Glioblastom

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Isis

Isis

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16.05.2005
2
Hallo,
wir haben vor kurzem einen Bewohner aufgenommen mit der Diagnose Glioblastom, Z.n. Chemotherapie mit Temoval unter Hyperthermie. So, wie es im Arztbrief steht, hat dies nicht viel gebracht, zwei Zyklen mit Temoval wurden gemacht innerhalb von gut 14 Monaten.
Der Bewohner hat starke Stimmungsschwankungen, weint und schreit vor allem viel, äußerst sehr oft Angst, und neigt zu Krampfanfällen, die mit Ergenyl behandelt werden (bei uns hatte er noch keinen Krampf).
Im Pschyrembel habe ich nun gelesen, daß ein Glioblastom zu Nekrosenbildung und zu starken Blutungen neigt. Meine Frage: Wie oft kommt das tatsächlich vor? Und wie habe ich mir die Folgen von einer Nekrose im Hirn vorzustellen (ich stehe da echt etwas auf dem Schlauch, auch, weil ich schon sehr lange niemanden mehr mit einem Glioblastom oder ähnliches gesehen habe)?
Für Antworten wäre ich sehr dankbar!

Isis
 
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S

sand

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12.04.2006
55131
Hallo,
ein Glioblstom ist der bösartigste Tumor der im Hirn wachsen kann.
Er wächst sehr schnell und extrem infiltrirend.
Durch seine rasche Größenzunahme wachsen oft die versorgenden Gefäße nicht mit was dann zu einer Mangelversorgung und in Folge zu einer Nekrose führt. Diese schnell wachsenden Gefäße sind auch die Ursache für Einblutungen. Das schnelle Wachstum führt oft auch zu einem schnellen Verscheiden der Patienten. ca. 80% der Betroffenen sind nach 2 Jahren tot.

Das ist echt eine ganz schlimme Erkrankung.
Die Sympthome sind nur zu lindern durch Cortison und eine suffiziente Schmerztherapie.

Beste Grüße Michael Sandstede

Stationsleitung Neurochirurgische Intensivstation Mainz
 
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Isis

Isis

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16.05.2005
2
Hallo,
vielen Dank für die Antwort!
Stimmt, Cortison bekommt der Bewohner auch, Schmerzen scheint er nicht zu haben, er bekommt dagegen auch nichts. Gegen die Angstzustände erhält er Stangyl, und halt, wie schon erwähnt, Ergenyl gegen Krampfanfälle.

Ist ja manchmal erschreckend, was man so vergißt, wenn man länger mit einem bestimmten Thema nix mehr zu tun hatte....:cry:
 
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Krankenschwester/Nachtwache
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Altenpflegeheim
C

chrodechilde

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27.02.2006
36039
Du solltest dich darauf gefasst machen, dass der patient irgendwann schläfrig wird und langsam ins Koma rutscht. Er wird sicher auch wieder Krampfanfälle bekommen.
Eventuell kann es auch zu übelkeit und erbrechen durch den Hirndruck komen.

Bei den Krampfanfällen hilft den Patienten am besten Valium (auch wenn das wegen angeblicher ateminsuffizient teilweise umstritten ist) ich denke bei sterbenden Patienten sollte man ihnen dieses Erleichterung gönnen.

Wenn der patient keinen Venösen Zugang hat kann man das gut als Rectiole oder Zäpfchen geben.

Falls die unruhe und Angst mit Stangyl nicht in den Griff zu bekommen ist, soltet ihr nicht lange zögern und ihm Neurocil zukommen lassen.

Habe auch schon oft erlebt das patienten auf Stangyl oder Tavor paradox reagiert haben.
 
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