Handlungsautonomie in der Pflege

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S

Snoopy

Mitglied
Basis-Konto
11.11.2001
Hallo,
ich arbeite auf einer interdisziplinären Intensivstation und bereite mich auf meinen Abschluss vor. Als Studienarbeit habe ich die Thematik Handlungsautonomie in der Pflege - Weg zur Professionalisierung? Wer kann mit Hilfestellung geben , würde mich auch interessieren was Berufsangehörige von Handlungsautonomie halten, ich bin der Meinung, dass wir mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen sollten, weil wir entsprechend kompetent sind und uns nicht über Dinge wie z.B. die Falten im Stecklaken den Kopf zerbrechen sollten.
Bin für jeden Hinweis dankbar liebe Grüsse Snoopy :smile: :smile:
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Intensiv
J

johannes

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Snoopy,

kannst Du mir einen Berufsstand nennen, in dem es üblich ist oder darüber nachgedacht wird, Funktionen eines anderen Berufsstandes, auf die die eigene Ausbildung nicht ausgerichtet ist, zu übernehmen? Ich meine natürlich nicht die Pflege.

Gruß
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Leitung
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo Snoopy,
welche Tätigkeiten sollten wir übernehmen? Und was ist mit "Falten im Stecklaken" umschrieben? Wie stellst du dir die Aufgabenverteilung bezüglich Grund- und Behandlungspflege vor? Was verstehst du unter Proffessionalisierung in der Pflege? Könntest du das näher erklären.
Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
K

Kristin Peter

Mitglied
Basis-Konto
Hallo Snoopy,
Du siehst Handlungsautonomie in der Pflege in der vermehrten Übernahme ärztlicher Tätigkeiten???
Mein Entsetzen darüber kann ich kaum in Worte fassen und ich frage mich ob Du das wirklich so meinst. Was für eine Studienarbeit ist das? Und wer wird die werten?
Du merkst ich verstehe die Welt nicht mehr. Da meine Vorstellung von Handlungsautonomie in der Pflege sich Lichtjahre von ärztlichen Tätigkeiten entfernt.
 
Qualifikation
Krankenschwester,Dipl. Pflegewirtin (FH)
Fachgebiet
ambulant, Fortbildung
S

sunflower

Mitglied
Basis-Konto
06.07.2000
80469
Hallo Snoopy,

solange die von Dir angesprochenen Falten im Stecklaken noch Realität im Pflegealltag sind und durch die durch sie ausgelösten Scherkräfte eine Dekubitusentstehung begünstigen, sollten wir innerhalb der Pflege lieber erst einmal schauen, unsere alltäglichen Probleme anzugehen und auszuräumen, als uns Gedanken darüber zu machen, wie wir unser Image durch die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten aufwerten können.
Würden wir noch mehr ärztl. Tätigkeiten übernehmen, hätten wir noch weniger Zeit für die eigentliche Pflege und Prophylaxen und würden unsere Patienten damit noch mehr Gefahren durch Pflegefehler, wie z.B. daß stundenlange Liegen auf einem nicht faltenfrei gestrafften Laken, aussetzen.

Noch ein persönlicher Tip: Sollte es sich bei Arbeit um die Facharbeit im Rahmen der Fachweiterbildung A+I handeln, würde ich mich an Deiner Stelle ganz schwer davor hüten, solche Thesen darin aufzustellen. Denn wenn Deine Leitung sehr Pflegeorientiert ist und vielleicht auch noch berufspolitisch dazu, könnte Deine Note ziemlich in den Keller rauschen...

Viele Grüße,
sunflower
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger Anästhesie+Intensiv
Fachgebiet
Intensivpflege
E

Elisabeth Dinse

Gesperrter Benutzeraccount
13.08.2000
00000
Hallo @all,
wenn ich mir manche A/I Ausbildung so anschaue, dann kann ich mich dem Gedankengang von Snoopy nicht verwehren. Werden dort mit Hilfe hochqualifizierter Ärzte nicht Inhalte vermittelt, die manch Arzt auf der Station nicht mal beherrscht? Das bringt dann nach der Ausbildung auch oft den Frust: Ich kann etwas, darf es aber nicht tun. Insofern kann Snoopys Ansinnen also nachvollziehen. Die A/I Ausbildung ist oft die logische Fortsetzung der ebenfalls arztlastigen Grundausbildung.
Was Pflege sein kann, lernt man nur vor Ort... wenn man es will... und wenn man eine positive Wertung seiner Arbeit erlebt. Und beschreiben wir unsere Arbeit nicht stets unter Verwendung der Worte "nur" und "aber". Ich habe den Patienten "nur" gewaschen, "nur" gelagert, "nur" das Esssen gereicht und eingegeben..."aber" ich habe Blut abgenommen, i.v. Spritzen apliziert, Infusionen angehängt, Flexülen gelegt usw. .

Elisabeth
 
Qualifikation
KS, PA BasStim, FS A/I
Fachgebiet
IBFW
R

Rolf

Mitglied
Basis-Konto
Hallo all
Handlungsautonomie ist zu erst einmal nichts schlimmes.Es heisst lediglich(freie Interpretation),das Pflege eigenverantwortlich agiert.Aus diesem Blickwinkel betrachtet,ist das Anstreben von Handlungsautonomie also durchaus geeignet,Pflege zu mehr Professionalität zu verhelfen.
Handlungsautonomie allerdings mit der Übernahme ärztlicher Tätigkeiten gleichzusetzen,halte ich für einen sehr dummen Denkfehler.Es wurde hier die A/I-Weiterbildung angesprochen:
Sicherlich werden in der Weiterbildung Kenntnisse vermittelt,die es mir ermöglichen,ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen;entsprechenden Lernwillen vorausgesetzt,ist das aber jedem möglich.Ich bezweifele stark,das es durch die Übernahme ärztlicher Tätlichkeiten möglich ist,das Pflege autonomer wird.
Dazu ist erst einmal notwendig,das Pflege definiert,was Pflege überhaupt ist.Wenn wir das definieren können,das heisst auch nach aussen hin transparent machen können,sind wir auch autonom.
Die Frage der Definition von Pflege ist unterWas ist Intensivpflege? an anderer Stelle im Board bereits andiskutiert worden.Es wäre schön,wenn sich viele von uns an dieser Diskussion beteiligen würden.
Greetz,Rolf
 
Qualifikation
Krankenpfleger
Fachgebiet
chirurg. Intensivstation
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Administrator
Teammitglied
05.07.2001
www.pflegeboard.de
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