Haftungsrecht Haftung für "Naht des Arztes"

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Akaro

Ich arbeite noch als recht junger Pfleger in einer Urologischen Station. Bei einem Patienten sollten Ureterkatheter nach einer Neoblasen-OP gekürzt und in Beutel abgeleitet werden. Dies ist auf der Station jahrelanges Procedere (Sterilität ist mmn jetzt da nicht so toll.). Beim rechten UK jedoch war eine Drainage ca 1cm entfernt von der UK-Einstichstelle, welches ein Kleben eines Beutels unmöglich machte. Diese wurde dann aber nach Bestimmung des Krea entfernt.
Ich habe dann die Anordnung bekommen, diesen re UK zu kürzen. Ich tat es auch in der ca. gleichen Länge wie auf der linken Seite (dies hatte meine stellv. Leitung 3h vorher getan).
Drei Tage später (ich war nicht im Dienst) fällt besagter stellv. Leitung auf, dass der UK auf meiner Seite nicht mehr zu sehen ist. (Jedoch der geschlossene, also nicht durchtrennte Faden schon!)

Mir wurde von meiner Leitung gesagt, dass es ein Pflegefehler wäre und der Oberarzt, dass ich das ja wohl in Hautebene abgeschnitten haben muss, da das ja anders nicht möglich ist. (Was für einen Sinn hätte bitte das denn?)

Ich habe in der Pflegedokumentation vermerkt, dass ich den UK nach RS auf die gleiche Länge wie den anderen gekürzt habe nach Arztanordnung.


Ist das wirklich meine alleinige Schuld? Ist das ein Pflegefehler, wenn der Faden scheinbar nicht fest genug ist?
...und wenn ich egal ob Kollege und Arzt frage, jeder mir dieses zustimmt das ein Kürzen richtig ist und ich es nicht besser weiß?

Für den Patienten so oder so unschön. Der Chefarzt jedoch reagierte nicht wie sonst mit Brüllen, sondern gelassen und erkundigte sich nach den Verlauf.

Wie sieht also nun meine Haftung aus? Muss ich mir ernsthafte Sorgen machen?
 
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Fripi

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kurze Antwort: Nein.

Lang: Du hast alles dokumentiert, wenn man dich angreifen will muss man dir einen Fehler nachweisen. Deine Dokumentation gilt als Beweis. Strafrechtlich müsste dem Patienten jetzt ein Schaden entstehen um überhaupt in rechtliche Probleme zu kommen, zivilrechtlich könnte dann auch vorgegangen werden. Allerdings ist ja hier eher die Wahrscheinlichkeit das der Faden sich gelockert hat, dies sind gefahren auf die der Patient vermutlich aufgeklärt wurde. Es ist damit zu rechnen das es zu komplikationen kommen kann die von der Sache her zu einner solche OP gehören. Dementsprechend wird da auch nichts passieren.

ich würde dern Vorfall, falls es so etwas gibt, in ein Critical Incident Reporting System eingeben. Man muss so etwas durch bewusstmachen von möglichen Fehlerquellen begegnen, eine Schuld statt eine Fehlerkultur ist in de rmedizin fehl am Platze.
 
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Akaro

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Meine Kolleging hat auch dokumentiert, dass der Faden sogar noch steckte, dementsprechend habe ich auch keinen Faden durchtrennt o. ä.
Ins CIRS werde ich es definitiv noch eintragen.
(Nebenbei, UK konnte in einer UC problemlos entfernt werden. Jedoch wurde die Schuld auf mich abgewälzt und der Pat. hasst mich nun. Find ich vom Team (Ärzte) sehr unschön und ich denke auch, dass nach dieser Erfahrung ich die Station wechseln werde.)
 
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Fripi

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nunja, ob du jetzt woanders ein besseres Team bekommst ist auch Glückssache, ich würde es auf jeden Fall besprechen und mich nicht so hinstellen lassen.

Da die Jobsituation gut ist kündige nach der Probezeit einfach. Sei, wenn sie sich nicht benehmen, ein Arsch. Kündige mit minimaler Vorlaufzeit. Die müssen das noch lernen wie man mit Menschen umgeht...
 
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