Häusliche Intensivpflege Erfahrungen mit Angehörigen und Patienten

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Kleenes1987

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Hallo,
ich arbeite seit 2Jahren in der Häuslichen Intensivpflege.
Wollte mal fragen welche Erfahrungen ihr so mit Patienten und Angehörigen macht, welche Konflikte es bei euch so gibt und wie ihr diese löst.
Lg Kleenes
 
Qualifikation
Altenpflegerin
Fachgebiet
1:1 Pflege
B

brecherle

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21.04.2009
Stuttgart
Hallo Kleenes 1987,
es ist eben bei 100% Arbeitsumfang in der Regel für 12 Stunden je nach Patient
sehr umfangreich oder abwechslungsreich oder nicht mit beiden muss man zurecht kommen wenn sich die Angehörigen einig sind ist die Arbeit i.d.R.einfach und machbar wenn nicht eben kaum.
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Ambulante Pflege/MAV
Weiterbildungen
Pflegeexperte für außerklinische Heimbeatmung
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costacalma

Mitglied
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17.10.2010
Hannover
Seit fast 4 Jahren arbeite ich in der außerkl. Intensiv- und Beatmungspflege, auch mit Wechsel der Arbeitgeber. Die Meisten sehen im Vordergrund, dass der Rubel rollt, egal ob die Pflege rechtlich so abgesichert und der Patient gut versorgt ist.
Zum Einen werden neue PKs zu kurz -wenn überhaupt- eingearbeitet. Viele haben schon keine Erfahrung in der trachealen Absaugung und drücken den Absaugkatheter viel zu tief ein.
Ein großer Dorn im Auge ist die dominierende Art vieler Angehörigen, die die intensiv pflegerischen Tätigkeiten bestimmen (wollen), obwohl sie falsch ist und aus dem Bauchgefühl des Laien kommen.
Bei einem ALS Patienten im weit fortgeschrittenen Stadium hatte der Sohn seine bestimmten Vorstellungen, wie hoch die 02-Gabe maximal sein darf. In der allerhöchsten Atemnot stellte er die Zufuhr wieder herunter mit der Begründung sein Vater bekäme vom Sauerstoff Kopfschmerzen. Mein Hinweis, dass der hohe PEEP dafür verantwortlich ist, ignorierte er, weil er sowieso alles besser wusste.
Drei Monate vor dem Ableben sprach ich mit der Oberärztin, die den Patienten gut kannte. Sie befürwortete die Anschaffung des Cogh Assistenten dringend. Der Sohn lehnte ab, dafür sei es zu früh, ein Bekannter mit der gleichen Erkrankung habe ihn erst später bekommen!
Als es dem Vater deutlich schlechter ging, gab er sein Einverständnis dafür doch, allerdings lehnte ich es dann ab, weil die Lunge absolut instabil war.
Als ich den Patienten erstmals von der Weaning Station übernahm und ihn zum Transport nach Hause begleitete, teilte mir der Kollege aus dem KKH mit, dass der Pat. keinesfalls essen oder trinken darf. Der Sohn ignorierte dies mit der Begründung, er habe im KKH auch trinken dürfen. Die Ehefrau flößte ihm gegen meinen Hinweis, Hühnersuppe ein, höchster Notfall mit KKH-Einweisung.

Wenn die Angehörigen absolut beratungsresistent sind, ist die Pflege sehr schwer und am Rande meiner nervlichen Belastungsgrenze. Unser Geschäftsleiter, zugleich PDL meinte dazu, wir sollen alles tun, was die Familie wolle.
Das meine ich mit: Der Rubel muss ja rollen.
Nur frage ich mich, für was bin ich dort? Krankenschwester mit Weiterbildung, Erfahrung und Qualifikation um am Ende als Haushaltshilfe zu arbeiten.

Meine Ex-Kollegin arbeitet nun bei einem anderen Intensiv-Pflegedienst. Der AG gestattet, dass die Angehörigen alle Räume mit Videokameras ausgestattet haben!
Habt Ihr ähnlich Erfahrungen gemacht?
Wie geht ihr damit um, besonders wenn Desinteresse des AG vorhanden ist?
Vielen Dank
 
Qualifikation
Krankenschwester
Fachgebiet
Hanau
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Monte12

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25.10.2016
Hamm, Deutschland
Die Videoausstattung einiger Klienten oder deren Angehöriger in einigen Räumen scheint immer beliebter zu werden.
Ich sehe das aus klares Misstrauensvotum gegen die Pflegekräfte und habe mich als PDL immer dagegen ausgesprochen um meine Mitarbeiter zu schützen. Eine Rücksprache mit einem Anwalt zu diesem Thema hat folgendes ergeben:
Das filmen von Menschen ohne deren wissen ist streng verboten. (Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, das Recht am eigenen Bild)
Ausnahme ist, wenn der Angehörige in der Versorgung anruft und mitteilt, dass es jetzt die Kamera einschalten möchte um zu sehen ob alles in Ordnung ist. Ebenso muss er mitteilen, das er wieder ausschaltet. Also möglichst die Familien darauf hinweisen und wo möglich verbieten.
Besser mal über das Misstrauen sprechen und eine Maßnahme zur Vertrauensbildung ergreifen.
 
Qualifikation
Ges.u.Krankenpfleger
Fachgebiet
amb.Pflege
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05.07.2001
www.pflegeboard.de
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