Handlungsautonomie

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Snoopy

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11.11.2001
Hallo, Leute,

sorry, hätte gar nicht mit so viel Ablehnung gerechnet. Das mit dem Stecklaken sollte nur eine etwas übertriebene Darstellung von Auffassungen in der Pflege sein. Natürlich weiss ich, dass keine Faltenbildung (Scherkräfte) entstehen darf.
Aber dennoch bin ich der Meinung, wenn es um Professionalisierung geht, man dabei unsere Handlungsautonomie nicht vergessen darf. Warum sollten wir nicht kooperativ mit den Ärzten sein, schliesslich ziehen wir doch an einem Strang mit ihnen zum Wohle des Patienten.
Im Moment schreibe ich eine Facharbeit über dieses Thema: Handlungsautonomie Weg zur Professionalisierung Welche Haltung nehmen die Berufsangehörigen ein.
Wir übernehmen auf der Intensiv- Anästhesie-Abteilung zumindest bei uns im Haus einige ärztliche Tätigkeiten, die deligierbar sind. Wir haben die Fachausbildung und die Kompetenz zu solchen Massnahmen, und warum sollte man nach mehrjähriger Berufserfahrung und Ausbildungen dieses Wissen und Können nicht anwenden dürfen?
Seid ihr nicht auch der Meinung, dass eine gewisse Profelierung uns vielleicht weiterbringen würde und uns auch berufspolitisch stärker machen würde?
Eure Meinungen interessieren mich.
Es grüsst euch
Snoopy :smile:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensiv
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Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
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Hallo Snoopy,
damit wir uns nicht falsch verstehen: auch ich nehme Blut ab, gebe i.v.Spritzen und hänge Infusionen an....... wenn ich Zeit dafür habe und wenn ich nicht das Gefühl habe ausgenutzt zu werden!
Zusammenarbeit mit den Ärzten- eindeitig ja- aber nur wenn wir uns gleichberechtigt begegnen und wenn meine pflegerische Tätigkeit nicht herabgewürdigt wird. Und ich kann auch im pflegerischen Bereich meinen Beitrag zur Genesung des Patienten leisten.

Snoopy, was ist für dich Pflege? Was bleibt, was ist dir wichtig in deinem Beruf, wenn du alle ärztlichen Tätigkeiten aussparen müßtest?

Gespannt auf eine interessante Diskussion
Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
S

Siegfried Buttjes

Verstorbenes Forenmitglied
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Hallo Snoopy,

sicherlich hast Du recht in der Annahme, daß uns - gemeint ist sicherlich die Pflege - eine " gewisse Profelierung " berufspolitisch weiterbringen wird.

Es gibt mir immer nur stark zu denken, wenn ich sehe, daß offensichtlich Pflegekräfte auf dem Feld der Pflege keine ausreichenden Profelierungschancen sehen und immer wieder in den ärztlich-medizinischen Bereich abdriften müssen.
Schuster, bleib bei Deinen Leisten, besagt ein altes Sprichwort. Snoopy, bist Du Dir sicher, daß Du im Bereich der Pflege alles kennst und keine Möglichkeit der Professionalisierung siehst? Viele Ärzte haben in grauer Vorzeit mal was von Pflege gehört und wenn Du sie heute befragst, dann sind sie die pflegerische Kompetenz in Person. Ist die " Pflege " gezwungen, den gleichen - nur umgekehrten Weg - zu gehen? Bietet die Pflege allein nicht genug Möglichkeiten der Profelierung oder der Professionalisierung? Es wäre aus meiner Sicht sehr schade, findest Du nicht auch :rolleyes: ?
 
Qualifikation
Altenpfleger / Heimleiter / QMB
Fachgebiet
Sachverständiger für Pflegeversicherung und Pflegegutachten
S

Snoopy

Mitglied
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Themenstarter/in
11.11.2001
Hallo, Elisabeth,

