nase fassen oder darf dies nur im Tagdienst angeordnet werden. Der Arzt hätte vermutlich nicht ganz gut gelaunt einen Besuch gemacht und dabei was angeordnet, ggf. auch was da gelassen, einmal gegen Schmerzen und vermutlich auch etwas gegen die Unruhe/Ängste.

Sophie
 
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Der rechtliche Prozess ist hier richtig dargestellt worden. Was mich schockt, ist der schlechte Umgang mit den Schmerzen. Das geht gar nicht, und ist so unnötig. Heute muss kein Mensch mit Schmerzen versterben. In der Situation würde ich immer einen Palliativmediziner oder ein SAPV-Team anfordern.

Wenn dokumentiert ist, dass Du Nemo den Hinweis auf Schmerzbehandlung gegeben hast, und nichts passiert ist, kommt meiner Meinung noch ein strafrechtlicher Aspekt hinzu. Die Kollegen haben falsch/garnicht gehandelt und könnten zur Rechenschaft gezogen werden.
 
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ms-sophie

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Hallo Rain Man,

du gehst davon aus, dass es überall ein SAPV-Team gibt. Du solltest bedenken, dass dies nicht flächendeckend für Deutschland so gilt. Ansonsten bin ich ganz bei dir.

sophie
 
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Sophie, das stimmt. Jedoch gehe ich mittlerweile davon aus, dass wir auch in der Fläche auf SAPV zurückgreifen können.
 
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Kati293

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Genau, auch wenn z.B. jemand in Folge eines Sturzes stirbt, ist die Kripo auch da..Ich würde mir da keinen Kopf machen, einfach abwarten, auch wenn die Bewohnerin verstorben ist.

Ich kann auch nicht verstehen, was möchtest du mit Deiner Anzeige erreichen?
Sie wollte auf die unterlassene Hilfeleistung aufmerksam machen. Das ist nämlich auch eine Straftat. Nur sienalleine weiß, warum sie gekündigt hat. Und sie alleine weiß sicher auch, ob dieses Haus mal einen solchen Hieb brauchtt.
Allerdings musst du dir im Klaren sein, dass du damit auch die ein oder andere wohlgesonnene Kollegin angehst und immer wieder peinliche Zeugenaussagen auf dich zukommen. Stecks doch mal der Tochter oder dem Sohn was die Mutti da durchgemacht hat
 
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marinadiezweite

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Hallo nemononame, ich überlege ein wenig, was du damit bezwecken willst. Ich meine, wenn man den Fall vom Anfang an betrachtet, ist es erstmal wichtig: Hat die Bewohnerin wirklich vor Schmerz geschrien? Wo hat sie Schmerzen und konnte sie diese konkret äußern? Eben so, wie man eine Schmerzbestimmung macht. Dann ist der nächste Schritt doch normalerweise auch klar. Egal, ob palliativ oder in der Sterbephase, es gibt Medikamente. Wichtig scheint mir ebenfalls die Lagerung zu sein. Heißt, am schonendsten ist zu zweit. Denn manche Bewohner haben aufgrund der Erkrankung und der Empfindlichkeit in der Sterbephase derart starke Schmerzen bei Berührung, dass man da wirklich sehr präzise überlegen muss, was sinnvoll ist.
Dann stimme ich zu, dass auch du ermächtigt bist, einen Arzt zu rufen. Wobei es nachts bestimmt megaschwer ist, das richtige zu unternehmen. Daher machte es ja Sinn, dass der Spätdienst auf Schmerzmittel hingewiesen werden. Wenn du dieses gesagt hat, würde ich zunächst auch meinen, erstmal mach dir keine weiteren Sorgen. Ein Bereitschaftsarzt ist ja meist ein Arzt, der mit dem Bewohner vorher noch nie was zu tun hatte. Da er in der Kürze der Zeit nicht die ganze Krankengeschichte lesen kann, kann es durchaus sein, dass er unklare Todesursache ankreuzt. Das ist auch eine Art Sicherheitsfaktor für den Arzt. Man stelle sich mal vor, er hätte eine unabsichtliche oder absichtliche Vergiftung durch Medizinüberdosierung übersehen. Oder Stürze, die weitreichende Folgen hatten. (Manche Verstorbene werden ja nicht mal entkleidet, wo dann leider Stürze, sind Unfälle, komplett übersehen werden).
Jedoch wird eigentlich wohl schon automatisch die Polizei eingeschaltet, was immer bei unklarer Todesursache, auch zu Hause der Fall ist. Das wird sicher schon geschehen sein. Wobei du ja in der Nacht keinen Nachtdienst hattest. Daher denke ich, dass die entsprechenden Kollegen weitere Schritte einleiten.
Den Besuch der Polizei würde ich jedenfalls nicht nutzen, eine Anzeige gegen das Heim aufzugeben. Denke auch, dass es nur Sinn macht, gegen einzelne Mitarbeiter was zu unternehmen. Was aber unbedingt Hand und Fuss haben sollte. Eine Art ''Sticheln'' bei den Angehörigen würde ich persönlich unterlassen. Insbesondere, wenn da nichts beweiskräftiges bei rauskommt, hast du den Ruf eines ganzen Heimes geschädidgt. Frag sie lieber nochmal, was sie persönlich für einen Eindruck von den letzten Tagen der Verstorbenen hatten.
 
