Grundsätzlichre Pflegeplaungsfragen- leicht zu beantworten bestimmt;-)

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someday

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Hallo,
wir sind aus der ambulanten Pflege, Pflegekräfte unterschiedlicher Generationen, unterschiedeliche Pflegeschulen, andere Arbeitsstellen usw., und wir haben uns über Pflegeplanungen unterhalten und wollen nun wissen, wie es wirklich geht.
Hätte gerne Eure Meinung zu folgenden Fragen:

1. Gilt das was ein Angehöriger oder eine 24 h Betreuung oder ein Facharzt der ambulant betreut (das ist wirklich eine Ausnahme!) oder wenn jemand 2x wöchtenlich KG hat, als Ressource? Oder gehört es mit in die Maßnahmen?
Ich persönlich vertrete die Ansicht das in die Maßnahmen nur das gehört, was ich als Pflegedienst tu, und alles andere ist eine Resource.

2. Wenn jemand ein Dekubitusrisiko hat oder Sturzgefährdet ist oder Kontrakturrisiko hat, ist das dann so konkret als Problem zu benennnen, oder muss ich das mit den Risiken beschreiben, also da darf nicht stehen, das jeman dekubitusgefährdet ist?
Ich selbst denke, das es da stehen muss, denn ich hab das ja mit meinen Assessments diagnostiziert.

3. Muss ich das Problem genau beschreiben, oder langt es wenn ich Schreibe: "Herr Z. hat Gleichgewichtsstörungen", ohne zu erklären wie die genau aussehen und was genau das Problem ist,
oder : "Frau B. liegt Tag und Nacht in einem verrauchten Zimmer" einfach "nur so" freistehend, und das Problem ist aber, das die lungen schlecht belüftet sind und sie verschleimt ist und Atemgeräusche hat und deshalb Pneumoniegefahr hoch...

4. Hilfsmittel; in die Pflegeplanung als Maßnahme oder in den AEDL Bogen (wir arbeiten mit MediFox, da ist der AEDL Bogen nicht so ausführlich)

5. Kann ich auch eine Resource aus der Biografie aufzählen? Z.B. Wenn eine Klientin kontinent war, ist es aber seit 3 Monaten nicht mehr, würde ich es als Resource betrachten, das sie es bis vor kurzem noch war, weil vielleicht kann sie sich ja erinnnern.


Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion!

Lieben Gruß,
someday
 
Qualifikation
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Ich bin ich

AW: Grundsätzlichre Pflegeplaungsfragen- leicht zu beantworten bestimmt;-)

Pflegeplanung....gibt doch nichts schöneres :bae:
Also nun mal meine Meinung:

zu 1: Als Ressource beschreibe ich immer die Dinge, mit denen es einem Patienten\Bewohner möglich ist, Einschränkungen selbständig zu Kompensieren bzw. Probleme zu reduzieren. Also KG ist für mich keine Ressource, sondern eine Maßnahme. durch die der betroffene ja wieder lernen soll z.b. selständig zu stehen, laufen ect.Dieses Ziel solltest Du in der Planung mit reinnehmen. Das könnte in etwa so aussehen:
Problem: Er kann nicht stehen Ziel: soll stehen lernen Maßnahme: erhält 2x KG

zu 2: Wenn jemand Decubitus gefährdet ist, mußt Du das natürlich als Problem in Deine Planung mit reinnehmen und genau beschreiben warum er gefährdet ist und wo ist er gefärdet. Bei Sturzgefahr mußt du die intinischen und extrischen Faktoren ermitteln ( beschrieben im Expertestandard ) und in Deine Planung übernehmen.

zu 3: genaue Beschreibung ist gut, da hieraus schon Maßnahmen abzuleiten sind...z.B. mal lüften

zu 4: beides...

zu 5: schlechtes Beispiel, da bestimmt fast alle mal Kontinent waren. Aber du kannst selbstverständlich Biografien als Ressource nutzen ( vor allem bei Dementen ). z.B. Angewohnheiten bei der Pflege, beim essen, schlafen ect.

Hoffe, Dir ist ein wenig geholfen.
 
whitespider

whitespider

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AW: Grundsätzlichre Pflegeplaungsfragen- leicht zu beantworten bestimmt;-)

Hallo @ all ...

