Grüß Gott!

L

Lilith

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09.01.2005
91301
Hallo zusammen,

ich bin 43 Jahre alt wohne in der Nähe von Erlangen und arbeite seit 25 Jahren in der Altenpflege.
Ich habe in dieser Zeit als Stationleitung,als PDL und in der Ambulanten Pflege gearbeitet
Vor 2 Jahren bin ich dann aus gesundheitlichen Gründen wieder zurück in die stationäre Pflege weil ich dachte es wäre einfacher wieder im Team zu arbeiten,aber weit gefehlt.
Ich habe noch nie erlebt das man fast einen "Sport" daraus entwickelt wer am schnellsten die meisten Bew. wäscht und alleine heben kann.
Ich arbeite in einem Haus,in dem man sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen wirklich Mühe gibt das beste für Bew u. MA zu erreichen,aber ich habe selten so demotiviertes und ausgebranntes Personal erlebt.
Am Anfang dachte ich noch man könnte etwas ändern aber ich habe mich daran aufgerieben.
Nun bin ich genauso unmotieviert u. ausgebrannt und mir graut vor jedem neuen Arbeitstag.Ich hätte nie gedacht das ich das jemals sagen würde!
Zur Zeit fühle ich mich sehr traurig und hoffe das ich einen neuen Weg finde.
Im Moment "kotzt" mich die ganze Pflege an!!!!
 
Qualifikation
Pflegefachkraft
Fachgebiet
Altenheim
B

Buesman

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Basis-Konto
25.06.2004
23714
Hallo ich arbeite seit mittlerweile seit gut dreizehn Jahren in der Altenpflege und habe schon viele "ausgebrannte" Kollegen gesehen. Ich selber habe schon mehrfach mehrere Jahre als WBL gearbeitet und gemerkt das ich mich an der "Basis" besser aufgehoben fühle. Nicht das ich zu dumm dazu wäre, aber es ist mir einfach zu stressig, da ein die Obrigkeit nicht die benötigte Zeit und das Personal gibt was man eigentlich bräuchte.
Habt ihr es schon mal mit SUPERVISION ausprobiert? Wir bei uns haben dies nicht, aber wir im Team versuchen immer uns einmal im Monat zusammen zusetzten (sei es auch nach Dienstschluss) und Reden über unsere Probleme, ohne jemanden persöhnlich zu beleidigen. Natürlich muß es Kritik an geben, aber ich denke gerade in der Pflege muß man damit umgehen können. Ich kenne Dein Team nicht, aber wir versuchen uns jeden Tag auf´s neue gegenseitig aufzumuntern und für einander da zu sein, schon fast familiär.
Kopf Hoch!
 
Qualifikation
Altenpfleger
Fachgebiet
Dauernachtwache
ELA

ELA

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Basis-Konto
06.02.2005
86356
Hallo,

Ich bin seit 10 Jahren in der stationären Altenpflege und kann dich verstehen.

Unser Team hat sich vor ca. einem Jahr zusammengesetzt und wir haben darüber gesprochen was uns nicht gefällt. Dort fiel auch das Wort Akkordarbeit am Bewohner. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und habe den Mitarbeitern den Vorschlag unterbreitet, ob wir die Grundpflege an bettlägerigen Bewohnern nicht auf die "Überlappungszeit" (bei uns von 14 - 15 Uhr) verschieben sollen, da diese zwar zeitaufwändig ist, aber meist nur schnell, schnell gemacht.

Wir haben dies umgesetzt. Die bettlägerigen Bewohnern werden am Morgen, mit dem notwendigsten (Inko-Wechsel, Mundpflege, Lagerungen) versorgt und die Grundpflege wird dann am Nachmittag gemacht.

Somit hat der Frühdienst einen Zeitpuffer und wird nicht mehr so sehr ausgelaugt. Dies hat zur Zufriedenheit aller Mitarbeiter und auch Bewohner geführt.
Vielleicht können so kleine Veränderungen des Stationsablaufes auch Deine Mitarbeiter entlasten und somit die Motivation heben!

