Arbeitsrecht Grundsatztfrage zur Delegation einer ärztlichen Tätigkeit

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gyppy

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Schönen guten Tag ertmal an alle die den Beitrag hier lesen und schonmal DANKE, dass ihr euch dafür die Zeit nehmt.

Ich habe eine ganz konkrete Frage!
Mir sind grundsätzlich die Voraussetzungen für die Delegation einer ärztlichen Tätigkeit an eine Pflegekraft (exam. Gesundheits- & Krankenpfleger/in) bekannt. Die erste und auch grundlegende Voraussetzung ist die ärztliche Anordnung der tätig.

Mir geht es darum, ob ein generalisierter Standard zur Patientenaufnahme und auch im Verlauf der Behandlung als ärztlich Anordnung im Sinne des gesetzes statthaft ist.
Um es ein bisschen konkreter zu machen schildere ich kurz die bei mir in der Abteilung vorhandene Situation.

Ich arbeite im Bereich für Psychiatie und Psychotherapie, im geschützten Rahmen. Es gibt in unserer Abteilung für die verschiedenen Diagnosen bestimmte "Labor-Standards", welche selbstständig durch das Pflegepersonal abgearbeitet werden müssen. D.h. wenn wir zum Beispiel einen Patienten mit einer F12.0 zum Alkoholentzug aufnehmen gibt es eine festgelegte Routinelaboruntersuchung. Diese soll nach Dienstanweisung vom Pflegepersonal selbstständig gemacht werden und das am besten, bevor die ärztliche Aufnahme erfolgt.

Das wäre der erste Fall.

Im zweiten Fall geht es darum, dass wir bei allen Patienten im Abstand von 14 Tagen eine Routinelaborkontrolle machen sollen, welche selbstständig vom Pflegepersonal durchgeführt wird. Das beinhaltet auch, dass das Pflegepersonal darauf zu achten hat, dass diese Kontrollen regelmäßig und korrekt durchgeführt werden. Aber es erfolgt dazu keine separate ärztliche Anordnung in der Dokumentation. Auch bei einigen Psychopharmaka gibt es bei uns in der Abteilung einen speziellen Standard zu Laboruntersuchen, der mit unter wöchentlich Blutentnahmen umfasst. Auch dieses muss wieder vom Pflegepersonal selbsständig durchgeführt werden.

Um nun nochmal konkret auf die Frage zu kommen, die ich habe:

Zählt dieser in einer Dienstanweisung enthaltende Standard gesetzlich als ärztliche Anordnung und rechtfertig, sofern der Patient der Blutentnahme zustimmt, die Delegation einer ärztlichen Tätigkeit oder ist der Ärzt verpflichtet die für den Patienten zutreffende Blutentnahme anzuordnen?


Ich hoffen, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe und danke euch für eure Mühen und euren Rat.
 
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Gesundheits- & Krankenpfleger
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traveler

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AW: Grundsatztfrage zur Delegation einer ärztlichen Tätigkeit

Hallo gyppy,

sehe jetzt das gesetzliche Problem nicht das du hast.
Ich erlebe das als Üblich.
Bei Aufnahme gibts nen Standard, der vom CA festgelegt ist und damit angeordnet.
Zusätzlich Paramieter werden extra angeordnet.

Kenne das von mehreren Häusern, dass bei best. Pat.gruppen Standards vorgegeben sind in welchen Abständen bestimmte z.b. Spiegel (Psychiatrie) zu kontrollieren sind.

Der CA legt das fest, die Ausführung bzw. Überwachung obliegt dem Pflg.personal oder Stationsassistentin, ob das jetzt einzeln oder als Standard angeordnet wird ist doch egal.
Es ist Angeordnet.

Wer nun die Blutabnahme durchführt ist von Haus zu Haus unterschiedlich geregelt.
Im einen machen es die Ärtze, im nächsten z.B. MTA vom Labor und im anderen wiederum das Pflgpersonal.

Wieso kommst du auf die Idee, dass ein vom CA festgelegter Standard nicht als ärztliche Anweisung gelten sollte oder könnte?
 
Qualifikation
GuK, Lehrer, Sozialbetriebswirt FH
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Angestellt
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gyppy

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AW: Grundsatztfrage zur Delegation einer ärztlichen Tätigkeit

Danke für die schnelle Antwort.
Ich komme nicht darauf, dass es nicht so sein sollte! Mir stellte sich einfach die Frage ob es so ist.
 
Qualifikation
Gesundheits- & Krankenpfleger
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Psychiatrie
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