... ich bafasse mich mit dem Thema Pflegeplanung nun schon sehr lang und intensiv. Ich kenn die Probleme der Pflegefachkräfte daher zu genau.

1. Eine Physiotherapeutin und eine pflegende Angehörige sind auch Ressourcen - R. sind Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Pflegebedürftigen und seines Umfeldes. Zu diesem Umfeld zähle ich eine pflegende Angehörige und auch Therapeuten.

2. Ein Dekubitusrisiko ist keine Pflegeproblem, es ergibt sich aus einem. Ein Beispiel sorgt hier sicher für Entwirrung. Eine Patientin mit einer Hemiparese nach einem Apoplex ist sicher erhöht dekubitusgefährdet - aber warum? ... "Aufgrund ihrer starken Bewegungseinschränkungen durch die Hemiparese kann Fr. Y nicht ausreichend für Druckentlastung sorgen. Sie ist erhöht dekubitusgefährdet in den Bereichen X, Y und Z." ... so würde eine Problembeschreibung aussehen.
Ähnlich funktioniert dies mit allen anderen Risiken.

3. Wie schon in Punkt 2 zu erkennen ist, muss eine Problembeschreibung "ausführlich" sein, wenn man das ausführlich nennen mag. Wenn nur geschrieben wird ... ist dekubitusgefährdet ... wissen wir doch lange nicht warum und können so auch keine sinnvollen Ziele und Massnahmen ableiten. Ich bin kein Freund von dreissigseitigen Pflegeplanungen, doch die Problembeschreibung sollte schon mehr als drei Worte umfassen.

4. Ich sehe das auch so, die Hilfsmittel können in der Anamnese und der Pflegeplanung angeführt werden.

5. Das Beispiel hinkt wirklich ein wenig, doch können biografische Kenntnisse oft als Ressource herhalten, obwohl ich diese Informationen eher unter dem Punkt Gewohnheiten, Rituale einsortieren würde.

Die grössten Schwierigkeiten bei der Pflegeplanung liegen nach meinen Erfahrungen beim Erkennen und Formulieren der Pflegeprobleme. Ziele und Massnahmen sind schnell abgeleitet, wenn das Pflegeproblem richtig erkannt und formuliert ist.

Ein kleiner Tip noch ... tut euch selber einen Gefallen und benutzt keine Formulierungshilfen ... die braucht ihr nicht!

Soviel zu meinen Erfahrungen ... wir können hier auch gern mal ein konkretes Beispiel diskutieren :verknallt

bis dahin einen schönen Tag @ all

whitespider
 
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Weiterbildungen
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Qualitätsmanagement
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Kessia

Kessia

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AW: Grundsätzlichre Pflegeplaungsfragen- leicht zu beantworten bestimmt;-)

Eigrentlich mag ich keine langen Beiträge und wollte diesen wirklich überlesen. Aber schon nach dem ersten Absatz hat es mich interessiert, weiterzulesen. :eek:riginal: Du hast sehr übersichtlich in Absätzen und wirklich sehr anschaulich geschrieben.
Ein sehr toller Beitrag, whitespider und für den TE auf jeden Fall sehr hilf-und lehrreich formuliert.
Gefällt mir. :thumbsup2:
 
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someday

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Hallo an alle,

erstmal vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten, ich fühle mich informiert und auch bestätigt, und da ist eine perfekte Mischung.
Wie werde ich es also nun tun?
Für mich sind alle Leistungen, die ich nicht planen kann, weil ich sie nicht selbst tue, sondern von jemanden aus dem Umfeld des Klienten kommen, Ressourcen. Auch die KG, da sie allein die Verordnungsscheine besorgt, mit den Klienten die Termine macht, und ich nur weiß das sie kommt. Das schreibe ich aber in den AEDL Bogen zukünftig, nur wenn ich sie informieren oder organisiere ist das meine Maßnahme.
Ich verzichte grundsätzlich auf Vorformulierungen, da sie nie den Kern treffen, in unserer Lerngruppe hatte jemand eine mit vorformulierten Sätzen mit, das war nicht schön. Trotzdem sind sie gut durch die MdK Prüfung gekommen, da sagen ich jetzt mal nix zu.
Eure Antworten werden wir Mitte des Monats in der Gruppe besprechen, ich meld mich dann nochmal!
Lieben Gruß,
Eure someday
(und someday wird alles gut....;-)
 
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