Wünsche Dir weiterhin noch alles Gute!
LIEBEN GRUSS:)
 
Qualifikation
Pflegedienstleitung
Fachgebiet
Altenpflegeheim
H

Hirschauer

Neues Mitglied
Basis-Konto
Hallo zusammen,

ich bin 43 Jahre alt wohne in der Nähe von Erlangen und arbeite seit 25 Jahren in der Altenpflege.
Ich habe in dieser Zeit als Stationleitung,als PDL und in der Ambulanten Pflege gearbeitet
Vor 2 Jahren bin ich dann aus gesundheitlichen Gründen wieder zurück in die stationäre Pflege weil ich dachte es wäre einfacher wieder im Team zu arbeiten,aber weit gefehlt.
Ich habe noch nie erlebt das man fast einen "Sport" daraus entwickelt wer am schnellsten die meisten Bew. wäscht und alleine heben kann.
Ich arbeite in einem Haus,in dem man sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen wirklich Mühe gibt das beste für Bew u. MA zu erreichen,aber ich habe selten so demotiviertes und ausgebranntes Personal erlebt.
Am Anfang dachte ich noch man könnte etwas ändern aber ich habe mich daran aufgerieben.
Nun bin ich genauso unmotieviert u. ausgebrannt und mir graut vor jedem neuen Arbeitstag.Ich hätte nie gedacht das ich das jemals sagen würde!
Zur Zeit fühle ich mich sehr traurig und hoffe das ich einen neuen Weg finde.
Im Moment "kotzt" mich die ganze Pflege an!!!!
Hallo Lilith,

was Du hier schreibst stimmt mich sehr traurig. Wie könnt Ihr gute Arbeit leisten, wenn es Euch noch nicht einmal gut geht? Ich stelle mir ebenso, wie der Kollege Buesman die Frage: Habt Ihr es schon mal mit SUPERVISION versucht?
Burn out macht krank und ist nicht zu unterschätzen.
In meiner Ausbildung zum Supervisor lernte ich etwas sehr Wichtiges: Ich muss erst dafür sorgen dass es mir gut geht, dann kann ich auch gute Supervision abhalten - da ist was dran!
In Eurer Arbeit habt Ihr mit Menschen zu tun, die Hilfe bedürfen. Das Helfersyndrom scheint bei Euch aus den Fugen geraten zu sein. Ich glaube Dir, dass Ihr das Beste für die Bewohner tut, aber Ihr habt Euch bei der Arbeit aus den Augen verloren. Im Endeffekt leidet nicht nur Ihr darunter, ich denke die Bewohner ebenso.
Die zweite TZI-Regel lautet: "Störungen haben Vorrang". Hier liegt eine gewaltige Störung vor, die behoben werden muss.
Rede offen mit Deinen Kollegen über Euer Problem, vielleicht findest Du eine Kollegin oder einen Kollegen, der/die ähnlich denkt wie Du. Solltest keinen Erfolg haben, musst Du mit der Pflegedienstleitung sachlich (d.h. ohne jegliche Wertung, Schlecht-Machen der Kollegen ...) darüber reden mit dem Ziel eine Lösung für Euer Problem zu erhalten. Bereite Dich aber zu diesem Gespräch vor.
Ich bin mir sicher, dass eine Kollegiale Beratung nicht mehr ausreicht. Eine Team-Supervision wäre sinnvoll. Der Arbeitgeber hat auch eine Fürsorgepflicht seinen Mitarbeitern gegenüber. Ihm ist auch daran gelegen, die Fluktuation so gering wie möglich zu halten. Eine hohe Fluktuation kostet mehr als regelmäßige Supervision.
Ich drücke Dir alle Daumen und wünsche Dir viel Erfolg. Nutze diese Störung als Chance für Dich und Deinem Team zu einem Neuanfang. Es wird ein weiter und schwieriger Weg sein den es lohnt einzuschlagen. Gib' nicht auf!

Mit freundlichen Grüßen

Michael Hirschauer
 
Qualifikation
Fachkrankenpfleger für Psychiatrie / Supervisor
Fachgebiet
Forensik