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marinadiezweite

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Hallo resigniert, wirklich mein Ernst und nicht ironisch gemeint. Aber es bezieht sich auf den Tipp von Katie, zu den Angehörigen was zu sagen. Ich meine, wenn man lange genug überlegt und diskutiert, ist doch der Tag X eh vorbei. Also die Polizei kommt in Verbindung mit dem Verstorbenen ja bereits einen oder zwei Tage später. Je nachdem wird die Verstorbene sofort im Pflegeheim oder später beim Bestatter nochmal ''begutachtet''. Daraus entsteht dann eine Entscheidung, obduzieren oder nicht.
Sobald das durch ist, ist aus der Richtung nichts mehr zu tun. Auf die Anfangsfrage zurückzukommen, würde ich sagen, nein, ich würde die Polizei nicht informieren, da es sicher keine nachvollziehbaren oder haltbaren Beweise gibt. Aber das Sprechen mit den Angehörigen meine ich nicht als Stichelei. Solange man die Angehörigen noch trifft, kann man sich doch wirklich ganz normal mit ihnen unterhalten, Beileid wünschen. ja, und auch nach ihrem Eindruck fragen, (ohne Hintergedanken).
 
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Kohlmeise2014

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Hallo, ich finde es schon mehr als seltsam, wie oft sich "Nemononame" hier im Pflegeboard negativ gegenüber Kollegen äußert, mal abgesehen von der Meinung die Du hier abläßt.
Wenn die Bewohnerin seit Wochen das Essen und die Medikamenteneinnahme und Flüssigkeitszufuhr eingestellt hat, wird doch sicherlich ein Palliativplan erstellt worden sein von Seiten des Arztes. Darin ist ja dann auch die Gabe von Medikamenten bei Schmerzen klar geregelt.
Ein Problem ist sicherlich immer wieder der Umgang mit BTM-Gabe. Viele scheuen es ja auch generell im Altenheim, weil vielen es zu bürokratisch abläuft, ständiges Eintragen, Entsorgung, das zögerliche Verschreiben oder gar kurzfristige Bereitstellung von BTM's aus dem eigenen Bestand bei den Ärzten. Diese Vernichtungsprotokolle und das Bestellprozedere nervt.
Zudem hat man vielleicht auch Angst davor, dass Angehörige meinen könnten, man habe die/den Angehörige(n) so sediert, dass sie nun nicht mehr richtig Abschied nehmen können.
Das Nachtreten gegenüber Deinen Kollegen finde ich absolut nicht nachvollziehbar, vor allem die evtl. Anzeige gegen die Einrichtung. Vielleicht hätte eine Aussprache oder Fallbesprechung ja auch etwas gebracht. Ich höre in Deinen ganzen Artikeln immer nur heraus, dass Du alles richtig machst, andere vieles falsch.
Wie wäre es denn, wenn Du Deine Ziele in die Tat umsetzt und selbst ein kleines Heim eröffnest? Geld bekommst Du bestimmt jederzeit von den Banken, reichen ja auch schon 10 bis 15 Bewohner, natürlich auch entsprechend viel Personal. Aber das kannst Du ja nach Deinen Wünschen einstellen und auf Deine Linie einschwören.
Es ist immer leicht gegen Kollegen zu wettern, wenn man dort aufgehört hat, noch dazu anonym hier in den Foren.
Warum hast Du denn nicht schon vorher versucht um Rat hier zu fragen?
Du schreibst jetzt erst und nicht, wo die Probleme aktuell waren. Frag' Dich mal, ob das nicht etwas mit Frust oder aber Geltungsgefühl zu tun hat.
 
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