vielen Dank für deine Antwort.
Ich verstehe nicht warum wir als Pflegende immer an alt hergebrachtem festhalten müssen und nicht bereit sind auch einmal langfristiger zu denken um auch einmal in Diagnostik und Therapie mitreden zu können.
Wir haben alle eine qualifizierte Ausbildung, Fachweiterbildungen zB A-I wir haben viel technisches und medizinisches Wissen und sollten es nicht in Zusammenarbeit mit den Ärzten anbringen können?
Handlungsautonomie bringt uns meiner Meinung nach auch berufspolitisch weiter, wenn sie vom Gesetzgeber einmal ganz klar definiert würde. Wir brauchen einen eigenen Handlungsbereich, in den uns nicht jeder reinreden kann und der sollte nicht nur rein pflegerische Dinge beinhalten.
Um unseren Beruf attraktiver zu gestalten, Motivation zu steigern und nicht zuletzt auch ein höheres Gehalt zu beziehen, sollten wir uns als die grösste Berufsgruppe im med. Bereich, unseren Fähigkeiten bewusst werden und auch etwas mehr zusammenhalten. Übrigens in anderen Ländern gehts doch auch.
Alles Liebe Elisabeth
Snoopy :smile:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensiv
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo Snoopy,
meine Ärzte schätzen sicher auch mein medizinisches Fachwissen (zumindest beteuern sie dieses immer wieder ;) ). Aber die eigentliche Achtung habe ich durch mein Fachwissen im pflegerischen Bereich erworben. Da sind das Wissen um physiologisch/ pathophysiologische Zusammenhänge (z.T. erworben während der A/I Ausbildung, das meiste aber in Selbststudium), die Erfahrungen in der basalen Pflege und Kinästhetik, Kenntnisse in Bobath und FOTT .
Meine Aufgabe in der Pflege sehe ich in der Begleitung des Patienten auf einem nicht immer einfachen Weg. Und ich halte dieses für eine sehr wichtige Aufgabe.
Ich laß unter Umständen auch einen Arzt abtreten, der mir prophylaktische Maßnahmen ansetzen bzw. erklären will. Das ist mein Fachgebiet, ich erklär ihm auch nicht wie er therapieren soll (obwohls manchmal ganz schön in den Fingern juckt ;) ).
Für mein Ego brauche ich ärztliche Tätigkeiten nicht. Es ergibt sich halt aus der täglichen Arbeit- das man Medikamente bei uns z.B. nicht nur oral nehmen kann und der i.v. Weg genutzt werden muß. Und ich nehme auch mal Blut ab, wenn ich mir dadurch die Störung bei einer Pflegehandlung erspare.
Mir ist gegenseitige Achtung wichtig. Und wer meine pflegerische Tätigkeit herabwürdigt mit den Worten- das sind niedere Tätigkeiten- ist bei mir falsch. Und das laß ich den Doc dann auch spüren.

Es tut mir leid, wenn ich dich jetzt enttäuscht habe Snoopy.

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
J

johannes

Mitglied
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Hallo Snoopy,

melde mich noch mal zu Wort.

Ich leite ein kleines Pflegeheim. Wir haben "nur" 12 Bewohner. Dennoch haben wir mehr als genug pflegerische Aufgaben wahrzunehmen. Wir bemühen uns, eine aktivierende Pflege zu realisieren und stellen immer wieder fest, daß die Personaldecke mehr als knapp ist. Wohlgemerkt für die pflegerischen Tätigkeiten. Und das, obwohl ich in der glücklichen Lage bin, auf 6 Bewohner ganztägig 2 Mitarbeiter zu beschäftigen.

Mangelnde Auslastung des Pflegepersonals kann also - zumindest bei uns - nicht dafür herhalten, auch noch ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen. Ich sehe es auch als meine Aufgabe an, meinen Mitarbeitern deutlich zu machen, daß sie in ihrem Beruf keine Minderwertigkeitsgefühle hegen brauchen. Sie erfüllen eine wichtige Aufgabe, die durch niemand anders so erfüllt werden kann.

Auch haben sie durch ihre Ausbildung eine so gute Qualifikation erworben, daß zu Komplexen kein Anlaß besteht. Selbst die Weiterbildungen in der Pflege haben die Aufgabe, das Selbstbewußtsein zu stärken. Wir sind als Pflegekräfte unentbehrlich. Und in unserem Beruf haben wir auch autonom zu arbeiten und zu entscheiden. Dazu erhalten meine Mitarbeiter die entsprechenden Rechte (Verantwortung).

Sicher wird es immer wieder Menschen geben, die einen bestimmten Berufszweig herabwürdigen. Die Frage ist nur, ob diejenigen wirklich unser Maßstab sein können. Selbst unsere Putzfrau hat eine mehr als wichtige Funktion. Stell Dir vor, sie würde ein halbes Jahr ihre Arbeit nicht machen. Ob man dann noch zu den Bewohnern käme?

Aus diesem Grunde vertrete ich die Auffassung, daß wir Persönlichkeiten sind auf Grund unserer Kompetenz auf unserem Gebiet. Wir bekommen gewiß keine Aufwertung dadurch, daß wir nach Nachbars Kirschen schielen.
 
Qualifikation
Altenpfleger
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Leitung
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Anke

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05.07.2000
30163
Hallo Snoopy,

Fragen, Fragen, Fragen,......

mich interessiert mal was für dich "nur pflegerische" und was ärztliche Tätigkeiten sind. Wo ist denn das mal klar und eindeutig festgelegt?
Genau dieser Punkt sorgt zwischen Ärzten und Pflegekräften doch permanent für Konflikte und die ständig gleichen Grundsatzdiskussionen.
Die ärztlichen Mitarbeiter sind doch froh für jede Tätigkeit, die sie an uns delegieren können, weil sie sie dann nicht selber erledigen müssen, dieses trägt sicher nicht zu einer höheren Anerkennung unserer Berufsgruppe bei.
Gerade im Intensivbereich übernehmen wir mehr und mehr ärztliche Tätigkeiten, wo setzen wir denn da eigentlich die Grenzen?
Interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Berufsgruppen im Sinne des Patienten, gar kein Thema!
Welches Bild vermitteln wir unserem Nachwuchs, wenn wir den Status unserer Berufsgruppe an der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten festmachen, anstatt selbstbewußt unsere pflegerische Kompetenzen zu vertreten und sie auch zu leben?
Für mich gehören Blutabnahmen, iv. Medikamente verabreichen, das Einstellen von Beatmungsgeräten, etc., auch zum Alltag, aber wohl deshalb weil sich dieses so eingespielt hat, mittlerweile selbstverständlich ist und nicht mehr kritisch hinterfragt wird. Ich merke aber auch, daß ich aus Zeitmangel meinem Anspruch an Pflege nicht mehr gerecht werden kann,dadurch frustriert bin und könnte somit auf diese Tätigkeiten sehr gut verzichten.
Mich motiviert zum Beispiel, wenn unser Team durch intensive pflegerische Intervention und Atemtherapie einen Langzeitpatienten vor der Reintubation bewahren kann und dieser dann auf Normalstation verlegt werden kann. Das ist für mich ein echtes Erfolgserlebnis.



Lange Rede, kurzer Sinn: Pflege sollte mal definieren was sie eigentlich tut , aber wer macht das denn?

:confused: :eek: :D
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester A+I, Stationsleitung
Fachgebiet
interdisziplinäre Intensivstation
A

Anke

Mitglied
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05.07.2000
30163
Hallo,

Schade, die Diskussion über dieses brisante Thema scheint ja wohl stagniert zu sein. Spiegelt das nicht auch ein wenig die Situation in der Pflege wieder?

:confused:

so long

Anke
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester A+I, Stationsleitung
Fachgebiet
interdisziplinäre Intensivstation
R

Rolf

Mitglied
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Spiegelt das nicht auch ein wenig die Situation in der Pflege wieder?
Hallo Anke
Du hast ganz recht,das spiegelt die Situation in der Pflege ziemlich genau wieder.Pflege hat es bis jetzt versäumt,klar zu definieren,was Pflege eigentlich ist;und so lange wir das nicht definieren können sind wir von Professionalität noch sehr weit entfernt.Der Frage nach der Definition sind wir an anderer Stelle im Board bereits nachgegangen;das Thema findest Du unter Was ist Intensivpflege?.

Hallo all
auch ich möchte ein paar Gedanken zu dieser Diskussion beisteuern:
Handlungsautonomie ist zu erst einmal nichts schlimmes.Es heisst lediglich(freie Interpretation),das Pflege eigenverantwortlich agiert.Aus diesem Blickwinkel betrachtet,ist das Anstreben von Handlungsautonomie also durchaus geeignet,Pflege zu mehr Professionalität zu verhelfen.
Snoopy allerdings setzt Handlungsautonomie mit der vermehrten Übernahme ärztlicher Tätigkeiten gleich.Je mehr ärztliche Tätigkeiten wir übernehmen,desto professioneller sind wir?Diesem Gedankengang kann ich beim besten Willen nicht folgen.Ist ein Arzt professioneller,weil er meint,er müsse sich in die Pflege einmischen?
Ich verstehe nicht warum wir als Pflegende immer an alt hergebrachtem festhalten müssen und nicht bereit sind auch einmal langfristiger zu denken um auch einmal in Diagnostik und Therapie mitreden zu können.
Sicher hast Du recht,das Pflege oft genug an "alten Zöpfen" fest hält,es ist an uns,die wir bereit sind,über den Tellerrand zu schauen,dieses zu ändern.Mitreden in Diagnostik und Therapie....glaubst Du wirklich,das das Gros der Ärzteschaft auf uns "popelige" Schwestern und Pfleger hört,nur weil wir wieder mehr Tätigkeiten aus dem ärztlichen Bereich übernommen haben?Die Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft,wenn sie den klappt,klappt auch ohne Übernahme ärztlicher Tätigkeiten.
Übrigens in anderen Ländern gehts doch auch.
Diese anderen Länder haben auch ein ganz anderes Ausbildungssysthem als wir,das zu vergleichen hiesse Äpfel mit Birnen vergleichen.
Wenn wir wirklich weiter kommen wollen,müssen wir unseren eigenen Weg gehen.

Um noch mal auf die angesprochene A/I-Weiterbildung zu sprechen zu kommen: Die Fehler liegen in der Vergangenheit,weil sich die Weiterbildung bis vor kurzem an der Medizin orientiert und ausgerichtet hat.Erst jetzt beginnt man langsam,der eigentlichen Pflege mehr Raum zu geben.
Auf eine weitere fruchtbare Diskussion hoffend,Rolf

[ 18. November 2001 23:52: Beitrag editiert von Rolf Hackemann ]
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
E

Elisabeth Dinse

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13.08.2000
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Hallo @all,
Ich kann Rolf nur zustimmen, bis auf einen Aspekt.
Um noch mal auf die angesprochene A/I-Weiterbildung zu sprechen zu kommen: Die Fehler liegen in der Vergangenheit,weil sich die Weiterbildung bis vor kurzem an der Medizin orientiert und ausgerichtet hat.Erst jetzt beginnt man langsam,der eigentlichen Pflege mehr Raum zu geben. [/QB]
Dieser Fehler ist offensichtlich kein Fehler der Vergangenheit. "Alibi" Seminare zum Thema Kinästhetik, Basale Stimulation ändern noch lange nicht die Grundausrichtung der Weiterbildung. Es geht aus meiner Sicht nach wie vor um die medizinische Ausbildung mit dem Erfolg, das viele nach dieser Ausbildung sich vermehrt im ärztlichen Sektor betätigen wollen. Pflege spielt eine Randrolle. Frustration ist nicht selten vorprogrammiert.
Übrigens sind Ärzte in der Regel oft gar nicht erbaut ob der "Einmischung" aus dem pflegerischen Bereich in ihre Handlungskompetenzen. Häufig gibt es auch eine nicht geringe Wissensdiskrepanz zwischen beiden Bereichen nach so einer Weiterbildung . Und kein Arzt der Welt läßt sich gerne seine Grenzen vom Pflegepersonal aufzeigen. ;)

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
K

Kristin Peter

Mitglied
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Hallo,
ich kann Elisabeth nur zustimmen, wir sind mitten drin in der medizinorientierten Aus- und Weiterbildung. In der Ausbildung lernen wir überwiegend Medizin, neben Innere chirurie und den anderen medizinischen Fächer, Krankenpflege mindestens 60 % davon ist die Pflege von Krankheiten!
Wir beenden die Ausbildung mit einem hohen Maß an medizinischen Fachwissen. Aber wir können es nur beschränkt anwenden. Obwohl wir das Wissen in vielen Bereichen haben dürfen wir keine Diagnosen stellen (das ist das Priveleg des Arztes) sondern Symptome schildern. Viele Ärzte lehnen es ab Diagnosen aus dem Mund von Schwestern/Pflegern zu hören. Weitrehin können wir viele Dinge aus Diagnostik und Therapie, aber nur weniges dürfen wir anwenden. Aber genau dafür bekommen wir Annerkennung durch die Patienten. Wir können zuwenig um Mediziner zu sein und haben zuwenig Pflege gelernt um wirklich autonom pflegerisch handeln zu können. Viele versuchen gerade im medizinisch therapeutischen Bereich zu glänzen, um die Anerkennung der Ärzte zu erreichen - aber seinen wir ehrlich wirkliche Anerkennung wird letzendlich lediglich den "Kollegen" gezollt. Mich wundert es daher nicht das dieser Weg insbesondere in der Intensivmedizin weiter gewählt wird. Aber ich glaube in der Intensivmedizin ist gerade auch eine patientenorientierte Pflege ausgesprochen wichtig. Ein Beitrag sprach von pdflegerischen Interventionen, die es verhindern das Menschen reintubiert werden. Ist das nicht die Handlungsautonomie die Anerkennung verdient?
Snoppy schau mal in pflegewissenschaftliche Puplikationen, vielleicht ist der pflegerische Weg noch neu, aber sicher bietet er mehr Chancen zu einer Handlungsautonomie in der Pflege.
Ach ja zu der Frage nach dem was Pflege ist: Pflege ist meiner meinung nach die Begleitung und Unterstützung der Folgen und Auswirkungen von Krankheit, weniger der Krankheit selber, damit werden wir auch den 80 % chronisch Kranken Menschen gerecht.
So long
 
Qualifikation
Krankenschwester,Dipl. Pflegewirtin (FH)
Fachgebiet
ambulant, Fortbildung
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Michael73

Mitglied
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26.09.2001
[QB]Hallo Snoopy,

sicherlich hast Du recht in der Annahme, daß uns - gemeint ist sicherlich die Pflege - eine " gewisse Profelierung " berufspolitisch weiterbringen wird.
QB]
Hallo Siegfried, hallo Snoopy & all,

als "Kurskollege" von Snoopy möchte ich zuerst mal meine Freude darüber ausdrücken, daß Ihre hier im Forum so heftig abgewatschte Anfrage so eine rege Diskussion verursacht hat.
Als zweites möchte ich mal feststellen, daß man als "kleiner" Fachweiterbildungsteilnehmer, der ohnehin schon reichlich Stress um die Ohren hat, von wohlmeinenden Kollegen vielleicht ein etwas freundlicheres Verhalten erwarten würde. Ich selbst habe mich mit Snoopy schon öfter ziemlich heftig über einige ihrer Standpunkte gestritten, bin aber doch der Meinung, daß ein konstruktiveres Miteinander hier mehr zur Motivation von "Nachwuchspersonal" wie uns beitragen könnte.

Siegfried: Warum bloß werd ich das Gefühl nicht los, daß Du "Profelierung" lieber ganz anders schreiben würdest, aber beim besten Willen nicht auf einen guten Gag verzichten kannst?

Ich wünsche Euch eine gute Zeit und alles Gute,
Michael
 
Qualifikation
Fachpfleger A+I
Fachgebiet
Intensiv
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo Michael,
es wollte hier niemand jemanden "abwatschen". Aber es sei mir gestattet, das Ansinnen von Andrea kritisch zu hinterfagen. Und da Andrea sich offensichtlich aus der Diskussion zurückgezogen hat, was ich sehr bedaure, stelle ich einfach die Fragen nochmal an dich: Was macht Intensivpflege aus, wenn man ärztliche Tätigkeitsaspekte wegläßt? Wozu brauche ich eine Erweiterung der Kompetenzen im ärztlichen Bereich? Wie sieht es aus mit "therapeutischer" Pflege?
Elisabeth
Fachschwester für A/I
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
A

Anke

Mitglied
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05.07.2000
30163
Hallo Michael,

Ich kann in dem kritischen Meinungsaustausch, den Snoopy`s Beitrag ausgelöst hat weder ein "Abwatschen", noch irgendeine Unfreundlichkeit erkennen. Es bestehen nunmal unterschiedliche Meinungen zu dieser Fragestellung, auch wenn ich nicht alle teilen und nachvollziehen kann, so kann ich sie dennoch akzeptieren. Ebenso wie Elisabeth finde ich es schade, daß Snoopy sich aus der Diskussion ausgeklinkt hat, gibt man so schnell auf, wenn nicht alle meiner Meinung sind?
Es ist doch spannend, Themen kontrovers zu diskutieren, und durch Aspekte, die von Kolleginnen eingebracht werden auch mal über seinen eigenen Tellerrand gestupst zu werden, und ans nachdenken zu kommen.
Warum bezeichnest du dich als "kleiner" Fachweiterbildungsteilnehmer? Werden diese in eurer Institution nicht als vollwertige MitarbeiterInnen akzeptiert, oder worin ist dein mangelndes Selbstbewußtsein begründet?


;) Anke

[ 20. November 2001 20:41: Beitrag editiert von Anke ]
 
Qualifikation
Fachkrankenschwester A+I, Stationsleitung
Fachgebiet
interdisziplinäre Intensivstation
M

Michael73

Mitglied
Basis-Konto
26.09.2001
[QB]
es wollte hier niemand jemanden "abwatschen"[/QB]
Hi Elisabeth,

danke für Deine rasche Antwort. Das "Abwatschen" war nur zur Verdeutlichung gedacht, wir können damit schon klarkommen. Solange es dann wirklich kritisches Hinterfragen + Informationsangebot bedeutet, ist das schon in Ordnung, eine volle Breitseite auf nahezu jede Aussage des Fragestellers kann ich jedoch nicht als konstruktive Kritik erkennen.

Snoopy hat sich ganz sicher nicht aus der Diskussion zurückgezogen, allerdings haben wir nach 8h Schule und 100 km Autofahrt abends nur noch begrenzt Interesse an Diskussionen :confused:

Zum Thema "Was macht Intensivpflege aus": Grundsätzlich denke ich, daß Intensivpflege keine pflegerischen Aspekte umfasst, die nicht auch in der "Normal"pflege enthalten wären, wobei diesen Aspekten in der ICU eine möglicherweise sehr viel grössere Bedeutung zukommt, z.B. der Basalen Stimulation (wo meiner Meinung nach für mich nach der FWB eine ganz intensive Beschäftigung notwendig sein wird).

Ich weiss nicht, ob Pflege in der ICU eine Erweiterung in den ärztlichen Bereich benötigt, allerdings muss ich mich fragen, warum verschiedene Tätigkeiten notwendigerweise an eine akademisch medizinische Ausbildung geknüpft sein müssen, wenn sie praktischerweise nur oder auch zum Tätigkeitsbereich der Pflege gehören könnten. Weigerst Du Dich, einen sedierten Patienten durchzubewegen, weil das ja Aufgabe der Physiotherapeuten ist? Sicher nicht.

Ich verstehe sehr gut (und habe mit Snoopy heute schon prima darüber gestritten), daß es nicht sinnvoll ist, Tätigkeiten einer anderen Berufsgruppe übernehmen zu wollen, wenn schon nicht genug Zeit für die eigenen Tätigkeiten ist. Sehr schnell sind solche Tätigkeiten dann ja auch mal abgeschoben.

"Die Erfahrung zeigt, daß Aufgaben, die spezifisch
einer Gruppe in einem arbeitsteiligen System
zugeschrieben werden, dann weitgehendst von den
anderen Gruppen nicht mehr ausgeführt werden."
Ruth Schröck, Pflege, Band 8, 1995

Andererseits können Tätigkeiten, die nicht wirklich höherwertig sind, wohl aber so eingeschätzt werden, der Pflege vielleicht *doch* helfen, ihr auch einen anderen Personalschlüssel verschaffen.

Therapeutische Pflege: Ja, klar. Diesen Status wird uns von außen wohl kaum einer zuerkennen, da wir aber alle im Beruf arbeiten, brauchen wir uns kaum über den therapeutischen Nutzen von Pflege zu streiten; er ist offensichtlich vorhanden.

So, genug für heute und Gute Nacht.

Michael (der sich auf das Ende der FWB freut)

[ 20. November 2001 21:04: Beitrag editiert von Michael73 ]
 
Qualifikation
Fachpfleger A+I
Fachgebiet
Intensiv
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Michael73

Mitglied
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26.09.2001
[QB] Warum bezeichnest du dich als "kleiner" Fachweiterbildungsteilnehmer? Werden diese in eurer Institution nicht als vollwertige MitarbeiterInnen akzeptiert, oder worin ist dein mangelndes Selbstbewußtsein begründet?[QB]
Hallo Anke,

woraus bitte schliesst Du auf mein geringes Selbstbewusstsein? Oder auf unsere Institution? Ich bezog mich eher auf dieses Board, und auf uns als Neuposter, z.B. Michael, Mitgliedsnummer 934. Anke, Mitgl.nr. 64.
Ansonsten freuen wir uns natürlich immer auf den Austausch von Ideen und Gedanken; zur Zeit allerdings, in der Schlussphase der Weiterbildung ist man vielleicht tatsächlich etwas dünnhäutig. :cool:

Alles Gute,
Michael
 
Qualifikation
Fachpfleger A+I
Fachgebiet
Intensiv
R

Rolf

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Michael
wie meine Vorredner schon gesagt haben, es wollte hier niemand irgendwen abwatschen und schon gar,weil der Initiator erst seit kurzer Zeit auf dem Pflegeboard dabei ist.Und einen unfreundlichen Ton kann auch ich bei dieser Diskussion beim besten Willen nicht erkennen.Hier kann jeder seine Meinung sagen,ohne Ansehen der Person. <BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>Orginal erstellt von Michael73
Solange es dann wirklich kritisches Hinterfragen + Informationsangebot bedeutet, ist das schon in Ordnung, eine volle Breitseite auf nahezu jede Aussage des Fragestellers kann ich jedoch nicht als konstruktive Kritik erkennen.<HR></BLOCKQUOTE>
Was ist denn für dich konstruktive Kritik?Bisher sind hier unterschiedliche Standpunkte vertreten worden,nichts mehr. <BLOCKQUOTE>quote:</font><HR>Original erstellt von Michael73
Andererseits können Tätigkeiten, die nicht wirklich höherwertig sind, wohl aber so eingeschätzt werden, der Pflege vielleicht *doch* helfen, ihr auch einen anderen Personalschlüssel verschaffen.<HR></BLOCKQUOTE>
Glaubst Du wirklich,das durch die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch das Pflegepersonal mehr Personal eingestellt wird?Unser Verwaltungsleiter würde mich fragen,ob ich noch alle Tassen im Schrank habe,aber bestimmt kein Personal mehr einstellen.
Wichtiger als die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten scheint mir,auch vor dem Hintergrund der Einführung der DRGs,das wir anfangen,klar zu definieren,was Pflege ist.Wenn wir das schaffen,ist ein grosses Stück hin zur Professionalität geschafft.
Wichtig wird sein,das wir unsere Arbeit,und damit unseren Pflegeaufwand,vernünftig abbilden können.
Die Versorgung eines ateminsuffizienten,nicht intubierten Patienten ist ungleich aufwendiger als die Versorgung eines beatmeten,sedierten Patienten.Dies gilt es abzubilden und zu bemessen(nur Zahlen beeindrucken die Verwaltung und Kostenträger).
Wir müssen endlich anfangen,unsern eigenen Raum zu schaffen und mit Leben füllen anstatt andere Räume mit besetzen zu wollen;Einführung von Pflegediagnosen(nicht aus Nebendiagnosen des ICD-10 abgeleitete),Erarbeitung von eigenen Scoresysthemen zum Abschätzen des Pflegeaufwandes sind ein paar Stichworte.
Greetz,Rolf
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @all,
ich erinnere mich an meine eigene Fachschwesternausbildung. Für mich waren es zwei schwere, wenn auch schöne Jahre. Ich hatte soviel gelernt, oft bis spät in die Nacht hinein gebüffelt. Und dann....? Dann hatte ich den Abschluß in der Tasche und stellte fest, daß er zu fast nichts zu gebrauchen war. Das Einzigste, was ich jetzt konnte, war: die Fehler der Ärzte fielen mir schneller auf. Also hab ich selber angefangen hier und da ein wenig nachzuhelfen. Und wieder waren die Grenzen ganz schnell da. Ich hatte nur eine Ausbildung in Intensivmedizin und die reichte nicht immer.
Irgendwann hab ich mich auf das besonnen, was ich eigentlich gelernt habe: Pflege. Ich hab angefangen mich intensiv mit Bobath, BS und Kinästhetik zu beschäftigen.
Heute sehe ich die Zeit der Ausbildung als z.T. verlorene Zeit. Es ist totes Wissen- nicht anwendbar z.B. das Wissen über Therapiemethoden. Nicht zuletzt hat diese Art der Ausbildung einen hohen Verfallswert bei den ständig neuen Erkenntnissen in der Medizin. Und ich wünschte mir im Nachhineine mehr pflegerelevante Themen, vor allem Psychologie und Kenntnisse in Bobath, FOTT, Affolter, Feldenkreis, Aromatherapie, BasStim, Kinästhetik und, und, und.

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
K

Kai-Uwe Klöting

Mitglied
Basis-Konto
17.07.2000
44225
Hallo @all

Diese Diskussion ist bie jetzt irgendwie an mir vorbeigekommen :D,ersteinmal finde ich sehr wohl das hier konstruktive Diskutiert wird.Ich meine das die Pflege genügend Platz bietet um sich zu Profesionalisieren und auch mehr Personal zu beanspruchen.Mehr an Personal wird aber erst möglich sein wenn alle Tätigkeiten die wir täglich verrichten auch Nachweisbar sind sprich nachvollziehbar Dokumentiert.Meines Erachtens werden wir auch durch die Transparenz unserer Arbeit die so wichtig scheinende Akzeptanz der Ärztlichen Berufsgruppe bekommen.Ich bin nicht der Meinung das wir Tätigkeiten übernehmen sollten die nicht in unseren Bereich gehören, desweiteren wird es sowie so sein das wenn alle Leistungen Transparent dargestellt sind wir einige Tätigkeiten nicht mehr übernehmen müssen da sonst an anderer Stelle Personal abgebaut werden würde :D.Es gibt im Moment leider noch keinen Arztfreien Raum den wir einnehmen könnten wenn wir allerdings alle vehement solche Forderungen an richtiger Stelle einfordern würden könnte sich dieses noch zum guten Wenden.
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger A+I
Fachgebiet
Anästhesie
M

Michael73

Mitglied
Basis-Konto
26.09.2001
Hallo zusammen,

@Rolf:

Auf der einen Seite das (ungerechtfertigte) Gefühl, "abgewatscht" worden zu sein, auf der anderen das sichere Wissen, ebendies sicher nicht getan zu haben. Ein Missverständnis, das hiermit aus der Welt geschafft sein sollte. Vielleicht lag es daran, daß auf eine Frage soviele Gegenfragen kamen, daher auch mein Einwand zur "unkonstruktiven" Kritik.

Was bedeutet denn für Dich Pflege? Soweit ich weiß, gibt es doch für die Pflege keinerlei Vorbehaltsaufgaben, d.h. jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann und darf pflegen.
Wie könnte denn ein Berufsfeld Pflege klar beschrieben und in seiner Bedeutung aufgewertet werden? Für mich und eine ganze Reihe meiner "Mitschüler" ist es äußerst frustrierend, so viel medizinisches Fachwissen pauken zu müssen, dabei aber immer im Hinterkopf zu behalten, daß dieses Wissen uns nicht ermöglicht, eine andere als bestenfalls beratende Rolle einnehmen zu dürfen. Diese aber auch nur, wenn sie uns zugestanden wird.
Übrigens: In unserem Hause würde man wohl kaum erst an der PDL vorbeikommen, bevor man erführe, daß man nicht alle Tassen im Schrank hat :)
Was Dein Beispiel mit dem ateminsuffizienten Pat. betrifft, gebe ich Dir vollkommen recht, mir sind sehr viele pflegerische Tätigkeiten direkt am Patienten auch wichtiger als "quasimedizinische" Handlungen via Beatmungsgeräte o.ä., trotzdem möchte ich nochmal fragen:
Was ist an einer Übernahme verschiedener "ärztl." Tätigkeiten im Interesse einer besseren Organisation zu verurteilen?
Ich sehe auch meine eigene Kurzsichtigkeit durchaus ein: Es ist halt sehr viel bequemer, irgendwelche prestigeträchtigen Aufgaben zu übernehmen, als sich wirklich hinzusetzen und "eigene Räume mit Leben zu füllen".

Ich freue mich darauf, mehr über Deine/Eure Vorstellungen, was Pflege wirklich ist, zu lernen.

@Elisabeth:

Sobald ich mit der Fachweiterbildung fertig sein und mir eine kleine Pause gegönnt haben werde :), werd ich ganz sicher verstärkt originär pflegerische Themen angehen, ich denke auch, das in der FWB da zu wenig getan wurde.
Z. Zt., in dieser medizinorientierten Weiterbildung allerdings, ist es eigentlich fast unmöglich, eine andere Meinung überzeugt zu vertreten, sonst könnte man den ganzen Kram gleich hinschmeissen, oder?

@Kai-Uwe:

Hi! Ich bin mir nicht sicher, ob eine Dokumentation und Transparentmachung unserer Tätigkeit die ärztlichen Kollegen oder Verwaltungen wirklich vom WERT unserer Arbeit überzeugen kann. Etwas ähnliches wurde doch mit der PPR schon einmal versucht und dann ganz schnell vergessen.
Wenn wir alle an der richtigen Stelle die richtigen Forderungen aufstellen würden, könnte sich ganz sicher etwas zum besseren wenden, dann hätten wir eine Lobby. Ich denke nicht, daß wir im Moment eine Lobby haben.

Alles Gute,
Michael
 
Qualifikation
Fachpfleger A+I
Fachgebiet
Intensiv
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Für weitere Antworten geschlossen.

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